Mesut Özil"Wenn wir auf Spanien treffen, glauben wir an unsere Stärken"

Mesut Özil, deutscher Star von Real Madrid, spricht im Tagesspiegel über Fußball im Affenkäfig, den unvergleichlichen Zidane und den "sehr schweren Weg" zum EM-Titel.

Nationalspieler Mesut Özil

Nationalspieler Mesut Özil

Frage: Herr Özil, reden wir übers Wetter. Macht es für Ihr Spiel eigentlich einen Unterschied, ob es regnet oder die Sonne scheint?

Özil: Nein, das hat keine Auswirkungen. Ich genieße es natürlich, wenn die Sonne scheint und das Wetter perfekt ist. Aber Regen macht mir auch nichts aus. Ich bin jetzt schon seit Jahren in diesem Geschäft, spiele Fußball, seitdem ich sechs bin. Regen, Sonne, Schnee – als Kind bin ich bei jedem Wetter kicken gegangen, nach der Schule immer sofort auf den Bolzplatz.

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Frage:Sie haben das Spiel in einem sogenannten Affenkäfig in Ihrer Heimatstadt Gelsenkirchen gelernt. Wie muss man sich das vorstellen?

Özil: Der Platz ist komplett umzäunt, dadurch ist der Ball nie im Aus, es geht immer weiter. Wir haben oft fünf gegen fünf gespielt oder sechs gegen sechs. Und ich war meistens der Kleinste. Wir haben auch oft mit dem Ball gezockt.

Frage:Gezockt?

Özil: Zinédine Zidane war damals mein großes Idol. Die Tricks, die wir von ihm im Fernsehen gesehen haben, haben wir auf dem Bolzplatz versucht nachzumachen. Überraschenderweise hat das bei mir immer sehr leicht geklappt. Bei den anderen hat es ein bisschen länger gedauert.

Frage:Was haben Sie an Zidane bewundert?

Özil: Für mich war das ein kompletter Spieler, beidfüßig, technisch begabt, kopfball- und abschlussstark.

Frage:Damals haben viele von Zidanes Kunststücken geschwärmt, von seinen Hackentricks, seinen Übersteigern. Sami Khedira, Ihr Kollege von Real Madrid, hat hingegen einmal erzählt: „Sein Spiel wurde für mich durch seine Einfachheit schön.“

Özil: Als Kind achtest du da doch gar nicht richtig drauf, außer Sami vielleicht (lacht). Du siehst natürlich, dass Zidane ein super Spieler ist, weil er großartige Tricks auf Lager hat. Von taktischen Dingen hatte ich damals keine Ahnung. Als Profi erkenne ich natürlich, dass Zidane nicht nur unglaubliche Kunststücke beherrscht hat, sondern auch für die Mannschaft enorm wertvoll war, weil er viel gearbeitet hat.

Frage:Sie sind in Spanien schon als der neue Zidane gefeiert worden, tragen bei Real sogar seine frühere Rückennummer, die 10.

Özil: Ich würde mich nie mit ihm vergleichen, auch wenn ich mittlerweile selbst auf höchstem Niveau spiele. Natürlich bin ich sehr stolz darauf, bei so einem großen Klub wie Real Madrid unter Vertrag zu stehen. Das ehrt mich. Aber Zidane ist noch mal eine andere Hausnummer. Er war ein Spieler mit weltweitem Erfolg, der fehlt mir noch. Ich muss mich erst beweisen.

Frage:Das können Sie ja bei der EM. Warum packt Deutschland die Spanier diesmal?

Özil: Alle reden immer nur von den Spaniern. Natürlich sind sie Favorit, aber es gibt auch andere Nationen, die um den Titel mitspielen. Wenn wir im Finale auf Spanien treffen sollten, glauben wir einfach an unsere Stärken. Aber bis dahin ist es ein langer Weg, und es wird auf jeden Fall sehr schwer werden.

Leserkommentare
    • Voce
    • 03.06.2012 um 20:16 Uhr

    man ohnehin schon vorher wusste: Die Stärken von Özil liegen eindeutig auf dem Platz.

    5 Leserempfehlungen
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    Ein Kommentar, der den Sinn und Gehalt des gesamten Interviews in Frage stellt, bekommt eine Redaktions-Empfehlung? Nichts gegen Meinungsvielfalt innerhalb von Redaktionen - bzw. über kooperierende Redaktionen hinweg, ist ja aus dem Tagesspiegel -, aber das wirkt schon ein bißchen merkwürdig.

    • Supi
    • 04.06.2012 um 12:09 Uhr

    Was gibt es an dem Interview rumzunörgeln? Die Antworten sind astrein, fachlich zutreffend.
    Hätte er noch die Relativitätstheorie oder die Schuldenkrise erläutern sollen, oder was?

    Ein Kommentar, der den Sinn und Gehalt des gesamten Interviews in Frage stellt, bekommt eine Redaktions-Empfehlung? Nichts gegen Meinungsvielfalt innerhalb von Redaktionen - bzw. über kooperierende Redaktionen hinweg, ist ja aus dem Tagesspiegel -, aber das wirkt schon ein bißchen merkwürdig.

    • Supi
    • 04.06.2012 um 12:09 Uhr

    Was gibt es an dem Interview rumzunörgeln? Die Antworten sind astrein, fachlich zutreffend.
    Hätte er noch die Relativitätstheorie oder die Schuldenkrise erläutern sollen, oder was?

  1. Mesut Özil ist einfach ein geniales Naturtalent!
    Ich freue mich schon auf seine Geniestreiche am Ball! Das wird ein Fussballfest diese EM! Danke der National-Elf jetzt schon dafür! :)

    2 Leserempfehlungen
  2. Sofern ich weiß, hatte er immer die Nummer 5 bei Real... Sollte man vielleicht doch wissen, dann wirken unnnötige Nebensätze vielleicht nicht auch noch peinlich.

    Schwach...

    4 Leserempfehlungen
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    in Madrid war es die Nummer 5, in der franz. NM war es die Nummer 10.

    in Madrid war es die Nummer 5, in der franz. NM war es die Nummer 10.

  3. an spanien kann man denken, wenn man die gruppe geschafft hat... nach den freundschaftsspielen... bzw. dem endruck den diese hinterlassen haben, wird das schwer genug.

  4. er spielt intelligent, mannschaftsdienlich, auch wenn das oft unauffällig ist- da ist dann eher der Kommentator ein Problem, er redet dann von " Verstecken" dabei lauert Özil
    sehr wach um den optimalen Pass und das kann er wie kaum ein anderer.
    Langsam beginnt die Vorfreude auf die EM und meine grosse
    Sorge bleibt die Defensive.... also ich würde nicht an
    Hummels vorbeischauen, er ist besser, als der eine oder
    andere...
    Mal sehen, die EM ist ja gegen Portugal nicht zu Ende,
    aber Boateng und Mertesacker sind für mich bisher die
    Wackelkandidaten in der Abwehr.
    Und ich hoffe, dass genau die Beiden mich am Samstag
    überzeugen können.
    Auf geht´s EM ist doch einfach klasse!!!!!

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    Wen Herr Löw auflaufen lässt, Hummels oder Mertesacker. Wobei ich ganz klar Hummels den Vorzug geben würde, weil er eine tolle Saison gespielt hat und weil Herr Mertesacker doch sehr lange verletzt war und ihm Spielpraxis fehlt. Das er sich die ausgerechnet in dieser Hammergruppe ohne seine hinlänglich bekannten Aussetzer holt, wage ich sehr zu bezweifeln. Aber Herr Löw wird es richten, er ist viel näher dran und will auch "nur" gewinnen. Auf gehts. Ich freue mich schon sehr auf die Spiele, die wir zusammen mit Kumpels sehen werden. Da ist immer was los und viel Freude dabei.

    Wen Herr Löw auflaufen lässt, Hummels oder Mertesacker. Wobei ich ganz klar Hummels den Vorzug geben würde, weil er eine tolle Saison gespielt hat und weil Herr Mertesacker doch sehr lange verletzt war und ihm Spielpraxis fehlt. Das er sich die ausgerechnet in dieser Hammergruppe ohne seine hinlänglich bekannten Aussetzer holt, wage ich sehr zu bezweifeln. Aber Herr Löw wird es richten, er ist viel näher dran und will auch "nur" gewinnen. Auf gehts. Ich freue mich schon sehr auf die Spiele, die wir zusammen mit Kumpels sehen werden. Da ist immer was los und viel Freude dabei.

  5. in Madrid war es die Nummer 5, in der franz. NM war es die Nummer 10.

  6. Wen Herr Löw auflaufen lässt, Hummels oder Mertesacker. Wobei ich ganz klar Hummels den Vorzug geben würde, weil er eine tolle Saison gespielt hat und weil Herr Mertesacker doch sehr lange verletzt war und ihm Spielpraxis fehlt. Das er sich die ausgerechnet in dieser Hammergruppe ohne seine hinlänglich bekannten Aussetzer holt, wage ich sehr zu bezweifeln. Aber Herr Löw wird es richten, er ist viel näher dran und will auch "nur" gewinnen. Auf gehts. Ich freue mich schon sehr auf die Spiele, die wir zusammen mit Kumpels sehen werden. Da ist immer was los und viel Freude dabei.

    Eine Leserempfehlung
    • Dalim
    • 04.06.2012 um 9:09 Uhr

    Mesut Özil könnte mit seiner Bodenständigkeit tatsächlich dafür sorgen, dass Deutschland eine Chance hat. Die Frage "Who's (W)AiN bei der EM 2012?!" wird also von ihm eventuell beantwortet.
    Die Vorfreude steigt!

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