Jérôme Boateng: Wir sind nicht mehr die Ghetto-Kids
Für seinen Bruder Kevin-Prince war es nie einfach, sagt Jérôme Boateng. Im Interview redet der Nationalspieler über seine Familie, Cristiano Ronaldo und Erfolgsdruck.
© Alex Livesey/Getty Images

Der Nationalspieler Jérôme Boateng
ZEIT ONLINE: Herr Boateng, sprechen Ihre Kollegen aus den anderen Vereinen Sie noch auf das verloren gegangene Champions-League-Finale an?
Boateng: Nein, darüber reden wir nicht. Das ist abgehakt.
ZEIT ONLINE: Ihr älterer Bruder George hat Ihnen beigebracht, die Angst vor wichtigen Spielen zu verlieren und den Spaß am Fußball zu spüren. Muss man sich den Spaß nach so einer Niederlage erst wieder erkämpfen?
Boateng: Ja. Mir ging es noch nie so schlecht wie in den zwei Tagen nach dem Spiel. Ich wollte nichts essen, nicht drüber sprechen, hatte auch zu nichts Lust. Immer und immer habe ich die entscheidenden Szenen des Spiels in Gedanken durchgespielt.
ZEIT ONLINE: Wie bekommt man da wieder einen klaren Kopf?
Boateng: Man muss versuchen, in den Alltag zurückzufinden. Das ist natürlich leichter gesagt als getan, nachdem ein solcher Traum zerplatzt ist. Jeder macht das auf seine Art. Ich war bei meiner Familie, meinen Zwillingstöchtern in Berlin. Ich liebe Fußball über alles, aber wenn ich sehe, wie meine Töchter rumlaufen, wie sie spielen, dann merke ich, dass mir meine Familie am wichtigsten ist.
ZEIT ONLINE: Ihr älterer Bruder George ruft Sie nach Spielen immer an, gibt Ihnen ein Feedback. Auch nach dem Finale?
Boateng: Er war im Stadion, wir haben uns nach dem Spiel gesehen. Er hat mir gesagt, dass ich gerade jetzt stark sein muss und mich nicht runterziehen lassen darf. Ich solle nicht die ganze Zeit an das Spiel denken, sondern aufstehen und weitermachen. Da hilft natürlich jetzt die EM, denn dort haben wir ein neues großes Ziel vor Augen.
ZEIT ONLINE: Haben Sie mit den anderen Bayern-Spielern noch mal zusammengesessen und geredet?
Boateng: Was sollst du da noch drüber reden? Du hast das Spiel verloren und weißt nicht, warum – genauso wie die Spieler von Chelsea nicht wissen, warum sie gewonnen haben. Aber so ist Fußball. Vor dem Bayern-Spiel gegen Holland hat aber der Trainer nochmal mit uns gesprochen.






Erstaunlich wie gesund das Hirn dieses Fussballer ist. Vielleicht sollten wir unseren Politikern Sport verordnen.
Ich denke, Michael Ballack ist da anderer Meinung.
bedeutend intelligenter, als wenn man die Interviews nach oder vor den Spielen im TV sieht.
Als hätte die Sportredaktion etwas nachgeholfen. ;)
mir ist jetzt zwar kein konkretes beispiel von J.Boateng interviews in erinnerung, aber grundsâtzlich würde ich ihnen raten:
rennen sie mal 90min unter druck. geben sie ihr bestes. sie müssen dabei von mir aus nicht mal einen ball kicken. und keine minute später geben sie ein interview. (was möglichst noch darauf abzielt warum sie in einer bestimmten situation nicht anders reagiert haben und ob das ganz nicht auch besser ginge.)
und dann setzen sie sich an einem freien tag lauschig ins sofa und beantworten ganz entspannt ein paar fragen...
mir ist jetzt zwar kein konkretes beispiel von J.Boateng interviews in erinnerung, aber grundsâtzlich würde ich ihnen raten:
rennen sie mal 90min unter druck. geben sie ihr bestes. sie müssen dabei von mir aus nicht mal einen ball kicken. und keine minute später geben sie ein interview. (was möglichst noch darauf abzielt warum sie in einer bestimmten situation nicht anders reagiert haben und ob das ganz nicht auch besser ginge.)
und dann setzen sie sich an einem freien tag lauschig ins sofa und beantworten ganz entspannt ein paar fragen...
"Und wer redet schon in zwei, drei Jahren davon, wer zweiter geworden ist? Keiner."
An dieses Vize-Triple wird man sich auch in vielen Jahren noch erinnern. :)
Stimmt! Heute spricht ja auch noch jedes Kind von Vizekusen, dem genau dieses Kunststück vor zehn Jahren gelang. Davon wird solange gesprochen werden, bis ein anderer Klub sie ablöst.
dass man sich von zweiten Plätzen nichts kaufen kann. Ich glaube nicht, dass er so blind ist zu meinen, dass in zwei, drei Jahren niemand mehr über die bitteren Finalniederlagen, besonders die im CL-Finale, reden wird.
Stimmt! Heute spricht ja auch noch jedes Kind von Vizekusen, dem genau dieses Kunststück vor zehn Jahren gelang. Davon wird solange gesprochen werden, bis ein anderer Klub sie ablöst.
dass man sich von zweiten Plätzen nichts kaufen kann. Ich glaube nicht, dass er so blind ist zu meinen, dass in zwei, drei Jahren niemand mehr über die bitteren Finalniederlagen, besonders die im CL-Finale, reden wird.
Stimmt! Heute spricht ja auch noch jedes Kind von Vizekusen, dem genau dieses Kunststück vor zehn Jahren gelang. Davon wird solange gesprochen werden, bis ein anderer Klub sie ablöst.
dass man sich von zweiten Plätzen nichts kaufen kann. Ich glaube nicht, dass er so blind ist zu meinen, dass in zwei, drei Jahren niemand mehr über die bitteren Finalniederlagen, besonders die im CL-Finale, reden wird.
"Es war eine gute Saison, wir sind fast Meister geworden"
Dortmund wurde mit acht Punkten Vorsprung Meister; München hatte in keinem der direkten Aufeinandertreffen den Hauch einer Chance. Wenn man dann davon spricht, die Bayern seien "fast Meister geworden", dann spricht das für einen Bayern-typischen partiellen Realitätsverlust. "Mia san mia"-Gehirnwäsche?
Bayern hat die Meisterschaft in den beiden direkten Duellen verloren. Die Saison des Teams war überragend und reicht im Normalfall für die Meisterschaft. Nur war Dortmund eben überragender. Und damit hat der BVB letztendlich beide Titel auch absolut verdient.
Wenn Sie davon sprechen, dass Bayern nicht den Hauch einer Chance in der Spielen hatte, dann bezeugen Sie damit lediglich, dass Sie die Spiele nicht gesehen haben. Beide Spiele in der Liga waren mehr als ausgeglichen. Lediglich das Pokalfinale ging deutlich an den BVB. Über die Gründe wurde genug spekuliert...
Schade, dass es immer wieder Personen gibt, die mehr Hass gegen den FC Bayern haben, als Fussballsachverstand.
Bayern hat die Meisterschaft in den beiden direkten Duellen verloren. Die Saison des Teams war überragend und reicht im Normalfall für die Meisterschaft. Nur war Dortmund eben überragender. Und damit hat der BVB letztendlich beide Titel auch absolut verdient.
Wenn Sie davon sprechen, dass Bayern nicht den Hauch einer Chance in der Spielen hatte, dann bezeugen Sie damit lediglich, dass Sie die Spiele nicht gesehen haben. Beide Spiele in der Liga waren mehr als ausgeglichen. Lediglich das Pokalfinale ging deutlich an den BVB. Über die Gründe wurde genug spekuliert...
Schade, dass es immer wieder Personen gibt, die mehr Hass gegen den FC Bayern haben, als Fussballsachverstand.
Das Spiel gegen Real Madrid nicht gesehen? Wenn das mal keine ebenbürtige bis überlegene Mannschaft mit Siegeswillen war, dann gibt es wohl nur noch Barca...
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