Der Präsident des Europäischen Fußballverbandes (Uefa) Michel Platini möchte die Fußball-Europameisterschaften ab dem Jahr 2020 europaweit austragen lassen. Das sagte er auf der Abschlusspressekonferez der EM am Samstagmittag in Kiew .

Künftige Turnier sollen nicht mehr nur in einem oder in zwei Ländern veranstaltet werden, wie in diesem Jahr in Polen und der Ukraine . "Wir können in zwölf Städten in einem Land spielen, aber auch in zwölf Städten in ganz Europa ", sagte Platini. Er selbst habe diese Idee schon lange, sagte er. Auch seine Kollegen, mit denen er gesprochen habe, fänden die Idee sehr gut. "Es ist nur ein Vorschlag, aber ich habe viele Sympathien für diese Idee", sagte Platini.

Der Vorteil sei, dass die Ausrichtung eines Turnier für die einzelnen Länder dann nicht so teuer wäre. Außerdem sei es beispielsweise einfacher, von London nach Berlin zu reisen, als von Danzig nach Donezk .

Bislang gibt es drei offizielle Bewerber um die Europameisterschaft 2020: Die Türkei sowie Wales / Schottland / Irland und Georgien / Aserbaidschan . Auf den Kommentar eines türkischen Journalisten, der traurig sei, weil sein Land dann keine EM ausrichten könne, sagte Platini, dass auch in der Türkei eine der Austragungsstädte liegen könnte.

"Noch ist es nur eine Idee", sagte Platini. "Das Exekutivkomitee hat mir die Erlaubnis erteilt, diesen Vorschlag den Verbänden zu unterbreiten." Beim Treffen des Uefa-Exekutivkomitees soll der Vorschlag besprochen werden, spätestens im Januar dann eine Entscheidung fallen.

Darüber hinaus verteidigte Platini erneut die Torrichter – trotz des Fehlers des ungarischen Torrichters im letzten Gruppenspiel zwischen der Ukraine und England . "Ich bin gegen Technik im Fußball. Wo hören wir auf? Haben wir dann auch bald technische Hilfsmittel, um Abseits zu erkennen oder um zu sehen, ob der Ball im Toraus war?", sagte er.

Die Uefa-Exekutive forderte den Weltverband Fifa und die Regelhüter des Ifab zu einer weiteren Diskussion über die mögliche Einführung von technischen Hilfsmitteln wie Torkamera oder Chip im Ball auf, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen wird. Das Ifab will am kommenden Donnerstag einen Beschluss fassen. Der Fifa-Präsident Blatter hatte nach der Fehlentscheidung gesagt, die Torlinien-Technologie sei keine Alternative mehr, sondern eine Notwendigkeit.