Bundesleistungszentrum Kienbaum: Die 50-Millionen-Euro-Medaillenschmiede
Wie zu DDR-Zeiten ist die Anlage in Kienbaum die Medaillenschmiede Deutschlands. Den Steuerzahler kostet sie Millionen. Ist sie das Geld wert?
© Constantin Wissmann

Klaus-Peter Nowack, der Geschäftsführer des Bundesleistungszentrums
Der Weg zum Bundesleistungszentrum Kienbaum führt von Berlin aus Richtung Osten durch die Plattenbaugebiete Marzahns und Hohenschönhausens immer weiter geradeaus, bis es irgendwann keine Häuser mehr gibt. Dann nach 30 Kilometern ein schlichtes Abzweigschild "Kienbaum". Kein Hinweis darauf, dass es hier zur Vorzeige-Anlage des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) geht, wo sich knapp die Hälfte der 389 Olympia-Athleten auf London vorbereitet haben und die den Steuerzahler bisher um die 50 Millionen Euro gekostet hat.
So sicher wie das Olympische Feuer zur Eröffnungsfeier kommen alle vier Jahre die Diskussionen über die Sportförderung auf. Kein Wunder, bei den Zahlen. Offiziell hat das Bundesinnenministerium für den Sport im vergangenen Jahr 133 Millionen Euro ausgegeben. Hinzu kommen noch die Ausgaben für Sportsoldaten, Sportpolizisten und Sportzöllner sowie das Geld aus Konjunkturpaketen von Bund und Ländern. Die FAZ hatte 2010 ausgerechnet, dass innerhalb von vier Jahren auf diese Weise 850 Millionen Euro für die Sportförderung zusammen kommen.
Einige mögen sich fragen, ob es diese Summe wert ist, damit bei den Olympischen Spielen ein paar Mal die deutsche Fahne hochgezogen wird. Andererseits werden von deutschen Sportlern Spitzenleistungen erwartet, das kollektive Warten auf die erste Medaille dieser Tage hat es wieder einmal verdeutlicht. Sportliche Erfolge sind ohne viel Geld nicht zu haben, das wird nirgends so klar wie in Kienbaum.
- London 2012
Vom 27. Juli bis zum 12. August 2012 richtet London die größte Sportveranstaltung der Welt aus. Bei den Sommerspielen der 30. Olympiade wird es in 26 Sportarten 302 Entscheidungen geben. Insgesamt werden mehr als 10.000 Sportler aus mehr als 200 Ländern in England erwartet. Außerdem werden ungefähr 30.000 Journalisten aus aller Welt aus London von den Spielen berichten. Insgesamt stehen 6,6 Millionen Tickets zum Verkauf.
- Olympia auf ZEIT ONLINE
In unserem Ticker verpassen Sie keinen olympischen Wettkampf, keine Medaille und keinen Termin der Sommerspiele in London. Den an jedem Olympiatag spannendsten Wettkampf stellen wir in der Serie "Mein Olympia" vor. Alle Interviews, Reportagen und Essays der Redaktion finden Sie auf der Olympia-Seite. Die englische Hauptstadt London ist nach 1908 und 1948 die erste Metropole, die zum dritten Mal Gastgeber der Spiele ist. Für ZEIT ONLINE berichten Christian Spiller und Christof Siemes aus London. Im Blog der Sportredaktion lesen Sie die Erfahrungen der Olympiareporter.
Man kann das Bundesleistungszentrum als vorbildliches Zusammenführen von Ost und West sehen. Oder als bundesdeutsche Fortsetzung der berüchtigten Medaillenschmiede der DDR. Seit 1952 entstand fast jeder Olympiasieg der DDR hier. Mit allem, was dazugehört. Legendär ist die Unterdruckkammer, ein zweigeschössiger Bunker, in dem die Athleten ein Höhetraining simulieren konnten. Die Kammer, die es offiziell gar nicht gab, gilt vielen als Symbol für den DDR-Sport, dem für den Erfolg jedes Mittel recht war. Heute modert sie vor sich hin. Die Athleten trainieren lieber in echten Höhen als in einem stickigen Bunker. Den Rest der 60 Hektar großen Anlage nutzen sie gern.
Knapp 70.000 Übernachtungen verzeichnete das Bundesleistungszentrum mit seinen 400 Betten auf 200 Zimmern im vergangenen Jahr. Der Turner Philipp Boy bezeichnet es als sein "zweites Zuhause". Und vielen geht es wie Kugelstoßerin Nadine Kleinert, die sagt: "Ohne Kienbaum hätte ich nie meine Medaillen gewonnen."
Die Sportler lieben die Anlage, gerade weil sie ihre Verstecktheit, die in der DDR Programm war, bewahrt hat. Sollte sich tatsächlich jemand mal hierher verirren, sorgen der Liebenberger See und dichter Wald dafür, dass von der Anlage kaum etwas zu sehen ist. "Für die Sportler ist die Lage ideal. Hier finden sie absolute Ruhe, die sie brauchen, um in Ruhe trainieren und regenerieren zu können. Andererseits ist es nicht weit nach Berlin, wenn ihnen die Decke auf den Kopf fällt", sagt Klaus-Peter Nowack.
Nowack ist der Geschäftsführer des Bundesleistungszentrums, aber in seinen Sportklamotten sieht er aus wie ein Trainer. Das war er auch, bevor er noch in der DDR zum Leichtathletik-Funktionär aufstieg und nach der Wende blieb. Nach Kienbaum kam er 2002 als Nachfolger von Hartmut Schümann. Der musste gehen, als herauskam, dass er für die Stasi gespitzelt hatte. Nowack sagt, er müsse schon jetzt für die nächsten Olympischen Spiele planen, da kann er sich nicht ständig mit der Vergangenheit auseinandersetzen. Nur soviel: "Im Sport war sicherlich nicht alles verkehrt, was damals gelaufen ist".






So sicher wie das Olympische Feuer zur Eröffnungsfeier kommen alle vier Jahre die Diskussionen über die Sportförderung auf.
Klar, wenn die Zeit darueber schreibt, dann kommt eine solche Diskussion auf. :-)
tja, weil man diese diskussion schon im einleitungstext mit der frage "Den Steuerzahler kostet sie Millionen. Ist sie das Geld wert??" suggeriert.
dass man sport fördert dürfte/sollte keinem missfallen. was wären auch die alternativen? mehr rüstung? billigerer schnaps? autobahnbrücken, über die keiner läuft?
irgendwer denkt aber sicher, es sollte missfallen, denn man hat das steuerzahler-argument gebracht. dabei sind steuern nicht zweckgebunden. was das alles soll, versteh ich auch nicht. schön, dass der artikel über die anlagen in kienbaum informiert, aber warum nebenbei den sport und seine förderung in frage stellen?
hat mit Sportförderung nichts zu tun. Davon profitiert eine Hand voll Menschen, welche dann an der Olympia teilnehmen darf und den deutschen Sport repräsentiert, was angesichts des Übergewichtsproblems schon ziemlich ironisch ist. Genauso gut könnte ich tatsächlich sagen: Eine Autobahnbrücke, über die niemand läuft sei eine Fußgängerförderung. Es profitieren wenige davon, die Allgemeinheit hat gar keinen Nutzen davon und es kostet viel Geld. Also in so fern finde ich es sehr gerechtfertigt, dass man sich diese Frage stellt. Und wenn man alle vier Jahre so viel Geld dafür ausgibt, kommt die Frage auch alle vier Jahre. Seien wir ehrlich: Wenn den olympischen Spielen hat abgesehen von den Athleten niemand etwas.
tja, weil man diese diskussion schon im einleitungstext mit der frage "Den Steuerzahler kostet sie Millionen. Ist sie das Geld wert??" suggeriert.
dass man sport fördert dürfte/sollte keinem missfallen. was wären auch die alternativen? mehr rüstung? billigerer schnaps? autobahnbrücken, über die keiner läuft?
irgendwer denkt aber sicher, es sollte missfallen, denn man hat das steuerzahler-argument gebracht. dabei sind steuern nicht zweckgebunden. was das alles soll, versteh ich auch nicht. schön, dass der artikel über die anlagen in kienbaum informiert, aber warum nebenbei den sport und seine förderung in frage stellen?
hat mit Sportförderung nichts zu tun. Davon profitiert eine Hand voll Menschen, welche dann an der Olympia teilnehmen darf und den deutschen Sport repräsentiert, was angesichts des Übergewichtsproblems schon ziemlich ironisch ist. Genauso gut könnte ich tatsächlich sagen: Eine Autobahnbrücke, über die niemand läuft sei eine Fußgängerförderung. Es profitieren wenige davon, die Allgemeinheit hat gar keinen Nutzen davon und es kostet viel Geld. Also in so fern finde ich es sehr gerechtfertigt, dass man sich diese Frage stellt. Und wenn man alle vier Jahre so viel Geld dafür ausgibt, kommt die Frage auch alle vier Jahre. Seien wir ehrlich: Wenn den olympischen Spielen hat abgesehen von den Athleten niemand etwas.
tja, weil man diese diskussion schon im einleitungstext mit der frage "Den Steuerzahler kostet sie Millionen. Ist sie das Geld wert??" suggeriert.
dass man sport fördert dürfte/sollte keinem missfallen. was wären auch die alternativen? mehr rüstung? billigerer schnaps? autobahnbrücken, über die keiner läuft?
irgendwer denkt aber sicher, es sollte missfallen, denn man hat das steuerzahler-argument gebracht. dabei sind steuern nicht zweckgebunden. was das alles soll, versteh ich auch nicht. schön, dass der artikel über die anlagen in kienbaum informiert, aber warum nebenbei den sport und seine förderung in frage stellen?
seine Funktion als Werbung für verschiedene Sportarten ausgezeichnet erfüllt und so viele Sportler darauf ihre Karriere aufbauen oder mit dem Sport anfangen beanworte ich die Frage mit einem Ja. Als junger Mensch braucht man nun einmal Vorbilder im sportlichen Bereich und wenn es hilft die Leute zum sporttreiben zu bewegen, so kann ich das nur gutheißen.
... das ist ja ganz was Neues. Der olympische "Sport" ist mittlerweile degeneriert zu einer Werbemaschinerie für die Industrie, die Funktionäre und die Politik. Mit Sport hat das Ganze schon lange nichts mehr zu tun. Wenn Sie dem Sport helfen wollen, dann muss das Geld schleunigst in den Breitensport gegeben werden. Alles andere ist Veruntreuung von Steuergeldern ...
... das ist ja ganz was Neues. Der olympische "Sport" ist mittlerweile degeneriert zu einer Werbemaschinerie für die Industrie, die Funktionäre und die Politik. Mit Sport hat das Ganze schon lange nichts mehr zu tun. Wenn Sie dem Sport helfen wollen, dann muss das Geld schleunigst in den Breitensport gegeben werden. Alles andere ist Veruntreuung von Steuergeldern ...
Ich finde es absolut sinnvoll. So gibt man Sportlern die Möglichkeit auf hohem Niveau zu zeigen, was sie können. Vielleicht animiert die eine oder andere deutsche Medaille interessierte Zuschauer sich selbst sportlich zu betätigen. Das wurde unserer Gesellschaft bestimmt nicht schaden.
Abgesehen davon gibt es weitaus unsinnigere Dinge, die mit Millionen gefördert werden. Deutschland kann sich den "Luxus" erlauben mit viel Geld den Sport zu fördern, auch wenn mitunter das Gegenteil behauptet wird. Also warum nicht?
Also, sind's denn nun 3 Millionen im Jahr, wie im Artikel geschrieben? Woher kommen dann die 50 Mille aus der Überschrift??
Der Herr Wissmann moege das doch nochmal checken und ggf. richtigstellen.
Ach ja, fuer Sportförderung und Leistungssport kann man nicht genug Geld ausgeben; nur weil in Deutschland jetzt alle so tun als wuerden unsere Sportler nix können (die letzten 2 Tage beweisen ja das Gegenteil), muss man doch nicht auf den gleichen Zug aufspringen, oder?
Also bedeutet es bis heute.
Also seit ungefähr 20 Jahren, seit die Anlage von der DDR übernommen wurde.
Also bedeutet es bis heute.
Also seit ungefähr 20 Jahren, seit die Anlage von der DDR übernommen wurde.
... geht es doch schon lange nicht mehr. Es geht um das Gaschäft, das dahinter steckt.
Vor allem die Werbung.
Q PhotoFlo:
Dei 3 Millionen können nur für das Material sein, weil 50 Beschäftigte schon mindestens 4 Millionen jährlich kosten.
für den gesamten Etat vom OSP Berlin wurden 2010 4,7Mio veranschlagt (Kienbaum mit eingeschlossen).
Personalkosten sind nicht so hoch, da sie mit anderen Institutionen mischfinanziert werden.
http://www.osp-berlin.de/...
Das wäre ein durchschnittliches Jahresgehalt von 80.000 € pro Mitarbeiter, die größtenteils die Zimmer der Sportler sauber machen, das Essen zubereiten, die Anlagen pflegen... das wäre ein sehr gutes Gehalt, oder?
für den gesamten Etat vom OSP Berlin wurden 2010 4,7Mio veranschlagt (Kienbaum mit eingeschlossen).
Personalkosten sind nicht so hoch, da sie mit anderen Institutionen mischfinanziert werden.
http://www.osp-berlin.de/...
Das wäre ein durchschnittliches Jahresgehalt von 80.000 € pro Mitarbeiter, die größtenteils die Zimmer der Sportler sauber machen, das Essen zubereiten, die Anlagen pflegen... das wäre ein sehr gutes Gehalt, oder?
Der Einsatz der Polizei bei Fussballspielen der DFL, kostet dem Steuerzahler jährlich 115 Millionen,darüber sollte man diskutieren.
Über die Sportförderung allerdings nicht!
an Lizenzgeldern und Steuergeldern an den Staat zurückgeht, darüber sollte man auch sprechen.
Aber dann passt ja das polemische "Ich will nicht die Polizei für Profis bezahlen" nicht mehr ;)
an Lizenzgeldern und Steuergeldern an den Staat zurückgeht, darüber sollte man auch sprechen.
Aber dann passt ja das polemische "Ich will nicht die Polizei für Profis bezahlen" nicht mehr ;)
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