Michael Phelps"Jetzt geht es um die Schokostückchen auf meiner Eiscreme"

Der Schwimmer Michael Phelps kann in London der erfolgreichste Olympionike aller Zeiten werden. Vor seinem ersten Rennen am Samstag spricht er über seine Erwartungen.

Michael Phelps schießt auf der Pressekonferenz zurück.

Michael Phelps schießt auf der Pressekonferenz zurück.

Frage: Herr Phelps, wie gehen Sie in diese Olympischen Spiele im Vergleich zu den Spielen von vor vier Jahren in Peking?

Michael Phelps: Es ist schwer, mich selbst mit damals zu vergleichen. Die Ziele sind unterschiedlich. In Peking wollte ich alles erobern. Dieses Mal habe ich viel mehr Spaß und bin relaxt. Ich bin neulich aus der Kantine im Olympischen Dorf gekommen und lief in drei russische Sportlerinnen, die größer waren als ich. Ich sagte mir: Mann, ich dachte, ich sei groß. Es ist toll, so etwas zu erleben. Das hier ist das Schlusskapital. Jetzt geht es nur noch darum, wie viele Schokostückchen ich auf meiner Eiscreme haben möchte.

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Frage: Sie haben schon 14 olympische Goldmedaillen gewonnen, so viele wie noch niemand zuvor. Noch drei Medaillen mehr und Sie hätten den ewigen Gesamtmedaillenrekord der russischen Turnerin Larissa Laytnina gebrochen.

Phelps: Sie sind diejenigen, die immer die Medaillen zählen. Ich habe das in meiner ganzen Karriere noch nie gemacht. Ich bin hier, um so schnell zu schwimmen wie ich kann. Das ist alles, worum es geht. Ich werde ins Wasser gehen und mein Bestes geben und wenn es einen Rekord gibt, dann gibt es eben einen.

Michael Phelps
Michael Phelps

Der Schwimmer Michael Phelps hält mit 14 Olympiasiegen den historischen Bestwert. In London könnte er den Rekord der Turnerin Larissa Latynina einstellen, die bei Olympischen Spielen 18 Medaillen gewann. Bisher hat er 16.

Frage: Sie sagten, sie möchten so viel wie möglich von diesen Spielen aufsaugen und Spaß haben. Zur gleichen Zeit aber müssen Sie ihre Energie für die Wettkämpfe aufsparen. Wie schafft man beides?

Phelps: Das wird sehr herausfordernd sein. Ich versuche, mich zu entspannen, so gut ich kann. Wenn ich nicht gerade ein Schläfchen halte, sitze ich allein in unserem Aufenthaltsraum und schaue ein paar Serien oder Filme. Es gibt viele Momente, in denen ich, na ja, ich weiß nicht, ob ich sagen würde, dass ich gerührt bin, aber in denen ich emotionaler werde, weil es der letzte Wettkampf meiner Karriere sein wird. Das ist eine große Sache. Aber ich habe es während meiner ganzen Karriere geschafft, meine emotionale Energie im Griff zu haben. Sobald ich im Becken bin, werde ich mich nicht zurückhalten.

Frage: Was macht einen Superstar zum Superstar? Ist es Talent, Coaching, Arbeitsethos?

Phelps: Ich denke, es ist eine Kombination von allen. Offensichtlich muss man eine gute Arbeitsauffassung haben. Du musst psychologisch stark und motiviert sein. Es sind viele Dinge. Ich habe da ein ganz gutes Paket zusammen und kann mich nicht beschweren über das, was mir mitgeben wurde, und das, was ich lernen konnte.

Frage: In Peking sind sie in acht Rennen gestartet, dieses Mal sind es nur sieben. Ist das eine Frage der Erholung? Ist Ihr Körper noch genauso belastbar wie 2008?

Phelps: Ich habe festgestellt, dass das Thema Erholung für mich jetzt wichtiger ist als damals. Ich bin älter geworden, da wird es schwerer. In Peking war alles perfekt, ich hatte alles, was ich brauchte. Aber ich bin zuletzt wieder besser in Form gekommen. Es wird sicherlich viele Eisbäder, Massagen geben. Und ich werde so viel schlafen wie möglich.

Leserkommentare
  1. Sind da Wachstumshormone drin...oder Testosteron? Vermute, er isst weniger Schokolade als andere "Kleinigkeiten" zwischendurch.

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