Mein Olympia : Tennis ist der anspruchsvollste Sport der Welt

Seine ersten Schritte machte Alexander Waske auf einem Court. Für den Tennisprofi ist Olympia etwas Besonderes, er versteht nicht, warum viele Spieler darauf verzichten.
Roger Federer spielt das Olympische Turnier gerne. © Clive Brunskill/Getty Images Sport

Zum Tennis kam ich schon sehr früh. Meinem Papa, selbst Tennisspieler, war es zu langweilig, mich zu Hause stundenlang zu beobachten und dort auf mich aufzupassen. Er sagte sich: "Ob ich den Laufstall ins Wohnzimmer oder auf den Tennisplatz stelle, ist letztlich egal." Von da an stand mein Laufstall neben dem Tennisplatz, und ich habe meinem Vater zugeschaut.

Wie kleine Kinder nun mal so sind, wollte ich unbedingt meinen Vater nachahmen. Er hat dann einen Holzschläger abgesägt, und ich habe damit gespielt. In meiner Kindheit habe ich meine freie Zeit mit dem Tennisspielen verbracht und es am Ende zum Profi gebracht.

Tennis ist in meinen Augen die anspruchsvollste Sportart der Welt, weil sie alles vereint: Man braucht ein starkes Ballgefühl, eine sehr gute Fitness und am Schluss kommt es darauf an, ob man die Nerven hat, ein Spiel zu Ende zu spielen. Bei vielen Sportarten braucht man nur ein paar Punkte, und wenn man vorne liegt, kann man das Spiel zerstören. Im Tennis geht das nicht, man muss stets mehr Punkte gewinnen als der Gegner, selbst wenn man haushoch führt.

Tennis ist auch ein sehr taktisches Spiel. Es gibt völlig verschiedene Spielstile. Boris Becker hat beispielsweise viel Volley gespielt, Rainer Schüttler war ein guter Konterspieler. Man kann ein Match auf viele Arten gewinnen.

Dazu muss man auch viele Schlagtechniken beherrschen. In anderen Sportarten wie Fußball oder Basketball gibt es nur wenige Techniken. Im Tennis gibt es den Aufschlag, die Vorhand, die Rückhand, den Return, den Volley, den Schmetterball, den Top-Spin, den Slice und so weiter.

Alexander Waske

Alexander Waske, 37, ist ein deutscher Tennis-Profi. Seine höchste Weltranglisten-Platzierung war Platz 16. Heute betreibt der Doppelspezialist mit Rainer Schüttler die Schüttler Waske Tennis-University.

Leider verzichten viele Tennisspieler auf Olympia oder ihnen ist es nicht so wichtig. Das war und ist bei mir nicht der Fall. Ich hätte 2008 an den Olympischen Spielen teilnehmen sollen, verletzte mich aber Ende 2007. Mir riss der Muskel im Ellenbogen und ich wurde nicht rechtzeitig fit. Ich hatte selten so große Schmerzen wie vor dem Fernseher bei der Einlaufzeremonie in Peking . Da hätte ich einfach dabei sein, da hätte ich die Arme hochreißen müssen. Ich habe das Olympia-Hemd immer noch zu Hause liegen.

Diese Olympischen Spiele mit dem Tennisturnier in Wimbledon sind noch einmal was ganz Besonderes. Es ist auch für mich als Profi, der einige Male in Wimbledon gespielt hat, kurios anzuschauen. Eigentlich darf man im Wimbledon nur in Weiß spielen, selbst im Training. Es gibt keine Sponsoren, es ist alles sehr schlicht gehalten. Jetzt spielen die Olympia-Teilnehmer wegen des Olympischen Komitees in roten Schuhen oder in gelben Hemden und die Banden sind pink. Das ist schon einmalig.

Beim traditionsträchtigsten Turnier, auf der traditionsträchtigsten Anlage Olympia spielen zu dürfen, muss unglaublich sein, besonders im Finale, das heute Roger Federer und Andy Murray austragen. Ich wäre selber gerne da.

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Kommentare

2 Kommentare Kommentieren

Ein wenig Naivität

Es ist immer wieder schön, von wirklicher Sportbegeisterung zu lesen, dennoch finde ich, sollte man gerade angesichts der Olympischen Spiele davon absehen, Tennis als Sportart über alles zu stellen. Was verschafft einem das Recht, den eigenen Sport als anspruchsvollsten der Welt zu bezeichnen und dabei solche Sportklassiker wie Fußball und Basketball in puncto Taktik und Technik zu deklassieren? Auch wenn es sich um die Einschätzung eines Profisportlers handelt, sollte man trotzdem einen gewissen Respekt den anderen Sportarten (die Tennis in wirklich nichts nachstehen) gegenüber aufbringen. Nicht umsonst Grundstein der olympischen Idee.

Wer hat den Beitrag geschrieben?

Tobias Escher oder Alexander Waske? Die Behauptung, dass "Tennis... der anspruchsvollste Sport der Welt" sei, wird im Artikel nicht mal ansatzweise belegt. Die spärlichen Vergleiche mit anderen Sportarten sind beliebig einseitig aus Sicht weniger Tennis-Details gewählt, bezüglich der verglichenen Sportarten unvollständig und blenden die spezifische Komplexität anderer, besonders Mannschafts-, Sportarten völlig aus.
Die Freude am Tennis sei Escher oder Waske und allen Tennisfans ja gegönnt, aber die hier etwas dünkelhaft herüberkommende Abrenzerei zeigt vor allem Scheuklappenblindheit und Unkenntnis anderen Sportarten gegenüber auf.

Ist das ganze vielleicht nur eine Promotion für die "Schüttler-Waske Tennis-University" (welch hochtrabender Name für eine Tennisschule?). Dann, liebe Zeit, sollte eigentlich, wie üblich, diskret "Anzeige" oben drüber stehen.