Olympia : Deutsche Rad-Sprinterinnen holen Gold

Die Radsportlerinnen aus Erfurt und Kaiserslautern hatten zunächst keine Chance gegen die Konkurrenz aus China. Dann profitierten sie von einem Fehler der Chinesinnen.
Die Olympia-Siegerinnen Kristina Vogel (l) and Miriam Welte © Bryn Lennon/GettyImages

Die deutschen Radsportlerinnen Miriam Welte und Kristina Vogel haben Gold im Teamsprint gewonnen und damit für den vierten deutschen Olympiasieg in London gesorgt. Das Duo aus Kaiserslautern und Erfurt war im Finale gegen China zunächst unterlegen, profitierte dann aber von einer Disqualifikation der Kontrahentinnen wegen eines Wechselfehlers. Bronze ging an das australische Duo. Die Chinesinnen wurden wegen der Disqualifikation auf den zweiten Platz heruntergestuft und erhielten Silber.

Welte und Vogel waren schon dank der Disqualifikation von Großbritannien in der ersten Runde vom dritten auf den zweiten Platz vorgerückt und damit bei der olympischen Premiere des Wettbewerbs ins Finale gekommen. Den Gastgeberinnen wurde vor 6.000 Zuschauern im neuen Velodrom ebenfalls ein Wechselfehler zum Verhängnis.

Im Endlauf hatten die deutschen Weltmeisterinnen auf der Bahn gegen das Duo aus China kaum eine Chance. Die Asiatinnen hatten im ersten Wettbewerb sowohl in der Qualifikation als auch in der ersten Runde den Weltrekord verbessert. Zunächst hatten die Britinnen in der Qualifikation den Weltrekord unterboten.

Die männlichen Kollegen von Welte und Vogel waren in London ebenfalls erfolgreich. Sie holten die Bronzemedaille im Bahnradwettbewerb. René Enders, Robert Förstemann und Maximilian Levy setzten sich im kleinen Finale gegen Australien durch.

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Kommentare

19 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

@ 11 Berlin Wedding

Klar, Zweiter hätte schliesslich jeder werden können(?). Sollte man die Goldmedaille unbesetzt lassen?. Wer denkt, wird langsamer. Was wäre also gewesen, wäre es regelgerecht gelaufen?.

Die Wechselvorschrift hat den Sinn, dass beide Partner stark sein müssen. Und wenn es auf die -tel ankommt, dann auch auf die Zentimeter oder Meter, die länger Windschatten gegeben werden.

Glück und Pech und auch Regeleinhaltung gehören doch zum Sport. Man denke an die Unglücklichen, die den Staffestab zu spät übergeben oder fallen gelassen haben, die Fehlstarter oder die Verletzen oder die Opfer kaputter Motoren oder Fahrräder. Hat der Profiteur nichts geleistet?

Welte hatte ein Herz für die Gegnerinnen. Das ist schon was. Wer sich laufend fragt, ob alles was er bekommt auch gerecht ist, wird vermutlich nur bei der Suche nach dieser Antwort Höchstleistungen erzielen.

@ 18 Berlin Wedding

Den Gedanke finde ich gut. Nur bleibt die Frage, ob die Regelverletzung nicht auch Folge einer falschen Einteilung oder eines unangemmessen Überschwangs war ohne den sie villeicht langsamer gewesen wären.

Ich meine, man dürfte ruhig unterstellen, dass denen das bewusst ist, und sie sich nicht auf diesen Lorbeeren ausruhen. Die Anerkennung haben sie sich m. E. dennoch verdient.

Aber was solls. Irgendwie entspricht es doch auch dem olympischen Gedanken. Medaillen und Ruhm auch als faszinierende Glückssache bei der Verwirklichung eines Traums. Wie, trotz harter Arbeit und Entbehrung, das Auffinden eines Goldklumpens am Klondyke.

Ja, (aber)

Glueckwunsch, klaro! Aber kann hier mal jemand erklaeren, was genau die anderen Teams falsch gemacht haben? Habe keines der Rennen gesehen und kenne auch die Regeln nicht wirklich. Ziel ist wohl, eine bestimmte Strecke schnellstmoeglich zu fahren. Wie funktionieren dabei die "Wechsel"? Gibt es mehr als 2 Fahrer(-innen) pro Team, die sich abwechseln? Und wie muss man sich einen Wechselfehler vorstellen? Ein wenig mehr Information waere wuenschenswert. Danke!

Ging mir beim Artikel-Lesen genau so...

Leider wird eben ohne Erklärung das nachgebetet, was irgendwelche Presse-Agenturen schreiben. Und nachdem bei Wikipedia kein Eitrag dazu existiert und bei Google ja nur die immer gleiche Pressemeldung in verschiedenen Medien.... wie auch immer:

Es gibt natürlich ein Regelwerk, dass die Durchfürung solcher Wettkämpfe bestimmt: In diesem Fall stammt es von der UCI (Union Cycliste International - ja das ist französisch) und da gelten (verkürzt übersetzt) folgende Regeln für diesen "Wechsel":

Ein Männer-Team besteht aus 3 Teilnehmern und fährt 3 Runden.
Ein Frauen-Team besteht aus 2 Teilnehmerinnen und fährt 2 Runden.

Der/die jeweils Führende geht nach "seiner" Runde raus.
Dieses Rausgehen muss innerhalb 15 Meter vor oder nach Beendigung der Runde erfolgen.

Wie gesagt frei übersetzt, den kompletten Text finden Sie (auf Englisch) unter
http://www.uci.ch/include...

Ich bin leider zu blöde, ein Video des Rennens im Internet zu finden, um selber zu sehen, ob es das war.

Aber eigentlich sollte das ja (da kann ich Ihnen nur so was von unglaublich Recht geben) die Aufgabe eines seriösen Journalismus sein: Nach-Recherchieren, nicht Nach-Plappern....

Congratulations!

Gratulation an die beiden! Und vielen Dank auch für die Erläuterungen, so macht das Kommentare Lesen richtig Spaß (auch, wenn es wie bereits erwähnt nicht unbedingt die Aufgabe der Leser sein sollte)!

Schön, dass die Neider und Nicht-Gönner diesem Artikel bisher fern blieben (oder gibt es diesmal nichts zu kritisieren?).