Mein Olympia: Beim Gehen lernt man mehr als beim Googlen
Als unser Fett-wie-ein-Turnschuh-Kolumnist das Gehen entdeckt, tut sich ihm eine neue Welt auf: Die olympischen Geh-Wettbewerbe will er auf keinen Fall verpassen.
© Dan Istitene/Getty Images

Die olympischen Geherinnen hätten für den biblischen Marsch von Ägypten nach Israel sicher keine 40 Jahre gebraucht.
Olympia schauen ist ein Vergnügen, oder? Ausgerüstet mit der sich stetig weiterentwickelnden Technologie des 21. Jahrhunderts können wir zu Hause sitzen und die sich stetig weiterentwickelnden Leistungen der Menschheit bewundern. Die Athleten schwimmen auf tausend verschiedene Arten, werfen einen Ball in Millionen Variationen, heben Gewichte schwerer als der Globus oder stehen mit gestreckten Füßen auf dem Zeigefinger, um einen Moment später auf dem mittleren Zeh des linken Fußes zu landen. Der kleinste gemeinsame Nenner: Sie bewegen sich.
Wir Zuschauer tun das nicht. Wir sitzen. Wir bewegen höchstens die Augen. Und manchmal auch die Zähne, Zungen, Kiefer und Hände, wenn wir gierig Dosenbier schlucken oder Tonnen von Chips essen.

ist Autor, Essayist und Dramatiker. Er ist Artistic Director des Jewish Theater in New York und Autor des Buches Allein unter Deutschen: Eine Entdeckungsreise. Für ZEIT ONLINE schreibt er seit Dezember 2011 die Fitnesskolumne "Fett wie ein Turnschuh".
Um fair zu bleiben: Niemand kann uns das vorwerfen. Seien wir ehrlich, die große Mehrheit von uns wird nie kerzengerade auf zwei Fingern stehen. Also warum nicht anderen dabei zusehen? Es tut gut zu wissen, dass die Menschheit solche Dinge tun kann. Wir haben das Potenzial.
Paradoxerweise ist Olympia schauen für viele Sterbliche der sicherste Weg, die eigene Sitzkapazität zu verbessern – zulasten der Bewegungsfähigkeit. Je weiter die Athleten springen, desto tiefer sinken wir in unsere Sofas.
Eigentlich sollten wir es besser wissen. Menschen sind nicht geboren, um auf einer Fernbedienung rumzudrücken oder ein iPad per Finger zu bedienen. Das war nie der Plan. Wir sind gemacht, um uns zu bewegen: Das Herz schlägt, die Lunge atmet und die Beine bewegen sich. Unsere Vorfahren, Kreaturen, die ohne Breitbandverbindung ihr Leben lebten und denen wir unsere Existenz verdanken, waren konstant in Bewegung. In jenen Tagen ließ sich eine tote Person leicht von einer lebenden unterscheiden: Die Lebendigen gingen, die Toten nicht. Und antike Autoren zelebrierten das Laufen in ihren brillanten Geschichten. Nehmen Sie die Geschichte der Israeliten aus der Bibel: Ihr zufolge brauchten die Israeliten 40 Jahre, um vom antiken Ägypten ins antike Israel überzusiedeln. Fragen Sie irgendeinen olympischen Athleten, selbst die Langsamsten im Gehen, sie werden Ihnen erzählen, wie viel Zeit für diese Strecke tatsächlich benötigt wird: Maximal 40 Minuten. Warum sind die Israelis dann 40 Jahre durch die Wüste gegangen? Ich sage Ihnen, warum: Sie waren schlaue Köpfe und wollten ihre Jugend mit Gehen verbringen. Warum? Gehen tut gut.
Ich habe einige Zeit gebraucht, um diese simple Tatsache zu begreifen. Mein iPad bewegt sich nicht, und deshalb tat ich es auch nicht. Ich dachte, das wäre normal, bis ich eines Tages rausging, um ein neues iPad zu kaufen, und mich nach zwei Blocks setzen musste.
In diesem Moment wurde mir klar: Wenn ich so weitermache, komme ich bald nicht mal mehr zwei Schritte weit. Also fing ich an zu gehen. Langsam, sehr langsam. Ich schaute mir meine Umgebung genau an, prüfte jedes Gebäude, als würde ich es zum ersten Mal sehen. Kurz gesagt: Ich wurde ein Tourist.
Es war unglaublich.
Ich dachte, ich kenne New York wie meine Westentasche. Aber das stimmte nicht. Es ist atemberaubend, was man alles herausfindet, wenn man sich entscheidet, ein Tourist in der eigenen Stadt zu werden: Man entdeckt eine ganz neue Welt und stellt fest, wie blind man selbst durch die eigene Straße gelaufen ist.






lesen durfte:
"Das Deutschland, das Tenenbom einige Monate lang bereiste, erscheint darin als düsterer Ort voller Nazis und Antisemiten. "Dieses Land hat sich seit Hitlers Herrschaft nicht geändert", glaubt der Autor: "Ich hasse die Deutschen. Hasse sie, ihre großen Masken, ihre endlosen Diskussionen, ihre ständige Predigerei, ihren impliziten oder expliziten Judenhass, ihre Rückgratlosigkeit, ihre exakte Art, ihre exakten Lügen, ihre Starrsinnigkeit, ihren versteckten Rassismus, ihr ständiges Bedürfnis, geliebt und gelobt zu werden, und ihre Selbstgerechtigkeit". Am Ende verlässt er dieses Deutschland, das ihn so sehr aufgeregt hat, mit gemischten Gefühlen. Aus "Ich bin Deutschland" (Rowohlt) wird "Allein unter Deutschen" (Suhrkamp)."
(Quelle: Süddeutsche Zeitung: http://www.sueddeutsche.d...)
möchte ich eigentlich nichts weiteres von ihm hören und sehen. Ich wundere mich ein wenig, werte Zeit-Redaktion, dass sie Herrn Tenenbom weiterhin ein Forum bieten. Nicht weil er die Deutschen und Deutschland kritisiert, sondern wegen der unsachlichen und pauschalen Art und Weise in der er es tut. Für so was haben wir doch schon Herrn Broder.
als wäre dieser Herr eine kleine Heulsuse, die es nicht ertragen kann, dass dem ursprünglichen Verleger das Buch nicht vollständig gefiel. Und wer im 21. Jahrjundert einen Juden aus welchen Gründen auch immer kritisiert, kann natürlich nur ein Nazi sein. Ist doch in der israelischen Außenpolitik das gleiche.
Komisch, dass in den einschlägigen Medien nie erwähnt wird, wie Tenenboms Text weiter geht. '
Die andere Seite der Medaille:
"Yet he despises himself for thinking such things, because “somewhere deep inside me … I love the Germans.” He’s enchanted by the beauty of the country: “Lucky are the men, blessed are the women, whose fate and destiny it is to live in this part of the planet.” Therefore he wants to scream: “Why, in goodness’ name, did you ever engage in a war? What else, what more, did you want?….What were you thinking?” He’s impressed and moved by the impeccable postwar reconstruction of Cologne. “But what,” he asks, does it say about Germans that they could dedicate themselves so completely and intently to such a task? Is this an entirely admirable trait – or, perhaps, not?"
Kalkül oder bloß Schludrigkeit?
als wäre dieser Herr eine kleine Heulsuse, die es nicht ertragen kann, dass dem ursprünglichen Verleger das Buch nicht vollständig gefiel. Und wer im 21. Jahrjundert einen Juden aus welchen Gründen auch immer kritisiert, kann natürlich nur ein Nazi sein. Ist doch in der israelischen Außenpolitik das gleiche.
Komisch, dass in den einschlägigen Medien nie erwähnt wird, wie Tenenboms Text weiter geht. '
Die andere Seite der Medaille:
"Yet he despises himself for thinking such things, because “somewhere deep inside me … I love the Germans.” He’s enchanted by the beauty of the country: “Lucky are the men, blessed are the women, whose fate and destiny it is to live in this part of the planet.” Therefore he wants to scream: “Why, in goodness’ name, did you ever engage in a war? What else, what more, did you want?….What were you thinking?” He’s impressed and moved by the impeccable postwar reconstruction of Cologne. “But what,” he asks, does it say about Germans that they could dedicate themselves so completely and intently to such a task? Is this an entirely admirable trait – or, perhaps, not?"
Kalkül oder bloß Schludrigkeit?
als wäre dieser Herr eine kleine Heulsuse, die es nicht ertragen kann, dass dem ursprünglichen Verleger das Buch nicht vollständig gefiel. Und wer im 21. Jahrjundert einen Juden aus welchen Gründen auch immer kritisiert, kann natürlich nur ein Nazi sein. Ist doch in der israelischen Außenpolitik das gleiche.
Komisch, dass in den einschlägigen Medien nie erwähnt wird, wie Tenenboms Text weiter geht. '
Die andere Seite der Medaille:
"Yet he despises himself for thinking such things, because “somewhere deep inside me … I love the Germans.” He’s enchanted by the beauty of the country: “Lucky are the men, blessed are the women, whose fate and destiny it is to live in this part of the planet.” Therefore he wants to scream: “Why, in goodness’ name, did you ever engage in a war? What else, what more, did you want?….What were you thinking?” He’s impressed and moved by the impeccable postwar reconstruction of Cologne. “But what,” he asks, does it say about Germans that they could dedicate themselves so completely and intently to such a task? Is this an entirely admirable trait – or, perhaps, not?"
Kalkül oder bloß Schludrigkeit?
"...enchanted by the beauty of the country..."
"...blessed to live in this part of the planet..."
"...impressed by the recounstruction of Cologne..."
hat genau was mit dem Geifern und Kotzen des Autors über die charakterlichen und geistigen Attribute des oben genannten Abschnitts zu tun? Vorallem der Teil, dass sich seit Hitlers Herrschaft nichts geändert hätte, is schon ein starkes Stück. Es hebt das negative Bild kein bisschen, die Mühe hätten Sie sich sparen können!!
"...enchanted by the beauty of the country..."
"...blessed to live in this part of the planet..."
"...impressed by the recounstruction of Cologne..."
hat genau was mit dem Geifern und Kotzen des Autors über die charakterlichen und geistigen Attribute des oben genannten Abschnitts zu tun? Vorallem der Teil, dass sich seit Hitlers Herrschaft nichts geändert hätte, is schon ein starkes Stück. Es hebt das negative Bild kein bisschen, die Mühe hätten Sie sich sparen können!!
"...enchanted by the beauty of the country..."
"...blessed to live in this part of the planet..."
"...impressed by the recounstruction of Cologne..."
hat genau was mit dem Geifern und Kotzen des Autors über die charakterlichen und geistigen Attribute des oben genannten Abschnitts zu tun? Vorallem der Teil, dass sich seit Hitlers Herrschaft nichts geändert hätte, is schon ein starkes Stück. Es hebt das negative Bild kein bisschen, die Mühe hätten Sie sich sparen können!!
Sie missverstehen meine "Mühe". Ich bin durchaus der Meinung, das Tenenbom und auch sonst jeder Mensch Deutsche und Deutschland gerne pauschal hassen darf, wenn es beliebt. Warum auch nicht?
Und natürlich darf es dies auch gerne in einem Buch dargelegt werden, völlig begründungslos.
Aber hier wird eben ein Zitat aus seinem Buch aus dem Kontext gerissen dargestellt. Das macht die differenzierte Auseinandersetzung damit nicht eben leichter.
Letzlich freue ich mich, dass diese Kolumne erscheint und Tenenbom mit spitzer Feder Wahrheiten verbreiten darf.
Sie missverstehen meine "Mühe". Ich bin durchaus der Meinung, das Tenenbom und auch sonst jeder Mensch Deutsche und Deutschland gerne pauschal hassen darf, wenn es beliebt. Warum auch nicht?
Und natürlich darf es dies auch gerne in einem Buch dargelegt werden, völlig begründungslos.
Aber hier wird eben ein Zitat aus seinem Buch aus dem Kontext gerissen dargestellt. Das macht die differenzierte Auseinandersetzung damit nicht eben leichter.
Letzlich freue ich mich, dass diese Kolumne erscheint und Tenenbom mit spitzer Feder Wahrheiten verbreiten darf.
Sie missverstehen meine "Mühe". Ich bin durchaus der Meinung, das Tenenbom und auch sonst jeder Mensch Deutsche und Deutschland gerne pauschal hassen darf, wenn es beliebt. Warum auch nicht?
Und natürlich darf es dies auch gerne in einem Buch dargelegt werden, völlig begründungslos.
Aber hier wird eben ein Zitat aus seinem Buch aus dem Kontext gerissen dargestellt. Das macht die differenzierte Auseinandersetzung damit nicht eben leichter.
Letzlich freue ich mich, dass diese Kolumne erscheint und Tenenbom mit spitzer Feder Wahrheiten verbreiten darf.
..sehe ich in dem von Ihnen ausführlicher dargestellten Zitat auch nicht "die andere Seite der Medaille". Aus dem Kontext gerissen wäre das Zitat, wenn es durch die verkürzte Darstellung eine andere Bedeutung bekäme. Dies ist aber nicht der Fall.
Tenenbom "liebt" also tief in seinem Innern die Deutschen, weil sie in so einem schönen Land leben dürfen? Aha. Und? "Ich halte Sie für einen verachtenswerten Ars**, aber Sie wohnen in einem schönen Haus. Dennoch bleiben Sie natürlich ein Ar***. Warum eigentlich, Sie haben doch ein schönes Haus?"
Man ersetze in Tenenboms Zitat über die von ihm gehassten Deutschen, Deutsche durch Israelis: Ein solcher Kommentar würde hier die Zensur nicht überstehen.
Und:
"“Why, in goodness’ name, did you ever engage in a war? What else, what more, did you want?….What were you thinking?”"
Yes, so why Vietnam. Iraq? Afghanistan, anyone?
..sehe ich in dem von Ihnen ausführlicher dargestellten Zitat auch nicht "die andere Seite der Medaille". Aus dem Kontext gerissen wäre das Zitat, wenn es durch die verkürzte Darstellung eine andere Bedeutung bekäme. Dies ist aber nicht der Fall.
Tenenbom "liebt" also tief in seinem Innern die Deutschen, weil sie in so einem schönen Land leben dürfen? Aha. Und? "Ich halte Sie für einen verachtenswerten Ars**, aber Sie wohnen in einem schönen Haus. Dennoch bleiben Sie natürlich ein Ar***. Warum eigentlich, Sie haben doch ein schönes Haus?"
Man ersetze in Tenenboms Zitat über die von ihm gehassten Deutschen, Deutsche durch Israelis: Ein solcher Kommentar würde hier die Zensur nicht überstehen.
Und:
"“Why, in goodness’ name, did you ever engage in a war? What else, what more, did you want?….What were you thinking?”"
Yes, so why Vietnam. Iraq? Afghanistan, anyone?
..sehe ich in dem von Ihnen ausführlicher dargestellten Zitat auch nicht "die andere Seite der Medaille". Aus dem Kontext gerissen wäre das Zitat, wenn es durch die verkürzte Darstellung eine andere Bedeutung bekäme. Dies ist aber nicht der Fall.
Tenenbom "liebt" also tief in seinem Innern die Deutschen, weil sie in so einem schönen Land leben dürfen? Aha. Und? "Ich halte Sie für einen verachtenswerten Ars**, aber Sie wohnen in einem schönen Haus. Dennoch bleiben Sie natürlich ein Ar***. Warum eigentlich, Sie haben doch ein schönes Haus?"
Man ersetze in Tenenboms Zitat über die von ihm gehassten Deutschen, Deutsche durch Israelis: Ein solcher Kommentar würde hier die Zensur nicht überstehen.
Und:
"“Why, in goodness’ name, did you ever engage in a war? What else, what more, did you want?….What were you thinking?”"
Yes, so why Vietnam. Iraq? Afghanistan, anyone?
"Man ersetze in Tenenboms Zitat über die von ihm gehassten Deutschen, Deutsche durch Israelis: Ein solcher Kommentar würde hier die Zensur nicht überstehen."
Ja, aus gutem Grunde. Statt "Israelis" hätte da auch "Juden" stehen können. Das ist tatsächlich nicht das Gleiche, die Schnittmenge ist aber ausreichend hoch, dass sie mit Hass auf Isrealis in Gefahr kommen, gleich den Antisemitismus mitzunehmen.
Wundert mich, dass so einfache Zusammenhänge nicht bekannt sind.
Es sieht so aus, dass ich eine der wenigen bin, die Tenenboms Buch als Ganzes gelesen hat... I Sleep in Hitler's Room ist wirklich SEHR WITZIG! Ich kann es nur wärmsten empfehlen.
Hier ist jemand, der Deutschland als Aussenseiter besucht, und uns an seinen Gedankengängen teilhaben lässt. Er beendet das Buch mit dem Satz an Deutschland: "Ich liebe Dich, Kind."
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren