Twittern über OlympiaDie Smartphone-Finger sollten gut trainiert sein

Wer als Athlet, Fan oder Reporter in London mitreden will, setzt auf Twitter. Doch nicht alle beherrschen den digitalen Austausch unfallfrei. Von Christian Spiller, London von 

Zuschauer vor dem London Eye, dem Olympischen Riesenrad

Zuschauer vor dem London Eye, dem Olympischen Riesenrad  |  © Ryan Pierse/Getty Images Sport

London und Twitter drehen in diesem Sommer das ganz große Rad. Um genau zu sein: das größte Riesenrad Europas. Das London Eye an der Themse , eine der großen Touristenattraktionen der britischen Hauptstadt, wird während der Olympischen Spiele zum 135 Meter hohen Stimmungsbarometer.

Eine Software analysiert alle Tweets des Kurznachrichtendienstes, die mit Olympia zu tun haben, und übersetzt sie in verschiedene Farben. Bei überwiegend positiven Wortmeldungen leuchtet das Riesenrad dann gelb, Grün steht für ein entschiedenes "Na ja", bei Lila würden die Londoner die Spiele am liebsten nach Griechenland zurückschicken.

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Willkommen bei den Twitter-Spielen! In diesen Londoner Wochen geht es erstmals nicht nur darum, wer die schnellsten Beine, die ruhigste Hand oder den kühlsten Kopf hat. Auch die Smartphone-Finger sollten gut trainiert sein. Vor vier Jahren in Peking war Twitter noch relativ unbekannt, heute sind es offiziell 140 Millionen User, die mehr oder weniger regelmäßig ihre 140-Zeichen-Nachrichten mit der Welt teilen.

Sport ist dabei eines der beliebtesten Themen: Allein während des Finals der Fußball-EM haben Fans und Zuschauer 16,5 Millionen Tweets abgesetzt, das waren 15.538 pro Sekunde. Und vor den TV-Kameras der Welt erzählt kaum noch ein olympischer Athlet, was ihn wirklich bewegt, lieber tippt man sich Frust und Ärger via Smartphone oder Notebook von der Seele.

London 2012

Vom 27. Juli bis zum 12. August 2012 richtet London die größte Sportveranstaltung der Welt aus. Bei den Sommerspielen der 30. Olympiade wird es in 26 Sportarten 302 Entscheidungen geben. Insgesamt werden mehr als 10.000 Sportler aus mehr als 200 Ländern in England erwartet. Außerdem werden ungefähr 30.000 Journalisten aus aller Welt aus London von den Spielen berichten. Insgesamt stehen 6,6 Millionen Tickets zum Verkauf.

Olympia auf ZEIT ONLINE

In unserem Ticker verpassen Sie keinen olympischen Wettkampf, keine Medaille und keinen Termin der Sommerspiele in London. Den an jedem Olympiatag spannendsten Wettkampf stellen wir in der Serie "Mein Olympia" vor. Alle Interviews, Reportagen und Essays der Redaktion finden Sie auf der Olympia-Seite. Die englische Hauptstadt London ist nach 1908 und 1948 die erste Metropole, die zum dritten Mal Gastgeber der Spiele ist. Für ZEIT ONLINE berichten Christian Spiller und Christof Siemes aus London. Im Blog der Sportredaktion lesen Sie die Erfahrungen der Olympiareporter.

Die Veranstalter der Spiele haben deshalb bei Twitter eigens ein so genanntes Olympic Athletes' Hub eingerichtet, eine Art Zentrale für die olympischen Sportler. Dort teilt der Basketball-Superstar LeBron James seine Schnappschüsse von der Eröffnungsfeier mit seinen 5,6 Millionen Followern . Usain Bolt berichtet immerhin fast 700.000 Fans von seinen präolympischen Domino-Wettkämpfen mit den Teamkollegen. Und die deutsche Hürdensprinterin Carolin Nytra lässt noch 1.296 User an ihrem sonntäglichen Frühstück teilhaben: Brötchen, Rührei, Latte Macchiato und Orangensaft.

Doch mit 140 Zeichen kann man auch viel falsch machen. Beim Radrennen der Männer setzten die Zuschauer so viele Tweets ab, dass die Zeitmessung durcheinander geriet. Ein englischer Jugendlicher wurde verhaftet, weil er den Wasserspringer Thomas Daley beleidigt und bedrohte. Einem englischen Reporter sperrte Twitter den Account vorübergehend, weil er die NBC hart kritisiert hatte.

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    • Schlagworte David Cameron | IOC | Fußball-EM | Griechenland | Michael Vesper | Notebook
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