Die Siebenkämpferin Lilli Schwarzkopf hat den deutschen Leichtathleten das zweite Olympia-Silber beschert. Die 28-Jährige von der LG Rhein-Wied durfte doch noch jubeln, nachdem eine Fehlentscheidung der Sportrichter Verwirrung verursacht hatte. Die Jury hatte sie nach dem abschließenden 800-Meter-Lauf zunächst wegen eines angeblichen Regelverstoßes aus der Wertung genommen. Fernsehbilder belegten jedoch eindeutig, dass die Russin Kristina Sawizkaja auf die Bahnbegrenzung gelaufen war – und nicht Schwarzkopf.

"Die Briten haben eine neue Art von Humor" , sagte Schwarzkopf nach ihrer irrtümlichen Disqualifikation und freute sich dann umso mehr über Platz zwei. "Hauptsache es glänzt, egal, welche Farbe", sagte die gebürtige Kasachin. Gold holte die Britin Jessica Ennis, Bronze ging an die Russin Tatjana Tschernowa.

Sonst lief es am achten Wettkampftag nicht rund für die deutschen Teilnehmer. Noch am nächsten kam Britta Steffen einer Medaille, der vier Jahre nach ihrem Olympiasieg in Peking über 50 Meter Freistil sieben Hundertstel Sekunden zu Bronze fehlten. "Es ist schade, ich hätte mir wirklich sehr gewünscht, dass ich eine Medaille holen kann für unsere Mannschaft. Das bestimmte Quäntchen Glück ist uns nicht hold", sagte sie.

Ob Steffen ihre Karriere fortsetzen will, ließ sie offen. "Jetzt gehe ich erstmal in Urlaub, nicht so richtig wohlverdient, und entscheide dann dort, was ich möchte", sagte die 28-Jährige. Sie habe noch keine Tendenz zu einer Entscheidung, ob und wie lange sie weitermacht. "Dafür spricht, dass ich noch große Lust habe, und die EM 2014 in Berlin ist. Dagegen spricht vielleicht, dass das Umfeld, die deutschen Medien sehr hart mit mir ins Gericht gehen und dass gewisse Experten nicht wirklich von der Sache sprechen, sondern ihre Meinung kundtun", sagte sie.

Sebastian Bayer verpasst Medaille um drei Zentimeter

Fünfte Plätze gab es für Diskuswerferin Nadine Müller und Weitspringer Sebastian Bayer . Er verpasste die ersehnte erste Olympia-Medaille für einen deutschen Weitspringer seit 32 Jahren um drei Zentimeter. Gold eroberte der Brite Greg Rutherford. Der Favorit gewann mit 8,31 Metern vor dem Australier Mitchell Watt (8,16) und Will Claye aus den USA (8,12).

Die Diskuswerferin Nadine Müller, Vize-Weltmeisterin aus Halle/ Saale , enttäuschte als Fünfte mit 65,94 Metern. Gold gewann Sandra Perkovi ć mit dem Landesrekord von 69,11 Metern. Die Kroatin hatte bereits bei der EM im Juni in Helsinki triumphiert. Silber ging an die Russin Darja Pischtschalnikowa, Bronze an Weltmeisterin Li Yanfeng aus China .