Fortuna-HerthaRücksichtslose Fans stürzen Relegationsspiel ins Chaos

Fortuna Düsseldorf steigt nach dem 2:2 gegen Hertha BSC auf. Das Spiel wurde mehrfach unterbrochen und stand wegen des skandalösen Verhaltens von Fans vor dem Abbruch. von Dominik Bardow

Spieler von Hertha BSC stehen fassungslos vor Fans aus Berlin.

Spieler von Hertha BSC stehen fassungslos vor Fans aus Berlin.  |  © P. Stollarz/AFP/GettyImages

Zunächst brachten die Berliner Anhänger das Spiel durch das Werfen von Feuerwerkskörpern fast zum Abbruch, dann stürmten die Düsseldorfer Zuschauer vor dem Abpfiff das Spielfeld. Polizei und Ordner versuchten die Chaoten vom Rasen zu drängen, doch die blieben minutenlang am Spielfeldrand stehen. Auf dem Platz lieferte sich Herthas Christian Lell fast eine Schlägerei mit den Düsseldorfer Spielern, es kam zu einem Gerangel zwischen den beiden Teams.

Ein normales Fußballspiel war es nur eine Stunde lang. Nach dem 2:1 für Fortuna Düsseldorf drehte die Hertha-Kurve durch, Chaoten warfen unzählige Feuerwerkskörper wie Fackeln auf den Platz.

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Auch im Düsseldorfer Block wurde gezündelt und ein Bengalo geworfen, Donnerschläge gingen durch die Arena. Spieler und Verantwortliche versuchten die Fans zu beruhigen, die Partie stand vor dem Abbruch. Der drohte erneut in der Nachspielzeit. Erst nachdem die Düsseldorfer nach minutenlanger Unterbrechung das Spielfeld verließen, kam dieses unwürdige Spektakel noch zu einem Ende.

Dass die Spieler ehrbar für den Aufstieg und gegen den Abstieg gekämpft hatten, ging fast völlig in Rauch, Schwefel und Platzstürmen unter. Hertha verlässt zum sechsten Mal die 1. Bundesliga, aber selten waren die Bilder so verstörend. Die Aufstiegsfeier der Düsseldorfer wurde von einem großen Polizei- und Ordneraufgebot begleitet.

Vor dem Anpfiff hatten sich die Berliner Spieler noch Mut vor dem Entscheidungsspiel zugesprochen, allen voran motivierten der nach zwei Monaten wieder nominierte Kapitän Andre Mijatović und Peter Niemeyer die Mitspieler. Zunächst ohne Wirkung: Nach wenigen Sekunden lief ein Düsseldorfer Konter über Maximilian Beister auf Roman Hubnik zu. Der wendige Angreifer täuschte rechts an, ging links vorbei und schoss von außerhalb des Strafraums das 1:0 für die Fortuna, nach nicht einmal einer halben Minute.

Hertha fiel nach dem 25-Sekunden-Schock nicht in Starre. Das hatte auch damit zu tun, dass sich die Düsseldorfer nach der Führung weit zurückzogen. Doch die Berliner taten sich nicht schwer, Lücken in der fehlbaren Fortunen-Abwehr zu finden. So sprangen einige kleinere und größere Gelegenheiten heraus. Doch im Gegenzug wurde es immer gefährlich, wenn die schnellen Angreifer Beister, Bröker und Ilsö auf die Berliner Abwehr zuliefen. Da beide Verteidigungslinien eher gestrichelt als solide waren, gab es Chancen zuhauf auf beiden Seiten.

Leserkommentare
  1. Eine derartige Belastung der Spieler macht ein reguläres Spiel nicht möglich. M.E. hätten die Herthaspieler in der Kabine bleiben sollen. Wie sie überredet wurden, würde mich interessieren. Sollten sie nur aus "sicherheitspolitischen Gründen" wieder angetreten sein. Respekt. So ein Spiel darf nicht eine Entscheidung bringen.

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    Die Fortführung des Spiels war doch eine rein sichheitstechnische Überlegung. Die Polizeiführung wird zum Schiedsrichter gesagt haben, dass hier "Gefahr in Verzug" ist und er unbedingt wieder anpfeifen muss, ansonsten gibt es Verletzte eventuell Tote. Kein Spieler auf dem Platz war mehr sicher. Hätte Hertha das 3:2 geschossen hätte der Schiedsrichter nie sicherstellen könnnen, dass enttäuschte Fans auf Hertha- bzw. Fortuna-Spieler losgegehen. Ferner wäre es ein fatales Zeichen, wenn dieses grob unfaire und gewaltbereite Verhalten auch noch durch den DFB belohnt wird. Dann werden demnächst Fans immer das Spielfeld sürmen, wenn ihnen der Spielstand nicht gefällt. Passiert ja nichts und der Gegner ist aus dem Rhythmus gebracht und in Angst versetzt. Das geht gar nicht, dann ist es nur eine Frage der Zeit bis man die ersten Toten hat und eine Genehmigungsbehörde müsste bei dieser Grundgefährdungslage grundsätzlich Zuschauer bei Spiele verbieten. Dann kann der DFB und die befreundeten Fernsehanstalten ihre Spielserie in großen Fernsehstudios veranstalten und die Zuschauer bzw. sogenannten Fans bleiben draußen - Geisterspiele pur.

    Ein Wiederholungsspiel wäre das falsche Zeichen.

    Dann würde die Aktion ja noch belohnt werden. Es bestünde die Gefahr, dass Randale als Option zum Spielabbruch angesehen werden könnten, wenn der Lieblingsmannschaft eine Niederlage droht.

    Großen Respekt an das Schiedsrichtergespann, sie haben mMn absolut professionell und richtig gehandelt. Spielunterbrechungen gibt es immer wieder im Fußball, damit müssen die Spieler fertig werden und werden sie auch. Die Schiris haben vorbildlich abgewartet und haben nicht voreilig gehandelt.

    Das Spiel lief über 95-96 Minuten regulär, davon abgesehen das es eine lange Spielunterbrechung gab, die von Hertha Fans provoziert wurde.
    Das Verhalten der Fortuna Fans, 1-2 Minuten vor Schluß ist schlimm und gehört bestraft. Daraus abzuleiten, daß Hertha noch eine Chance verdient hat, ist allerdings falsch. Hertha hatte alle Chancen die Liga zu halten und hat sie nicht genutzt. Meiner Meinung nach liegt das in erster Linie an Herrn Preetz und einigen Fans, die meinen ihre Hauptstadtansprüche notfalls mit Gewalt durchsetzten zu müssen, ggf. wird auch die eigen Mannschaft bedroht.

    Großes Lob an Herrn Stark, der es geschafft hat, die kaum noch zu kontrillierende Situation zu bewältigen.

    Sonst wird die Gewalt weiter zunehmen. Hooligans spielen ihr eigenes Spiel. Respekt immerhin für das besonnene Management von Schiedsrichter, Spielern und Organisatoren, denen es gelang, die Esklation zurückzufahren. Auch dafür, dass Rehagel und die Berliner Mannschaft wieder angetreten sind. Vermutlich nur, weil sonst eine weitere Eskalation mit unvorhersehbaren Folgen gedroht hätte. Vielleicht auch, weil ihnen klar war, dass für die ersten Übergriffe in der 2.Halbzeit ihre Fans verantwortlich waren. Ihre verzögerte Rückkehr auf das Feld dürfte aber intensiven Telefonaten mit Vereinsleitung und Rechtsbeiständen geschuldet sein. Leider hat dann der Schiri die angekündigte Nachspielzeit nicht eingehalten. Auch 2 Minuten wären schon zu knapp gewesen - man musste ja erst wieder ins Spiel kommen. Es blieb also bei einer symbolischen Wiederaufnahme.
    Ich habe mich mit Düsseldorf über den greifbaren Sieg gefreut. Aber Düsseldorf trägt Hauptverantwortung für die Sicherheit im Stadion. Alles in allem, besonders auch zur Prävention, gehört das Spiel, zumindest die 2. Halbzeit, eigentlich nachgespielt: In einem neutralen Stadion ohne Zuschauer und mit Abgang von Ben-Hatira in Min. 54 wegen roter Karte aus diesem Spiel.
    Alternative: Hertha und Fortuna gehen/bleiben in d. 2. Liga. Stattdessen tragen Köln und St.Pauli die Relegation aus. Aber das wäre wohl überzogen.
    Oder Gnade walten lassen: Die hängt jetzt von Herthas Juristen ab, da Sieg/Verlängerung möglich waren.

    ...wieder aufs Feld gekommen. Die Devise war dann: Ohne Hickhack zuende spielen und anschließend Protest einlegen. Mal sehen, was da noch raus kommt.

    wäre das spiel abzupfeiffen gewesen und hertha wäre seiner "fans" wegen abgestiegen.

    • DDave
    • 17. Mai 2012 19:01 Uhr

    Ich frage mich ja, wer die Kosten für den Polizeieinsatz übernimmt?!(Denn beim Castor-transport schreien alle, dass die AKW-Gegner den Polizeieinsatz bezahlen sollen,wobei die sich ja noch für etwas gesellschaftlich Sinnvolles einsetzen, im Vergleich zu den Randalierern)
    Der sollte am besten auf die Ticketpreise für das Spiel draufgeschlagen werden...
    Oder ganz einfach, ab sofort werden die Fussballspiele im leeren Stadion ausgetragen.... Spart auch einiges Geld...

  2. Ich kann nicht verstehen, was die Fans während des Spiels gemacht haben!
    Soll das deutscher Fußball sein? Wollen wir das sowas international verbreitet wird?
    Im DFB-Pokalfinale wurden die Chaoten schon genug in Szene gesetzt. Aber die Fortuna-"Fans" haben es übertrieben!
    Ich bin der Meinung, dass auf Fortuna harte Strafen zukommen müssen! Nein, nicht 1 Spiel ohne Fans, auch nicht 2. Es muss ein Exempel statuiert werden! Setzt alle Fans für !5! Heimspiele vor die Tür. Außerdem keine Liveübertragungen und auch danach keine Bilder! Wir müssen diese Szene bekämpfen, bevor sie zu stark wird!

    Auch kann ich nicht verstehen, warum Herr Stark im ersten deutschen Fernsehn für seinn Einsatz gelobt wurde. Nehmen wir an, Herta hätte ein Tor in der Nachspielzeit geschossen. Hätte der Schiedsrichter für die Sicherheit der Spieler garantieren wollen? Innerhlb weniger Sekunden wären die "Fans" wieder auf dem Platz gewesen.

    Ein schwarzer tag für den deutschen Fußball und die Sicherheit in deutschen Stadien!

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    • HGAZIS
    • 16. Mai 2012 3:04 Uhr

    sollten die fortunafans wegen dem berliner fanblock bestraft werden Oo

    Herr Stark hat allles getan um das Spiel möglichst regulär über die Bühne zubringen. Für idiotische Fans (auf beiden Seiten) und mangelnden Ordnungsdienst kann er nichts.
    Richtig, wenn Hertha noch ein Tor geschossen hätte, wäre die es vermutlich eskaliert. Aber wenn, das Spiel abgebrochen worden wäre, wäre es vermutlich genauso eskaliert.
    Und man hätte noch keine Entscheidung gehabt. Es wäre also am grünen Tisch oder per Wiederholungsspiel entschieden worden, was erneuten Anlass für Randale gegeben hätte.
    Ps: Gewalbereite Idioten, welche sich eien Fußballschal umhängen brauchen, nicht unbedingt ein Stadion um Randale zu machen.

  3. Der Mob hatte seine dritte Halbzeit.

    Die Stadien sind gebaut und der Fußballzirkus ist eingerichtet für die "normalen" Fans UND für den Mob.

    2 Leserempfehlungen
  4. Und ich glaube es wird ohne Fans und auf neutralem Platz
    eine Wiederholung geben. Ich gehe eh davon aus, dass die
    Hertha nur mit grosser Überredung und der Bedrohung sonst
    eskaliert hier im Stadion noch mehr, wieder auf den Platz
    zurückkehrte.
    Bin BVB und kein Hertha Fan, aber was sich dort abspielte, ist eine deutliche Wettbewerbsverzerrung, da kann man nur
    Einspruch erheben und dies wäre auch für die Erziehung
    der Düsseldorfer Fans besonder gut: wer einfach auf den
    Platz rennt, wird bestraft und zwar kollektiv.
    Hoffe, der DVB sieht das genauso!

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    Nur mal zum Vergleich:
    Jubelnde Fans (ja zu früh) stürmen den Rasen
    http://www.youtube.com/wa...

    Wütende "Fans" stürmen den Rasen
    http://www.youtube.com/wa...

    Scholl hat es sehr gut erklärt. Einer rennt los, dann der 2. und es entsteht eine Gruppendynamik, weil alle denken das Spiel ist vorbei. Niemand wurde verprügelt, oder ähnliches. Die Leute schwenkten Fahnen, lagen sich in den Armen nur eben eine Minute zu früh. Also sollte man da entsprechend besonnene Strafen aussprechen.
    Ein anderes Problem ist das, der richtigen Hooligans, welches ja nicht neu und insgesamt nicht ganz so leicht zu lösen ist. Es gab in der letzten Saison eine ganze Reihe von Ausschreitungen (und Pyro zünden, auch wenn es gefährlich werden kann, zählt da nicht dazu). Dies ging soweit, dass Fanbusse überfallen und sogar einem Spieler die Nase gebrochen haben. Die Hemmschwellen sinken da immer weiter auf ein Niveau, welches bereits als überwunden galt.
    Aber in diesem Fall kann man nicht von Ausschreitungen sprechen, auch wenn es eine richtig dumme Aktion war.

    @alliance Warum soll ein ganzer Verein bestraft werden, der den sportlichen Aufstieg geschafft hat. Genauso sinnlos sind Geisterspiele. Weil einem "Fan" die Sicherungen durchbrennen, werden 40.000 andere bestraft? Durch solche Strafen geben wir den Fußball den Hooligans preis, zumal sie nichts bewirken. Da muss man andere nachhaltigere Lösungen finden.

    • YaX
    • 16. Mai 2012 8:41 Uhr

    Ich denke es wäre vernünftig die zweite Halbzeit zu wiederholen. An irgendeinem Samstag-Nachmittag, in dem Frauen und Kinder als Zuschauer geduldet werden.
    Diese "Fans" beider Seiten haben die sportliche Lage völlig verzerrt. Und kein Verein gewinnt in der Nachspielzeit wenn tausende Gegnerfans an der Seitenlinie stehen!

  5. Erstmal beruhigen sich alle mal wieder.
    So: Was genau haben die Fans denn gemacht?
    Ok, die sind 1 Minute zu früh aufs Spielfeld gerannt. Aber sonst? Hat irgendwer randaliert von der Fortuna? Gab es Krawall mit der Polizei? Nein...nach 15 Jahre Abstinenz vom Oberhaus waren es einfach nur Emotionen pur. Die Fans waren friedlich und haben gefeiert. DIe haben sogar ihren Kapitän auf Händen getragen. Wo genau ist das Problem? Dafür sollen die Sanktioniert werden? Das ist doch kompletter Schwachsinn. Die Dortmunder haben auch den Platz gestürmt nach der MEisterschaft. Passiert halt. Solange es friedlich bleibt sollten mal alle die Kirche im Dorf lassen.
    Wem Emotionen beim Fussball nciht passen, der soll Briefmarken sammeln gehen.

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    ...Sie warn nur 2 Minuten schneller als ich.

    In meine Augen relativieren sie da etwas zu sehr. Viele wußten durchaus das das Spiel noch nicht abgepfiffen war. Vieleicht ist es ihnen auch entgangen, das die ersten Fans schon während der 91 Minute am Spielfeldrand aufgetaucht sind.
    Ab der 94 Minute war die Situation für die Ordner schon nicht mehr zu Kontrolieren. Das ist schlicht Wahnsinn und es hätte wesentlich schlimmer kommen können.

    Auch will ich meinen das sie sich nicht in die Lage der Gegnerischen Fußballmanschaft versetzen können. Wenn knapp 1000 Leute von allen Seiten auf sie einstürmen, es überall knallt und kracht, ist das wohl kein sonderlich tolles Erlebnis. Rangelein und Schlägerein gab es übrigens durchaus am Rande des Spielfeldes und auch auf dem Platz.

    Es geht hier nicht um den Untergang des Abendlandes, sondern darum Fan auschreitungen zu unterbinden, das Risiko für unbeteiligte (wie Kinder) zu minimieren und Spiele nicht durch Fans am seiten Rand zu beinflussen.

    "Hat irgendwer randaliert von der Fortuna?"

    Und wie da randaliert wurde, es war deutlich zu sehen wie ganze Rasenstücke herausgerissen wurden. Ich zitiere mal aus dem Stadionhandbuch der DFL "Artikel 37 Spielfeld
    (1) Das Spielfeld des Stadions muss eine Naturrasen-
    Spielfläche haben. Es muss absolut eben
    sein, sich in gutem Zustand befinden [...]"

    Das war zum Zeitpunkt des Wiederanpfiffs überhaupt nicht mehr gewährleistet und nicht deshalb, weil die Spielfläche die üblichen spielbedingten Macken aufwies, sondern weil die Chaoten die Spielfläche systematisch zerlegt haben.

    Ein Elfmeter hätte meines Erachtens gar nicht mehr ordnungsgemäß ausgeführt werden können.

    Beim Sturm des Spielfeldes durch die Fans klaute einer der Dumpfbacken den 11Meterpunkt.Unterirdisch!!!Väter und Mütter mit Kindern stürmten auf das Feld. Wieviel Müll müssen die im Gehirn haben, um so zu reagieren! Wer garntiert für die Sicherheit der Kinder? Was, wenn eines totgetreten wird vom agierenden Mob? Nach dem Spiel wurde nicht nur Rasen, sondern auch die Tornetze entfernt. Dann stieg der Mob auf die Tore, bis die unter der Last nachgaben. Persönlich fand ich Düsseldorf symphatisch. Mir gefallen die "Toten Hosen", aber wenn so ein Verhalten der "Ultras" nicht "Hooligans" Schule macht, dann gute Nacht. Wer bezahlt die Polizeieinsätze, die nach den Ausschreitungen in Karlsruhe und Düsseldorf drastisch verstärkt werden müssen? Entweder die Stadien müssen eingzäunt werden oder es muss künftig das Verursacherprinzip gelten.

    • whale
    • 16. Mai 2012 10:58 Uhr

    Egal, was passiert: betrunkene Randalierer in der Innenstadt, unverschämte Krawallmacher im Bus oder eben Fußballfans, die die Grenze zwischen Leidenschaft und Fanatismus bzw. begeistertem Mitfiebern und sinnloser Zerstörungswut nicht kennen... Immer findet sich noch jemand, der es entschuldigt oder verharmlost...
    "Die wollten doch nur spielen...", "Die haben doch nix gemacht" oder hier: "einfach nur Emotionen pur".

    Ja, im Grunde sehe ich das genauso - das auf den Platz stürmen der Düsseldorfer Fans besaß nichts Aggressives, es war nur die Freude über den Aufstieg.
    Und trotzdem: die sind ja alle schon vor Spielende über die Absperrungen, und standen dann da. Und ich habe mich gefragt: was passiert, wenn die Hertha jetzt wirklich noch ein Tor schießt? Dann wäre die Stimmung gekippt, und es hätten Szenen stattfinden können, die wirklich unschön gewesen wären. Ich als Hertha-Spieler hätte wirklich Angst gehabt, da nochmal rauszugehen. Und an dem Punkt wirds eben auch unsportlich.
    Also ich fand es insgesamt schon etwas beängstigend, daß die Ordner und was es da an Sicherheitskonzepten geben mag, so gleich gar nicht funktioniert haben.

    ... aber einen solchen Humbug habe ich lange nicht mehr gelesen. Da ist jedes Wort zuviel, Diskussionskultur hin, Diskussionskultur her. Beenden Sie auch immer alles, wenn Ihnen der Kopf danach steht? Dann sind Sie entweder Chef oder schon zigmal aus dem Job geflogen! Nach welchen Maßstäben rechnen Sie eigentlich??? Willkommen in dieser dekadenten Republik, da passen Sie dann wirklich hin ...

  6. Zunächst mal: Weder die Hertha- noch die Düsseldorffans haben sich bei dieser Veranstaltung gut verhalten.

    Die Nachspielzeit wurde nötig, weil der Hertha-Block bengalische Fackeln aufs Spielfeld geworfen hat, die Düsseldorfer sind dann im Glauben auf den Platz gelaufen, das Spiel wäre vorbei, nicht um einen Spielabbruch zu provozieren.
    Wenn, dann Sanktionen für beide Vereine!

    Aber: Sicher jetzt aufregen, dann erstmal atmen, abregen und überlegen, was denn passiert ist.

    Bengalos zünden und wegschmeißen ist hirnrissig. Ob man jetzt aber sofort den Untergang des fußballerischen Abendlands herbeischreien muss, weiß ich nicht.

    Und der Kollege, der während der Spielzeit sich den Elfmeterpunkt gesichert hat, hat mich schon ein wenig amüsiert ;-)

    4 Leserempfehlungen
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    Dabei wollte ich bloß antworten ;-)

    Woher wollen Sie denn wissen, dass die Düdo-Fans dachten, das Spiel sei vorbei? Also ich habe keinen Pfiff gehört. Ich halte es für mindestens ebenso wahrscheinlich, dass ein Abbruch provoziert werden sollte, damit Hertha nicht doch noch in letzter Minute das 3. Tor macht.

  7. ...Sie warn nur 2 Minuten schneller als ich.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Emotionen"
  8. Der Schiedrichter hatt die Richtige Entscheidung getroffen das Spiel nicht abzubrechen. Es wäre dann erst Recht zu Ausschreitungen gekommen, die kaum kontrolierbar gewesen wären.

    So wärenz.B. möglicherweise auch Düsseldorfer Fans auf Düsseldorfer Fans los gegangen. Darunter genug Kinder, eine Panik und das wärs gewesen.

    Allerdings sollte dieses Spiel unter gar keinen Umständen gewertet werden. Es wäre der Kniefall des DFB vor den Hooligans in den Deutschen Stadien. Ein Eingeständnis der absoluten Machtlosigkeit. Vom "zwölften Mann" zu sprechen, hätte einen bitteren Beigeschmack.

    Auch die Sicherheit in den Stadien muß wieder ein Thema werden. Wie kann es sein, das die Fans während eines laufenden Spiels auf und an das Feld kommen können?
    Das Feuerwerkskörper ins Stadion geschmugelt werden können ist nichts neues, aber die Menge die an den Kontrollen vorbeigeschleust wurde gibt einem zu Denken!

    Objektiv betrachtet sollte das Spiel unter Auschluß der Öffentlichkeit wiederhohlt werden.
    Subjektiv muß ich sagen,auch wenn es immer nur "wenige" sind, die so ein Spiel stören und die meisten Fans beider Vereine friedliche und freundliche Zeitgenossen sein mögen...

    Der Gedanke das einer dieser Vereine zur "Belohnung für eine gute Saison in der Buli bleiben oder Aufsteigen darf gefällt mir nicht. Am liebsten wäre es mir, wenn beide Absteigen würden. Mag gemein sein, aber die Eindrücken die dieses Spiel bei mir als Fußballfan hinterlassen hat, waren sehr bedrückend.

    mfg

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    • oh.stv
    • 16. Mai 2012 8:04 Uhr

    ... jetzt kann man ja wieder mehr Regeln, mehr Kontrollen, mehr Einschränkungen usw fordern. Damit wir ja so schnell wie möglich USA Verhältnisse bekommen ....

    Weder architektonisch mit Zäunen noch mit Sicherheitskräften lassen sich 40000 bis 80000 Besucher lenken, wenn sie das nicht wollen. Daher kann die Lösung nur sein, dass die Fans wissen, wenn sie sich so verhalten, dann schade ich meinem Club. Die Fans haben in düsseldorf erst den Platz wieder verlassen, als der Stadionsprecher durchgesagt hat, dass der Aufstieg pfutsch sein wird, wenn die Fans den Innenraum nicht wieder komplett räumen. dies war die einzige Motivation.
    Wenn der DFB jetzt die Fortna-Fans noch belohnt, dann ist die Masse außer Kontrolle. Ein hartes Zeichen wäre, wenn das Spiel für Hetha gewertet wird, das Minimalzeichen, dass der DFB setzen muss, um überhaupt noch Disziplin der Massen zuerreichen ist die Ansetzung eines Geisterspiels.

    Ich denke auch dass man das Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit wiederholen sollte. Grundsätzlich aber ist die Relegationsregel aber ohnehin unfair und sollte abgeschafft werden.

    In einem widerspreche ich Ihnen allerdings: Es waren eben nicht nur ein paar Hooligans, die das Spiel versaut haben, sondern Hunderte "Normalos". Wie M. Scholl richtig feststellte, ist das wohl eher ein gesellschaftliches Problem. Es gibt eben nur noch wenige (vermeintliche) Freiräume, wo man(n) ungestraft seinen Emotionen freien Lauf lassen kann.

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  • Schlagworte Bundesliga | Christian Lell | Fußball | Fortuna Düsseldorf | Hertha BSC | Chaos
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