Mein Olympia"Wir sind mit dem Kajak einen 25-Meter-Wasserfall hinunter"

Heute hat Deutschland Medaillenchancen im Kanu-Slalom. Der Extremsportler Georg Schauf erklärt die Faszination Kanufahren und was er an den Olympia-Teilnehmern bewundert.

Ella Nichols von den Cookinseln während des olympischen Kanu-Slalom-Wettbewerbs

Ella Nichols von den Cookinseln während des olympischen Kanu-Slalom-Wettbewerbs

Bei mir hat das Paddeln, also das Kanufahren, mit 15 Jahren angefangen. Ich bin am Rhein aufgewachsen und habe die Liebe zum Wasser entdeckt. Seitdem bin ich Kanu-Junkie.

Ich bin einige Jahre lang in der Freestyle Nationalmannschaft gefahren. Beim Freestyle steht Akrobatik im Vordergrund, man surft auf den Wellen und überschlägt sich mit dem Kanu. Irgendwann bin ich zum Wildwassersport gelangt. Das ist ähnlich, aber nicht dasselbe wie die olympische Disziplin Kanu-Slalom, die heute um 15 Uhr stattfindet.

Georg Schauf

Georg „Schorschi“ Schauf hat mit seinem Team viele Flüsse auf der Welt als erster Kanute befahren, beispielsweise den Msymta im Kaukasus und den Rio Vilcabamba in Peru. Er trug sich 1999 ins Guinness Buch der Rekorde ein, als er mit seinem Kanu den 24 Meter tiefen Rheinfall bei Schaffhausen hinabstürzte.

 

In Deutschland ist der Slalom nur eine Randsportart, das machen vielleicht 400 Leute von rund 500.000 Kanuten. Technisch ist es perfekt, was die Jungs in London abliefern, die können ohne Umschweife von A nach B fahren. Das ist extrem kompliziert, weil sie sehr schnell sind – schon gigantisch.

Das, was wir Wildwassersportler machen, ist noch einmal etwas anderes. Ich sage es mal so: Im schweren Wildwasser könnten die Jungs uns zwar hinterherfahren, aber sie können das Wasser nicht lesen und deshalb schlechter einschätzen, wie man am besten fährt. Da sind wir etwas voraus.

Neben dem Pioniergeist ist es meine Motivation, Sachen zu machen, über die viele sagen, es geht nicht, um dann zu beweisen: Es geht doch. Ich bin auch ein Adrenalin-Junkie.

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Die Königsdisziplin im Wildwassersport sind Erstbefahrungen, also Touren, an die sich bisher keiner herangetraut hat. Dadurch, dass Kajaksport eine ziemlich alte Sportart ist, gibt es nur noch wenige unbefahrene Flüsse. Unser Team sucht auf der ganzen Welt nach solchen Strecken.

Mein Olympia

Jeder Tag rappelvoll mit Spannung, Medaillen und Tränen: Bei den Sommerspielen der 30. Olympiade wird es in 26 Sportarten 302 Entscheidungen geben. Da den Überblick zu behalten ist nicht leicht. In der täglichen Serie "Mein Olympia" versuchen wir es. Am Morgen eines jeden Olympiatages lassen wir einen Sportler oder jemanden, der sich mit einer Sportart auskennt, erzählen, weshalb sein Olympia-Moment wichtig wird.

London 2012

Vom 27. Juli bis zum 12. August 2012 richtet London die größte Sportveranstaltung der Welt aus. Insgesamt werden mehr als 10.000 Sportler aus mehr als 200 Ländern in England erwartet. Außerdem werden ungefähr 30.000 Journalisten aus aller Welt aus London von den Spielen berichten. Insgesamt stehen 6,6 Millionen Tickets zum Verkauf.

Olympia auf ZEIT ONLINE

In unserem Ticker verpassen Sie keinen olympischen Wettkampf, keine Medaille und keinen Termin der Sommerspiele in London. Den an jedem Olympiatag spannendsten Wettkampf stellen wir in der Serie "Mein Olympia" vor. Alle Interviews, Reportagen und Essays der Redaktion finden Sie auf der Olympia-Seite. Die englische Hauptstadt London ist nach 1908 und 1948 die erste Metropole, die zum dritten Mal Gastgeber der Spiele ist. Für ZEIT ONLINE berichten Christian Spiller und Christof Siemes aus London. Im Blog der Sportredaktion lesen Sie die Erfahrungen der Olympiareporter.

1997 haben wir als Erste den Rheinfall bei Schaffhausen befahren, einen fast 25 Meter hohen Wasserfall. Die Vorbereitungen für solche Touren dauern zwischen drei Monaten und einem halben Jahr. Du musst dir die Strecke genau anschauen, im Kopf erst einmal alles speichern. Du siehst Wellen, du siehst Wirbelungen, du siehst Steine, und du musst dir einen Weg suchen, wie du am sichersten herunterkommst. Ein Auge für so etwas zu entwickeln, das ist die hohe Kunst beim Kajaksport.

Wenn du das alles hast, ist Kajakfahren zu 80 Prozent Kopfsache. Wenn der Kopf frei ist, du keinen Stress außen herum hast, dir auch keinen Stress machst, dann paddelst du gleich drei Nummern besser.

Wir machen im Jahr Touren in der ganzen Welt – Indien, Peru, Russland. Die Hardcore-Nummern, also die richtig harten Strecken, fahre ich aber nur einmal in meinem Leben, danach ist das Adrenalin raus. Dann wirst du unvorsichtig. Das Wichtigste ist für mich, mit meinem Sport zusammen alt zu werden.

 
Leserkommentare
  1. ein Interview ohne Fragen oder ein Bericht des Sportlers Schauf, den ein anderer (Escher) für ihn in ich-wir-du-Form aufgeschrieben hat?

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    Redaktion

    Hallo Grellseher,

    in der täglichen Serie "Mein Olympia" erzählen Sportler, wieso ihr Olympia-Moment besonders wichtig wird. Wir veröffentlichen diese Texte in Protokoll- oder Interviewform. Die Protokollform kennen Sie vielleicht aus Serien wie "Mein Traum".

    In diesem konkreten Fall habe ich mit Georg Schauf gesprochen. Ab und an habe ich ihm eine Frage gestellt und am Ende habe ich seine Aussagen protokolliert. Es sind dementsprechend seine Gedanken, protokolliert von Tobias Escher.

    Redaktion

    Hallo Grellseher,

    in der täglichen Serie "Mein Olympia" erzählen Sportler, wieso ihr Olympia-Moment besonders wichtig wird. Wir veröffentlichen diese Texte in Protokoll- oder Interviewform. Die Protokollform kennen Sie vielleicht aus Serien wie "Mein Traum".

    In diesem konkreten Fall habe ich mit Georg Schauf gesprochen. Ab und an habe ich ihm eine Frage gestellt und am Ende habe ich seine Aussagen protokolliert. Es sind dementsprechend seine Gedanken, protokolliert von Tobias Escher.

  2. Redaktion

    Hallo Grellseher,

    in der täglichen Serie "Mein Olympia" erzählen Sportler, wieso ihr Olympia-Moment besonders wichtig wird. Wir veröffentlichen diese Texte in Protokoll- oder Interviewform. Die Protokollform kennen Sie vielleicht aus Serien wie "Mein Traum".

    In diesem konkreten Fall habe ich mit Georg Schauf gesprochen. Ab und an habe ich ihm eine Frage gestellt und am Ende habe ich seine Aussagen protokolliert. Es sind dementsprechend seine Gedanken, protokolliert von Tobias Escher.

    Antwort auf "Was ist das jetzt"

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