Der Diskuswerfer Robert Harting hat die Nerven behalten und das erste Olympia-Gold für die deutschen Leichtathleten in London geholt. Im fünften Versuch flog die Zwei-Kilo-Scheibe des Welt- und Europameisters aus Berlin auf 68,27 Meter. Als die Konkurrenz nicht nachziehen konnte, ballte Harting die Siegerfaust und zerriss wie bei der WM 2009 in Berlin sein Trikot. Harting sorgte damit für den ersten Olympiasieg eines Athleten des Deutschen Leichtathletik Verbandes seit 2000, als Heike Drechsler in Sydney den Weitsprung gewann.

Silber sicherte sich überraschend der Iraner Ehsan Haddadi mit 68,18 Metern. Bronze erkämpfte sich der Altmeister Gerd Kanter aus Estland mit 68,03 Metern. Der Magdeburger Martin Wierig kam bei seiner ersten Olympia-Teilnahme auf Platz sechs mit 65,85 Metern.

Nach Silber für den Kugelstoßer David Storl und die Siebenkämpferin Lilli Schwarzkopf bescherte Harting dem Deutschen Leichtathletik Verband ( DLV ) die dritte Medaille bei den Olympischen Spielen. Damit ist der DLV schon jetzt erfolgreicher als bei den Spielen in Athen 2004 (2 mal Silber) und 2008 in Peking (1 mal Bronze) zusammen.

Bis zu Hartings goldenem Wurf hatte es am elften Wettkampftag schon viermal Silber durch den Radsprinter Maximilian Levy, die Turner Fabian Hambüchen und Marcel Nguyen sowie die Dressurreiter gegeben. In der Länderwertung schob sich das deutsche Team mit sechsmal Gold, 14 Mal Silber und siebenmal Bronze auf Rang acht.

Für die Medaillen-Hoffnung Matthias Steiner war die Entscheidung im Gewichtheben dagegen schon nach dem Reißen beendet. Der Olympia-Sieger 2008 war bei seinem missglückten zweiten Versuch von der Hantel im Nacken getroffen worden und musste den Wettkampf im Superschwergewicht mit einer Rückenverletzung abbrechen.