Olympische SpieleLondon rockt bis zum Erlöschen des olympischen Feuers

Very british: Während der olympischen Abschlussfeier singen die Weltstars der englischen Popmusik. Der IOC-Präsident lobt London 2012 als "fröhlich und wunderbar". von dpa

Victoria Beckham (links) und Geri Haliwell von den Spice Girls während der Abschlussveranstaltung

Victoria Beckham (links) und Geri Haliwell von den Spice Girls während der Abschlussveranstaltung  |  © Jeff J Mitchell/Getty Images

Mit einer gigantischen After-Show-Party hat London am Sonntagabend einen lauten und zugleich bewegenden Schlusspunkt unter die 30. Olympischen Spiele gesetzt. Bevor um kurz vor Mitternacht Ortszeit das olympische Feuer in der britischen Hauptstadt nach 17 Tagen erlosch, rockten Weltstars der Popmusik das Olympiastadion und verwandelten die Arena in die größte Freiluft-Disco Großbritanniens .

Vor knapp 80.000 Zuschauern im Stadion, unter ihnen Prinz Harry als Repräsentant des britischen Königshauses, und einigen hundert Millionen weltweit vor den Fernsehern heizten Gruppen wie Madness, Pet Shop Boys und One Direction die Stimmung gleich zu Beginn an. Als dann Ray Davies seinen 45 Jahre alten Hit Waterloo Sunset anstimmte, waren viele Anwesende ergriffen. Im zweiten Teil der Rockshow waren weitere Exportschlager der britischen Popmusik auf der Bühne, darunter George Michael , die wiedervereinigten Spice Girls, Take That, The Who und ein Teil der legendären Gruppe Queen.

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Am Anfang des fast dreistündigen Programms hatten 108 Fahrzeuge in der Arena eine typische Londoner Straßenszene in der Rush Hour symbolisiert. Dafür war das Stadion, in dem acht Tage lang die Leichtathleten um Gold, Silber und Bronze gekämpft hatten, in ein Mini-London mit Modellen von Tower Bridge, London Eye und anderen Erkennungsmerkmalen verwandelt worden.

Fotos vom Abschluss der Olympischen Spiele in London. Klicken Sie, um die Fotostrecke zu öffnen.

Fotos vom Abschluss der Olympischen Spiele in London. Klicken Sie, um die Fotostrecke zu öffnen.  |  © Jewel Samad/AFP/GettyImages

Wie schon bei der Eröffnungszeremonie von Regisseur Danny Boyle sollte die Welt sehen: Die Briten haben Humor, eine Hauptstadt voller Sehenswürdigkeiten, sind originell und auch ein bisschen verrückt.

Tausende Athleten betraten zum Teil durch ein Zuschauerspalier das weite Rund und verbreiteten sofort ausgelassene und fröhliche Stimmung. Viele hatten ihre in London gewonnenen Medaillen umgehängt. Die Fahne der deutschen Mannschaft, die bei der Feier mit zahlreichen Athleten vertreten war, trug Ruder-Olympiasieger Kristof Wilke. Nach dem Einzug der Sportler erhielten die drei Erstplatzierten im Marathon aus der Hand von IOC-Präsident Jacques Rogge ihre Medaillen. Stephen Kiprotich hatte in dem Rennen das erste Olympia-Gold für Uganda seit 40 Jahren erobert.

Für das Programm waren aus 1000 Musikstücken 30 ausgesucht worden, die für Best Of British stehen sollten. "Wir wollen zeigen, was die britische Musik in den vergangenen 50 Jahren geleistet hat", sagte der künstlerische Leiter Kim Gavin. 4100 Darsteller wirkten mit, darunter 3500 erwachsene Freiwillige und 380 Schulkinder.

Die Tweets der ZEIT-ONLINE-Reporter aus London:

Passend zur Abschlussfeier hat der IOC-Präsident Jacques Rogge den Olympischen Spielen in London ein hervorragendes Abschlusszeugnis ausgestellt. "Es waren unvergessliche Spiele. Ich werde nie das Lachen der Organisatoren vergessen", sagte der Belgier. "Das waren Athletenspiele, das olympische Dorf war fantastisch, die Sportstätten haben funktioniert und das Publikum war großartig. London hat die olympische Bewegung erfrischt."

Bei den Wettbewerben der dritten Sommerspiele nach 1908 und 1948 in der britischen Hauptstadt erreichten die Sportler 44 Weltrekorde und 117 olympische Rekorde. Die acht Dopingfälle während der Spiele und die 117 positiven Fälle zwischen April dieses Jahres und der Eröffnung des olympischen Dorfes seien ein Zeichen, dass das Testsystem funktioniere, sagte der IOC-Präsident.

Leserkommentare
  1. und selbst das Wetter war schön...

    ...aber eine Sache hat mir gar nicht gefallen..das Olympische Feuer war eine Woche lang überhaupt nicht zu sehen, das ist ein "NO GO" liebe Briten...!

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    • matzi02
    • 12. August 2012 21:05 Uhr

    Nach Sidney die Besten Spiele die ich gesehen habe ! Nett war das der permanente Kommerz der USA fehlte!
    Jetzt Freu ich mich auf Rio !!!

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  2. Die Spiele waren besser als Peking, keine Frage.
    Aber der allgemein aufkeimende Nationalismus ist nicht wirklich schön.
    Das Spiel Murray gegen Federer war dafür ein gutes Beispiel. Armer Roger.

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    sobald ein Brite als Teilnehmer im Feld war, wurde gegen die Anderen gehetzt. Sportmanship blieb bei den Zuschauern zumeist auf der Strecke. Da hatte China ein besseres Benehmen gezeigt.

    Also ich war zusammen mit zwei weiteren Deutschen am 1.8. am Eton Lake zum Finale der Achter (Männer). Umringt von tausenden Briten waren wir drei Deutschen ziemlich einsam und waren den stimmgewaltigen Briten nicht annähernd gewachsen. Es war ein äußert knappes Rennen und in dieser sehr prestigeträchtigen Sportart hat Deutschland gewonnen.

    Voller Freude jubelten wir über den Sieg und sangen stolz und glücklich zu dritt unsere Nationalhymne. Nach der Hymne gab es Applaus von allen Seiten, ein typisch britischer Gentleman drehte sich um, reichte mir die Hand zum Gruß und sagte "Well done, Germany! Well done!"

    Auch in den restlichen Tagen in London hab ich viel Patriotismus aller Nationen erlebt und Freundlichkeit gegenüber allen Völkern dieser Welt. Von Nationalismus absolut keine Spur!

    Danke London für großartige Spiele!

  3. sobald ein Brite als Teilnehmer im Feld war, wurde gegen die Anderen gehetzt. Sportmanship blieb bei den Zuschauern zumeist auf der Strecke. Da hatte China ein besseres Benehmen gezeigt.

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    Antwort auf "Gute Spiele"
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    Ich habe bereits zum Spiel Federer-Murray angemerkt, dass es mir etwas "too british" war. Die Angelegenheit ist also nicht nur mir aufgefallen. Ich denke, die Briten trauen sich mehr Sportsgeist zu, als sie wirklich besitzen. Diese Spiele haben mich nicht überzeugt. Die ganze Veranstaltung war ehrlich gesagt ziemlich fade. Es fehlte der olympische Enthusiasmus. Auch kurz vor den Spielen konnte man nicht wirklich erkennen, dass hier bald Olympia abgehalten wird.

  4. Ich habe bereits zum Spiel Federer-Murray angemerkt, dass es mir etwas "too british" war. Die Angelegenheit ist also nicht nur mir aufgefallen. Ich denke, die Briten trauen sich mehr Sportsgeist zu, als sie wirklich besitzen. Diese Spiele haben mich nicht überzeugt. Die ganze Veranstaltung war ehrlich gesagt ziemlich fade. Es fehlte der olympische Enthusiasmus. Auch kurz vor den Spielen konnte man nicht wirklich erkennen, dass hier bald Olympia abgehalten wird.

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    Antwort auf "Da stimme ich zu,"
  5. eigentlich keine sportliche, im wahrsten Sinne. Nämlich der offizielle "inoffizielle" Medaillenspiegel, den ein BMI den Verbänden befiehlt, damit Sport - den man uns so gerne als fair und vorbildlich verkauft, frei von Leistungsdruck und mit viel Spaß - überhaupt Geld erhält.

    Danke, Olympia! Du hast die Scheinheiligkeit von Menschen wie Minister Friedrich deutlich gemacht, obwohl du wahrscheinlich genau das nicht im Sinn hattest.

    Bedenken Sie bitte auch, dass die Zeit nach Olympia sehr wahrscheinlich auch die des Krieges gegen den Iran sein wird. Nicht zufällig, sondern einfach geplant. Sportlich!

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  6. "Bei der Abschlusszeremonie wollen die Briten die Herzen mit Musik erobern." Das ist ja wohl eine Drohung! Am besten man schaut und stellt den Ton ab.

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  7. für meinen geschmack haben die engländer zu gut abgeschnitten und bei mir die frage aufgeworfen, wie ernst es die engländer bei der sportlichen vorbereitung auf die spiele mit den dopingkontrollen genommen haben.

    ich kann mir sehr gut vorstellen, dass da mehr als nur ein auge zugedrückt wurde.

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    jedoch hat die Vielzahl der Bewertungen und Entscheidungen zugunster des UK ein Geschmäckle. Man konnte sich Boxen gar nicht mehr anschauen, so vorhersehbar war es.

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