Olympia-DJ MoERockZ

ZEIT ONLINE: Offizieller Olympia-DJ im Deutschen Haus – das ist ja quasi der Fahnenträger der nationalen Discjockey-Elite. Wie sind Sie an diesen Job gekommen?

Mounir Habli: Durch einen befreundeten Fechter, Daniel Striegel. Er hatte mich schon für die Sommerspiele in Athen 2004 ins Gespräch gebracht, und obwohl ich damals bereits auf gepackten Platten saß, hat’s am Ende ein Radio-DJ gemacht, weil dessen Sender irgendwie mit drin hing. Aber er war wohl mäßig gut. Als wir vier Jahre später nochmal nachhakten, hat sich der Verantwortliche fürs Deutsche Haus eine meiner Veranstaltungen angehört – seitdem habe ich den Job.

ZEIT ONLINE: Was verdient man denn als Olympia-DJ?

Habli: Es gibt keine feste Gage. Ich bekomme alles bezahlt, Unterkunft, Verpflegung, außerdem gibt’s am Ende eine Art Unkostenbeitrag. Ich bin immer zufrieden. Hey, wo gibt es das schon: einen DJ, der Deutschland bei Olympia vertritt? Das ist schon jedesmal eine sehr geile Zeit. Und dabei sein ist schließlich alles.

ZEIT ONLINE: Was nehmen Sie an eigener Ausrüstung mit nach London , was wird dort gestellt?

Habli: Licht- und Tonanlage werden gestellt. Ich nehme nur meinen Laptop und meinen Controller mit.

ZEIT ONLINE: Keine Schallplatten oder CDs?

Habli: Nein. Bei den Partys im Deutschen Haus erwartet jeder, dass Du alles hast, jede Stilrichtung. Das geht nur mit Musik aus dem Computer. Sehen Sie, ich habe 15.000 Schallplatten und 5.000 CDs. Wie soll ich die alle mitnehmen? Außerdem gibt es viele neue Sachen gar nicht auf Vinyl. Auf meinem Laptop sind 40.000 Lieder gespeichert, darunter 10.000, mit denen ich regelmäßig arbeite. Das genügt vollkommen.

ZEIT ONLINE: Wie sieht der Dancefloor im Deutschen Haus aus?

Habli: In Peking und Vancouver war es komplett verschieden. 2008, das waren Sommerspiele, da war alles ein bisschen größer. Es gab eine riesige Außenterrasse, auf der alle herumhingen, und ich war mit meinem Mischpult in der Bar fast alleine. Zwei Jahre später in Kanada fand dann alles in einem einzigen großen Saal statt. Die Sportler hatten in Peking und Vancouver eine Art Ruheraum, in dem sie unter sich sein konnten, Sie wissen, was ich meine ... In Peking musste ich da jede Stunde reingehen und eine neue CD einlegen. In Vancouver war das schon anders, diesmal lief das ohne Musik.