London 2012Robert Harting gewinnt Gold im Diskuswurf

Robert Harting wirft seinen Diskus 68,27 Meter weit und gewinnt Gold. Damit ist der Berliner der erste deutsche Leichtathletik-Olympiasieger seit dem Jahr 2000. von dpa

Der Diskuswerfer Robert Harting hat die Nerven behalten und das erste Olympia-Gold für die deutschen Leichtathleten in London geholt. Im fünften Versuch flog die Zwei-Kilo-Scheibe des Welt- und Europameisters aus Berlin auf 68,27 Meter. Als die Konkurrenz nicht nachziehen konnte, ballte Harting die Siegerfaust und zerriss wie bei der WM 2009 in Berlin sein Trikot. Harting sorgte damit für den ersten Olympiasieg eines Athleten des Deutschen Leichtathletik Verbandes seit 2000, als Heike Drechsler in Sydney den Weitsprung gewann.

Silber sicherte sich überraschend der Iraner Ehsan Haddadi mit 68,18 Metern. Bronze erkämpfte sich der Altmeister Gerd Kanter aus Estland mit 68,03 Metern. Der Magdeburger Martin Wierig kam bei seiner ersten Olympia-Teilnahme auf Platz sechs mit 65,85 Metern.

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Nach Silber für den Kugelstoßer David Storl und die Siebenkämpferin Lilli Schwarzkopf bescherte Harting dem Deutschen Leichtathletik Verband ( DLV ) die dritte Medaille bei den Olympischen Spielen. Damit ist der DLV schon jetzt erfolgreicher als bei den Spielen in Athen 2004 (2 mal Silber) und 2008 in Peking (1 mal Bronze) zusammen.

London 2012

Vom 27. Juli bis zum 12. August 2012 richtet London die größte Sportveranstaltung der Welt aus. Bei den Sommerspielen der 30. Olympiade wird es in 26 Sportarten 302 Entscheidungen geben. Insgesamt werden mehr als 10.000 Sportler aus mehr als 200 Ländern in England erwartet. Außerdem werden ungefähr 30.000 Journalisten aus aller Welt aus London von den Spielen berichten. Insgesamt stehen 6,6 Millionen Tickets zum Verkauf.

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In unserem Ticker verpassen Sie keinen olympischen Wettkampf, keine Medaille und keinen Termin der Sommerspiele in London. Den an jedem Olympiatag spannendsten Wettkampf stellen wir in der Serie "Mein Olympia" vor. Alle Interviews, Reportagen und Essays der Redaktion finden Sie auf der Olympia-Seite. Die englische Hauptstadt London ist nach 1908 und 1948 die erste Metropole, die zum dritten Mal Gastgeber der Spiele ist. Für ZEIT ONLINE berichten Christian Spiller und Christof Siemes aus London. Im Blog der Sportredaktion lesen Sie die Erfahrungen der Olympiareporter.

Bis zu Hartings goldenem Wurf hatte es am elften Wettkampftag schon viermal Silber durch den Radsprinter Maximilian Levy, die Turner Fabian Hambüchen und Marcel Nguyen sowie die Dressurreiter gegeben. In der Länderwertung schob sich das deutsche Team mit sechsmal Gold, 14 Mal Silber und siebenmal Bronze auf Rang acht.

Für die Medaillen-Hoffnung Matthias Steiner war die Entscheidung im Gewichtheben dagegen schon nach dem Reißen beendet. Der Olympia-Sieger 2008 war bei seinem missglückten zweiten Versuch von der Hantel im Nacken getroffen worden und musste den Wettkampf im Superschwergewicht mit einer Rückenverletzung abbrechen.

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Leserkommentare
  1. 1. prima

    geht doch!

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    das der, der mit dem Leichtathletikverband im Clinch liegt Gold gewinnt. Dieser größter aller Versagerverbände, der 12 Jahre brauchte um eine Goldmedaille zu gewinnen obgleich der vielen Sportler in diesem Bereich...
    Als hätte sich der DSV diesen Verband zum Vorbild genommen.

  2. das der, der mit dem Leichtathletikverband im Clinch liegt Gold gewinnt. Dieser größter aller Versagerverbände, der 12 Jahre brauchte um eine Goldmedaille zu gewinnen obgleich der vielen Sportler in diesem Bereich...
    Als hätte sich der DSV diesen Verband zum Vorbild genommen.

    Antwort auf "prima"
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    Was ist das denn für ein unnötiger Kommentar? Als ob es sie persönlich besser machen würde, wenn jemand ihrer Nationalität einen sportlichen Erfolg feiert. Und das sie ein recht darauf hätten, diese Leistungen präsentiert zu bekommen. Ich glaube hier hat jemand den Sinn des Sports nicht verstanden.

    keine Medaillen, das sollten die Athleten schon allein besorgen. Es sind ja dann auch ihre Medaillen.

  3. solle den SchwimmerInnen ein Vorbild sein.

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    Von denen ist doch keine ertrunken. Und angestrengt haben sie sich auch alle. Es hat halt nicht gereicht.

  4. Bin ich eigentlich der Einzige, der sich sehr wohl für die olympischen Wettkämpfe, für die zufälligerweise deutschen Athleten allerdings nicht im Besonderen interessiert? Herrn Hartings Leistung wäre doch weder mehr, noch weniger bemerkenswert, käme er aus Belgien, Kanada oder dem Libanon.

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    nicht der einzige.
    Man sollte sich von den anderen den Spaß am sportlichen Vergnügen nicht verderben lassen. Neulich hörte ich sogar im DLF 'Auslese aus den morgigen Feuilletons', dass Journalisten der Textmedien über die Sportjournalisten und die Aufbereitung in den ÖR zetern. Und es gab einen Tip - den ich mir leider nicht merkte, da eh ohne Fernsehempfang lebend, zu Eurosport? - wo man die Sportübertragungen ohne dt. Kommentar oder sehr wenig erleben kann und ohne dt. Filterung.
    Lohnt sich sicherlich, mal danach zu suchen.

    1. Nein, Hartings Leistung wäre nicht weniger bemerkenswert, wenn er aus Kanada käme. Allerdings wäre sie weniger bemerkenswert, wenn er aus Ungarn oder Weißrussland oder China käme, weil man dann getrost von Doping ausgehen könnte.

    2. Dummerweise reichen Zeit und Aufmerksamkeit eines Menschen nicht aus, um jede Leistung jedes Sportlers aus der ganzen Welt zu verfolgen und zu würdigen. Die meisten Menschen filtern deshalb: Sie interessieren sich für die Menschen, die sie kennen. Oder die in der Nähe wohnen, oder die (vermeintlich) eine gewisse kulturelle Nähe zu ihnen besitzen. Ich bin im Basketball zum Beispiel auch für Litauen, wenn sie gegen die USA spielen, weil Litauen in Europa liegt. Prinzip verstanden?

    Wenn nein, überlegen sie einfach mal, welcher Autounfall sie mehr interessiert: Der in ihrer Straße, oder irgendeiner in Nepal. Der in ihrer Straße? Warum? Ist der in Nepal nicht genauso schlimm?

    Sind sie deshalb nationalistisch (im Straßenverkehr)? Und ist das schlimm?

    • TDU
    • 08. August 2012 9:28 Uhr

    Fragen Sie doch die Zuschauer aus allen Ländern der Welt, die ihre Landsleute im Fall des Sieges besonders bejubeln. Sie sind aber sicher nicht der einzige, der das nicht tut. Mit beiden Verhaltensweisen kann die Welt allerdings leben, sofern es bei der Begeisterung über die sportliche Leistung bleibt.

    • Lieps
    • 07. August 2012 23:56 Uhr

    Gold nach Heike Drechsler im Weitsprung vor 12 Jahren. Es mutet wie eine Ewigkeit an. Für Deutschland und vor allem für Berlin. Der gute Robert Harting wird doch wohl nicht ob dieser Worte von den Gutmenschen mit der Nazikeule angegriffen werden. Er hätte es wahrlich nicht verdient.

    Lieps
    Preußischer Diplomat

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    hat Hr. Harting denn von sich gegeben, welche die Nazikeule verdienten oder sind sie sein Lebensgefährte und outen sich gerade?

  5. die anderen freuen sich auch immer so schön, wenn sie gewinnen. Es sollte der, die Beste sein. Das ist doch jedesmal beeindruckend zu sehen, ja geradzu emotional ansteckend, wenn die Leute sich ob ihres Sieges freuen. Auch Harting hat 'nen echten Bären gemacht :).

    Und erstaunlich fand ich heute zu erfahren und das macht mir an Olympia zusätzlich Spaß, wo die verschiedenen Weltgegenden so ihre Triumphe haben - hätte jemand gewusst, dass Iraner ausgerechnet im Gewichtheben Goldjungs sind? Ische nische. Das fand ich cool.
    Die Langläufer aus Afrika, selbst wenn sie auch unter Europäischen oder Arabischen Flaggen starten. Die Chinesen durchmischen sich so langsam in den verschiedenen Disziplinen.

    Besonders schade fand ich den Abend, als wir mal auf reines Fernsehen angewiesen waren, uns auf das angekündigte Geräteturnen freuten und Schwimmen - und was machte ZDF-oh nein- es konnte nicht von der Fechterin lassen und man musste sich fünf- oder noch mehrmals die Kommentatorenschleife anhören, dass das alles ja gar nicht ginge und dabei englische Verantwortliche beobachten, die die Köpfe zusammenstecken und alles nur
    weil D noch keine Medaille in Sicht hatte. Die dt. Turner um Hambüchen wurden an diesem Abend einfach aus dem Programm geworfen, samt der anderen Turner, weil klar war, sie erringen keine Medaille.
    War das ein trauriges Ergebnis von Sportverständis, was ZDF da präsentiert hatte.

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    • em-y
    • 08. August 2012 3:18 Uhr

    Hier in Australien wird einem alles in halbminutigen Häppchen vorgesetzt, weil man ständig dahin umschaltet, wo Australier irgendetwas tun, egal wie schlecht die sind und egal, ob irgendwo anders irgendein Medaillenanwärter startet. So kommt es auch, dass wir z.B. kaum etwas von den Entscheidungen im Turnen gesehen haben, dafür aber stundenlang mit Wasserball 'unterhalten' wurden. Ach ja, und dann dürfen wir uns auch an den Briten sattsehen, weil das wird uns auch vorgesetzt. Und alles wie gesagt in kleinen Häppchen. Das wilde Umherspringen geht einem gewaltig auf die Nerven und nimmt einem jede Lust, sich noch etwas anzuschauen. Hinzukommt, dass man oft nur gesagt bekommt, wo die Australier und Briten platziert sind und nicht, wer die Medaillen gewonnen hat. Oder hat Australien z.B. Silber bekommen, wird Bronze nicht mehr erwähnt. Manchmal auch Gold. Unwichtig halt.

  6. nicht der einzige.
    Man sollte sich von den anderen den Spaß am sportlichen Vergnügen nicht verderben lassen. Neulich hörte ich sogar im DLF 'Auslese aus den morgigen Feuilletons', dass Journalisten der Textmedien über die Sportjournalisten und die Aufbereitung in den ÖR zetern. Und es gab einen Tip - den ich mir leider nicht merkte, da eh ohne Fernsehempfang lebend, zu Eurosport? - wo man die Sportübertragungen ohne dt. Kommentar oder sehr wenig erleben kann und ohne dt. Filterung.
    Lohnt sich sicherlich, mal danach zu suchen.

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    eurosport ist zwar grundsätzlich kompetenter besetzt, schwächelt aber auch.
    bilder werden zugeschwafelt oder man macht einen auf netzer und delling statt das geschehen zu kommentieren. da verpaßt man dann schon mal fehlstartwertungen oder im bahnradsport die wichtige erklärung, warum eigentlich relegiert wird ...;-)

    unterm strich wird aber deutlich mehr sport geboten und gut umgeschaltet.

  7. hat Hr. Harting denn von sich gegeben, welche die Nazikeule verdienten oder sind sie sein Lebensgefährte und outen sich gerade?

    Antwort auf "Mein Gott"

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Robert Harting | DLV | Estland | Heike Drechsler | Matthias Steiner | Silber
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