Fußball-EM: Die EM? Langweilig!
Die guten Spiele kann man an einer Hand abzählen, es gibt keine Überraschungen und noch weniger gute Geschichten. Die EM 2012 ist eine Enttäuschung.
© Filippo Monteforte/AFP/GettyImages

Macht das Beste draus: ein französischer Fan während der EM 2012
Jetzt mal ehrlich. 28 der 31 EM-Spiele sind rum. Sind Sie nicht auch das ein oder andere Mal weggenickt? Viel los war ja nicht. In China soll ein junger Mann vor Erschöpfung gestorben sein, weil er elf Nächte lang EM schaute und tagsüber arbeiten ging. Bei aller Tragik, das verwundert doch etwas. Ein Ableben vor Langeweile wäre wahrscheinlicher gewesen.
In den verbleibenden drei Spielen muss schon viel passieren, damit wir unsere Enkel später einmal mit den Höhepunkten der EM 2012 hinter dem Solarzellenofen vorlocken können. Bis jetzt ist das größte Fußballturnier des Kontinents eine Enttäuschung. So wenig Spektakel war selten.
Schuld daran ist vor allem der FC Chelsea. Die Londoner vernagelten in der Champions League ihr Tor mit allem, was sie hatten, um den Sturmläufen des FC Barcelona und des FC Bayern standzuhalten. Am Ende nahmen sie den Pokal mit nach Hause und wurden zum Vorbild für viele Mannschaften, die sich nicht zutrauen, spielerisch mitzuhalten.
Nicht einmal flotte Konter
So schwebt über dieser EM der große Defensivgedanke. Bis auf die zwei großen Turnierfavoriten, die Spanier und die Deutschen, konzentrierten sich die Mannschaften vor allem aufs Abwehren und Abwarten. Weil das im Zweifel noch immer am einfachsten funktioniert. Die Griechen, die Dänen, die Iren sowieso, oft auch die Portugiesen und sogar die Franzosen und Engländer verteidigten dabei auf eine neue Art. In Fußballtaktikexpertengremien wird vom passiven Abwehrpressing gesprochen, was nichts weiter bedeutet, als einfach mal nichts zu machen.
Der Gegner wird beobachtet, aber nicht attackiert, nicht einmal in der eigenen Hälfte. Die Abwehr- und Mittelfeldreihen schieben hierhin und dahin, warten ab und lauern schmarotzerhaft auf Fehler des Gegners. Wie der FC Chelsea eben. Nur ist das Ganze so spannend, wie Fish and Chips beim Kaltwerden zuzusehen.
Dabei ist gegen eine leidenschaftliche Defensive ja nichts zu sagen, wenn dann wenigstens flott gekontert wird. Aber auch das fällt bei diesem Turnier aus. Plumpst den verteidigenden Mannschaften einmal der Ball vor die Füße, geht mitnichten die Post ab, wie man es von der deutschen Nationalelf oder in der Bundesliga in extremer Form von Borussia Dortmund kennt. Die meisten Mannschaften lassen es ruhig angehen. Bloß keinen riskanten Pass, man könnte ja selbst ausgekontert werden. So dominiert die Angst, Fehler zu machen, nicht der Mut, etwas zu kreieren. Viele Teams scheinen gar nicht mehr zu wissen, was sie mit dem runden Ding anstellen sollen, das einmal ihr Spielgerät war.






Vielen Dank, dieser Artikel bewahrt mich vor dem Arztbesuch.
Ich dachte schon, meine Schlafattacken wären pathologischer Natur :)
Zudem gibt es ja eine Tradition: die besten Spiele sind die Halbfinals. Das kann einem natürlich dieses Jahr echt Angst machen.
Aber mit etwas Glück kochen heute die Emotionen beim Spiel Spanien vs. Portugal hoch - da gibt es ja noch "internen" Klärungsbedarf bei Real Madrid...
... und deswegen ist auch die Spielweise jetzt anders.
Man moechte jetzt berechenbarer sein.
Natuerlich ist das risikoscheuer und langweiliger, aber das macht (den Zuschauern und Fernsehsendern und Werbepartnern) ja nichts aus, denn die Gelegenheit zur Selbstinszenierung im Zuschauer- und Public Viewing Bereich ist ohnehin wichtiger als das Spiel.
Herr Spiller, wie recht Sie haben. Endlich. Diese EM ist langweilig, dröge und ohne Highlights. Spanien vs Italien, das einzige Spiel, welches wirkliche EM-Qualität hatte. Der Rest war Koma-Fußball. Ich...ahhh...ich...sry, ich habe mir gerade die Tropfnadel raus gerissen. "Schwester...?" Ich werde mich jetzt wieder ZzZzz, was ich sagen wollte...ZzZzzzz
cheerZzZzzzz
LLOLhaLolohalooohaa
LLOLhaLolohalooohaa
... alles besser. Was für ältere Mitbürger sowieso für fast alles fast immer stimmt. Tragisch nur, wenn das schon jungen Leuten wie Herrn Spiller so geht.
Aber das ist nicht mein Problem ... ich werde heute und morgen mit Kumpels in der Kneipe sitzen und mich (wie schon seit ein paar Wochen) an König Fussball erfreuen.
Als wir vor ein paar Jahren nach Deutschland kamen, war uns übrigens schnell klar, was der Deutschen Lieblingswort ist - und wir amüsieren uns heute noch regelmäßig darüber:
"ENTTÄUSCHUNG" :-)
Enttäuschung stellt sich ein, wenn Ansprüche nicht erfüllt werden.
Und - entschuldigen Sie bitte - Sie müssen schon noch akzeptieren, dass es Menschen mit Ansprüchen gibt.
...die letzten 8 Jahre ausgenommen dieser EM sind, dann ja, früher war alles besser.
Ich bin 'Biodeutscher', lebe nunmehr seit 53 Jahren hier und wußte bisher nicht, welches 'unser Lieblingswort' ist.
Eigentlich enttäuschend, daß mich darüber erst ein Zugereister aufklären muß...
;->
meckern. Das sieht man gerade zur Zeit wieder "Spanier spielen langweilig", "EM ist langweilig" usw. Ich habe mich amüsiert und freue mich sehr über deutschen Fussball, für den ich mich nicht schämen muss, egal wie weit wir kommen...
Enttäuschung stellt sich ein, wenn Ansprüche nicht erfüllt werden.
Und - entschuldigen Sie bitte - Sie müssen schon noch akzeptieren, dass es Menschen mit Ansprüchen gibt.
...die letzten 8 Jahre ausgenommen dieser EM sind, dann ja, früher war alles besser.
Ich bin 'Biodeutscher', lebe nunmehr seit 53 Jahren hier und wußte bisher nicht, welches 'unser Lieblingswort' ist.
Eigentlich enttäuschend, daß mich darüber erst ein Zugereister aufklären muß...
;->
meckern. Das sieht man gerade zur Zeit wieder "Spanier spielen langweilig", "EM ist langweilig" usw. Ich habe mich amüsiert und freue mich sehr über deutschen Fussball, für den ich mich nicht schämen muss, egal wie weit wir kommen...
Habe die meisten Spiele gesehen und fande eigentlich keins der Spiele langweilig.
Im gegenteil bei dieser EM ist das Niveau recht ausgeglichen, da bis auf Irland kein krasser Aussenseiter dabei war und das macht das ganze noch interessanter.
Finde schade, dass die EM am Sonntag dann schon wieder vorbei ist.
Also für alle, die Fußball nicht nur auf ein paar tolle Angriffsaktionen reduzieren war diese EM sicher eine tolle Unterhaltung.
ich gebe dem Zeit-Autoren schon recht.
Aber das Ganze hat natürlich auch ein gutes: Man kann zwischendrin einfach mal in die Küche gehen und sich ein Abendessen brutzeln, ohne was verpasst zu haben.
ich gebe dem Zeit-Autoren schon recht.
Aber das Ganze hat natürlich auch ein gutes: Man kann zwischendrin einfach mal in die Küche gehen und sich ein Abendessen brutzeln, ohne was verpasst zu haben.
aber irgendwie muss man auch Verständnis für die Mannschaften haben.
Keines der Teams spielt nur damit dem Volk ne Show geboten wird... wer sowas will kann Wrestling schauen.
Hier gehts um einen Titel!
Und der verdient sich nicht durch waghalsige Aktionen die bei den Endspielen ganz schnell die Heimfahrt bedeuten können.
Ich persönlich würd schon gern mal die deutsche Elf auf Platz 1 sehen... auch ohne supertolle Showeinlagen. ;-)
ich möchte guten Fußball sehen; was hab ich von 'nem deutschen Titel? Wenn der mit gutem Fußball einhergeht, nun, meinetwegen, aber sonst?
Wie der Autor schon sagte: wenn man sich als Zuschauer selbst inszeniert, ist die Qualität des Fußballspiels ziemlich egal. Wenn man nur einen Grund für den Autokorso braucht, reicht das Ergebnis - auch wenn es nach einem gähnend langweiligen Spiel durch ein Tor in der Verlängerung entstanden sein sollte.
Und viele Spiele werden ja heutzutage erst beim Elfmeterschießen spannend. Da könnte man ja eigentlich gleich auf die vorherigen 120 Minuten verzichten.
Wem es nur um Titel geht, kann ja Fernschach-Partien verfolgen.
Fußball ist Event, Dramatik, Power - oder sollte es zumindest sein.
Wenn das nicht mehr gegeben ist, hat Fußball für mich seine Daseinsberechtigung verloren.
Übrigens habe ich den Eindruck, dass bei langweiligen Partien viele Fans im Stadion Schwierigkeiten haben, sich bei Laune zu halten, den Schlafreiz (oder die Depression) nicht übermächtig werden zu lassen. Ihnen wäre sicherlich geholfen, wenn es mehr Dampf im Spiel gibt.
ich möchte guten Fußball sehen; was hab ich von 'nem deutschen Titel? Wenn der mit gutem Fußball einhergeht, nun, meinetwegen, aber sonst?
Wie der Autor schon sagte: wenn man sich als Zuschauer selbst inszeniert, ist die Qualität des Fußballspiels ziemlich egal. Wenn man nur einen Grund für den Autokorso braucht, reicht das Ergebnis - auch wenn es nach einem gähnend langweiligen Spiel durch ein Tor in der Verlängerung entstanden sein sollte.
Und viele Spiele werden ja heutzutage erst beim Elfmeterschießen spannend. Da könnte man ja eigentlich gleich auf die vorherigen 120 Minuten verzichten.
Wem es nur um Titel geht, kann ja Fernschach-Partien verfolgen.
Fußball ist Event, Dramatik, Power - oder sollte es zumindest sein.
Wenn das nicht mehr gegeben ist, hat Fußball für mich seine Daseinsberechtigung verloren.
Übrigens habe ich den Eindruck, dass bei langweiligen Partien viele Fans im Stadion Schwierigkeiten haben, sich bei Laune zu halten, den Schlafreiz (oder die Depression) nicht übermächtig werden zu lassen. Ihnen wäre sicherlich geholfen, wenn es mehr Dampf im Spiel gibt.
Hochklassiger, professioneller Fußball ist eben nicht so spektakulär und "packend" wie ein von strategischen Vorgaben befreiter Kick, in dem es "den Platz rauf und runter" geht. Ich persönlich konnte, verwöhnt von einigen CL-Spielen der Bayern und den Bundesligaspielen des BVB, den Kampf der Iren gegen ihre eigenen technischen Defizite nur noch schwer ertragen. Schade ist, dass die Spanier ihr Tiki-Taka offenbar inzwischen in einen Catenaccio (nur mit Ballbesitz und in der gegnerischen Hälfte) verwandelt haben. Man hat den Eindruck, sie haben Angst vor dem Torerfolg, weil sie damit dem Gegner den Ball überlassen müssten. Aber mit Italien und Kroatien haben zwei Teams interessante Konzepte dagegen entwickelt. Dänemark und Griechenland haben durchaus auf Konter gesetzt. Neben Deutschland haben auch Portugal sowie Russland phasenweise sehr offensiv agiert - und im Viertelfinale sogar Italien (!!!). Das Spiel England-Schweden wurde zweimal, das Spiel Ukraine-Schweden einmal, das Spiel Portugal-Dänemark fast gedreht. Und die verblüffend einfach aussehenden Pässe, mit denen Spanier, Italiener, Russen und Deutsche (z.B. zweimal Schweinsteiger auf Gomez gegen Holland) Abwehrbollwerke zerlegt haben, waren alles andere als einschläfernd.
ich möchte guten Fußball sehen; was hab ich von 'nem deutschen Titel? Wenn der mit gutem Fußball einhergeht, nun, meinetwegen, aber sonst?
Wie der Autor schon sagte: wenn man sich als Zuschauer selbst inszeniert, ist die Qualität des Fußballspiels ziemlich egal. Wenn man nur einen Grund für den Autokorso braucht, reicht das Ergebnis - auch wenn es nach einem gähnend langweiligen Spiel durch ein Tor in der Verlängerung entstanden sein sollte.
Und viele Spiele werden ja heutzutage erst beim Elfmeterschießen spannend. Da könnte man ja eigentlich gleich auf die vorherigen 120 Minuten verzichten.
und weil sie schönen Fußball sehen wollen müssen die Nationalspieler jetzt ne Show bieten?
Ich wär auch dafür dass es nur noch Schönlinge wie Ronaldo(für das Publikum) auf dem Platz gibt... weg mir Rooney!
Sorry aber im Fußball gehts eben nicht nur ums "gut aussehen" sondern auch darum zu Gewinnen... und wenn das mit langatmigem Defensivfußball funktionieren kann, dann macht man das halt.
und weil sie schönen Fußball sehen wollen müssen die Nationalspieler jetzt ne Show bieten?
Ich wär auch dafür dass es nur noch Schönlinge wie Ronaldo(für das Publikum) auf dem Platz gibt... weg mir Rooney!
Sorry aber im Fußball gehts eben nicht nur ums "gut aussehen" sondern auch darum zu Gewinnen... und wenn das mit langatmigem Defensivfußball funktionieren kann, dann macht man das halt.
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