Usain Bolt: Der Blitzewerfer ist wieder da
Im schnellsten 100-Meter-Rennen der Sportgeschichte vergisst Usain Bolt seine Selbstzweifel. Und beglückt eine geplagte Sportart. Von Christian Spiller, London
© Jeff J Mitchell/Getty Images

Usain Bolt läuft nach seinem Olympia-Sieg über 100 Meter am olympischen Feuer vorbei.
Am Sonntagabend war es wieder soweit: Zuerst seine Pose, der Blitzewerfer. Dann muss er sich um das Maskottchen kümmern, das sich immer sofort an ihn ranschmeißt, in diesem Fall ein Zyklop namens Wenlock. Dann läuft er die Ehrenrunde, deren 400 Meter für einen Sprinter sehr lang werden können, vor allem wenn alle paar Meter Gesten und Grimassen für Fotografen und Zuschauer gezeigt werden müssen. Schließlich will auch noch die Weltpresse mit Sätzen versorgt werden.
Erst gut zwei Stunden nach dem Startschuss hat Usain Bolt Feierabend, obwohl sein Rennen nur zehn Sekunden dauerte.
Usain Bolt mag das. Es ist davon auszugehen, dass er sich vor den Mikros ebenso wohl fühlt wie auf der Laufbahn. Wenn er eines sieht, klopft er drauf wie bei einem Soundcheck, rappt ein paar Verse hinein oder sagt Sätze wie: "Dieser Sieg hat mich einen Schritt näher an den Legendenstatus gebracht."
- London 2012
Vom 27. Juli bis zum 12. August 2012 richtet London die größte Sportveranstaltung der Welt aus. Bei den Sommerspielen der 30. Olympiade wird es in 26 Sportarten 302 Entscheidungen geben. Insgesamt werden mehr als 10.000 Sportler aus mehr als 200 Ländern in England erwartet. Außerdem werden ungefähr 30.000 Journalisten aus aller Welt aus London von den Spielen berichten. Insgesamt stehen 6,6 Millionen Tickets zum Verkauf.
- Olympia auf ZEIT ONLINE
In unserem Ticker verpassen Sie keinen olympischen Wettkampf, keine Medaille und keinen Termin der Sommerspiele in London. Den an jedem Olympiatag spannendsten Wettkampf stellen wir in der Serie "Mein Olympia" vor. Alle Interviews, Reportagen und Essays der Redaktion finden Sie auf der Olympia-Seite. Die englische Hauptstadt London ist nach 1908 und 1948 die erste Metropole, die zum dritten Mal Gastgeber der Spiele ist. Für ZEIT ONLINE berichten Christian Spiller und Christof Siemes aus London. Im Blog der Sportredaktion lesen Sie die Erfahrungen der Olympiareporter.
Das 100-Meter-Finale ist stets der Höhepunkt der Olympischen Spiele. Weil schnelles Laufen der Ursport schlechthin ist, seitdem wir uns damals vor dem Säbelzahntiger und anderem Getier in Sicherheit bringen mussten. Acht Männer, die um die Wette laufen, wie es auch Kinder tun. Einfach losrennen, so schnell es geht, nicht umdrehen, auch nicht nach rechts gucken oder links. Diese Schlichtheit fasziniert. Und tatsächlich wird wohl jeder der 80.000 Zuschauer im Londoner Olympiastadion seinen Kindern von diesem Rennen erzählen.
Zum ersten Mal in der olympischen Sprintgeschichte waren alle Läufer schneller als zehn Sekunden. Asafa Powell aus Jamaika einmal ausgenommen, der nach 70 Meter wegen einer Verletzung passen musste, es aber sonst wohl auch geschafft hätte. Usain Bolt gewann das Rennen in 9,63 Sekunden, der zweitschnellsten je gelaufenen Zeit.
Ein wenig überraschend kam das schon. Bolt wirkte in den vergangenen Monaten schlagbar. Was daran liegen könnte, dass er geschlagen wurde, von seinem Landsmann und Trainingspartner Yohan Blake vor ein paar Wochen bei den jamaikanischen Olympiaausscheidungen, sowohl über 100 als auch über 200 Meter. Nicht vergessen war auch Bolts schusseliger Fehlstart bei der WM im vergangenen Jahr in Daegu. Seitdem tänzelte der Jamaikaner nicht mehr ganz so leichtfüßig durchs Leben.
"Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich nicht an Daegu gedacht habe", sagt Bolt nach dem Olympiasieg. Und: "Die Niederlagen gegen Blake waren ein Weckruf für mich."






Der Sport ähnelt immer mehr Kriegsschauplätzen. Hoffentlich tritt Assad nicht heuer noch in London auf.
Was heißt hier 'ähnelt immer mehr Kriegsschauplätzen' ? Natürlich ist so ein Ereignis ein Ersatzschauplatz, heißt ja auch schließlich Wettk a m p f.
Allein schon der Einmarsch der Nationen und natürlich das hissen der Fahnen nach dem Wettkampf zeigt das deutlich. So what? Ein halbwegs friedliches Kräftemessen der Völker ist doch allemal besser als ein Kräftemessen auf dem 'Schlachtfeld'.
Was heißt hier 'ähnelt immer mehr Kriegsschauplätzen' ? Natürlich ist so ein Ereignis ein Ersatzschauplatz, heißt ja auch schließlich Wettk a m p f.
Allein schon der Einmarsch der Nationen und natürlich das hissen der Fahnen nach dem Wettkampf zeigt das deutlich. So what? Ein halbwegs friedliches Kräftemessen der Völker ist doch allemal besser als ein Kräftemessen auf dem 'Schlachtfeld'.
Schnell und gut passen nicht zusammen, doch es gibt die Ausnahme Bolt.
Alle vier Jahre dieselbe Prozedur: Die Männer laufen 100 m, und alle TV-Sportreporter lassen das Gehirn zu Hause, wenn sie ins Studio gehen. Was ist so faszinierend an ein bisschen Herumgerenne? Jeden Mehrkampf finde ich interessanter. Beim Segeln oder Mountainbike-Fahren gibt es wenigstens schöne Landschaft und an Dramatik ist jedes durchschnittliche Hockeyspiel deutlich überlegen. Kurz: Höchstens Synchronschwimmen scheint mir dämlicher als 100-Meter-Läufe ;-)
[...]
Gekürzt. Bitte argumentieren Sie sachlich. Danke, die Redaktion/mk
nur jemand reden, der in seinem Leben nur von der Couch zum Kühlschrank und zurück läuft.
Bei einem 100m-Rennen rennt keiner herum - es ist quasi ein Augenblick höchster Konzentration, eine Explosion von Energie - und Bolt ist ein Gott! :)
Also, was ich oben (durchaus politisch korrekt) auszudrücken versuchte, war, dass ich das extrovertierte Verhalten einiger 100-m-Läufer vor und nach dem Rennen als kindisch und unangenehm empfinde. Ich dachte, freundlicher Stammtischton wäre hier okay. Außerdem schrieb ich - sinngemäß, ich geb's ja zu - dass mich die unkritische, tendenziell hysterische Herangehensweise der meisten TV-Reporter stört ... und dass ich ein großer Fan von ZDF-Reporter Norbert König bin. Hm, mal schauen, ob Ihnen das nun gesittet genug ist, liebe ZEIT-Redakteure.
wie die diese Leute sprinten, dann werden Sie es vielleicht verstehen.
PS: m.e. sind ist das Sprinten das interessante and er olympiade.
ich glaube dass faszinierndes am sprinten ist, dass die allermeisten menschen noch so viel trainieren könnten. diese geschwinigkeiten erreichen nur die wenigsten menschen.
rudern oder reiten, dass kann "jeder" "lernen".
nur jemand reden, der in seinem Leben nur von der Couch zum Kühlschrank und zurück läuft.
Bei einem 100m-Rennen rennt keiner herum - es ist quasi ein Augenblick höchster Konzentration, eine Explosion von Energie - und Bolt ist ein Gott! :)
Also, was ich oben (durchaus politisch korrekt) auszudrücken versuchte, war, dass ich das extrovertierte Verhalten einiger 100-m-Läufer vor und nach dem Rennen als kindisch und unangenehm empfinde. Ich dachte, freundlicher Stammtischton wäre hier okay. Außerdem schrieb ich - sinngemäß, ich geb's ja zu - dass mich die unkritische, tendenziell hysterische Herangehensweise der meisten TV-Reporter stört ... und dass ich ein großer Fan von ZDF-Reporter Norbert König bin. Hm, mal schauen, ob Ihnen das nun gesittet genug ist, liebe ZEIT-Redakteure.
wie die diese Leute sprinten, dann werden Sie es vielleicht verstehen.
PS: m.e. sind ist das Sprinten das interessante and er olympiade.
ich glaube dass faszinierndes am sprinten ist, dass die allermeisten menschen noch so viel trainieren könnten. diese geschwinigkeiten erreichen nur die wenigsten menschen.
rudern oder reiten, dass kann "jeder" "lernen".
nur jemand reden, der in seinem Leben nur von der Couch zum Kühlschrank und zurück läuft.
Bei einem 100m-Rennen rennt keiner herum - es ist quasi ein Augenblick höchster Konzentration, eine Explosion von Energie - und Bolt ist ein Gott! :)
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf polemische Behauptungen und Spekulationen. Danke. Die Redaktion/kvk
selbst wenn. Diese ganze scheinheilige Diskussion um Doping geht mir so ziemlich auf den Senkel. Wenn ich mir so die Ernährungsgewohnheiten ganz normaler Fitnessstudio- Freaks anschaue, bin ich mir gar nicht so sicher, wo die Grenze zwischen normal und extrem verläuft.
Bis zum Beweis des Gegenteils freue ich mich über die dargebotenen Leistungen von Bolt und anderen. Ich genieße einfach die Wettbewerbe die mich interessieren und ignoriere diese ständige, spekulative Miesmacherei.
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf polemische Behauptungen und Spekulationen. Danke. Die Redaktion/kvk
selbst wenn. Diese ganze scheinheilige Diskussion um Doping geht mir so ziemlich auf den Senkel. Wenn ich mir so die Ernährungsgewohnheiten ganz normaler Fitnessstudio- Freaks anschaue, bin ich mir gar nicht so sicher, wo die Grenze zwischen normal und extrem verläuft.
Bis zum Beweis des Gegenteils freue ich mich über die dargebotenen Leistungen von Bolt und anderen. Ich genieße einfach die Wettbewerbe die mich interessieren und ignoriere diese ständige, spekulative Miesmacherei.
Also, was ich oben (durchaus politisch korrekt) auszudrücken versuchte, war, dass ich das extrovertierte Verhalten einiger 100-m-Läufer vor und nach dem Rennen als kindisch und unangenehm empfinde. Ich dachte, freundlicher Stammtischton wäre hier okay. Außerdem schrieb ich - sinngemäß, ich geb's ja zu - dass mich die unkritische, tendenziell hysterische Herangehensweise der meisten TV-Reporter stört ... und dass ich ein großer Fan von ZDF-Reporter Norbert König bin. Hm, mal schauen, ob Ihnen das nun gesittet genug ist, liebe ZEIT-Redakteure.
Das klingt schon wieder typisch deutsch. Wenn sich jemand ein wenig extrovertierter gibt, verhält er sich nicht adäquat.
Ich für meinen Teil fand es grade gut: Es hat erstens ein gewissen Charme versprüht und zum Schmunzeln angeregt. Zweitens war es wohl einfach die Art der Sportler mit dem immensen Druck umzugehen.
Sie können dann ja die deutschen Meisterschaften gucken. Da geht es gewiss gesitteter zu.
Das klingt schon wieder typisch deutsch. Wenn sich jemand ein wenig extrovertierter gibt, verhält er sich nicht adäquat.
Ich für meinen Teil fand es grade gut: Es hat erstens ein gewissen Charme versprüht und zum Schmunzeln angeregt. Zweitens war es wohl einfach die Art der Sportler mit dem immensen Druck umzugehen.
Sie können dann ja die deutschen Meisterschaften gucken. Da geht es gewiss gesitteter zu.
die stille in den wenigen sekunden vor und während der startkokmmandos... gänsehaut.. wahnsinn.
Gänsehaut! Habe gestern genau das gleiche gedacht.
Gruß
Gänsehaut! Habe gestern genau das gleiche gedacht.
Gruß
Gänsehaut! Habe gestern genau das gleiche gedacht.
Gruß
Ich verstehe die Euphorie der Reporter sehr gut. Wenn man sich mal zu Gemüte führt was in diesen 9,6 Sekunden körperlich so im Gange ist, ist das immens beeindruckend wie der Chef das so locker und doch mit der so wichtigen Spannung runterledert!
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