Nach Burn-out: Rangnick wird Sportdirektor von Red Bull Salzburg
Vor neun Monaten legte er das Amt des Schalke-Trainers aus Erschöpfung nieder. Nun übernimmt Ralf Rangnick neben Salzburg auch noch den Regionalligisten RB Leipzig.
©dpa/Fredrik von Erichsen

Ralf Rangnick als Trainer von Schalke 04 beim Bundesliga-Spiel gegen Mainz im August 2011
Ralf Rangnick wird Sportdirektor von Österreichs Meister und Pokalsieger Red Bull Salzburg. Der 53-jährige Fußballtrainer war im September 2011 wegen eines Burn-out als Chefcoach des Bundesligisten FC Schalke 04 zurückgetreten. Zuvor hatte Rangnick die TSG 1899 Hoffenheim, Hannover 96 und den VfB Stuttgart trainiert. Bereits am Montag soll der als innovativer "Konzepttrainer" bekannte Württemberger in Salzburg seine Vorstellungen für die Arbeit bei dem Champions-League-Teilnehmer erläutern.
Als neuen Trainer verpflichtete RB Salzburg zugleich den bisherigen Coach des Zweitligisten SC Paderborn, Roger Schmidt, der den ostwestfälischen Verein zuletzt bis auf Platz fünf geführt hatte. Die beiden Deutschen sollen mit dem Franzosen Gérard Houllier, der den Titel des "Generalsportdirektors" tragen wird, das Fußballgeschäft des Getränkeproduzenten Dietrich Mateschitz voranbringen. Zu dieser Gruppe gehört der deutsche Viertligist RB (RasenBallsport) Leipzig – auch für ihn soll Rangnick als Sportdirektor verantwortlich sein.
Vor zwei Wochen hatte Rangnick ein Angebot des englischen Erstligisten West Bromwich Albion abgelehnt. Er wurde während seiner Auszeit vom Fußball immer wieder mit britischen Clubs in Verbindung gebracht.
Rangnick hatte seinen Rücktritt als Trainer von Schalke am 22. September 2011 damit begründet, dass er aufgrund eines Erschöpfungssyndroms momentan nicht in der Lage sei, die Kraft und Energie aufzubringen, um die Mannschaft weiter zu führen: "Nach langer und reiflicher Überlegung bin ich zum Entschluss gekommen, dass ich eine Pause brauche." Diese Pause von insgesamt neun Monaten dürfte ab sofort beendet sein.
Leipzig dümpelt in der 4. Liga
Rangnicks Verpflichtung betrifft auch das Schicksal des erfolglosen, mit viel Geld aus Salzburg gepäppelten Regionalligisten RB Leipzig. Ob der österreichische Trainer Peter Pacult dort eine Zukunft unter dem neuen Vorgesetzten hat, ist nicht bekannt. Fakt ist, dass Pacult den vom Namenssponsor gewünschten Durchmarsch der Leipziger in die Bundesliga – und später natürlich in die Champions League – nicht in Gang gebracht hat. In der 4. Liga Nordost musste Red Bull dem Nachbarn Hallescher FC den Aufstieg überlassen und belegte nur Platz 3; im DFB-Pokal gelang lediglich ein Erstrunden-Sieg gegen den VfL Wolfsburg.
Der Getränkehersteller Red Bull finanziert neben den Fußballern aus Salzburg und Leipzig auch einen Formel-1-Rennstall und ist zudem seit Mai Hauptsponsor des Eishockey-Erstligisten EHC Red Bull München.







Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren