Tennis in WimbledonDer Aufstieg der Angelique Kerber

Vor einem Jahr war Angelique Kerber nur Experten bekannt. Nun steht sie im Wimbledon-Halbfinale und ist die beste deutsche Tennisspielerin seit Steffi Graf.

Angelique Kerber im Wimbledon-Viertelfinale

Angelique Kerber im Wimbledon-Viertelfinale

Kurz nach dem Spiel lachte sie endlich. Ob das Spiel so schwierig war, wie sie erwartet hatte, wurde Angelique Kerber gefragt. "Ja, es war extrem hart", sagte sie und grinste. Gerade hatte sie sich mit ihrer Landsfrau Sabine Lisicki in Wimbledon einen Viertelfinal-Krimi über zweieinhalb Stunden und drei Sätze geliefert. Auf dem Platz wirkte Kerber so ernst, beinahe grimmig, dass die Mehrheit der Zuschauer auf dem Center Court nicht Kerber, sondern die immer fröhliche Lisicki unterstützte, die sogar nach unnötigen Fehlern noch lachte.

Lisicki ist ausgeschieden, Angelique Kerber dagegen steht am Donnerstag in ihrem ersten Wimbledon-Halbfinale. Eine Überraschung, wenn man bedenkt, dass die Kielerin noch vor einem Jahr nur Tennisexperten bekannt war. Von den Turnieren der WTA verabschiedete sie sich regelmäßig nach den ersten Runden, auch in Deutschland galt die Aufmerksamkeit lange anderen Spielerinnen. Mittlerweile spricht ihre Halbfinal-Gegnerin, die Polin Agnieszka Radwanska ehrfurchtsvoll von ihr: "Sie spielt wirklich hervorragendes Tennis. Sie ist konstant, trifft die Bälle sauber." Kerber hat sich von Platz 92 der Welt auf Rang acht hochgearbeitet. Nach dem Turnier in Wimbledon wird sie zumindest auf Platz sieben stehen, bei einem Turniersieg könnte sie sogar Vierte werden. Damit ist Kerber die bestplatzierte deutsche Tennisspielerin seit dem Rücktritt von Steffi Graf vor dreizehn Jahren.

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Wenn man so will, begann der Aufstieg vor einem Jahr in Wimbledon. Nachdem Kerber ein weiteres Mal in der ersten Runde ausgeschieden war, gegen eine 17-jährige Engländerin, zweifelte sie an ihrer Berufswahl und sagte die folgenden Turniere ab. Kerber verzichtete freiwillig auf Weltranglistenpunkte, um über sich und ihr Training nachzudenken. Sie sucht Hilfe, unter anderem in der Tennis-Akademie von Alexander Waske und Rainer Schüttler in Offenbach. Fortan verbesserten sich ihre Schnelligkeitswerte, ihre Konzentration.

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Und plötzlich klappte es mit dem sportlichen Erfolg. Bei den US Open 2011 gelang ihr erstmals der Einzug in ein Grand Slam-Halbfinale. 2012 hat sich die 24-Jährige bisher für die Finale von Eastbourne, Kopenhagen und Paris qualifiziert, die letzten beiden hat sie gewonnen. Hinzu kommen fünf Halbfinaleinzüge, Wimbledon ist einer davon.

Derzeit gehört Angelique Kerber, von der die einstige Weltranglistenerste Martina Nawratilowa kürzlich sagte, sie habe "keine Schwächen", wohl zu den nervenstärkeren Spielerinnen der Tour. Auch im Viertelfinale gegen Lisicki hatte Kerber schon drei Matchbälle vergeben, eine Nervenschlacht, auch Lisicki hatte im letzten Satz den Sieg auf dem Schläger. Am Ende gewann Kerber. Gerade in brenzligen Situationen hat sie es in den letzten Monaten häufig geschafft, Spiele für sich zu entscheiden. Die Favoritenrolle, in der sie sich daher seit Kurzem immer häufiger wiederfindet, gefällt ihr: "Das zeigt ja, dass die Leute mein Spiel schätzen. Ich glaube auch, das gibt mir noch mehr Aufwind", sagte sie nach dem Viertelfinale: "Und ich verbessere mich sowieso noch. Es wird auch noch weiter nach oben gehen."

Leserkommentare
    • Slater
    • 05.07.2012 um 13:31 Uhr

    "Auch im Halbfinale gegen Lisicki hatte Kerber schon drei Matchbälle vergeben, eine Nervenschlacht, auch Lisicki hatte im letzten Satz den Sieg auf dem Schläger. "
    schön wärs, war nur das VF ;)

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    Redaktion

    Lieber slater,

    vielen Dank für den Hinweis. Da waren wir in Gedanken schon beim heutigen Spiel. Jetzt ist der Fehler korrigiert.

    Grüße aus der Redaktion
    Christian Spiller

    Redaktion

    Lieber slater,

    vielen Dank für den Hinweis. Da waren wir in Gedanken schon beim heutigen Spiel. Jetzt ist der Fehler korrigiert.

    Grüße aus der Redaktion
    Christian Spiller

  1. Redaktion

    Lieber slater,

    vielen Dank für den Hinweis. Da waren wir in Gedanken schon beim heutigen Spiel. Jetzt ist der Fehler korrigiert.

    Grüße aus der Redaktion
    Christian Spiller

    Antwort auf "Korrektur"
  2. dass die Erfolge der deutschen Spieler/innen der letzten Zeit keinen wirklichen neuen Tennisboom ausgelöst haben. Die Erfahrungen an der Basis hier im örtlichen Tennisclub sprechen jedenfalls nicht dafür. Für einen neuerlichen Boom bedürfte es wohl eines Turniersieges wie bei Becker, Stich oder Graf in Wimbledon, da dies das einzige Turnier ist, das auch für Nicht-Tennisfans einen bekannten Namen hat.

    Eine Leserempfehlung
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    Trösten Sie sich. Das sichert Ihnen Spielzeiten, wann immer Sie wollen. Als ich noch Tennis spielte und plötzlich der Becker-Boom ausbrach, war es schwierig, überhaupt noch einen Platz im eigenen Club zu kriegen. Es hat also alles zwei Seiten. Der, der spielen will, hat die Möglichkeit dazu.

    Aber es stimmt schon. Wenn ein Teenager eine Tennisanlage besucht und dort nur Rentner spielen, verfliegt das Interesse an dieser eigentlich schönen Sportart wohl schnell.

    • Auer
    • 06.07.2012 um 22:55 Uhr

    Und die ÖR TV Sender ignorieren Tennis komplett seit Jahren....................

    Trösten Sie sich. Das sichert Ihnen Spielzeiten, wann immer Sie wollen. Als ich noch Tennis spielte und plötzlich der Becker-Boom ausbrach, war es schwierig, überhaupt noch einen Platz im eigenen Club zu kriegen. Es hat also alles zwei Seiten. Der, der spielen will, hat die Möglichkeit dazu.

    Aber es stimmt schon. Wenn ein Teenager eine Tennisanlage besucht und dort nur Rentner spielen, verfliegt das Interesse an dieser eigentlich schönen Sportart wohl schnell.

    • Auer
    • 06.07.2012 um 22:55 Uhr

    Und die ÖR TV Sender ignorieren Tennis komplett seit Jahren....................

  3. Trösten Sie sich. Das sichert Ihnen Spielzeiten, wann immer Sie wollen. Als ich noch Tennis spielte und plötzlich der Becker-Boom ausbrach, war es schwierig, überhaupt noch einen Platz im eigenen Club zu kriegen. Es hat also alles zwei Seiten. Der, der spielen will, hat die Möglichkeit dazu.

    Aber es stimmt schon. Wenn ein Teenager eine Tennisanlage besucht und dort nur Rentner spielen, verfliegt das Interesse an dieser eigentlich schönen Sportart wohl schnell.

    Antwort auf "Schade nur,"
    • Auer
    • 06.07.2012 um 22:49 Uhr
    5. ccccc

    Petkovic, Kerber,Lisiscki, alles Kinder von Einwanderern.................

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    die anderen beiden nicht. Kerbers Mutter ist Deutsche, und sie wurde, genauso wie Lisicki in Deutschland geboren. Kerbers Familie Väterlicherseits kommt dabei aus einer Region, die früher "Unterberg" hieß. Außerdem heißt Sabines Vater mit Vornamen Richard, und er kam mit seiner Frau als dt. Spätaussiedler nach Deutschland.

    die anderen beiden nicht. Kerbers Mutter ist Deutsche, und sie wurde, genauso wie Lisicki in Deutschland geboren. Kerbers Familie Väterlicherseits kommt dabei aus einer Region, die früher "Unterberg" hieß. Außerdem heißt Sabines Vater mit Vornamen Richard, und er kam mit seiner Frau als dt. Spätaussiedler nach Deutschland.

    • Auer
    • 06.07.2012 um 22:55 Uhr
    6. vcvcv

    Und die ÖR TV Sender ignorieren Tennis komplett seit Jahren....................

    Antwort auf "Schade nur,"
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    Geht geht alles für Fußball drauf. Ach ja, und für qualitativ hochwertige Boxkämpfe.

    Geht geht alles für Fußball drauf. Ach ja, und für qualitativ hochwertige Boxkämpfe.

  4. Geht geht alles für Fußball drauf. Ach ja, und für qualitativ hochwertige Boxkämpfe.

    Antwort auf "vcvcv"
  5. die anderen beiden nicht. Kerbers Mutter ist Deutsche, und sie wurde, genauso wie Lisicki in Deutschland geboren. Kerbers Familie Väterlicherseits kommt dabei aus einer Region, die früher "Unterberg" hieß. Außerdem heißt Sabines Vater mit Vornamen Richard, und er kam mit seiner Frau als dt. Spätaussiedler nach Deutschland.

    Antwort auf "ccccc"
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    • Auer
    • 09.07.2012 um 16:54 Uhr

    Petkovic,Lisiscki, Kerber sind Kinder von Einwanderern, ich hab nich bahauptet , daß sie eingewandert sind, sondern nur ihre Eltern.
    Ob Puszczykowo Unterberg heißt, ode das ganze Gebiet Provinz Posen oder Warthegau spielt keine Rolle, Die Eltern von Lisicki und Kerber kommen aus Polen uns sind nach polnischem Recht Polen.Kerber und Lisicki reden miteinander fließend polnisch...........

    • Auer
    • 09.07.2012 um 16:54 Uhr

    Petkovic,Lisiscki, Kerber sind Kinder von Einwanderern, ich hab nich bahauptet , daß sie eingewandert sind, sondern nur ihre Eltern.
    Ob Puszczykowo Unterberg heißt, ode das ganze Gebiet Provinz Posen oder Warthegau spielt keine Rolle, Die Eltern von Lisicki und Kerber kommen aus Polen uns sind nach polnischem Recht Polen.Kerber und Lisicki reden miteinander fließend polnisch...........

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