Mein OlympiaFrauenfußball? Hockey ist für Mädchen interessanter!

Frauenfußball ist halt Frauenfußball, sagt Janne Müller-Wieland. Die Hockey-Nationalspielerin wirbt für ihren Sport und sagt, wie es ihr Team heute ins Halbfinale schafft. von 

Müller Wieland im Duell mit der Südafrikanerin Lenise Marais

Müller Wieland im Duell mit der Südafrikanerin Lenise Marais  |  © Daniel Berehulak/Getty Images

ZEIT ONLINE: Frau Müller-Wieland, was ist so besonders an Hockey?

Müller-Wieland:  Ich glaube, Hockey ist eine Sportart mit vielen verschiedenen Ansprüchen, taktisch wie technisch. Dazu ist es eine Teamsportart, was es für mich cooler macht, weil ich Sport am liebsten in einer Mannschaft mache. Das Clubleben im Hockey ist besonders. Es ist ja selten so, dass eine Sportart ein richtiges Clubleben hat, mit Clubanlage und allem Drum und Dran. Dieses familiäre Umfeld macht das Hockey so schön. Zudem ist es für Mädchen eine ziemlich gute Sportart.

ZEIT ONLINE: Wieso das?

Müller-Wieland:  Mädchen haben nicht so die Alternative wie Fußball. Handball wird irgendwann echt brutal, und Frauenfußball ist, nun ja, halt Frauenfußball. Hockey ist für Mädchen ein interessanter Sport.

Janne Müller-Wieland
Janne Müller-Wieland

Janne Müller-Wieland machte über 130 Länderspiele für die deutsche Hockey-Nationalmannschaft. Mit ihrem Klub Uhlenhorster HC gewann sie zwei Meistertitel.

ZEIT ONLINE: Wie sind Sie zum Hockey gekommen?

Janne Müller-Wieland:
Meine Mutter hat früher Hockey gespielt. Als mein großer Bruder mit einer Sportart anfangen wollte, hat sie ihm zum Hockey geschickt, bevor er den Fußball für sich entdeckt. Als Kind stand ich immer am Rand und mit sechs Jahren habe ich angefangen, selber zu spielen.

ZEIT ONLINE: Wieso ist Olympia das absolute Highlight für Sie?

Müller-Wieland:  Seit dem letzten verlorenen Spiel in Peking wollte ich unbedingt hier hin. London war noch weit weg, noch vier Jahre. Seit einem Jahr habe ich aber alles stehen und liegen gelassen für Olympia. Die Nominierung war eine sehr große Belohnung. Olympia ist sehr wichtig für mich.

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ZEIT ONLINE: Der Traum Olympia kann aber schon heute vorbei sein. Ihr Team muss mit mindestens drei Toren Vorsprung gewinnen, und selbst dann brauchen Sie noch Schützenhilfe der Argentinier. Hoffen Sie noch, das Halbfinale zu erreichen?

Müller-Wieland:  Den Teil, den wir dazu beisteuern können, nämlich hoch gewinnen gegen Neuseeland , haben wir uns fest vorgenommen, und dann müssen wir auf Schützenhilfe hoffen. In der Vorbereitung auf Olympia haben wir sehr gut gespielt, haben aber noch nicht ins Turnier reingefunden.
Ich habe vorher immer gesagt, die einzigen, die uns wirklich schlagen können, sind wir selber, und das haben wir teilweise gemacht. Wenn wir es schaffen, uns morgen ins Halbfinale zu wurschteln, dann geht wieder alles. Dieses Jahr sind alle Teams nah beieinander.

Mein Olympia

Jeder Tag rappelvoll mit Spannung, Medaillen und Tränen: Bei den Sommerspielen der 30. Olympiade wird es in 26 Sportarten 302 Entscheidungen geben. Da den Überblick zu behalten ist nicht leicht. In der täglichen Serie "Mein Olympia" versuchen wir es. Am Morgen eines jeden Olympiatages lassen wir einen Sportler oder jemanden, der sich mit einer Sportart auskennt, erzählen, weshalb sein Olympia-Moment wichtig wird.

London 2012

Vom 27. Juli bis zum 12. August 2012 richtet London die größte Sportveranstaltung der Welt aus. Insgesamt werden mehr als 10.000 Sportler aus mehr als 200 Ländern in England erwartet. Außerdem werden ungefähr 30.000 Journalisten aus aller Welt aus London von den Spielen berichten. Insgesamt stehen 6,6 Millionen Tickets zum Verkauf.

Olympia auf ZEIT ONLINE

In unserem Ticker verpassen Sie keinen olympischen Wettkampf, keine Medaille und keinen Termin der Sommerspiele in London. Den an jedem Olympiatag spannendsten Wettkampf stellen wir in der Serie "Mein Olympia" vor. Alle Interviews, Reportagen und Essays der Redaktion finden Sie auf der Olympia-Seite. Die englische Hauptstadt London ist nach 1908 und 1948 die erste Metropole, die zum dritten Mal Gastgeber der Spiele ist. Für ZEIT ONLINE berichten Christian Spiller und Christof Siemes aus London. Im Blog der Sportredaktion lesen Sie die Erfahrungen der Olympiareporter.

ZEIT ONLINE: Woran hapert es?

Müller-Wieland: Wir hatten noch nicht den richtigen Spielfluss wie in der Vorbereitung und kamen nicht zu unserem schnellen Passspiel. Gegen Australien hatten wir Lücken im System und standen nicht kompakt genug, dadurch mussten wir viel rennen, und das merkst du dann in den letzten Minuten. Gegen Argentinien hingegen spielten wir die beste Halbzeit überhaupt. Ich habe Argentinien noch nie so schwach oder so wackelig gesehen, wir machten aber unsere Chancen nicht rein. Insgesamt spielten wir ein bisschen unclever, mit einer zu hohen Fehlpassquote.

ZEIT ONLINE: Allen Teams scheinen bei diesem Hockey-Turnier häufig Bälle zu verspringen, auch bei der deutschen Mannschaft gab es viele Annahmefehler. Haben Sie Probleme mit dem schnellen Platz?

Müller-Wieland: Wir haben in den letzten Spielen komischerweise viele Bälle verstoppt. Es ist halt noch ein neuer Platz, dafür ist er aber schon ganz gut runtergespielt. Wir haben auch schon einige Spiele und Trainings hier absolviert. Er ist relativ schnell, aber ich möchte gar nicht die Schuld auf den Platz schieben. Wir müssen unsere eigenen Fehler abstellen.

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Leserkommentare
  1. ist zum gähnen langweilig und "unanschauber" ...Hockey ist viel cooler und auch schön anzusehen.

    2 Leserempfehlungen
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    Ist wie mit der Diskussion ob Blau oder Grün die schönere Farbe ist, oder ob Äpfel oder Birnen besser schmecken. Daher ist die Überschrift auch ein klein wenig provokativ, besonders da das Thema Fußball genau in einem einzigen Satz des Interviews vorkommt.

    • TDU
    • 06. August 2012 10:24 Uhr

    Männerfussball- Frauenfussball
    Hockey

    Rugby ist immer Rugby. Rugby mit Männern oder Frauen egal.

    Leichtahtletik- Männer 100m Frauen 100m ist lediglich Unterscheidungsmerkmal. Daraus folgt: Männerfussball und Frauenfussball ist ein ganz verschieden Ding. Aber ich denke in dieser Zuspitzung nur in Deutschland.

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    der Frauen- und Männerabteilungen anderer Sportarten erschließt sich mir Ihre Logik nicht, dass ausgerechnet aus dieser Gleichheit eine völlige geschlechtsbedingte "Verschieden"heit beim Fußball herzuleiten sei.

  2. Man muss einfach mal eine Hockeykugel in die Hand nehmen und sich vorstellen, dass man beim Hockey trainiert wie man die dem Gegner mit voller Wucht an den Fuß knallt weil man dann einen Freistoß oder gar eine Strafecke bekommt.

    Ich hab den Sport mal ausprobiert aber das war dann das KO-Kriterium.

  3. Ist wie mit der Diskussion ob Blau oder Grün die schönere Farbe ist, oder ob Äpfel oder Birnen besser schmecken. Daher ist die Überschrift auch ein klein wenig provokativ, besonders da das Thema Fußball genau in einem einzigen Satz des Interviews vorkommt.

    Antwort auf "Frauenfußball "
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    ****GESCHMACKSACHE ****

    Ist mir längst bewusst, dass Geschmack einsam macht..bin es dann gerne.. ;-)

  4. Ich habe mir schon einiges an Hockey bei Olympia angeschaut (was man im TV halt so anschauen kann, wenn ARD und ZDF oft nur Schnipsel zeigen). Viel Dramatik, Tempo und Abwechslung - eigentlich ne runde Sache.
    Allerdings muss ich dem Leser oben Recht geben: Dass man den Verteidigern extra den Ball gegens Bein knallt, um eine Strafecke rauszuholen, ist echt sch ... ade. (Und: Ich habe zu Schulzeiten mal Hockey gespielt. Wenn Sie da als Verteidiger auf der Torlinie stehen und gleich bei einer Strafecke rauslaufen müssen, schließen Sie mit dem Leben ab:-))
    Und noch was: Frauenfußball ist oft frustrierend (weil technisch wie taktisch Männerfußball deutlich unterlegen), aber ich verpasse trotzdem kein Spiel! Jau!

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    aber nicht auf eine Eisfläche...sobald Frau wie ein Robot aussieht ist es wieder NET SCHÖN :)

    Is just my opinion of course...

  5. ****GESCHMACKSACHE ****

    Ist mir längst bewusst, dass Geschmack einsam macht..bin es dann gerne.. ;-)

    Antwort auf "Geschmacksache"
  6. aber nicht auf eine Eisfläche...sobald Frau wie ein Robot aussieht ist es wieder NET SCHÖN :)

    Is just my opinion of course...

  7. Ich möchte Fussball und Feldhockey hier nicht unter dem Gesichtspunkt der Spiel-Attraktivität vergleichen, aber bei dem wozu Fussball sich vor allem neben dem Platz entwickelt hat, würde ich meinen Kindern entschieden zu einem anderen Sport raten. Was man im großen Fussball negativ empfindet, trifft man oft schon auf lokaler Ebene an. Andere Sportarten, wie eben Hockey, scheinen hier ein positiveres Umfeld zu bieten.

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    Während meiner Schulzeit galten (nicht nur auf unserer Schule) die "Hockeymädchen" als das fieseste und rabiateste Pack :). Auf und jenseits des Platzes. Hockey im Schulsport war eine Tortur.

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  • Serie Mein Olympia
  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Frauenfußball | Fußball | Handball | Hockey | Olympia | Argentinien
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