Nationalmannschaft: Eine Singpflicht der Nationalhymne ist lange überholt
Wer eine "Singpflicht" der Nationalhymne fordert, hat den Wandel des Fußballs nicht erfasst. Zwischen Nationalstolz und Erfolg besteht kein Zusammenhang. Von A. Schmid
© Shaun Botterill/Getty Images

Mario Gomez, Holger Badstuber und Mats Hummels (v.l.n.r.) singen vor dem EM-Halbfinale die deutsche Hymne.
Ob Wembley-Tor oder Wunder von Bern: Die Produktion von Mythen ist elementarer Bestandteil des Fußballs. Doch Mythen sind kritisch zu reflektieren, vor allem, wenn sie der gesellschaftlichen Ausgrenzung dienen oder einen Teil der Realität verschleiern.
Nach dem unerwarteten Ausscheiden der deutschen Elf bei der Europameisterschaft geriet solch ein Mythos in die Öffentlichkeit. "So wurden wir 1990 Weltmeister", sagte Franz Beckenbauer, der als damaliger Teamchef eine "Singpflicht" der Nationalhymne eingeführt hatte. Damit leistete er seinen Beitrag zur gesellschaftlichen Aufarbeitung des verpassten Titelgewinns. Denn seitdem ist von Stammtischen bis in Plenarsäle hinein eine Diskussion entbrannt, die den ausbleibenden Gesang der Spieler für die Niederlage verantwortlich zu machen sucht. Sportliche Ursachen des Scheiterns geraten so schneller ins Abseits.
"Ich kann nicht für die DFB-Auswahl auflaufen und alle Vorteile einstreichen wollen, dann aber so tun, als wäre ich nur ein halber Deutscher", kommentierte Gerhard Mayer-Vorfelder, Ehrenpräsident des Deutschen Fußballbundes, das Nicht-Singen des Deutschtunesiers Sami Khedira. Kurz vor dem heutigen Länderspiel gegen Argentinien äußerte sich auch Joachim Löw zu den öffentlichen Vorwürfen und bezog eindeutig Stellung. Er empfinde es als "fatal", so der Bundestrainer, wenn Spieler mit Migrationshintergrund herausgehoben werden und diesen unterschwellig vorgeworfen würde, "dass sie dadurch keine guten Deutschen sind". Der Versuch, einen Zusammenhang zwischen sportlichem Misserfolg und mangelnder nationaler Identifikation herzustellen, ist in der Tat höchst zweifelhaft. Ein Blick auf die Entwicklung des Fußballs in den zurückliegenden Dekaden erklärt warum.
Im Zeitgeist der Fünfzigerjahre konnte das Spiel noch als nationale Aufgabe verstanden werden. Die Mannschaft, die unter der Leitung Sepp Herbergers 1954 den ersten Weltmeistertitel für Deutschland erringen konnte, beschenkte die junge Bundesrepublik mit dem "Wir-sind-wieder-Wer"-Mythos. Sportlicher Erfolg und erfolgreicher gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Wiederaufbau wurden als zwei Seiten derselben Medaille gesehen. Aus einer Fußballmannschaft wurden die Helden von Bern, die nationale Ehre und Stolz verkörperten.






Wie soll Deutschland jemals wieder einen Titel holen, wenn die Spieler schon vor dem Spiel wider ihrer Überzeugung zu etwas gezwungen werden, was sie nicht möchten? Wer nicht singen möchte, soll es bitte lassen. Halbherzige Mundbewegungen machen das Ganze nur noch schlimmer. Ich möchte ehrliche Emotionen von selbstbewussten Spielern sehen. Mitsingen kann ich auch selber, wenn ich das so toll finde.
Warum diskutieren wird weiter drüber? Löw hat doch gesprochen!
"Wir haben fast alles gewonnen" - J. Löw
Wir leben in einem Land wo die Mächtigen und "Man in charge" uns ihre "Sicht" der Wirklichkeit als tatsächlich verkaufen wollen. Als einfacher Bürger wird man entweder zunehmend verärgert oder frustriert.
Zum Thema Nationalhymne, in 99,9% der restlichen Ländern der Welt wäre das eine Selbstverständlichkeit und jede Diskussion wäre überflüssig.
"...in 99,9% der restlichen Ländern der Welt..."
...weil es gar keine 1000 restliche Länder gibt.
Die Nationalhymne ist doch nur eine politische Entscheidung. Mir gefällt weder der Text (immerhin wird die Freiheit in Deutschland seit Jahren durch die Politik zunehmend abgebaut) noch die Melodie. Ich finde sie schrecklich, langweilig und falsch und werde sie niemals singen.
Warum haben wir nicht die Internationale als Nationalhymne? Immerhin ist das mal ein echtes Arbeiterlied und die hatten in Deutschland immer das schwerste Los, stellten aber immer den Löwenteil der Bevölkerung. Außerdem ist die SPD doch eine Arbeiterpartei (oder war es mal...).
Es ist also nur eine politische Entscheidung. Dafür zu singen halte ich für lächerlich.
Aber jeder, wie ers mag. Richtig lächerlich wirds aber dann, wenn man das auch noch von anderen fordert.
Finale der WM 98. Frankreich-Brasilien in Frankreich. Da singen zwei Spieler nicht und sogar Platini singt NICHT!
http://www.youtube.com/wa...
oder das
http://www.youtube.com/wa...
hier singt sogar Ribery nicht!
Ich könnte Sie so dermaßen mit Beispielen bewefern, dass ginge Stunden.
Auf dem Platz stehen 11 Deutsche. Fertig.
"...in 99,9% der restlichen Ländern der Welt..."
...weil es gar keine 1000 restliche Länder gibt.
Die Nationalhymne ist doch nur eine politische Entscheidung. Mir gefällt weder der Text (immerhin wird die Freiheit in Deutschland seit Jahren durch die Politik zunehmend abgebaut) noch die Melodie. Ich finde sie schrecklich, langweilig und falsch und werde sie niemals singen.
Warum haben wir nicht die Internationale als Nationalhymne? Immerhin ist das mal ein echtes Arbeiterlied und die hatten in Deutschland immer das schwerste Los, stellten aber immer den Löwenteil der Bevölkerung. Außerdem ist die SPD doch eine Arbeiterpartei (oder war es mal...).
Es ist also nur eine politische Entscheidung. Dafür zu singen halte ich für lächerlich.
Aber jeder, wie ers mag. Richtig lächerlich wirds aber dann, wenn man das auch noch von anderen fordert.
Finale der WM 98. Frankreich-Brasilien in Frankreich. Da singen zwei Spieler nicht und sogar Platini singt NICHT!
http://www.youtube.com/wa...
oder das
http://www.youtube.com/wa...
hier singt sogar Ribery nicht!
Ich könnte Sie so dermaßen mit Beispielen bewefern, dass ginge Stunden.
Auf dem Platz stehen 11 Deutsche. Fertig.
quizfrage: wie viele spieler haben denn 1974 gesungen?
hier eine hilfe auf youtube: http://www.youtube.com/wa...
ich löse gleich mal auf: 0 und mißmutig haben die auch noch geschaut. :)
Danke an mmmanu! Das Video vom WM-Finale 1974 sagt wirklich mehr als alle Worte - der offensichtlich spätberufene Kaiser Franz schweigt zur Hymne genauso bleiern wie alle seine damaligen Kollegen.
Vielleicht sollten wir bei uns einfach auch den Text der Hymne abschaffen; so was gibt es ja anderswo schon, und zwar in?
-> Spanien, genau; und die sind bekanntlich Welt- und Europameister ...
Noch ein sachlicher Beitrag: Die Diskussion ums Mitsingen ist wirklich komplett daneben; wer a) singen kann und das b) auch möchte, soll es tun, und wer nicht, eben nicht.
Die Jungs werden ja heute in Großaufnahme und mit Mikro beobachtet, d.h. wer falsch singt, macht sich in Farbe und HD lächerlich. Auch für den Zuschauer ist es daher sicher besser, wenn die einfach die Klappe halten und sich aufs Spiel konzentrieren ...
Danke an mmmanu! Das Video vom WM-Finale 1974 sagt wirklich mehr als alle Worte - der offensichtlich spätberufene Kaiser Franz schweigt zur Hymne genauso bleiern wie alle seine damaligen Kollegen.
Vielleicht sollten wir bei uns einfach auch den Text der Hymne abschaffen; so was gibt es ja anderswo schon, und zwar in?
-> Spanien, genau; und die sind bekanntlich Welt- und Europameister ...
Noch ein sachlicher Beitrag: Die Diskussion ums Mitsingen ist wirklich komplett daneben; wer a) singen kann und das b) auch möchte, soll es tun, und wer nicht, eben nicht.
Die Jungs werden ja heute in Großaufnahme und mit Mikro beobachtet, d.h. wer falsch singt, macht sich in Farbe und HD lächerlich. Auch für den Zuschauer ist es daher sicher besser, wenn die einfach die Klappe halten und sich aufs Spiel konzentrieren ...
Meine Güte müssen wir in einem tollen Land leben in dem es sich lohnt über solche absoluten Nichtigkeiten zu diskutieren. Aber wenn wir schon mal dabei sind. Ich fordere zudem, dass sich jeder Spieler die Haare blond färbt, sich blaue Kontaktlinsen einsetzt und einen Schnautzbart wachsen lässt. Damit hätten wir den 11 perfekte Deutsche aus dem Bilderbuch auf dem Platz stehen.
Gibt es wirklich keine wichtigeren Sachen zum diskutieren ?
sollte dem Autor die Bedeutung Nationalmanschaft eigentlich klar sein, er verdreht diese anscheind bewusst, in dem er ins Legionärstum des Profifussballs abschweift und als Basis für seine Argumentation nimmt. Dies sind jedoch zwei vollkommenen verschiedene Schuhe. wer auch die Gesichter der Herren Özil, Khedira und Boateng beim Spielen der Nationalhymne (hier wieder Augenmerk auf National) gesehen hat, der muss zugeben das Herr M-V nicht so unrecht hat.
Warum singt z.B. Mario Barwuah Balotelli die italienische Nationalhymne mit, weil er sich mit seinem Land identifiziert.
Auch in Canada würde keiner der Immigranten in den Nationalteams oops sind ja fast alle, nicht "O Canada" zu singen. Aber dafür muss man schon eine Nation, etwas sein, wie der Artikel jedoch deutlich macht, ist dieses Konzept den Dt. abbanden gekommen ist. Leider.
Wahrscheinlich liegt es daran das die Kanadier die Migranten nicht so behandeln wie es die Deutschen tun.
Sehr Viele Deutschen sehen in den Migranten keine Menschen auf Augenhöhe sondern Leibeigene Untermenschen denen sie Ihre Verachtun bei jeder Gelegenheit zeigen, manchmal unterschwellig und manchmal auch sehr direkt, das wissen auch die Migranten. Das ist auch der Grund warum sehr viele Migranten keine echte liebe zu Deutschland entwickeln können.
Viele entwickeln sogar eine Gegenverachtung, das gleiche gab es übrigen auch bei den Farbigen in den USA, der Rassismus der Weißen hat zu einem Gegenrassismus unter den Farbigen geführt.
Bitte diskutieren Sie differenziert. Danke, die Redaktion/mk
Wahrscheinlich liegt es daran das die Kanadier die Migranten nicht so behandeln wie es die Deutschen tun.
Sehr Viele Deutschen sehen in den Migranten keine Menschen auf Augenhöhe sondern Leibeigene Untermenschen denen sie Ihre Verachtun bei jeder Gelegenheit zeigen, manchmal unterschwellig und manchmal auch sehr direkt, das wissen auch die Migranten. Das ist auch der Grund warum sehr viele Migranten keine echte liebe zu Deutschland entwickeln können.
Viele entwickeln sogar eine Gegenverachtung, das gleiche gab es übrigen auch bei den Farbigen in den USA, der Rassismus der Weißen hat zu einem Gegenrassismus unter den Farbigen geführt.
Bitte diskutieren Sie differenziert. Danke, die Redaktion/mk
Entweder oder, könnte man sagen:
Entweder wir agieren im Sportbereich weiterhin mit Nationalmannschaften oder wir lassen den Kommerz und den eigenen Vorteil regieren.
Wenn letzteres, dann können wir gerne auf das Flaggezeigen, die Nationalhymne, das Mitsingen oder nicht, den Austausch von Wimpeln, nationalen Symbolen auf den Trikots, Länderspielstatistiken etc. verzichten.
Oder wie bei Olympia auf den Medaillenspiegel.
Lassen wir bei Olympia z.B. einfach die Besten der Welt egal woher um die Goldmedaille kämpfen, wo Sie trainiert haben oder durch wen auch immer unterstützt wurden, egal, interessiert nicht.
Und bei Mannschaftswettbewerben:
Einfach gemischte Teams, jeder kann mit jedem zusammenspielen, die Besten gewinnen. Wir können ja auch auslosen wer mit wem spielt.
Oder wir nehmen gleich die Clubmannschaften, Endspiel Fussball bei Olympia dann Real Madriad gegen Manu.
Prinzipiell ist dieser Prozess doch bereits im Gange, Thema "Einbürgerung" ausländischer Sportler.
"Startet jetzt für ...." heisst es doch so schön.
Bei vielen deutschen Sportlern bei Olympia musste ich bei der Namensnennung 2-mal zuhören, um zu erkennen, hey das sind doch unsere....
Zumal man hierbei immer auf die Frage zurückkommen muss:
"Lebe ich in einem anderen Land weil ich dort leben möchte und mich mit dem Land identifizieren kann und für mich und die meinen eine neue Heimat gefunden oder weil ich hier nur die besseren Trainingsmöglichkeiten, Sponsoren bzw. Erfolgsaussichten habe?"
Das Singen der Nationalhymne wäre ein Zeichen für das Zugehörigkeitsgefühl zu diesem Land und dieser Gesellschaft. Deshalb halte ich das Singen der Nationalhymne für durchaus sinnvoll.
Selbstverständlich ist das Nichtsingen der Hymne nicht für das Scheitern bei der EM verantwortlich, das wäre nun wirklich totaler Blödsinn. Dafür hat ja auch längst der Bundes-Jogi die "volle Verantwortung" übernommen, freilich ohne die daraus notwendigen Konsequenzen zu ziehen.
wenn man nicht singen will oder kann.
Hat Michael Schumacher auch gemacht, als er im Ferrari in Italien den Grandprix gewonnen hatte.
wenn man nicht singen will oder kann.
Hat Michael Schumacher auch gemacht, als er im Ferrari in Italien den Grandprix gewonnen hatte.
Ich stelle mir vor, wie diejenigen, die sich so erbittert über die Nichtsänger echauvieren vor einem Spiel von der Couch aufstehen, was nach der dritten Flasche Bier nicht mehr so einfach geht, um dann laut grölend mitzusingen und große Probleme haben, die Strophen nicht zu verwechseln.
Ich hatte nach dem Titel des Artikels eher mit einer Satire gerechnet. Dass man dieses Thema scheinbar ernsthaft diskutieren muss, irritiert mich dann doch.
Das Sie das Bekenntnis zum Singen der Nationalhymne in die rechte Schmuddel- Ecke drücken ist auch billiger Populismus, jedoch nur in die andere Richtung.
Das Sie das Bekenntnis zum Singen der Nationalhymne in die rechte Schmuddel- Ecke drücken ist auch billiger Populismus, jedoch nur in die andere Richtung.
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