Champions LeagueGladbach verspielt Führung gegen Kiew

Mönchengladbach hat sein Hinspiel gegen Dynamo Kiew verloren und steht vor dem Aus in der Champions-League-Qualifikation. Dabei hatten die Gladbacher früh 1:0 geführt. von dpa

Der Gladbacher Juan Arango

Der Gladbacher Juan Arango  |  © Federico Gambarini/dpa

Borussia Mönchengladbach – Dynamo Kiew 1:3 (1:2)

Borussia Mönchengladbach hat sein internationales Comeback verpatzt und hat kaum noch Chancen auf den erstmaligen Einzug in die Gruppenphase der Champions League. Die Mannschaft von Trainer Lucien Favre verlor gegen Dynamo Kiew am Ende deutlich und hat mit dem entscheidenden Qualifikations-Rückspiel am kommenden Mittwoch in der Ukraine nun eine sehr schwierige Aufgabe vor sich.

Gegen Kiew hatte Borussias Coach Favre seine Startelf nach dem Pflichtspielauftakt im DFB-Pokal gegen Alemannia Aachen auf einer Position verändert: Für Patrick Herrmann spielte auf der rechten Außenbahn der Finne Alexander Ring. Alle drei Neuzugänge standen zudem wieder erwartungsgemäß in der Anfangsformation: Alvaro Dominguez, Granit Xhaka und Luuk de Jong. Bei Dynamo saß der Hertha-Einkauf Raffael zunächst auf der Ersatzbank, kam aber in der 78. Minute ins Spiel.

Anzeige

"Wir machen uns nicht klein", hatte Favre von seinem Team Mut im Duell mit dem 26-fachen Meister gefordert. Und Gladbach begann couragiert: Ring sorgte nach einem schönen Diagonalpass von Juan Arango aus kurzer Entfernung für die verdiente, frühe Führung (13.). Auch danach spielten die Gladbacher ansehnlich weiter, zeigten ein variables Flügelspiel – wurden dann aber von einem unerwarteten Ausgleich der Ukrainer überrascht.

Kiew mit zwei schnellen Toren

Nach einem Eckball von Miguel Veloso klärte der Kapitän Filip Daems den Ball nicht ausreichend, aus 22 Metern erzielte Michalik das Tor zum 1:1, nachdem Daems den Schuss noch abgefälscht hatte. Kiews Sturmhoffnung Andrej Jarmolenko versetzte Gladbach, das immerhin sechs international erfahrene Spieler in der Startelf hatte, kurz darauf den nächsten Tiefschlag. Der unglücklich agierende Daems konnte nach einem Ballverlust im Mittelfeld einen Pass auf den 22-Jährigen nicht unterbinden; der Angreifer traf aus elf Metern.

Trotzdem gab sich Gladbach auch in der zweiten Hälfte keinesfalls auf. Arango läutete mit zwei Schüssen (60./62.) die Schlussoffensive ein, die Mannschaft erspielte noch einige Torszenen. Favre schickte in der 69. Minute in Herrmann und Mike Hanke noch einmal weitere Angriffskräfte aufs Feld, um eine Pleite zu verhindern – doch am Ende vergebens. Denn kurz vor Schluss traf Neuzugang Luuk de Jong ins eigene Tor und besiegelte damit die Gladbacher Niederlage.

"Wir sind verdient in Führung gegangen, haben dann zwei dumme Tore kassiert. Da wird es schwer gegen so eine Mannschaft, das Spiel zu drehen", sagte Filip Daems. Gladbachs Torwart Marc-André ter Stegen ärgerte vor allem das offensive Spiel seiner Mannschaft nach der Führung, die vergebenen Chancen: "Ich bin bedient und sehr sauer", sagte ter Stegen.

Borussia Mönchengladbach: ter Stegen – Jantschke, Stranzl, Alvaro Dominguez, Daems – Nordtveit, G. Xhaka – Ring, Arango – de Camargo, L. de Jong

Dynamo Kiew: Koval – Danilo Silva, Mikhalik, Betao, Taiwo – Garmash, Miguel Veloso – Kranjcar, Ninkovic, Yarmolenko – Ideye

Tore: 1:0 Ring (13.), 1:1 Michalik (28.), 1:2 Jarmolenko (36.), 1:3 de Jong (81./Eigentor)

Gelbe Karten: Herrmann / Taiwo

Schiedsrichter: Pedro Proenca (Portugal)

Zuschauer: 46.000 

Beste Spieler: G. Xhaka, Arango / Yarmolenko, Michalik

Zur Startseite
 
Leserkommentare
    • Lukan
    • 22. August 2012 8:36 Uhr

    war nicht Pech, das 1-1 war Daems. Und zwar gleich im doppelten Sinne.

    Antwort auf "Richtige Taktik."
  1. wir glauben. Wir Deutsche glauben und reden uns ein, die deutsche BL ist die stärkste. Wir sehen nicht, andere Länder sind auf dem Weg nach oben, nicht nur die Ukraine und wir stagnieren, weil wir uns ständig selbst auf den Bauch klatschen, siehe Fussball-Nationalmannschaft. Wenn ich schon von den "Experten des Fussballs", sprich den Berichterstattern die Berichte oder Reportagen erlebe wird mir immer schlecht. Sie sind nicht in der Lage neutral zu berichten und beleidigen durch ihre Berichterstattung oft den Gegner. Die Auswüchse sind ja bekannt. Wehret den Anfängen. Weiter so.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    die ich vor dem Spiel gehört habe waren durchwegs pesimistisch was Gladbachs Chancen auf das Weiterkommen angeht.

    Vielleicht lesen/sehen Sie die falschen Experten?

  2. Wäre es nicht sinnvoll, die Qualifikationsspiele im Anschluss an die Saison zu machen?
    Vorteile:
    Man hätte noch das Team zusammen, dass sich in der Liga für den entsprechenden Wettbewerb qualifiziert hat â013 wie bei allen anderen Qualifikanten auch.

    Zudem kommt es immer wieder zu Situationen, in denen nicht-eingespielte Mannschaften auf Teams treffen, die schon lange im Spielrhythmus sind.

    Zustätzlich herrscht Planungssicherheit der Teams; zumindest für einen gewissen Zeitraum.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • mdi
    • 22. August 2012 17:56 Uhr

    »Wäre es nicht sinnvoll, die Qualifikationsspiele im Anschluss an die Saison zu machen?«

    ja, absolut. leider sind die europäischen ligen jedoch heute wettbewerbe, die hinsichtlich des teilnehmerfeldes in einem mass aufgeblasen sind, das eine möglichst simple qualifikation nahezu unmöglich macht. unter folgendem link können sie sich ansehen, was da eigentlich auf grundlage von setzlisten und koeffizienten über monate hinweg abläuft, bevor die fussballberichterstattung einsteigt und so tut, als ob hier einfach nur eine mal eben ausgeloste qualifikationsrunde unter relativ bekannten vereinen ausgespielt würde:

    http://kassiesa.home.xs4a...

    fazit: die qualifikation als konsequenz des aufgeblasenen landesmeisterpokals ist zwangsläufig mehr als ein die laufende saison abschliessendes ”endspiel“. insgesamt wohl eher eine grössere veranstaltung als die offizielle europameisterschaft. eine saisonübergreifende veranstaltung bei geöffneten transferfenstern, teil des komplexen gebildes fussball, das nur noch auffem platz ein herrlich simples spiel ist. in jedem verdammten sommer.

    das alles muss nicht schlecht sein. denn andererseits sind es die spielregeln, auf deren grundlage wir in Mönchengladbach überhaupt erst über sinn und unsinn der Champions League philosophieren dürfen. wie auch die Schalker und die Münchener.

    ja, mit der mannschaft der vergangenen saison hätten wir Kiew gestern wohl zerlegt. schön war's trotzdem. und es gibt noch ein rückspiel...

    • match
    • 23. August 2012 10:00 Uhr

    Es geht doch im Grunde darum den jeweiligen Wettbewerb spannend zu gestalten. Hätte man die Qualifikation am Saisonende z.B. mit Reuss und Dante bestritten und würde in der CL 0 Punkte und 12 Tore bekommen würde sich zwangsläufig die Frage ergeben: Warum spielt eine solche Truppe CL.

  3. die ich vor dem Spiel gehört habe waren durchwegs pesimistisch was Gladbachs Chancen auf das Weiterkommen angeht.

    Vielleicht lesen/sehen Sie die falschen Experten?

    • mdi
    • 22. August 2012 17:56 Uhr

    »Wäre es nicht sinnvoll, die Qualifikationsspiele im Anschluss an die Saison zu machen?«

    ja, absolut. leider sind die europäischen ligen jedoch heute wettbewerbe, die hinsichtlich des teilnehmerfeldes in einem mass aufgeblasen sind, das eine möglichst simple qualifikation nahezu unmöglich macht. unter folgendem link können sie sich ansehen, was da eigentlich auf grundlage von setzlisten und koeffizienten über monate hinweg abläuft, bevor die fussballberichterstattung einsteigt und so tut, als ob hier einfach nur eine mal eben ausgeloste qualifikationsrunde unter relativ bekannten vereinen ausgespielt würde:

    http://kassiesa.home.xs4a...

    fazit: die qualifikation als konsequenz des aufgeblasenen landesmeisterpokals ist zwangsläufig mehr als ein die laufende saison abschliessendes ”endspiel“. insgesamt wohl eher eine grössere veranstaltung als die offizielle europameisterschaft. eine saisonübergreifende veranstaltung bei geöffneten transferfenstern, teil des komplexen gebildes fussball, das nur noch auffem platz ein herrlich simples spiel ist. in jedem verdammten sommer.

    das alles muss nicht schlecht sein. denn andererseits sind es die spielregeln, auf deren grundlage wir in Mönchengladbach überhaupt erst über sinn und unsinn der Champions League philosophieren dürfen. wie auch die Schalker und die Münchener.

    ja, mit der mannschaft der vergangenen saison hätten wir Kiew gestern wohl zerlegt. schön war's trotzdem. und es gibt noch ein rückspiel...

    Antwort auf "Qualifikation"
    • match
    • 23. August 2012 10:00 Uhr

    Es geht doch im Grunde darum den jeweiligen Wettbewerb spannend zu gestalten. Hätte man die Qualifikation am Saisonende z.B. mit Reuss und Dante bestritten und würde in der CL 0 Punkte und 12 Tore bekommen würde sich zwangsläufig die Frage ergeben: Warum spielt eine solche Truppe CL.

    Antwort auf "Qualifikation"

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service