DFB-Arzt: "Mich hat noch kein Sportler nach Dopingmitteln gefragt"
Sind Schmerzmittel Doping? Nein, sagt Tim Meyer, Teamarzt der DFB-Elf. Trotzdem sollten sie Sportlern nur in speziellen Fällen verordnet werden, sagt er im Interview.
© Alex Grimm/Bongarts/Getty Images

Bastian Schweinsteiger
ZEIT ONLINE: Herr Meyer, Schmerzmittel im Fußball – halten Sie das für ein wichtiges Thema?
Tim Meyer: Ja, aber man muss sich sachlich damit auseinandersetzen, gerade weil es so wichtig ist.
ZEIT ONLINE: Professor Froböse hat im Interview mit ZEIT ONLINE den angeblich ausufernden Schmerzmittelmissbrauch im Fußball deutlich beklagt.
Meyer: Leider waren seine Aussagen für einen Wissenschaftler recht polemisch, sie tragen nicht zur sachlichen Auseinandersetzung bei. Außerdem ist es bei diesem Thema wünschenswert, über eine nachvollziehbare sportmedizinische Qualifikation zu verfügen, am besten auch über eigene Erfahrungen in der Betreuung von Leistungssportlern.
ZEIT ONLINE: Hat Froböse denn Unrecht mit seiner These, dass Schmerzmittel im Fußball weit verbreitet sind? Auch eine unveröffentlichte Fifa-Studie legt diesen Verdacht nahe. Der Fifa-Chefarzt Jiri Dvorak spricht von "erschreckenden Ergebnissen".
Meyer: Ich will gar nicht in Abrede stellen, dass Hinweise auf Schmerzmittelmissbrauch bestehen. Aber gut belastbare Daten haben wir nicht. Angaben auf Dopingkontrollbögen bei einer Weltmeisterschaft sind jedenfalls keine optimale Quelle. Interessant und kaum verfälschbar wären beispielsweise auf breiter Basis gewonnene Nachweise von Schmerzmitteln in Dopingproben.

Professor Tim Meyer von der Universität des Saarlands ist einer von drei Teamärzten des DFB. Zu seinen Aufgaben zählen nicht-orthopädische Probleme, Anti-Doping-Management und Leistungsdiagnostik.
ZEIT ONLINE: In den Achtzigern lagen Schmerzmittel offenbar in vielen Fußballkabinen, einige Profis aus der damaligen Zeit können heute nicht mehr richtig gehen. Ein Beispiel, das noch nicht so lange zurückliegt: Jens Jeremies sagte, dass man "irgendwann den Preis dafür zahlen muss, wenn man über die Grenzen geht und immer nur mit Schmerzmitteln spielt".
Meyer: Ob bei ehemaligen Aktiven die Belastung an sich oder andere Faktoren, beispielsweise Schmerzmittel, zu Schäden geführt haben, lässt sich kaum feststellen. Wenn die Häufigkeit derartiger Beschwerden mit Schmerzmitteln zusammenhängt, spricht das dafür, dass es höchste Zeit ist, entsprechende Forschungen zu unternehmen. Führen wir uns in dieser Debatte auch eines vor Augen: Der Gesetzgeber hat vor einigen Jahren entschieden, Schmerzmittel von der Verschreibungspflicht zu entbinden – zwar nur in geringer Dosierung, aber es ist ja möglich, mehrere Tabletten zu nehmen. Das spricht doch schon stark dafür, dass das kein Teufelszeug ist.
ZEIT ONLINE: Verteilen Mannschaftsärzte im Fußball Schmerzmittel unbedacht?
Meyer: Das glaube ich nicht. Dass unter den Kollegen die Haltung verbreitet sein soll, Schmerzmittel unbedacht oder gar vorbeugend zu verordnen, entspricht nicht meiner Erfahrung.
ZEIT ONLINE: Wie verhält es sich mit dem Schmerzmittelgebrauch in der deutschen Nationalmannschaft?
Meyer: Wir rennen nicht im Hotel oder der Kabine mit Schmerzmitteln rum. Warum sollen wir jemandem Schmerzmittel geben, wenn er keine Schmerzen hat? Vorbeugend erhält von uns niemand Schmerzmittel.
ZEIT ONLINE: Und wenn ein Spieler Schmerzen hat?
Meyer: Dann muss man sich das überlegen. Schmerzmittel können ja ihre Berechtigung haben. Ein Beispiel: Wenn ein Spieler am Spieltag glaubhaft unter Kopfschmerzen leidet, ohne dass Hinweise auf eine schwerwiegende Ursache bestehen, finde ich es das Normalste von der Welt, ihm ein Schmerzmittel zu verabreichen. Dann sind Schmerzmittel medizinisch legitimiert. Heikel wird es, wenn man mit Schmerzmitteln Beschwerden überdeckt, deren Ignorieren zu einer schwereren Verletzung führen kann. Dann darf sie ein Mannschaftsarzt nicht verordnen.
ZEIT ONLINE: Und wenn ein Spieler eigenständig etwas nimmt?
Meyer: Das ist natürlich nicht bis ins Letzte zu kontrollieren.
ZEIT ONLINE: Müssen Sie das als Arzt nicht wissen?
Meyer: Wir sagen den Spielern immer: Bitte teilt uns alles mit! Ich glaube, das tun die Nationalspieler auch. Aber falls es einer nicht macht, kann man nichts dagegen tun, die Mittel sind jedem Bürger frei verfügbar. Sollen wir Hotelzimmer durchstöbern?
ZEIT ONLINE: Raten Sie Spielern ab?
Meyer: Ja, Aufklärung gehört zum Beruf des Arztes. Wir erläutern allen Profis einen vernünftigen Umgang mit Medikamenten. Das sind clevere, junge Männer, mit denen man solche Sachen diskutieren kann.






Im Fussball wird bestimmt nicht gedopt.
Wie kann ein Mittel Homöopathisch sein und Actovegin enthalten?
Wenn der Methusalem der Sportärzte Actovegin spritzt, wohin auch immer, hat er anderes vor. Für homöopathische Mittel gibt es keine Evidenz der Wirkung, für Actovegin schon.
Im Fussball wird bestimmt nicht gedopt.
Bei der Weltmeisterschaft in Südafrika 2010 nahmen laut Fifa etwa 60 Prozent der Spieler Schmerzmittel. Fast 40 Prozent schluckten diese Medikamente sogar vor jedem Spiel.
Bißchen viele Spieler mit Kopfschmerzen!
Gutes Interview, auch wenn der Interviewte augenscheinlich lieber Märchen und Mythen erzählt (Doping im Fußball bringt nix - müsste man von dem Unsinn nicht schon gähnen, würde man lachen).
Profifußball und das gesamte Gesocks drumrum, das sich an den Fernseh- und Werbemillionen labt, ist nicht nur eine extrem geschlossene, sondern auch verlogene und korrumpierte Gesellschaft. Das fängt oben am Kopf des Fisches - Blatter und Co an und geht runter bis auf Regionalebene. Es wird geschoben, eingefädelt, spekuliert, gezockt - aber gedopt werden unsere Kinder doch auf keinen Fall "Ehrrrenworrrt" schnarrt der Schweizer FIFA-Pate dann bestimmt. Fragen unerwünscht.
Und Journalisten wissen, aber fragen nicht.
Das sollte in einem Bereich außerhalb der Kirche oder des Fußballs passieren. Da wären alle, inclusive der ZEIT aber in Hochform. Nur beim Fußball wird gedopt, betrogen, bestochen.... Die Republik Südafrika sitzt noch heute auf den Schulden für Stadien, die heute weder unterhalten werden können (was man vorher wusste), noch gebraucht werden.
Das ist ein Skandal sonder gleichen, in welchem ein gebeuteltes Land noch einmal geplündert wurde.
Einem Sportler wird durch die Einnahme eines Pharmazeutikas eine Leistung ermöglich, die sein Körper ohne dieses Medikament nicht zu erbringen in der Lage gewesen wäre. Und das ist kein Doping? Man kann sich die Welt auch schönreden...
... passt auch auf gesunde Ernährung!
... passt auch auf gesunde Ernährung!
was die Prolemgruppe selbst zugibt, kann man natürlich viel übersehen.
Aber wir laufen ja nicht rum und gucken nach.
... passt auch auf gesunde Ernährung!
Na klar, in einem als Sport bezeichneten globalen Milliardengeschäft wird ganz bestimmt nicht alles machbare versucht um ein Maximum an Leistung (und damit Gewinn) beim Einsatz hoch bezahlter Profis zu erzielen. Ist ja überall sonst beim Thema Profitmaximieru8ng auch nur in totalen Ausnahmefällen so und beim Fußball eben auch nur gaaanz selten der Fall. [/Ironie]
Mag ja sein, dass der hier befragte Arzt tatsächlich an diese schöne Erzählung glaubt uns selbst nichts mit Doping zu tun hat aber deshalb ist ist die Vorstellung vom "sauberen" Fußball im Spitzenbereich nicht weniger absurd.
Allerdings gibt es nun wahrlich schlimmere & inhumanere Verwerfungen des Kapitalismus als die Tatsache, dass Spitzenverdiener mit obszönen Gehältern unter ärztlicher Aufsicht ein paar verbotene Substanzen verabreicht bekommen um schneller/länger zu rennen.
Eine kurzfristige Gabe einige Zeit vor der sportlichzen Betätigung hilft da manchen über den Berg. Eine Dauergabe hingegen wäre schon wieder schädlich.
Fürs Coprtison braucht keiner den Mannschaftsarzt.
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