Ich habe mit dem Tischtennis erst mit 13 angefangen. Ich habe damals einen Trainer gehabt, der mir gesagt hat: "Marco, du wirst nie Tischtennis spielen lernen." Die meisten Kinder fangen ja bereits mit 6 bis 7 Jahren an.

Daraufhin habe ich den Verein gewechselt und bin sehr ehrgeizig geworden. Ich wollte diesem Trainer zeigen, dass  ich es kann. Ich habe zwei Jahre trainiert und bin dann gegen meinen Ex-Verein in der Kreismeisterschaft angetreten. Ich habe gewonnen.

Ich bin seitdem nicht mehr vom Tischtennis losgekommen. Ich kenne ganz viele Leute, die erst aufgehört und zehn Jahre später wieder angefangen haben.

Tischtennis ist eine sehr aufregende und intensive Sportart. Ein Ballwechsel dauert nur drei bis vier Sekunden. Danach muss man jedes Mal ein Misserfolgs- oder ein Erfolgserlebnis verarbeiten, das abhängig ist von Millimetereinstellungen im Handgelenk. Das erzeugt Adrenalin. Das ist nicht wie beim Ausdauerlauf, wo ich mehrere Stunden renne und dann über die Ziellinie laufe. Ich überquere die Ziellinie im Sekundentakt.

Ich bin ein wandelnder Virus, ich versuche immer, Leute mit dieser Sportart zu infizieren. Ich lasse mir Sachen einfallen, die Tischtennis bekannter machen sollen. Zuerst habe ich das Tibida-Turnier ins Leben gerufen, ein Triathlon aus Tischtennis, Billard und Darts.

Irgendwann kam meinem Trauzeugen und mir die Idee, ein Tischtennisturnier im Dunkeln zu machen. Es hat etwas gedauert, bis wir uns getraut haben, das notwendige Geld zu investieren. Wir mussten Schwarzlichtröhren und spezielles fluoreszierendes Band, das im Dunkeln leuchtet, kaufen. Wenn ein Verein ein Tischtennis-Turnier im Dunkeln stattfinden lassen will, organisieren wir das für ihn.

Es ist dabei dann schon sehr, sehr dunkel. Wir können den Raum nur in Teilen verdunkeln, aber Sie können sich vorstellen: Wenn das Licht ausgeht und die Schwarzlichtröhren an sind, dann leuchten plötzlich die Banden, die T-Shirts, die Schläger. Im Vordergrund steht für uns dabei das Event, die Leute sollen Spaß haben. Es ist uns daher sehr wichtig, dass immer alle Teilnehmer spielen und niemand früh ausscheidet.

Natürlich schaue ich mir auch Tischtennis bei Olympia an. Am Montag war ich völlig am Durchdrehen, weil die Online-Übertragung von Timo Bolls und Dimitrij Ovtcharovs Olympia-Match eine Katastrophe war. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so geflucht habe. Ich hoffe, dass die Übertragung von Ovtcharovs Halbfinale heute keine Probleme macht. Ich fiebere auf jeden Fall mit.