Mein Olympia : Die dunkle Seite des Tischtennis

Marco Fehl ist passionierter Tischtennisspieler und kreativ: Er erfand ein Turnier im Dunkeln. Bei Olympia hofft er heute auf deutsches Gold durch Dimitrij Ovtcharov.
Dimitrij Ovtcharov während eines Olympia-Matches © AEED KHAN/AFP/GettyImages

Ich habe mit dem Tischtennis erst mit 13 angefangen. Ich habe damals einen Trainer gehabt, der mir gesagt hat: "Marco, du wirst nie Tischtennis spielen lernen." Die meisten Kinder fangen ja bereits mit 6 bis 7 Jahren an.

Daraufhin habe ich den Verein gewechselt und bin sehr ehrgeizig geworden. Ich wollte diesem Trainer zeigen, dass  ich es kann. Ich habe zwei Jahre trainiert und bin dann gegen meinen Ex-Verein in der Kreismeisterschaft angetreten. Ich habe gewonnen.

Marco Fehl

Marco Fehl leitet den Ausschuss für Bildung und Forschung des Deutschen Tischtennis Bund und bildet selbst junge Spieler an seiner Tischtennis-Schule aus. Zusammen mit seinem Team Black-TT organisiert er Tischtennis-Turniere im Dunkeln.

Ich bin seitdem nicht mehr vom Tischtennis losgekommen. Ich kenne ganz viele Leute, die erst aufgehört und zehn Jahre später wieder angefangen haben.

Tischtennis ist eine sehr aufregende und intensive Sportart. Ein Ballwechsel dauert nur drei bis vier Sekunden. Danach muss man jedes Mal ein Misserfolgs- oder ein Erfolgserlebnis verarbeiten, das abhängig ist von Millimetereinstellungen im Handgelenk. Das erzeugt Adrenalin. Das ist nicht wie beim Ausdauerlauf, wo ich mehrere Stunden renne und dann über die Ziellinie laufe. Ich überquere die Ziellinie im Sekundentakt.

Ich bin ein wandelnder Virus, ich versuche immer, Leute mit dieser Sportart zu infizieren. Ich lasse mir Sachen einfallen, die Tischtennis bekannter machen sollen. Zuerst habe ich das Tibida-Turnier ins Leben gerufen, ein Triathlon aus Tischtennis, Billard und Darts.

Irgendwann kam meinem Trauzeugen und mir die Idee, ein Tischtennisturnier im Dunkeln zu machen. Es hat etwas gedauert, bis wir uns getraut haben, das notwendige Geld zu investieren. Wir mussten Schwarzlichtröhren und spezielles fluoreszierendes Band, das im Dunkeln leuchtet, kaufen. Wenn ein Verein ein Tischtennis-Turnier im Dunkeln stattfinden lassen will, organisieren wir das für ihn.

Es ist dabei dann schon sehr, sehr dunkel. Wir können den Raum nur in Teilen verdunkeln, aber Sie können sich vorstellen: Wenn das Licht ausgeht und die Schwarzlichtröhren an sind, dann leuchten plötzlich die Banden, die T-Shirts, die Schläger. Im Vordergrund steht für uns dabei das Event, die Leute sollen Spaß haben. Es ist uns daher sehr wichtig, dass immer alle Teilnehmer spielen und niemand früh ausscheidet.

Natürlich schaue ich mir auch Tischtennis bei Olympia an. Am Montag war ich völlig am Durchdrehen, weil die Online-Übertragung von Timo Bolls und Dimitrij Ovtcharovs Olympia-Match eine Katastrophe war. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so geflucht habe. Ich hoffe, dass die Übertragung von Ovtcharovs Halbfinale heute keine Probleme macht. Ich fiebere auf jeden Fall mit.

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Kommentare

12 Kommentare Kommentieren

@cheaterlow

Solche "Bild-Niveau Überschriften" können Sie doch nur irreführen, wenn Sie auf Sensationen geilen und sich von solchen Überschriften zum Lesen verlocken lassen, weil Sie auf pikante Geschichten und saftige Skandale hoffen. Würden Sie nicht insgeheim abfahren auf das Bild-Niveau, das Sie in Ihrem Kommentar geißeln, gäbe es gar nichts, worüber Sie sich aufregen müssten.

Spaßbefreite ZEIT-Online Leser

Meine Fresse, was ist Ihnen denn über die Leber gelaufen? Ich habe knappe 3 Minuten für diesen Artikel gebraucht und fand ihn ganz unterhaltsam. Vielleicht sollten Sie mal einen Lese- und Schreibkurs besuchen, dann brauchen Sie vielleicht nicht 10, sondern wie ich 3 Minuten. Muss man wirklich überall seinen Rotz ablassen, wenn einem ein Artikel oder die Überschrift nicht gefällt? Etwas mehr Respekt gegenüber den Autoren wäre schon ganz nett und würde auf eine halbwegs gute Erziehung schließen lassen. Oder einfach mal nichts schreiben. Es herrscht hier nämlich weder Lese- noch Kommentierzwang. So mancher unsinnige Kommentar würde einem so erspart bleiben. Wenn mir ein Artikel nicht gefällt, weiterklicken. Geht eigentlich ganz einfach.

Überschrift Diskussion

Vielen Dank für Ihre offene Kritik. Ich finde die Überschrift, für die ich verantwortlich bin, nicht reißerisch. Sicher, man kann darüber streiten. Allerdings lautet der erste Satz des Artikels "Marco Fehl ist passionierter Tischtennisspieler und kreativ: Er erfand ein Turnier im Dunkeln." Da wird meiner Meinung nach recht deutlich, wovon dieser Artikel handelt und wie die Überschrift zu verstehen ist.

Nicht jeder griffige Satz...

...ergibt auch eine passende Überschrift.

Lieber Herr Escher, sie haben recht: Der Satz "Die dunkle Seite des Tischtennis" an sich ist sehr griffig.

Aber man lässt sich von einem schönen Satz "der klingt doch so gut" leicht verführen ihn in einer Situation zu nutzen, wo er nicht ganz hineinpasst.

Schließlich geht es ja gar nicht um eine "dunkle Seite" (was eine finstere, böse Seite bedeutet), sondern unter anderem um Spielen im Dunkeln.

So etwas wie "Aufschlag im Dunkeln" oder "Schwarzlicht statt Rampenlicht" wäre vielleicht treffender gewesen.

Überschrift Diskussion, die Zweite

In der Tat, da haben Sie Recht, Lupo1977. Ich behaupte ja auch nicht, die Überschrift sei der Weisheit letzter Schluss - "Aufschlag im Dunkeln" wäre in der Tat eine bessere Überschrift gewesen, sie ist mir in diesem Moment aber nicht eingefallen. Ich wehre mich ausschließlich gegen den Vorwurf, aus niederen Motiven den Leser mit reißerischen Überschriften zum Klicken verleiten zu wollen. Bereits im ersten Satz wird deutlich, wovon dieser Artikel handelt und wie die Überschrift zu verstehen ist.

Fazit: Ihre Einwände sind richtig, beim nächsten Mal werde ich einen zweiten Blick auf die Überschrift werfen. Schade, dass die aus meiner Sicht interessanten Ausführungen von Herrn Fehl in der Diskussion so sehr in den Hintergrund treten.

Tobias Escher

Wieso rechtfertigen Sie sich? Ihr Artikel ist interessant, verdient allerdings keinen Pulitzer-Preis, aber das wissen Sie wohl selbst am allerbesten und die Überschrift hat mein Interesse geweckt, sonst hätte ich ihn wahrscheinlich gar nicht gelesen. Eine Überschrift muss aus meiner Sicht Interesse wecken, sonst überliest man schnell mal den ein oder anderen Artikel.

Letztlich hat sich cheaterlow doch selbst entlarvt. Offensichtlich braucht er eine reißerrische Überschrift, um seinen niederen Instinkten, einen abgründigen Artikel zu lesen, zu folgen. Dass er dabei 10 Minuten seines wertvollen Lebens verloren hat, geschenkt. Man kann nicht jeden glücklich machen.

ZDF - Hier sitzt der Wahnsinn

Stimme am Autor des Artikels voll zu.
Das ZDF hat genau im entscheidenden Moment im fünften Satz des Spiels zwischen Dimitrij Ovtcharovs und Michael Maze im Online Stream auf "Wetten Dass" Werbung umgestellt. Eine Riesenfrechheit was sich diese Typen vom öffentlich-rechtlichen teilweise so leisten. Und ab dem nächsten Jahr dürfen wir dann alle den Laden zwangsweise finanzieren....