ZEIT ONLINE: Herr Mertesacker, Jürgen Kohler, einer Ihrer Vorgänger, hat in Italien besser Fußball spielen gelernt, heißt es immer. Gilt das auch für Sie in England ?

Per Mertesacker: Ja, der Wechsel hat mir gut getan.

ZEIT ONLINE: Wie genau?

Mertesacker: Als ich neu in London war, musste ich mich erstmal umstellen. Wir haben extrem viel Kurzpassspiel trainiert. Nach drei Wochen hatte ich mich darin deutlich verbessert, das ist mir inzwischen in Fleisch und Blut übergegangen.

ZEIT ONLINE: Schade, dass das die deutschen Zuschauer bei dieser EM nicht sehen können, zumindest noch nicht. Was ist passiert, dass Sie auf der Bank sitzen?

Mertesacker: Tja … das ist der Lauf der Zeit. Ein Auf und Ab ist normal im Sport, normal im Fußball. Ich hatte viel Glück in meiner Karriere, jetzt hab ich halt mal keins.

ZEIT ONLINE: Ist es nur Pech? Würden Sie also spielen, wenn Sie nicht so lange verletzt gewesen wären?

Mertesacker: Ich weiß nicht, das ist eine hypothetische Frage, die ich mir zwar stelle, aber nicht beantworten kann.

ZEIT ONLINE: Hat der Trainer Ihnen seine Entscheidung angemessen beigebracht?

Mertesacker: Das Wie ist gar nicht so entscheidend. Er hat es kurz und knapp gemacht. Ich habe ihm angemerkt, dass ihm das sehr schwerfällt. Ich muss und werde die Entscheidung akzeptieren.

ZEIT ONLINE: Sie sind, wie Joachim Löw , seit dem Umbruch der Nationalmannschaft im Jahr 2004 dabei, haben sich Verdienste bei deren Aufschwung erworben. Sind Sie jetzt sehr enttäuscht von seiner Entscheidung?

Mertesacker: Ja, ich bin enttäuscht. Aber ich mache keinen Ärger, damit muss ich als Profi umgehen können.