Fußball-EMItalien nach Elfmeterschießen im Halbfinale

Die Deutschen haben ihren Gegner: Italien setzte sich im Elfmeterschießen gegen die Engländer durch. Nun gibt es eine Neuauflage des WM-Halbfinals 2006. von dpa

Wie 2006. Deutschland wird im EM-Halbfinale auf Italien treffen. Der viermalige Weltmeister gewann sein Viertelfinale gegen England nach dem ersten Elfmeterschießen des Turniers verdient mit 4:2 und ist damit am kommenden Donnerstag die letzte, aber sehr unangenehme Hürde der Mannschaft von Joachim Löw auf dem Weg ins Finale. Alessandro Diamanti verwandelte den entscheidenden Strafstoß. Zuvor hatte Andrea Pirlo seinen Elfmeter ins Tor gelupft.

England ging personell unverändert in das Duell. Cesare Prandelli stellte auf drei Positionen um. Balotelli kam wieder für Antonio Di Natale ins Team, Leonardo Bonucci ersetzte Giorgio Chiellini und Riccardo Montolivo begann für Thiago Motta.

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Nach dem Torklau von Donezk schlugen sich die ukrainischen Fans im Stadion auf die Seite Italiens. Der viermalige Weltmeister, der das Spiel komplett dominieren sollte, setzte gleich das erste Ausrufezeichen: Daniele De Rossi (3.) knallte einen Volleyschuss an den Pfosten des englischen Tors.

Kurz darauf eine Chance für die Engländer: Angetrieben von mehreren Tausend englischen Anhängern – bei höchstens 500 italienischen Italien-Unterstützern – stocherte Glen Johnson (5.) den Ball aus wenigen Metern in die Arme des starken Gianluigi Buffon .

Es entwickelte sich ein gutes Spiel. Die Teams marschierten munter und wuchtig auf die Deckung des Gegners zu, obwohl zahlreiche Akteure mit Gelb vorbelastet waren. Nach einer starken Phase der Engländer kam Italien wieder besser ins Spiel.

Andrea Pirlo, Montolivo, De Rossi: Dem Übergewicht an ballsicheren Strategen im Mittelfeld konnten die taktisch unterlegenen Engländer wenig entgegensetzen. Danny Welbecks (32.) Schuss war zu wenig. Auf der Gegenseite versuchte es wieder mal Balotelli (43.) aus rund 25 Metern – sein Schuss strich nur knapp über das Tor.

Kurz nach dem Seitenwechsel traf De Rossi (48.) aus kurzer Distanz den Ball nicht richtig. Vier Minuten darauf konnten die nun klar überlegenen Italiener in Person von Balotelli und Montolivo den englischen Torwart Joe Hart ebenfalls nicht bezwingen.

Roy Hodgson reagierte auf die uninspirierte Darbietung seines Teams: Andy Carroll (60.) und Theo Walcott (61.) kamen in die Partie. Vor allem Carroll sorgte in der Offensive für frischen Wind – im Gegensatz zu Rooney, der meist unauffällig blieb. Auch Englands Kapitän Steven Gerrard fiel im Vergleich zum überragenden Pirlo merklich ab.

Bei den Italienern wurde vor allem in der Nachspielzeit die Müdigkeit spürbar. Die Engländer verteidigten nur noch, spekulierten wohl auf das Elfmeterschießen. Eine Flanke von Alessandro Diamanti (101.) touchierte den Pfosten. Antonio Nocerino (114.) traf aus Abseitsposition – ehe die Entscheidung zu später Stunde vom Punkt erfolgte.

Dort wurde zunächst Riccardo Montelivo, der auch einen deutschen Pass besitzt, zur tragischen Figur, als er seinen Elfer danebenschoss. Weil später aber Ashley Young nur die Latte traf und Buffon gegen Ashley Cole hielt, konnten die Italiener dennoch jubeln.

England: Hart - Johnson, Terry, Lescott, Cole - Gerrard, Parker (94. Henderson) - Milner (61. Walcott), Rooney, Young - Welbeck (60. Carroll)

Italien : Buffon - Abate (90.+1 Maggio), Barzagli, Bonucci, Balzaretti - Marchisio, Pirlo, De Rossi (80. Nocerino) - Montolivo - Balotelli, Cassano (78. Diamanti)

Schiedsrichter: Proença (Portugal)

Zuschauer: 64.340

Elfmeterschießen: 0:1 Balotelli, 1:1 Gerrard, Montolivo verschossen, 2:1 Rooney, 2:2 Pirlo, Young verschossen, 2:3 Nocerino, Cole gehalten, 2:4 Diamanti

Gelbe Karten: - / Barzagli, Maggio

Beste Spieler : Hart, Terry / Buffon, Pirlo

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Leserkommentare
  1. ...klar ist so ein Beitrag mit relativ heißer Nadel gestrickt, aber ein dermaßen lausiger Schreibstil und gespickt mit Rechtschreibfehlern, das muß doch wirklich nicht sein, liebe Leute.

    Dann lieber 10 Minuten später auf Sendung und dafür etwas weniger fehlerbehaftet.

    Wir sind hier schließlich bei der "Zeit" und nicht beim Posemuckeler Schülerblatt.

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    Die Vorgabe an den Redakteur war vermutlich, noch vor dem Zubettgehen einen Artikel abzugeben. Dass der dann nach Verlängerung und Elfmeterschießen - also quasi nach Überstunden - keine Lust mehr hatte, noch ausgiebig an irgendetwas Druckreifem für die Gratiskundschaft hier zu feilen, kann ich mehr als verstehen.

    ...vorher standen da Sätze wie "die DFB-Team" drin. Ich bin da sonst wenig kritisch, aber diesmal war es extremst schluderig.

    Aber sooo wichtig isses dann auch nicht....

    • TDU
    • 25. Juni 2012 0:04 Uhr

    Verdienter Sieg für Italien in einem unterhaltsamen und teiweise spannenden Spiel. England war in der Verlängerung platt und hat sicher nicht aufs Elfmeterschiessen spekuliert.

    Gegen Deutschland wird Italien anders spielen. Denn Deutschland kann besser kombinieren und zum Abschluss kommen als England.

    4 Leserempfehlungen
    • Lieps
    • 25. Juni 2012 0:10 Uhr
    3. Nun ja

    gegen diese Italiener hat auch Deutschland eine reelle Chqance.

    Lieps
    Preußischer Diplomat

    2 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    das sicher.

    Aber ich wusste gar nicht, dass man bei Ihnen in Preussen Chance mit q schreibt! :)

    Dennis
    Rheinlaender und loyaler Buerger Roms ;)

  2. ...hatte ich gehofft, die sprichwörtliche Elfmeter-Schwäche der Engländer könnte uns ins Finale bringen.

    Nach dem Spiel muss ich allerdings annehmen, dass es so weit gar nicht kommen dürfte.

    Auch der Squadra Azzurra sollte Jogis Elf deutlich überlegen sein. 120 Minuten haben sie es mit hohen Flanken auf Balutelli versucht. Der Junge mag zu Außerordentlichem fähig sein, aber mit einer konzentrierten Leistung von Hummels und Badstuber sollte der letztlich einzige gefährliche Stürmer gehalten werden können.

    Die Verteidigung unseres "Lieblingsgegners" vermochten die Briten jedoch kaum zu fordern. Man darf getrost davon ausgehen, dass Özil/Schweinsteiger für deutlich mehr Betrieb in der rot-weiß-grünen Abwehr sorgen, als die Engländer vermochten.

    Ich jedenfalls bin sehr zuversichtlich!

    Eine Leserempfehlung
  3. 5. Ja ja,

    das sicher.

    Aber ich wusste gar nicht, dass man bei Ihnen in Preussen Chance mit q schreibt! :)

    Dennis
    Rheinlaender und loyaler Buerger Roms ;)

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Nun ja"
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    Das Italien am Ende verdient gewonnen hat.

    ich hoffe, dass Jogi die Mannschaft so wie gegen Griechenland auflaufen lässt, und das Schweinsteigers Knöchel hält, und er sich nicht extra gegen besseres Wissen spieltauglich spritzen lässt.

    Dann brauchen wir uns wegen dieser Italiener - dank Hummels und Badstuber - keine Sorgen zu machen.

    Norbert
    Danzig im Herzen. Preußen war nie mein.

    --------------------------------------
    geschrieben auf einem Android Tablet

  4. ... es wird keine Schande gewesen sein, gegen diesen Gegner verloren zu haben.

    4 Leserempfehlungen
  5. Die Partie war durchaus interessant, teilweise spannend. Aber der Fußballstil war doch auf beiden Seiten - hmm, wie soll ich sagen? - "alteuropäisch". Untypisch für diesen Stil war nur der weitgehende Verzicht auf Foulspiel.

    Auch die überlegenen Italiener sprühten nicht gerade vor offensiver Kreativität. Weitschüsse und Versuche, Stoßstürmer Balotelli im Zentrum zu bedienen - viel mehr war eigentlich nicht. Dass sie in 120 Minuten keinen Treffer landen konnten, ist schon bezeichnend.

    Nach diesem Spiel dürfen wir umso stolzer auf die Offensive unserer Jungs sein. Ich meine natürlich die aus dem Viertelfinale! Und hoffe, Jogi kehrt am Donnerstag nicht zur Aufstellung der Vorrunde zurück. Denn mit der dürfte die Mannschaft gegen die italienische Verteidigung ungefähr so "glänzen" wie heute die Freunde aus England...

    3 Leserempfehlungen
  6. 8. Torlos

    Klar. Im Halbfinale wartet ja auch die Höchststrafe. :)

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Italien | Andrea Pirlo | Gianluigi Buffon | Steven Gerrard | Cesare Prandelli | England
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