Xabi Alonso (r.) freut sich mit Santi Cazorla © Franck Fife/AFP/Getty Images

Spanien - Frankreich 2:0 (1:0)

Mit einer abgeklärten Vorstellung hat Spanien im EM-Viertelfinale Frankreich besiegt und die Chance aufs Titel-Triple gewahrt. Der Weltmeister bezwang seinen Gegner in Donezk erstmals bei einem großen Turnier. Am Mittwoch trifft Spanien im Halbfinale der Europameisterschaft auf Portugal und den Superstar Cristiano Ronaldo . Spaniens Xabi Alonso traf in seinem 100. Länderspiel gleich zweimal – per Kopf (19.) und Foulelfmeter (90.+1). Der Bayern-Spieler Franck Ribéry muss mit seiner Équipe Tricolore dagegen nach einer wenig inspirierenden Leistung die Heimreise antreten.

Frankreichs Coach Laurent Blanc relativierte im Vorfeld teaminterne Auseinandersetzungen. Hatem Ben Arfa war nach der Niederlage gegen die Schweden mit dem Trainer aneinandergeraten, und auch zwischen den Spielern Samir Nasri und Alou Diarra kam es zu Streitereien. Seine Mannschaft lebe, sagte Trainer Blanc. Auf dem Platz war von Unstimmigkeiten jedenfalls nichts zu sehen. Mit Kettenverschieberei und intelligentem Raumverhalten machten die Franzosen den Platz eng. Richtigen Zugriff auf die spanischen Virtuosen bekamen sie trotzdem nicht und so konnten Xavi und seine Teamkollegen immer wieder nahezu ungestört bis vor das gegnerische Tor gelangen. Dort fehlte aber oft eine Anspielstation.

Was daran lag, dass Spaniens Trainer Vicente del Bosque in seiner Anfangself wie beim 1:1 im ersten Spiel gegen Italien auf einen echten Angreifer verzichtete. Statt Fernando Torres durfte wieder Barcas Mittelfeldmann Cesc Fàbregas ran. So erspielte sich die selección mit ihrem überlegenen Ballbesitzfußball in den ersten 45 Minuten auch nur eine Chance – aus der sie aber gleich ein Tor machte. In der 19. Minute setzte sich Valencias Jordi Alba auf der linken Seite durch, seine Flanke in den Rückraum veredelte Real Madrids Xabi Alonso per Kopf zur verdienten Führung.

Ansonsten erspielte sich die Nummer eins der Weltrangliste vor der Halbzeit kaum Torgelegenheiten. Da sich auch Frankreich mit spielerischer Fantasie zurückhielt, blieb der erhoffte virtuose Fußball aus. Ribéry war bemüht, aber glücklos. Die beste Möglichkeit des EM-Geheimfavoriten Frankreich vergab Yohan Cabaye (32.) bei einem Freistoß aus 25 Metern. Spaniens Torwart Iker Casillas lenkte den Ball über die Latte.

Nach dem Wechsel spielte Frankreich riskanter. Deutlich aggressiver in den Zweikämpfen versuchte der Europameister von 1984 das Kurzpassspiel der Spanier früher zu unterbinden. Mit Erfolg. In der Defensive wurden die Spanier unkonzentriert. Ribéry bediente Mathieu Debuchy, dessen Kopfball flog knapp übers Tor. Die Partie wurde offener und besser. Nach einem Traumpass von Xavi rettete Frankreichs Torhüter Hugo Lloris vor dem einschussbereiten Fabregas (62.).

Torres kam für Fabregas (66.), doch Frankreich hatte die nächste Chance. Wieder war Ribéry auf der linken Seite nicht zu stoppen, aber Casillas machte routiniert das kurze Eck zu (70.). Spanien spielte das Ganze nüchtern runter. Nach einem Foul am eingewechselten Pedro Rodriguez (90.) machte Alonso mit seinem zweiten Treffer alles klar.

Spanien: Casillas - Arbeloa, Piqué, Sergio Ramos, Jordi Alba - Busquets, Xabi Alonso - David Silva (65. Pedro Rodriguez), Xavi, Iniesta (84. Santi Cazorla) - Fàbregas (67. Torres)

Frankreich: Lloris - Réveillère, Rami, Koscielny, Clichy - Cabaye, M'Vila (79. Giroud), Malouda (65. Nasri) - Debuchy (64. Menez), Ribéry - Benzema

Schiedsrichter: Nicola Rizzoli (Italien)

Zuschauer: 47.000

Tore: 1:0 Xabi Alonso (19.), 2:0 Xabi Alonso (90.+1/Foulelfmeter)

Gelbe Karten: Sergio Ramos / Cabaye, Menez

Beste Spieler: Xavi, Xabi Alonso / Cabaye, Ribéry