Fortuna-Hertha : Rücksichtslose Fans stürzen Relegationsspiel ins Chaos

Fortuna Düsseldorf steigt nach dem 2:2 gegen Hertha BSC auf. Das Spiel wurde mehrfach unterbrochen und stand wegen des skandalösen Verhaltens von Fans vor dem Abbruch.
Spieler von Hertha BSC stehen fassungslos vor Fans aus Berlin. © P. Stollarz/AFP/GettyImages

Zunächst brachten die Berliner Anhänger das Spiel durch das Werfen von Feuerwerkskörpern fast zum Abbruch, dann stürmten die Düsseldorfer Zuschauer vor dem Abpfiff das Spielfeld. Polizei und Ordner versuchten die Chaoten vom Rasen zu drängen, doch die blieben minutenlang am Spielfeldrand stehen. Auf dem Platz lieferte sich Herthas Christian Lell fast eine Schlägerei mit den Düsseldorfer Spielern, es kam zu einem Gerangel zwischen den beiden Teams.

Ein normales Fußballspiel war es nur eine Stunde lang. Nach dem 2:1 für Fortuna Düsseldorf drehte die Hertha-Kurve durch, Chaoten warfen unzählige Feuerwerkskörper wie Fackeln auf den Platz.

Auch im Düsseldorfer Block wurde gezündelt und ein Bengalo geworfen, Donnerschläge gingen durch die Arena. Spieler und Verantwortliche versuchten die Fans zu beruhigen, die Partie stand vor dem Abbruch. Der drohte erneut in der Nachspielzeit. Erst nachdem die Düsseldorfer nach minutenlanger Unterbrechung das Spielfeld verließen, kam dieses unwürdige Spektakel noch zu einem Ende.

Dass die Spieler ehrbar für den Aufstieg und gegen den Abstieg gekämpft hatten, ging fast völlig in Rauch, Schwefel und Platzstürmen unter. Hertha verlässt zum sechsten Mal die 1. Bundesliga, aber selten waren die Bilder so verstörend. Die Aufstiegsfeier der Düsseldorfer wurde von einem großen Polizei- und Ordneraufgebot begleitet.

Vor dem Anpfiff hatten sich die Berliner Spieler noch Mut vor dem Entscheidungsspiel zugesprochen, allen voran motivierten der nach zwei Monaten wieder nominierte Kapitän Andre Mijatović und Peter Niemeyer die Mitspieler. Zunächst ohne Wirkung: Nach wenigen Sekunden lief ein Düsseldorfer Konter über Maximilian Beister auf Roman Hubnik zu. Der wendige Angreifer täuschte rechts an, ging links vorbei und schoss von außerhalb des Strafraums das 1:0 für die Fortuna, nach nicht einmal einer halben Minute.

Hertha fiel nach dem 25-Sekunden-Schock nicht in Starre. Das hatte auch damit zu tun, dass sich die Düsseldorfer nach der Führung weit zurückzogen. Doch die Berliner taten sich nicht schwer, Lücken in der fehlbaren Fortunen-Abwehr zu finden. So sprangen einige kleinere und größere Gelegenheiten heraus. Doch im Gegenzug wurde es immer gefährlich, wenn die schnellen Angreifer Beister, Bröker und Ilsö auf die Berliner Abwehr zuliefen. Da beide Verteidigungslinien eher gestrichelt als solide waren, gab es Chancen zuhauf auf beiden Seiten.

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Kommentare

309 Kommentare Seite 1 von 32 Kommentieren

Ich persönlich finde, dass dieses Spiel wiederholt werden muss.

Eine derartige Belastung der Spieler macht ein reguläres Spiel nicht möglich. M.E. hätten die Herthaspieler in der Kabine bleiben sollen. Wie sie überredet wurden, würde mich interessieren. Sollten sie nur aus "sicherheitspolitischen Gründen" wieder angetreten sein. Respekt. So ein Spiel darf nicht eine Entscheidung bringen.

Richtig ein Geisterspiel muss her

Die Fortführung des Spiels war doch eine rein sichheitstechnische Überlegung. Die Polizeiführung wird zum Schiedsrichter gesagt haben, dass hier "Gefahr in Verzug" ist und er unbedingt wieder anpfeifen muss, ansonsten gibt es Verletzte eventuell Tote. Kein Spieler auf dem Platz war mehr sicher. Hätte Hertha das 3:2 geschossen hätte der Schiedsrichter nie sicherstellen könnnen, dass enttäuschte Fans auf Hertha- bzw. Fortuna-Spieler losgegehen. Ferner wäre es ein fatales Zeichen, wenn dieses grob unfaire und gewaltbereite Verhalten auch noch durch den DFB belohnt wird. Dann werden demnächst Fans immer das Spielfeld sürmen, wenn ihnen der Spielstand nicht gefällt. Passiert ja nichts und der Gegner ist aus dem Rhythmus gebracht und in Angst versetzt. Das geht gar nicht, dann ist es nur eine Frage der Zeit bis man die ersten Toten hat und eine Genehmigungsbehörde müsste bei dieser Grundgefährdungslage grundsätzlich Zuschauer bei Spiele verbieten. Dann kann der DFB und die befreundeten Fernsehanstalten ihre Spielserie in großen Fernsehstudios veranstalten und die Zuschauer bzw. sogenannten Fans bleiben draußen - Geisterspiele pur.

Bloß kein Wiederholungsspiel!

Ein Wiederholungsspiel wäre das falsche Zeichen.

Dann würde die Aktion ja noch belohnt werden. Es bestünde die Gefahr, dass Randale als Option zum Spielabbruch angesehen werden könnten, wenn der Lieblingsmannschaft eine Niederlage droht.

Großen Respekt an das Schiedsrichtergespann, sie haben mMn absolut professionell und richtig gehandelt. Spielunterbrechungen gibt es immer wieder im Fußball, damit müssen die Spieler fertig werden und werden sie auch. Die Schiris haben vorbildlich abgewartet und haben nicht voreilig gehandelt.

1-2 irreguläre Minuten entscheiden keine Saison

Das Spiel lief über 95-96 Minuten regulär, davon abgesehen das es eine lange Spielunterbrechung gab, die von Hertha Fans provoziert wurde.
Das Verhalten der Fortuna Fans, 1-2 Minuten vor Schluß ist schlimm und gehört bestraft. Daraus abzuleiten, daß Hertha noch eine Chance verdient hat, ist allerdings falsch. Hertha hatte alle Chancen die Liga zu halten und hat sie nicht genutzt. Meiner Meinung nach liegt das in erster Linie an Herrn Preetz und einigen Fans, die meinen ihre Hauptstadtansprüche notfalls mit Gewalt durchsetzten zu müssen, ggf. wird auch die eigen Mannschaft bedroht.

Großes Lob an Herrn Stark, der es geschafft hat, die kaum noch zu kontrillierende Situation zu bewältigen.

2 bis 3 irreguläre Minuten entscheiden aber über ein Spiel...

Hier geht es nicht um verdient oder unverdient bezogen auf den Saisonverlauf, sondern ausschließlich darum, ob dieses Relegationsspiel unter fairen Bedingungen beendet wurde und ob die Sicherheit aller Spieler und des Schiedsrichtergespanns gewährleistet war.

Da kann die Antwort nur klar NEIN ! heißen.

Die Fans von Düsseldorf standen bereits vor der Stürmung des Feldes direkt am Spielfeldrand. Welcher Berliner Spieler soll da noch konzentriert weiterspielen, wissend, das der Mob in niedermachen kann, wenn er jetzt kurz vor Schluss das entscheidende Tor für Herta macht.

ZU diesem Zeitpunkt war weder die Sicherheit der Spieler noch die Sicherheit der Schiedsrichter gewährleistet. Das sind Fakten.

Das kann nur eine harte Strafe bis hin zu einer Spielwiederholung ohne Fans bedeuten, alles andere öffnet den Chaoten von welchem Klub auch immer Tür und Tor.

Nur so können auch die Vereine dazuz gebracht werden, extrem hart gegen eigene "sogenannte Fans" vorzugehen, die sich nicht an die Regeln halten wollen.
Das heißt Stadionverbot auf Lebenszeit, denn solche "Fans" braucht keine Mannschaft Punkt.

Re: Bloß kein Wiederholungsspiel!

> Ein Wiederholungsspiel wäre das falsche Zeichen.

> Dann würde die Aktion ja noch belohnt werden. Es
> bestünde die Gefahr, dass Randale als Option zum
> Spielabbruch angesehen werden könnten, wenn der
> Lieblingsmannschaft eine Niederlage droht.

Wenn ich nicht gestern abend ein völlig anderes Spiel gesehen habe, waren es doch wohl Düsseldorfer Fans, die in der spielentscheidenden Schlußphase 2 Minuten vor Abpfiff das Spielfeld stürmten und dadurch den Abbruch erzwangen.

Also wird umgekehrt ein Schuh daraus: Winkt man das Spiel einfach durch, ist das in Zukunft eine Einladung an "Fans", Spiele die zuungunsten ihrer Mannschaft zu kippen drohen auf diese spezielle Weise zu "beenden".

Der DFB kann nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.

Sonst wird die Gewalt weiter zunehmen. Hooligans spielen ihr eigenes Spiel. Respekt immerhin für das besonnene Management von Schiedsrichter, Spielern und Organisatoren, denen es gelang, die Esklation zurückzufahren. Auch dafür, dass Rehagel und die Berliner Mannschaft wieder angetreten sind. Vermutlich nur, weil sonst eine weitere Eskalation mit unvorhersehbaren Folgen gedroht hätte. Vielleicht auch, weil ihnen klar war, dass für die ersten Übergriffe in der 2.Halbzeit ihre Fans verantwortlich waren. Ihre verzögerte Rückkehr auf das Feld dürfte aber intensiven Telefonaten mit Vereinsleitung und Rechtsbeiständen geschuldet sein. Leider hat dann der Schiri die angekündigte Nachspielzeit nicht eingehalten. Auch 2 Minuten wären schon zu knapp gewesen - man musste ja erst wieder ins Spiel kommen. Es blieb also bei einer symbolischen Wiederaufnahme.
Ich habe mich mit Düsseldorf über den greifbaren Sieg gefreut. Aber Düsseldorf trägt Hauptverantwortung für die Sicherheit im Stadion. Alles in allem, besonders auch zur Prävention, gehört das Spiel, zumindest die 2. Halbzeit, eigentlich nachgespielt: In einem neutralen Stadion ohne Zuschauer und mit Abgang von Ben-Hatira in Min. 54 wegen roter Karte aus diesem Spiel.
Alternative: Hertha und Fortuna gehen/bleiben in d. 2. Liga. Stattdessen tragen Köln und St.Pauli die Relegation aus. Aber das wäre wohl überzogen.
Oder Gnade walten lassen: Die hängt jetzt von Herthas Juristen ab, da Sieg/Verlängerung möglich waren.

Das geht nicht

Also wenn Sie schon meinen, sich juristisch insoweit auszukennen, dass Sie eine Wiederholung des Spiels bzw. der zweiten Halbzeit fordern, dann dürfte Ihnen doch klar sein, dass es nicht darum gehen kann, den Verlauf der Spielzeit nun "nachzustellen". Insofern ist die rote Karte von Ben-Hatira selbstverständlich NICHT übertragbar, ebenso wenig wie die Tore, die Eckstöße usw.

Kosten für den Polizeieinsatz

Ich frage mich ja, wer die Kosten für den Polizeieinsatz übernimmt?!(Denn beim Castor-transport schreien alle, dass die AKW-Gegner den Polizeieinsatz bezahlen sollen,wobei die sich ja noch für etwas gesellschaftlich Sinnvolles einsetzen, im Vergleich zu den Randalierern)
Der sollte am besten auf die Ticketpreise für das Spiel draufgeschlagen werden...
Oder ganz einfach, ab sofort werden die Fussballspiele im leeren Stadion ausgetragen.... Spart auch einiges Geld...

Was war das bitte?!?

Ich kann nicht verstehen, was die Fans während des Spiels gemacht haben!
Soll das deutscher Fußball sein? Wollen wir das sowas international verbreitet wird?
Im DFB-Pokalfinale wurden die Chaoten schon genug in Szene gesetzt. Aber die Fortuna-"Fans" haben es übertrieben!
Ich bin der Meinung, dass auf Fortuna harte Strafen zukommen müssen! Nein, nicht 1 Spiel ohne Fans, auch nicht 2. Es muss ein Exempel statuiert werden! Setzt alle Fans für !5! Heimspiele vor die Tür. Außerdem keine Liveübertragungen und auch danach keine Bilder! Wir müssen diese Szene bekämpfen, bevor sie zu stark wird!

Auch kann ich nicht verstehen, warum Herr Stark im ersten deutschen Fernsehn für seinn Einsatz gelobt wurde. Nehmen wir an, Herta hätte ein Tor in der Nachspielzeit geschossen. Hätte der Schiedsrichter für die Sicherheit der Spieler garantieren wollen? Innerhlb weniger Sekunden wären die "Fans" wieder auf dem Platz gewesen.

Ein schwarzer tag für den deutschen Fußball und die Sicherheit in deutschen Stadien!

Herr Stark war stark

Herr Stark hat allles getan um das Spiel möglichst regulär über die Bühne zubringen. Für idiotische Fans (auf beiden Seiten) und mangelnden Ordnungsdienst kann er nichts.
Richtig, wenn Hertha noch ein Tor geschossen hätte, wäre die es vermutlich eskaliert. Aber wenn, das Spiel abgebrochen worden wäre, wäre es vermutlich genauso eskaliert.
Und man hätte noch keine Entscheidung gehabt. Es wäre also am grünen Tisch oder per Wiederholungsspiel entschieden worden, was erneuten Anlass für Randale gegeben hätte.
Ps: Gewalbereite Idioten, welche sich eien Fußballschal umhängen brauchen, nicht unbedingt ein Stadion um Randale zu machen.

fortuna-"Fans" die Opfer?!?

Wollen sie mir wirklich sagen, dass die Berliner-Fans die Schuld tragen?
Die bengalischen feuer wurden in den Fanblöcken von Berlin und Düsseldorf gezündet!
Und das Feld gestürmt haben die Fortuna-Fans. Die Berliner-Fans wurden ja von hunderten Polizisten mit Hunden abgeschirmt!

Die Schuld trifft beide "Fan"-Gruppen. Deshalb müssen auch beide bestraft werden. Aber ich halte die Ausschreitungen von den Düsseldorfern für deutlich bedenklicher!

Ein Abgesang auf den Fussball war dieses Relegationsspiel

Und ich glaube es wird ohne Fans und auf neutralem Platz
eine Wiederholung geben. Ich gehe eh davon aus, dass die
Hertha nur mit grosser Überredung und der Bedrohung sonst
eskaliert hier im Stadion noch mehr, wieder auf den Platz
zurückkehrte.
Bin BVB und kein Hertha Fan, aber was sich dort abspielte, ist eine deutliche Wettbewerbsverzerrung, da kann man nur
Einspruch erheben und dies wäre auch für die Erziehung
der Düsseldorfer Fans besonder gut: wer einfach auf den
Platz rennt, wird bestraft und zwar kollektiv.
Hoffe, der DVB sieht das genauso!

Herdentrieb vs. gezielte Ausschreitung

Nur mal zum Vergleich:
Jubelnde Fans (ja zu früh) stürmen den Rasen
http://www.youtube.com/wa...

Wütende "Fans" stürmen den Rasen
http://www.youtube.com/wa...

Scholl hat es sehr gut erklärt. Einer rennt los, dann der 2. und es entsteht eine Gruppendynamik, weil alle denken das Spiel ist vorbei. Niemand wurde verprügelt, oder ähnliches. Die Leute schwenkten Fahnen, lagen sich in den Armen nur eben eine Minute zu früh. Also sollte man da entsprechend besonnene Strafen aussprechen.
Ein anderes Problem ist das, der richtigen Hooligans, welches ja nicht neu und insgesamt nicht ganz so leicht zu lösen ist. Es gab in der letzten Saison eine ganze Reihe von Ausschreitungen (und Pyro zünden, auch wenn es gefährlich werden kann, zählt da nicht dazu). Dies ging soweit, dass Fanbusse überfallen und sogar einem Spieler die Nase gebrochen haben. Die Hemmschwellen sinken da immer weiter auf ein Niveau, welches bereits als überwunden galt.
Aber in diesem Fall kann man nicht von Ausschreitungen sprechen, auch wenn es eine richtig dumme Aktion war.

@alliance Warum soll ein ganzer Verein bestraft werden, der den sportlichen Aufstieg geschafft hat. Genauso sinnlos sind Geisterspiele. Weil einem "Fan" die Sicherungen durchbrennen, werden 40.000 andere bestraft? Durch solche Strafen geben wir den Fußball den Hooligans preis, zumal sie nichts bewirken. Da muss man andere nachhaltigere Lösungen finden.

Spiel muss wiederholt werden

Zu meinem Vorschreiber:

Die Fortuna hat nicht "sportlich" den Aufstieg geschafft.
Davon hätte man reden können, hätte sie 3:1 geführt und es hätte lediglich eine Ergebniskorrektur stattfinden können.

Dem war nicht so. Ein drittes Tor der Berliner hätte die Sache umgedreht. Und wie wir wissen kann man unter regulären Bedingungn in zwei Minuten locker ein Tor machen. So wie Fortuna es auch am Anfang in 30 Sekunden schaffte.

So richtig es war im Sinne der Sicherheit der Zuschauer und überhaupt in der ganzen Stadt, das Spiel zu Ende zu bringen, so richtig und verantwortungsbewusst es von den Berliner Verantwortlichen und Spielern war, noch einmal auf den Platz zu gehen, so skandallös ist es nun von der DFL so zu tun, als wäre es das gewesen.

So kann das nicht gehen.

Und von schlechten Verlierern zu reden zweimal nicht.

Das waren extrem schlechte Gewinner und wenn die DFL das durchgehen lässt ist es ein korrupter betrügberischer Laden.

In diesem Sinne aus Augsburg - es muss eine Wiederholung geben.

3240 +1 Minuten

Hertha hatte 3240 Minuten um den Klassenerhalt zu schaffen, aber die 1 Minute, die bringt es jetzt?
Es war nur noch 1 Minute, lediglich der Stadionsprecher sprach von 2 Minuten, vermutlich aus taktischen Gründen, zur Täuschung der Fans, damit wenigstens die 1 Minute regulär gespielt werden konnte.
Ich nehme stark an, das Stark die Spieler über die wahre Restspielzeit informiert hat.

Fußball ist steril genug

Wie kam es denn überhaupt zu den 7Minuten Nachspielzeit? Weil die Herthaner ihre Spieler mit Bengalos beworfen haben und dann regen sich einige jetzt über Fortuna auf? Unverständlich. Nochmal. Was ist passiert. 1.Minute vor Spielende, bei 7 Minuten Nachspielzeit rennen Fans im Freudentaumel auf den Rasen, haben niemanden bedroht oder geschlagen, sondern einfach ihren Emotionen freien Lauf gelassen, gesungen und sich in den Armen gelegen und das wollt ihr mit Punktabzug etc. bestrafen?
Hertha hat den Abstieg sportlich sowas von verdient. Im übrigen im Laufe der Saison stürmten Herthaanhäünger mit Latten und Stöcken das Spielfeld und garantiert nicht um zu feiern. Also einfach mal bitte die Relation beachten.
Klar ist es blöd gewesen und die Minute hätte man warten müssen, aber wir reden hier vom Aufstieg eines Traditionsvereins, bei dem Fans einfach nur gefeiert haben. Muss man da gleich so ein Drama daraus machen?
Fußball ist doch schon steril genug (Gelb für Trikotausziehen, Jubel auf dem Zaun, höhere zweistellige Millionenbeträge für Transfers, Retortenclubs etc.) also bestraft nicht auch noch positive Emotionen und werft nicht alles in einen Topf

@140 "steril"

"Hertha hat den Abstieg sportlich sowas von verdient."
"...aber wir reden hier vom Aufstieg eines Traditionsvereins, bei dem Fans einfach nur gefeiert haben."

Gespielt wird auf dem Rasen und zwar bis zum Spielende. Nur weil Sie meinen, eine Mannschaft habe inzwischen genug gespielt für den Aufstieg, können Sie das Spiel nicht zum Feiern abbrechen. Torchancen gibt es statistisch und effektiv bis zur letzten Sekunde.
Wegen Zuschauern und Hooligans, die vor allem sich selbst feiern, bleibt jetzt an Fortuna Düsseldorf ein Makel haften bzw. wird es wahrscheinlich noch von juristischer Klärung abhängen, wer aufsteigt.

Und dass Fussballspielen ohne Randale "steril" sei, müssen Sie schon begründen.
Wer für Feier und Randale ein Fussballspiel auseinander nehmen muss, sollte außen vor bleiben bzw. gehalten werden.

Richtigstellung

Es waren keine Randale. Randale gehören verboten und die Randalierer schwer bestraft, aber das gestern waren eben keine. Die Leute haben einfach gefeiert und hier wird zum Teil von "mögliches Blutbad" gesprochen.
Gespielt wird also bis zum Schluss? Warum musste denn das Spiel unterbrochen werden? Kausalität. Da sollten sich die Spieler bei ihrem eigenen Anhang bedanken.
Und ja, Fußball wird steriler, weil emotionsfreier. Wenn ein Spieler jemanden umgrätscht und dafür nichts bekommt, jedoch ein Spieler nach einem wichtigen Tor sich das Trikot vom Leib reißt Gelb bekommt, dann ist das steril.
Genauso wie die Herthaner, oder Kölner Spieler. Wenn man absteigt, darf man ruhig auch mal weinen. Stattdessen hört man glattgebügelte Interviews von Vorzeigeschwiegersöhnen, wie unserem bayrischen Hobbyautor.
Fußball muss etwas lebendiges sein, auch mit Grenzen (Randale, Gewalt, Rassismus, Homophobie etc.) aber bitte schreibt hier nicht die Emotionen nieder von Fans, die sich in den Armen gelegen haben vor Freude. Sie haben Mist gebaut, der Verein wird dafür ne Strafe zahlen und damit ist es auch gut.

zum Fussballfansein

gehört für mich eher, das man fachlich einiges drauf hat. und tut mir leid, Fans die vor Spielende auf´s Spielfeld laufen haben weder fachliches Wissen noch ein Interesse am Spiel, wenn´s nur noch darum geht seinen Emotionen freien Lauf zu lassen ist man bei Fussball nicht wirklich am richtigen Ort. Emotionen kann man auch ein wenig cooler freien Lauf lassen. Aber es ist ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. In der Bundesliga herrscht sehr viel Druck. Die Spiele sind meist sehr verkrampft, unlocker oft. Der Erfolg ist erstmal wichtig, ...danach kommt lange nichts...dann kommt der Fussball.

99% richtige Fans vs. dem Rest

Wir reden hier von einem Bruchteil von Idioten (damit sind Randalierer und Gewaltbereite gemeint), die nicht mal 1% der Fans ausmachen, auch wenn man meinen könnte, wenn man hier viele Kommentare liest, dass jeder 2. gewaltbereit ist. Warum schreiben Sie nicht über die 99% Fans mit genialen Choreografien, Gesängen (wer im Westfalenstadion schonmal You´ll never walk alone gehört hat, mit 80.000 weiß was ich meine), die mit ihren Clubs leiden, sich freuen, absteigen und aufsteigen etc.
Ja, es war eine richtig blöde Aktion und muss eine Geldstrafe nach sich ziehen, aber bei weiten nicht das, für das Sie es hier verkaufen wollen. Haben Sie den Meisterkorso der Dortmunder gesehen? Auch da gab es Bengalos, welche sogar die Spieler gehalten haben.
Normal erlebt man als Fan eben nicht jede Woche einen Aufstieg, oder gar eine Meisterschaft und solange alles friedlich ist, solange sich die Menschen in den Armen liegen, solange sollten wir es nicht überdramatisieren und als Gesellschaftskrise hinstellen.

Von einem gesellschaftlichen Problem

hat @flo24734 geschrieben, nicht von einer Krise.

Probleme haben es allerdings so an sich, dass Sie ein Krise einleiten können. Soweit geht hier niemand - aber Sie können wohl kaum an der Tatsache vorbei gehen, dass hier durch Verantwortungslosigkeit und reiner Geldgier alle Risiken in Kauf genommen werden.

Lesen Sie bitte @runners sehr konkreten Kommentar 174 - kann ich voll unterstreichen.