Olympia-Favoriten : Gold, Gold, Gold, Gold, Gold

Dabei sein ist nicht alles! Alle Nationen wollen bei Olympia möglichst weit vorne im Medaillenspiegel landen. Wer hat die besten Chancen?
Patrick Hausding und Sascha Klein (rechts) bereiten sich im Londoner Aquatics Centre auf den Synchronsprung-Wettbewerb vor. © Hannibal Hanschke/EPA/dpa

Der Deutsche Olympische Sportbund erhofft sich, das Ergebnis aus Peking zu wiederholen. Damals landete Deutschland auf Rang 5 der Nationenwertung. Traditionell sind die Deutschen im Rudern und Reiten Weltspitze. Ansonsten ist das Aufgebot breit gefächert, Gold ist unter anderem im Schießen, im Hockey, im Schwimmen, im Fechten und in der Leichtathletik möglich.

Athleten: 395

Medaillen 2008:  16x Gold, 10x Silber, 15x Bronze

Die Stars: Britta Steffen und Paul Biedermann, beide von Beruf Schwimmer und miteinander liiert, könnten das Sportlerpärchen dieser Spiele werden. Fabian Hambüchen möchte seine Karriere mit Gold am Reck krönen. Von diesen Stars abgesehen ist Olympia in Deutschland stets die Zeit für jene Athleten, die sonst wenig Aufmerksamkeit erhalten. Gewichtheber Matthias Steiner zeigte dies vor vier Jahren, als er nach seinem Olympiasieg zum Sportler des Jahres gekürt wurde.

Gut zu wissen: Deutschland reist mit dem kleinsten Olympia-Aufgebot seit der Wiedervereinigung an. Schuld daran sind die Ballsportarten, die in der Qualifikation schwach abschnitten. Deutsche Handballer, Basketballer, Wasserballer und Fußballer fehlen in London .

Doping: Hierzulande findet der Anti-Doping-Kampf eine breitere Öffentlichkeit als in anderen Ländern. Trotzdem gab es in der jüngeren Vergangenheit kleinere und größere Skandale. Zuletzt sorgten die Blut-Bestrahlungen am Olympia-Stützpunkt in Erfurt für Diskussionen.

Prognose: Deutschland hat viele Goldhoffnungen, aber nur wenige -favoriten. Rang 3 der Medaillenwertung ist nur mit viel Glück erreichbar. Realistisch ist eine Position zwischen 5 und 7.

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Kommentare

29 Kommentare Seite 1 von 4 Kommentieren

Irgendwie ist es doch unfair, beim absoluten Medaillenspiegel...

... einen Staat wie die USA (311,5 Mio. Einwohner) mit einem Zwergstaat wie Andorra (85.000 Einwohner) zu vergleichen.

Dass eine bürgerreiche Nation mehr potentielle Sportler besitzt als ein bürgerarmes Kleinland ergibt sich ja von selbst.

Schließlich hat Berlin ja auch mehr Sporttreibende als Oberrüsselbach (absolut betrachtet)... :-)

Der Aussagewert des Medaillenspiegels

ist nur sehr begrenzt, da hier Äpfel mit Birnen verglichen werden. So ist es möglich, dass ein Einzelsportler in mehreren Disziplinen Medaillen holt (z. B. 100m, 200m; Einzel/Doppel/Vierer; Reck, Barren; usw.), während es in Mannschaftssportarten immer nur eine Goldmedaille für ein Land gibt. Eine Goldmedaille z. B. im Basketball, wo Superstars wie James und Bryant antreten, ist m.E. wertiger als z. B. eine im Kanu (wobei ich nichts geen Randsportarten sagen will, diese haben sich die alle 4 Jahre eintretende Aufmerksamkeit natürlich verdient). So bleibt der Spiegel nur eine nette Spielerei.

Definitionsfrage

"Alle Nationen wollen bei Olympia möglichst weit vorne im Medaillenspiegel landen."

Kommt drauf an, was man unter "Nation" versteht.
Die Staatsbürger der jeweiligen Nationen dürften zum Großteil ein sehr entspanntes bis uninteressiertes Verhältnis zum Medaillenspiegel haben.
Bei den nationalen Sport- und Politfunktionären dürfte das allerdings deutlich anders gelagert sein. Dort schmückt man sich (zum Zwecke der Werbung in eigener Sache) gern mit dem nationalen Ranking im Medaillenspiegel. Sofern es vorzeigbar ist, versteht sich ...

Medaillenschmuck und Sport als Bühne für Funktionäre

Korrekt. Große Sportereignisse (Olympia, WM, EM usw.)waren leider schon immer eine Bühne für Funktionäre aller Art und sind oft von diesen zur Selbstdarstellung missbraucht worden. Die Wirkung haben schon Diktatoren im Alten Rom und im vergangenen Jh. erkannt. In der heutigen Zeit wird diese Darstellungswirkung noch verstärkt durch den Medienhype. Das eigentliche SPORTereignis tritt hierdurch, befördert auch durch das Zählen von Medaillen in einem Medaillenspiegel, immer mehr in den Hintergrund.