Vor dem Finale: Spanien ist wie Liebe ohne Sex
Jahrelang wurde der spanische Kombinationsfußball gefeiert und bewundert. Nun gilt er als langweilig und dröge. Dabei hat sich nichts geändert. Fast nichts.
© JEFF PACHOUD/AFP/GettyImages

Die Architekten des Tiki-Taka: Andrés Iniesta (l) und Xavi
Als die spanischen Spieler erst 2008 und dann 2010 die bedeutendsten Pokale des Weltfußballs in den Himmel reckten, waren sich viele einig: Hier spielte eine der besten Nationalmannschaften, die es jemals gab. Die Spanier waren ballsicher und abgeklärt, wendig und trickreich, immer angetrieben von einem unnachahmlichen Kurzpassspiel, das als Krönung erfolgreichen Kombinationsfußballs galt. Experten und Zuschauer schwärmten vom Tiki-Taka.
Zwei Jahre später haben sich die Meinungen geändert. Auf einmal gilt Tiki-Taka nur noch als dröges Effizienzgekicke. Technisch noch immer brillant, sicher, aber unter spielerischen Gesichtspunkten kaum mehr als vertikales Ballgeschubse, das die Gegner müde macht. Und zwangsweise auch die Zuschauer. Fußball kurz vor klinisch tot. Spanien langweilt, Spanien nervt, heißt es. Was ist passiert?
Eigentlich nichts. Acht der Spieler, die im WM-Finale in der Startelf standen, tun es auch heute Abend gegen Italien. Hinten halten weiterhin die Recken von Real Madrid die Abwehr dicht, vorne machen die Offensivkünstler des FC Barcelona, was sie am besten können: Passen, Laufen, Passen, und wenn sie mal den Ball verlieren, ihn schnell zurückerobern, also Gegenpressen.
Es ist ein Spiel, das seit jeher auf Ballbesitz- und Kontrolle angelegt ist, nicht auf Tore. Schon bei der WM gewannen sie nach der Vorrunde jedes Spiel 1:0. Bei dieser EM sind sie sogar torgefährlicher: Bis jetzt haben sie acht Treffer erzielt und damit genauso viele wie in Südafrika – mit zwei Spielen und einem David Villa weniger.
Spanien ist nicht Barcelona
Spanien bleibt sich also treu. Dass trotzdem viele Zuschauer das spanische Spiel als langweiliger empfinden als noch vor zwei Jahren, liegt an ihrer gestiegenen Erwartung. Daran ist auch der FC Barcelona Schuld.
Das spanische Spiel gilt als Synonym für das Spiel der Katalanen. Das sei der vollendete Fußball, sagen die Experten. Seit die Mannschaft unter Trainer Josep Guardiola zwischen 2009 und 2012 fast jeden möglichen Titel gewannen, steht der Name Barça stellvertretend für die Kunst des schönen und modernen Spiels, für Spielintelligenz statt Kraftmeierei. Klar, dass dieser Fußball auch von der spanischen Nationalmannschaft erwartet wird – es spielt schließlich fast das gleiche Personal.
Doch diese Rechnung geht nicht auf. Spanien mag ähnlich spielen wie Barcelona, aber nicht identisch. Den Spaniern fehlen Spieler wie Lionel Messi oder Alexis Sánchez. Sie laufen in die Räume, die Xavi und Iniesta eröffnen. Sie schießen, wenn es sonst keiner tut. Sie sind es, die regelmäßig ins Tor treffen, Messi unglaubliche 73 Mal in der vergangenen Saison. Sicher, auch Barça übertreibt es zeitweilen mit dem stoischen Kombinationsspiel. Und doch: Bei Barcelona garantiert das Tiki-Taka meist auch Spektakel, Tore, hohe Siege. Genau das, was dieser EM fehlt.






Nein, eben nicht... ;)..Italien macht dann GOAL mit AMORE...dann heisst es Sex mit Amore...
Gruß °!°
G.P. Della Rovere
....Komisch. So etwas ähnliches dachte ich mir beim Spiel der deutschen Mannschaft nur umgekehrt.
....Komisch. So etwas ähnliches dachte ich mir beim Spiel der deutschen Mannschaft nur umgekehrt.
wenn Spanien dröge spielt, dann spielt Deutschland dröger und Gomez am drögesten
Wenn das Wörtchen wenn nicht wäre. Wird über dem spanischen Fussball geredet, kommt Deutschland und/Gomez ins Spiel. Was ist das für eine tröge Argumentation.
Wenn das Wörtchen wenn nicht wäre. Wird über dem spanischen Fussball geredet, kommt Deutschland und/Gomez ins Spiel. Was ist das für eine tröge Argumentation.
Wer ihnen vorwirft, sie träfen zu selten das Tor, klingt wie jene, die sagen, Sex sei zur Fortpflanzung da. - Zum Blonden Engel
Den Unterschied zwischen Spanien und Barcelona macht weniger Messi als die Taktik aus. Barcelona spielt mit einem echten Sechser (Busquets), Spanien mit zweien (Busquets und Xabi Alonso) - gemeint ist nicht unbedingt die Position auf dem Feld, sondern die Spielermentalität. Für die Taktik mit zwei echten Sechsern (Xabi Alonso und Khedira) wird etwa Mourinho seit Amtsantritt in Spanien verspottet - sie passt aber zu Madrids schnellem Hauruckfußball und ist deswegen erfolgreich. Nicht so in der Nationalelf: Spielen Busquets und Xabi Alonso, so steht ein wuseliger Mittelfeldspieler weniger auf dem Platz als bei Barcelona. Daher sind die Spiele nicht so überzeugend und die Siege nicht so deutlich, weil die Ballstafetten nicht so effektiv sind. Selbst Deutschland stellt ja etwa Khedira mit Schweinsteiger einen "falschen" Sechser zur Seite.
sagt alles und mehr als jeder Text der daran folgte. Aber bemessen an dieser Skala schifft der deutsche Fussball altbekannten Gewässern: schlechter Sex mit starr strukturierter Liebe und schauen wie es die Nachbarn treiben, ne wahr :)
um mit der berühmten Wutrede von Trapatoni zu sprechen...
http://www.youtube.com/wa...
Man kann den Stil der Spanier kritisieren, aber Sie als langweilige Ballschubser/quäler zu bezeichnen ist schlicht eine Frechheit. Wenn ein Iniesta oder Xabi etc. zu Ihren leider seltenen Sololäufen ansetzen (wenn Sie mal nicht von zwei bis drei Verteidigern umringt sind...) ist das ein Augenschmaus für jeden Fußballbegeisterten. Das sind technische Leckerbissen und dazu noch super Pässe etc...
Dazu eine unglaubliche takische Disziplin, gut Kondition etc.. Dieses hohe technisch spielerische Niveau erreicht in dieser Fülle keine Mannschaft in Europa bis heute, auch längst nicht die deutsche, die gerade auch im defensiven Bereich nicht nur gegen Italien oft alles andere als sicher und gut sortiert aussah.
Sich also nun zum Teil großmäulig hinzustellen, wie es viele in Deutschland und anderswo tun und das spanische Spiel als unatraktiv, langweilig etc. hinzustellen oder gar notorisch zu pfeifen, wenn Spanien am Ball ist ist schon arg vermessen und arrogant.
Gerade auch die deutsche Mannschaft sah in vielen Szenen total hilflos aus gegen Italien, insbesondere nach den Toren und konnten von einer guten Organisation im Spielaufbau nur träumen.
Teilweise wurden Sie von Italien gerdezu vorgeführt und bei Kontern wackelte so ziemlich alles in der deutschen Defensive, ohne das wirklich ein gefährlicher Drang nach vorne der Deutschen zu spüren war.
Lieber Ruhrstädter,
die Meinung, dass die Spanier langweilig spielen, ist nicht meine persönliche. Sie ist die Meinung vieler Kollegen und Foristen, auch hier bei ZEIT ONLINE. Im Gegenteil, ich bin ein großer Fan des spanischen Spiels, wie ich auch an anderer Stelle schrieb. Dieser Text ist ein Versuch, die offenbar veränderte Einstellung zum Tiki-Taka zu erklären.
Trotz höchster Qualität kann etwas langweilig sein, aucn ein Fussballspiel-System. Es geht vielen so. Wollen Sie ihnen das untersagen, oder warum sagen Sie, dass es eine Frechheit sei.
Diesem Kommentar kann ich mich 100% anschliessen. Es ist unglaublich wie die starke Leistung der Spanier seit Jahren hier schlecht geredet werden. Es ist der blanke Neid. Der Neid derer, die da nicht mithalten können.
Lieber Ruhrstädter,
die Meinung, dass die Spanier langweilig spielen, ist nicht meine persönliche. Sie ist die Meinung vieler Kollegen und Foristen, auch hier bei ZEIT ONLINE. Im Gegenteil, ich bin ein großer Fan des spanischen Spiels, wie ich auch an anderer Stelle schrieb. Dieser Text ist ein Versuch, die offenbar veränderte Einstellung zum Tiki-Taka zu erklären.
Trotz höchster Qualität kann etwas langweilig sein, aucn ein Fussballspiel-System. Es geht vielen so. Wollen Sie ihnen das untersagen, oder warum sagen Sie, dass es eine Frechheit sei.
Diesem Kommentar kann ich mich 100% anschliessen. Es ist unglaublich wie die starke Leistung der Spanier seit Jahren hier schlecht geredet werden. Es ist der blanke Neid. Der Neid derer, die da nicht mithalten können.
und die BRD ein Aphrodisiakum für Masochisten.
ich erwarte Ihr Kommentar hier ;) :
http://www.zeit.de/sport/...
Danke
Grüße
P.G. Della Rovere
ich erwarte Ihr Kommentar hier ;) :
http://www.zeit.de/sport/...
Danke
Grüße
P.G. Della Rovere
Lieber Ruhrstädter,
die Meinung, dass die Spanier langweilig spielen, ist nicht meine persönliche. Sie ist die Meinung vieler Kollegen und Foristen, auch hier bei ZEIT ONLINE. Im Gegenteil, ich bin ein großer Fan des spanischen Spiels, wie ich auch an anderer Stelle schrieb. Dieser Text ist ein Versuch, die offenbar veränderte Einstellung zum Tiki-Taka zu erklären.
und deshalb habe wohl nicht nur ich Sie "missverstanden" wie doch einige Kommentare hier zeigen.
Ich denke es ist halt einen gehörige Portion Missgunst und Neid im Spiel, wenn einen Mannschaft so lange die Weltspitze dominiert wie Spanien von 2008 bis jetzt 2012.
Nur das kann die für meinen Geschmach unangemessen große Kritik und Häme gegenüber einer so intakten, hochbegabten Mannschaft erklären. Es fehlen die Argumente, deshalb kommt Häme etc..
Und gerade wir Deutschen können mit solchen technisch perfekten Gewinnern wie den Spaniern auf Dauer nur schwer umgehen, überhaupt mit der Situation, längere Zeit eben nicht "ERSTER" zu sein.
Was diese EM bisher für mich gezeigt hat ist:
man kann Spaniens hochtecnisch versiertes Passspiel nach vorn empfindlich stören / zerstören, allerdings bisher mit soviel Kraftaufwand, das bisher alle Mannschaften am Ende an der mangelnden Kraft gescheitert sind, weil sie stehend ko waren. Dann fehlt eben oft die mentale Stärke im Elfmeterschießen, auch wenn auch immer Glück mit dazu gehört, siehe Portugal.
Wie gut die Italiener wirklich sind, wird sich heute Abend zeigen, denn ein unentschieden reicht diesmal nicht und auch Favorit Spanien muss zeigen, dass Sie Italien schlagen können.
Ich hoffe auf ein spannendes, hoffentlich attraktives Spiel mit einem möglichst frühen Tor, damit die taktischen Spielchen schnell aufgehoben werden müssen.
und deshalb habe wohl nicht nur ich Sie "missverstanden" wie doch einige Kommentare hier zeigen.
Ich denke es ist halt einen gehörige Portion Missgunst und Neid im Spiel, wenn einen Mannschaft so lange die Weltspitze dominiert wie Spanien von 2008 bis jetzt 2012.
Nur das kann die für meinen Geschmach unangemessen große Kritik und Häme gegenüber einer so intakten, hochbegabten Mannschaft erklären. Es fehlen die Argumente, deshalb kommt Häme etc..
Und gerade wir Deutschen können mit solchen technisch perfekten Gewinnern wie den Spaniern auf Dauer nur schwer umgehen, überhaupt mit der Situation, längere Zeit eben nicht "ERSTER" zu sein.
Was diese EM bisher für mich gezeigt hat ist:
man kann Spaniens hochtecnisch versiertes Passspiel nach vorn empfindlich stören / zerstören, allerdings bisher mit soviel Kraftaufwand, das bisher alle Mannschaften am Ende an der mangelnden Kraft gescheitert sind, weil sie stehend ko waren. Dann fehlt eben oft die mentale Stärke im Elfmeterschießen, auch wenn auch immer Glück mit dazu gehört, siehe Portugal.
Wie gut die Italiener wirklich sind, wird sich heute Abend zeigen, denn ein unentschieden reicht diesmal nicht und auch Favorit Spanien muss zeigen, dass Sie Italien schlagen können.
Ich hoffe auf ein spannendes, hoffentlich attraktives Spiel mit einem möglichst frühen Tor, damit die taktischen Spielchen schnell aufgehoben werden müssen.
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