Mein Olympia"Turmspringen – das ist der Wahnsinn!"

Heute starten die Turmspringer. Ein Rückenklatscher aus 10 Metern muss nicht wehtun - wenn die Körperspannung stimmt, sagt der Moderator und Turmspringer Daniel Aminati. von 

Eine Frau trainiert für die Wettkämpfe im Turmspringen.

Eine Frau trainiert für die Wettkämpfe im Turmspringen.  |  © M. Medina/AFP/GettyImages

Da stehst du auf einem Zehner und denkst dir: "Mann, das ist eine ordentliche Höhe!" Turmspringen vermittelt einen Kick. Und wenn du lernst, wie du dich in der Luft zu bewegen hast, irgendwann einen Delphin-Salto springen kannst, dann fängt es an, Spaß zu machen.

Weil ich es selbst gemacht habe, fasziniert mich Turmspringen bei Olympia. Wenn sich heute die Damen im Synchronspringen aus drei Metern ins Wasser stürzen, ist das ein Highlight des Olympia-Tages. Vor meinem ersten Versuch dachte ich oft: "Ach, guck' mal, sieht ja ganz nett aus." Mittlerweile sitze ich vor dem Fernseher und denke mir: "Turmspringen – das ist der Wahnsinn!" Ich weiß mittlerweile, wie es sich auf dem Turm anfühlt und wie schwer es ist, selbst einfache Drehungen hinzubekommen.

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Daniel Aminati
Daniel Aminati

Der Fernseh-Moderator Daniel Aminati wurde 2011 beim TV-Turmspringen von Stefan Raab Zweiter hinter dem Turner Fabian Hambüchen. Aminati versuchte sich auch schon bei der Wok-WM und der Autoball-EM.

Vor meinem kleinen Fernsehauftritt beim TV Total -Turmspringen habe ich mehrere Monate lang zwei- bis dreimal die Woche trainiert. Ein eineinhalbfacher Salto, wie ich ihn nun kann, ist für die Profis bei Olympia ein Witz, damit machen die sich höchstens warm. Von ihnen bin ich Lichtjahre entfernt. Aber ich habe etwas gelernt. Etwa, dass ein Rückenklatscher vom 10 Meter Brett gar nicht so sehr wehtut, wie es aussieht.

Als ich 2009 einen Salto vorwärts gehechtet springen wollte, misslang meine Landung gründlich – aus einem Kopf- wurde ein Rückensprung. Ich selber hatte eine totale Körperspannung, wodurch der Körper den Schlag logischerweise absorbieren konnte. Das ist ähnlich, wie wenn jemand in einen schlaffen Bauch reinschlägt, das tut mehr weh, als wenn man ihn anspannt. Aber klar, Blessuren hatte ich schon. Mir wurden sehr schnell Kompressionsverbände angelegt, damit keine Blutungen entstehen.

Mein Olympia

Jeder Tag rappelvoll mit Spannung, Medaillen und Tränen: Bei den Sommerspielen der 30. Olympiade wird es in 26 Sportarten 302 Entscheidungen geben. Da den Überblick zu behalten ist nicht leicht. In der täglichen Serie "Mein Olympia" versuchen wir es. Am Morgen eines jeden Olympiatages lassen wir einen Sportler oder jemanden, der sich mit einer Sportart auskennt, erzählen, weshalb sein Olympia-Moment wichtig wird.

London 2012

Vom 27. Juli bis zum 12. August 2012 richtet London die größte Sportveranstaltung der Welt aus. Insgesamt werden mehr als 10.000 Sportler aus mehr als 200 Ländern in England erwartet. Außerdem werden ungefähr 30.000 Journalisten aus aller Welt aus London von den Spielen berichten. Insgesamt stehen 6,6 Millionen Tickets zum Verkauf.

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In unserem Ticker verpassen Sie keinen olympischen Wettkampf, keine Medaille und keinen Termin der Sommerspiele in London. Den an jedem Olympiatag spannendsten Wettkampf stellen wir in der Serie "Mein Olympia" vor. Alle Interviews, Reportagen und Essays der Redaktion finden Sie auf der Olympia-Seite. Die englische Hauptstadt London ist nach 1908 und 1948 die erste Metropole, die zum dritten Mal Gastgeber der Spiele ist. Für ZEIT ONLINE berichten Christian Spiller und Christof Siemes aus London. Im Blog der Sportredaktion lesen Sie die Erfahrungen der Olympiareporter.

Am Ende waren es nur ein paar blaue Flecken, die sich angefühlt haben wie ein Sonnenbrand. Ich hatte ein Ziehen an den Stellen, aber es war nicht so dramatisch. Ich habe erst gemerkt, wie spektakulär meine Landung ausgesehen hat, als ich in die erschrockenen Gesichter der Moderatoren geschaut habe. Ich bin danach direkt wieder hoch und habe den Sprung vernünftig ausgeführt.

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Leserkommentare
  1. In einer längst vergangenen Zeit wurden Erziehungsprobleme (Sanktionen) auch schon mal mit Mutproben behoben.

    So sollte mein Bruder vom zehn Meter Brett springen, weil er die Bibelstunde versäumte.
    Er sprang mit den Füßen breit gestellt, und verbrannte sich beim Aufprall mit den Füßen (auf das Wasser).

  2. Wer solch einen Artikel schreibt, muß wirklich schmerzfrei sein. Zumindest sollte er wissen, daß es kein 10m Brett gibt, vom Turm wird ohne Federung gesprungen. Im Übrigen nützt die beste Körperspannung nichts, wenn man voll auf den Rücken kracht. War mal vor zig Jahren aktiv und kann mich gut an manchen schmerzhaften Patzer erinnern. Heute gibt es künstliche Luftblasen, die bei neuen Sprüngen vor all zu schmerzhaften Erlebnissen schützen.
    Wir mussten bei mißglückten Sprüngen sofort wiederholen, damit gar nicht erst Angst aufkam.

    • TDU
    • 29. Juli 2012 13:35 Uhr

    Ein Glück im Leben besteht sicher nicht nur für mich wohl darin, dass man nicht da aufgewachsen ist, wo der Sprung von über 3 Meter hohen Klippen zum Mannsein gehört. Interessant finde ich, dass die Turmspinger meist gar nicht das Aussehen und das Gehabe muskelbepackter Heroen mit sich führen. Es muss einfach ein Wasserfreund- und Vertrauensgen geben. Und vor dieser und anderer Körperbeherrschung z. B. manches Geräteturnen ohne Bodenkontakt, alle Achtung.

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  • Serie Mein Olympia
  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Körper | Moderator | Olympia | Wasser
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