Wegen der Werbung auf dem Bund seiner Unterwäsche ist der dänische Nationalspieler Nicklas Bendtner von der Europäischen Fußball-Union (Uefa) mit einem Bußgeld von 100.000 Euro und einem Pflichtspiel Sperre bestraft worden. Der Stürmer hatte den Schriftzug einer irischen Wettfirma bei seinem Torjubel im EM-Gruppenspiel gegen Portugal entblößt.

Die Uefa zog Bendtner wegen eines Verstoßes gegen die EM-Richtlinien zur Rechenschaft. Werbung ist den Spielern bei der Europameisterschaft strikt untersagt. Da half auch die Ausrede von Bendtner nichts. "Ich habe die Hose von einem Kumpel geschenkt bekommen. Sie sollte mir nur Glück bringen", hatte Bendtner gesagt. Besagtem Freund gehört das irische Wett-Unternehmen, das mit der Aktion des Stürmers seinen Bekanntheitsgrad sprunghaft gesteigert haben dürfte. Das Foto von Bendtners Jubel mit hochgezogenem Trikot und leicht heruntergelassener Hose ging um die Welt.

Berufung möglich

Der Profi vom englischen Erstligisten AFC Sunderland erfuhr vom Uefa-Urteil auf der Heimreise. Die Dänen hatten sich am Sonntag durch das 1:2 gegen die deutsche Mannschaft aus dem EM-Turnier verabschieden müssen. Zum Auftakt der WM-Qualifikation am 8. September wird der Angreifer nun seinem Team im Heimspiel gegen die Tschechen fehlen. Bendtner hat allerdings drei Tage Zeit, gegen die Strafe in Berufung zu gehen.

Mit der Sanktion will die Uefa offenkundig ein klares Signal senden. Der europäische Dachverband ist fest gewillt, seine millionenschweren Werbeverträge zu schützen und ähnliche Tricks zu unterbinden. Ohnehin zeigt sich die Uefa bei dieser EM überaus klagefreudig. Kaum ein Tag vergeht ohne Verfahren. Die Gründe sind vielfältig: rassistische Fangesänge, verbotene Fahnen auf den Tribünen, Pyrotechnik im Stadion oder Zuschauer auf dem Platz.

Für den Dänen endete die EM mit der Strafe. In allen drei Spielen hatte der beim FC Arsenal ausgemusterte Torjäger als Sturmspitze auf sich aufmerksam gemacht. Gegen die Portugiesen traf er gleich doppelt, doch das Spiel ging 2:3 verloren. Bei der Niederlage gegen die DFB-Auswahl bereitete Bendtner zwar per Kopf den zwischenzeitlichen Ausgleich vor. Das Aus aber konnte auch der 24-Jährige nicht verhindern.