AustragungsortePlatini erwägt europaweite Fußball-EM

Es wäre eine Fußball-Revolution: Uefa-Präsident Platini möchte Europameisterschaften ab 2020 in ganz Europa austragen lassen. Die Entscheidung fällt spätestens im Januar. von 

Michel Platini, Uefa-Präsident

Michel Platini, Uefa-Präsident  |  © Gabriel Bouys/AFP/Getty Images

Der Präsident des Europäischen Fußballverbandes (Uefa) Michel Platini möchte die Fußball-Europameisterschaften ab dem Jahr 2020 europaweit austragen lassen. Das sagte er auf der Abschlusspressekonferez der EM am Samstagmittag in Kiew .

Künftige Turnier sollen nicht mehr nur in einem oder in zwei Ländern veranstaltet werden, wie in diesem Jahr in Polen und der Ukraine . "Wir können in zwölf Städten in einem Land spielen, aber auch in zwölf Städten in ganz Europa ", sagte Platini. Er selbst habe diese Idee schon lange, sagte er. Auch seine Kollegen, mit denen er gesprochen habe, fänden die Idee sehr gut. "Es ist nur ein Vorschlag, aber ich habe viele Sympathien für diese Idee", sagte Platini.

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Der Vorteil sei, dass die Ausrichtung eines Turnier für die einzelnen Länder dann nicht so teuer wäre. Außerdem sei es beispielsweise einfacher, von London nach Berlin zu reisen, als von Danzig nach Donezk .

Bislang gibt es drei offizielle Bewerber um die Europameisterschaft 2020: Die Türkei sowie Wales / Schottland / Irland und Georgien / Aserbaidschan . Auf den Kommentar eines türkischen Journalisten, der traurig sei, weil sein Land dann keine EM ausrichten könne, sagte Platini, dass auch in der Türkei eine der Austragungsstädte liegen könnte.

"Noch ist es nur eine Idee", sagte Platini. "Das Exekutivkomitee hat mir die Erlaubnis erteilt, diesen Vorschlag den Verbänden zu unterbreiten." Beim Treffen des Uefa-Exekutivkomitees soll der Vorschlag besprochen werden, spätestens im Januar dann eine Entscheidung fallen.

Darüber hinaus verteidigte Platini erneut die Torrichter – trotz des Fehlers des ungarischen Torrichters im letzten Gruppenspiel zwischen der Ukraine und England . "Ich bin gegen Technik im Fußball. Wo hören wir auf? Haben wir dann auch bald technische Hilfsmittel, um Abseits zu erkennen oder um zu sehen, ob der Ball im Toraus war?", sagte er.

Die Uefa-Exekutive forderte den Weltverband Fifa und die Regelhüter des Ifab zu einer weiteren Diskussion über die mögliche Einführung von technischen Hilfsmitteln wie Torkamera oder Chip im Ball auf, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen wird. Das Ifab will am kommenden Donnerstag einen Beschluss fassen. Der Fifa-Präsident Blatter hatte nach der Fehlentscheidung gesagt, die Torlinien-Technologie sei keine Alternative mehr, sondern eine Notwendigkeit.

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Leserkommentare
    • Spez
    • 30. Juni 2012 14:43 Uhr

    Hätte ich dem Herren Platini gar nicht zugetraut. Hoffentlich geht es nicht nur um eine Erweiterung der Einnahmequellen, wegen mehr teilnehmenden Ländern.

  1. Na endlich ist mal etwas positives von dem Herren Platini zu hören. Die Idee finde ich nun wirklich gut, weil dann auch kleinere Länder so eine Europameisterschaft austragen könnten und nicht nur grosse. Man bräuchte nicht ständig neue Stadien bauen oder welche für völlig umsonst, die später noch da sind, aber ungenutzt bleiben. Also für den Vorschlag ein "ja" und ich hoffe es hört mit dem manipulieren von Bildern auf.

    • Mejan
    • 30. Juni 2012 14:46 Uhr

    Würde ich sehr gut finden. Wir vielen Ländern zugutekommen.

  2. Aufhören mit diesen Tanz ums Goldene Kalb! Die Frage ist doch wohl nicht, wie in Europa 2020 eine blöde Europameisterschaft ausgetragen wird, sondern wie man verhindert, dass Europa bis dahin total kaputt ist.

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    • ad hoc
    • 30. Juni 2012 15:35 Uhr

    "Zitat Pete Thoureau : Haben wir nicht ein anderes Thema ? "

    Genau das habe ich mir auch gedacht , ich logge ein um Informationen zum ESM - Konsequenzen, Karlsruhe etc, zu bekommen und finde nicht einmal einen aktuellen Artikel zum Thema !

    Irgendwie bilde ich mir ein das sei wichtiger als Fußball und Schröder ...

    Doch, es gibt andere Themen. Aber erstens herrscht hier kein Lesezwang und zweitens lese ich gerne auch was anderes als das ewige Krisengemähre. Gönnen Sie mir einfach den Spaß und wenn es Ihnen nicht passt, es gibt bestimmt zigtausend Artikel zum Thema ESM, Krise und weiß der Teufel was. Bloß geraten Sie nicht in Schwermut. Das Leben hat noch mehr zu bieten.

    beim Sportteil dieses Gejammer. Haben wir denn nich andere Problem? Ja haben wir, aber die gehören nunmal nicht in den Sportteil. Niemand zwingt Sie dazu das zu lesen.
    Zum Thema. Finde die Idee nicht gut. Bei diesen Turnieren geht es auch darum, Ländern die Möglichkeit zu geben ihre Infrastruktur zu verbessern. Ich lebe in einer Stadt, die ein paar WM Spiele austragen durfte und es hat sich sehr positiv ausgewirkt.
    Ausserdem bietet es die Möglichkeit, dass sich Länder vorstellen und man einen anderen Blick auf Land und Leute bekommt.

    Wenn es nur noch einen Staat Europa gibt, gibt es auch nur noch ein EM Team. Wie stellt man sich WM und Olypiade vor?

    • Hainuo
    • 30. Juni 2012 14:53 Uhr

    Ich finde, dass die Idee zunächst ansprechend klingt, aber irgendwie wäre es schade, wenn eine EM nicht mehr mit einem Gastgeberland verknüpft werden könnte. Durch diese Gastgeberkomponente bekommt jede EM und WM seinen eigenen Charme und das jeweilige Land die Chance, sich den anderen zu präsentieren.

    Wenn die Spiele überall stattfinden würden, würde diese meiner Meinung nach wichtige Komponente wegfallen. Genauso könnte man dann einfach die Tour de France streichen und in Europa stattfinden lassen, aber der Reiz liegt doch darin verborgen, dass Frankreich eben die "Szenerie" stellt.

    Ich hoffe, man lässt diese zunächst gut klingende Idee unangetastet.

  3. >> Aufhören mit diesen Tanz ums Goldene Kalb <<

    ... ums goldene Kalb findet in Brüssel und Berlin statt, die Medien erzählen uns, Merkel sei die beliebteste Kaiserin seit Augustus und als Bürger muss man feststellen, dass man exakt null Möglichkeiten hat, einzugreifen.

    Wenn das Brot ausgeht, bleiben eben nur die Spiele.

  4. gefällt mir nicht. Das was eine EM unter anderem ausmacht ist das Gastgeberland und die Bevölkerung die diesem Ereignis einen ganz eigenen Stempel aufdrückt. Da geht einfach sehr viel der Atmosphäre flöten...

    Genauso ist es in sportlicher Hinsicht suboptimal, Fliegen hat einen negativen Einfluss auf die Leistung von Sportlern, auch ohne Jetlag.

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    nicht nur daß es Schade um das Flair einer EM mit Gastgeber, auch der CO2 Mehr-Ausstoß wenn auf einmal im ganzen Kontinent hin und her geflogen wird ist nicht gerade das Signal das man setzen sollte, in meinen Augen ist es unter dem Blickpunkt nicht Nachhaltig... Und Osteuropäische Verkehrsnetze mit Westeuropäischen zu Vegleichen hinkt etwas.
    Sollte es so kommen investiere ich in Aktien von Airlines mit UEFA Knebelvertrag... grhmpf!!

  5. ... für die UEFA?

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    ...denn die Ausrichtung eines Turnier für ein einzelnes Land wäre dann nicht so teuer (die Freude bei den Austragungsländern war doch immer riesig, trotz sehr hoher Kosten,oder irre ich mich?). Außerdem ist es beispielsweise einfacher, von London nach Berlin zu reisen, als von Danzig nach Donezk (blöde nur wenn die Manschaft von London nach Baku müsste) aber um finanzielle Vorteile geht es der UEFA sicherlich nicht.

    Zunächst werden die Gruppen ausgelost und der Spielplan
    bis zum Finale erstellt. Dann schreibt die UEFA jedes Spiel einzeln aus (ab 2016 51 Spiele). Der meistbietende Verband bzw. Stadt erhält den Zuschlag. Die UEFA will mehr Zuschauer pro Spiel.

    Was sind 55.000 Plätze für ein Eröffnungspiel (Warschau)bzw. nur 63.000 für ein Endpiel (Kiew). Gruppenspiele fanden vor nur 30.000 - 35.000 Zuschauer statt. In London hat man 90.000, in Barcelona fast 100.000, in Berlin, Mailand, Paris, Moskau, Athen, Istanbul 75 - 80.000 und mehr. Nur die größten Fußballänder können Paläste für über 70.000 dauerhaft auslasten.

    Übrigens kann ich mir den Vorschlag auch für künftige WM - Vergaben vorstellen. Die wird dann in Kontinente / Areas vergeben. In Katar baut man 8 bis 10 neue Paläste für 50 - 90.000 Zuschauer auf wenige Quadratkilometer, die anschließend nur noch Denkmalfunktion haben. Das kann wirklich nicht die Lösung sein.

    Bei dieser Vergabeform hätten UEFA / FIFA auch die Korruptionsspekulationen vom Hals. Und würden dennoch mehr Geld einnehmen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Michel Platini | Europameisterschaft | Fußball | Fußball-EM | Aserbaidschan | England
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