Olympische SpieleBiedermann scheitert im Vorlauf

Medaillenhoffnung Paul Biedermann ist über 400 Meter Freistil ausgeschieden. Auch die anderen deutschen Schwimmer enttäuschten. Das erste Gold der Spiele geht nach China.

Weltrekordler Paul Biedermann hat als Vorlauf-Zwölfter das Olympia-Finale über 400 Meter Freistil verpasst. "Ich bin unheimlich enttäuscht. Ich wollte von vorne gehen, das hat nicht so geklappt", sagte Biedermann nach seinem zwölften Platz im olympischen Vorlauf über 400 Meter Freistil. "Ich muss mich erst mal eine Stunde sammeln. Morgen geht es weiter", sagte der 25-Jährige am Samstag in den Katakomben des Aquatics Centre von London.

Nach 3:48,50 Minuten fehlten dem Schwimmer über 400 Meter 1,24 Sekunden zum Endlauf. Dabei war zunächst alles nach Plan gelaufen. Nach 50 und 100 Metern lag er unter seinem Weltrekord und auch die Durchgangszeit zur Rennhälfte von 1:52,41 Minuten war gut. Doch dann zog die Konkurrenz vorbei. "Hinten raus konnte ich es nicht mehr halten", erklärte Biedermann.

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Heimtrainer Frank Embacher hatte vor Olympia-Beginn das Unheil zwar öffentlich nicht hinaufbeschworen, aber schon vorgebaut. Es sei "keine Katastrophe", falls sein langjähriger Schüler über 400 Meter patzen sollte: "Dann schwimmt er die 200 mit Wut im Bauch und das ist gut für ihn." Die 200 Meter Freistil gelten als Biedermanns Paradestrecke.

Schwimmer enttäuschen

Als Schnellster geht Topfavorit Sun Yang in das Finale der besten Acht am Abend. Der Chinese schwamm lockere 3:45,07 Minuten. Weltmeister Park Tae-Hwan (Südkorea) wurde disqualifiziert. Neben Biedermann hätte sich beinahe auch noch Superstar Michael Phelps aus dem Finale geschwommen. Der Rekord-Olympiasieger aus den USA war als Achter über 400 Meter Lagen gerade einmal sieben Hundertstelsekunden schneller als Serien-Europameister Laszlo Cseh. "Du gewinnst die Goldmedaille nicht am Morgen", sagte Phelps. Beim Blick auf die Anzeigetafel schien er zunächst gar nicht erfasst zu haben, wie knapp er das mit Spannung erwartete Super-Duell mit US-Landsmann Ryan Lochte erreicht hatte.

Auch die Freistil-Staffel mit Britta Steffen kam nicht über den Vorlauf hinaus. Steffen, Silke Lippok, Lisa Vitting und Daniela Schreiber landeten am Samstag im Vorlauf in 3:39,16 Minuten über 4 x 100 Meter nur auf dem neunten Rang. Startschwimmerin Steffen schlug nach 54,43 noch als Zweite an, am Ende fehlte den vier Schwimmerinnen fast eine Sekunde für den Endlauf. Die übrigen deutschen Starter verfehlten den Sprung in den Endlauf ebenfalls. Die Brustschwimmer Christian von Lehm und Hendrik Feldwehr schieden im Brutschwimmen aus, die Olympia-Debütantin Alexandra Wenk im Vorlauf über 100 Meter Schmetterling und Yannick Lebherz im Wettbewerb über 400 Meter Lagen.

Erstes Gold für China 

Das erste Gold der Spiele gewann die chinesische Schützin Yi Siling im Wettbewerb mit dem Luftgewehr. Zweite wurde die Polin Sylwia Bogacka. Die deutschen Schützinnen Jessica Mager und Beate Gauß verpassten das Finale der besten Acht. Mager erreichte nur 394 Ringe, Gauß lediglich 392.

Deutsche Ruderer im Finale

Der Deutschland-Achter erfüllte dagegen zum Regatta-Auftakt die in ihn gesetzten Erwartungen. Die seit Olympia 2008 ungeschlagene Ruder-Crew setzte sich im Vorlauf vor den Niederlanden durch und zog direkt ins Finale ein. Auftaktsiege fuhren auch Marcel Hacker im Einer, die Doppelvierer der Männer und Frauen sowie Eric Knittel und Stephan Krüger im Doppelzweier heraus.

Philipp Petzschner erreichte durch einen Zweisatz-Sieg gegen den Slowaken Lukas Lacko die zweite Runde des Tennis-Turniers in Wimbledon. Für Mona Barthel war das erste Spiel auch schon das letzte. Sie unterlag der Polin Urszula Radwanska 4:6, 3:6.. Bereits im Achtelfinale steht Florettfechterin Carolin Golubytskyi. Ohne Probleme starteten Deutschlands Beachvolleyballer ins Turnier. Julius Brink und Jonas Reckermann gewannen ebenso ihr erstes Gruppenspiel wie Katrin Holtwick und Ilka Semmler. Marc Zwiebler gab sich zum Start des Badminton-Turniers keine Blöße.

 
Leserkommentare
  1. Bitte, bitte, verschont uns mit diesen Anekdötchen aus dem olympischen Gepränge ! Das ist nur für Randgruppen interessant, auch wenn das olympische Komitee was anderes sagt !
    Nicht böse sein !

    3 Leserempfehlungen
  2. Bitte, bitte berichtet weiterhin aus London! Es wäre schade, wenn man immer nur über das berichtet, was der Mainstream lesen möchte, auch wenn der Mainstream was anderes sagt!

    3 Leserempfehlungen
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    Der Mainstream dürfte auf ihrer Seite liegen, finden sie nicht ?

    Der Mainstream dürfte auf ihrer Seite liegen, finden sie nicht ?

    • gquell
    • 28.07.2012 um 15:25 Uhr

    Jetzt wachen unsere Schwimmer wenigstens auf und verlassen sich nicht mehr auf die Funktionärskalkulationen über "sichere" Medaillen oder machen "strategische" Spielchen.

  3. die sind ins Schwimmen geraten sind oder gerade nicht...?

  4. Wenn die Leute keine Leistung bringen, dann soll man ihnen die Sportförderung massiv kürzen.

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    was für ein Gequatsche ...es gibt vielleicht auch Gegner?!?

    was für ein Gequatsche ...es gibt vielleicht auch Gegner?!?

  5. was für ein Gequatsche ...es gibt vielleicht auch Gegner?!?

    Antwort auf "Förderung streichen"
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    Hier ging es um den Vorlauf, dass man unter die besten acht kommt.

    Ich habe ja nicht gefordert, dass er mit QWweltrekord die Goldmedaillie holen soll, aber ins Finale sollte man es schon schaffen.

    Hier ging es um den Vorlauf, dass man unter die besten acht kommt.

    Ich habe ja nicht gefordert, dass er mit QWweltrekord die Goldmedaillie holen soll, aber ins Finale sollte man es schon schaffen.

  6. Hier ging es um den Vorlauf, dass man unter die besten acht kommt.

    Ich habe ja nicht gefordert, dass er mit QWweltrekord die Goldmedaillie holen soll, aber ins Finale sollte man es schon schaffen.

    Antwort auf "Oh je.."
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    das bestreite ich nicht...aber im Sport ist nichts programmierbar. Fast hätte gestern ein Michael Phelps die Quali nicht geschafft und war im Finale nur vierter..Daraufhin sagte Phelps: "Es war einfach ein beschissenes Rennen".

    Überraschungen das ist das was wir alle am Sport lieben, dann muss man auch leider die Negativen Seiten einstecken können.

    Grüße
    Pitti Griffi Della Rovere

    das bestreite ich nicht...aber im Sport ist nichts programmierbar. Fast hätte gestern ein Michael Phelps die Quali nicht geschafft und war im Finale nur vierter..Daraufhin sagte Phelps: "Es war einfach ein beschissenes Rennen".

    Überraschungen das ist das was wir alle am Sport lieben, dann muss man auch leider die Negativen Seiten einstecken können.

    Grüße
    Pitti Griffi Della Rovere

  7. Irgendwie finde ich das seltsam, das die Deutschen Schwimmer offensichtilch immer zu Olympia leistungstechnisch regelrecht einbrechen, während sie bei den anderen Wettkämpfen davor und dannach immer regelmässig zu den besten gehören. Woran kann das liegen, ist vielleicht Psychologischer Natur?

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