FußballDie neue Demut der Bayern

Der Triumph gegen Werder Bremen zeigt: Bayern München ist kaum zu besiegen. Noch aber gibt sich die Führung des Vereins kritisch und demütig. von 

Sie haben gesiegt, aber nicht alle überzeugt: die Bayern.

Sie haben gesiegt, aber nicht alle überzeugt: die Bayern.  |  © Johannes Eisele/AFP/Getty Images

Matthias Sammer gibt seiner Mitwelt gerne Rätsel auf. Das war nach dem 2:0-Sieg der Bayern in Bremen nicht anders. Da sagte er einer Gruppe von Reportern in der Mixed Zone: "Wir waren heute lätschert." Fragende Blicke. "Ja, lätschert." Und nochmal: "Lätschert halt." Noch lange danach diskutieren die überwiegend norddeutschen Reporter, welches Wort Sammer da so betont hat.

Lätschert ist süddeutsch und heißt lasch . Doch eigentlich war Sammer auch ohne Mundartkenntnisse zu verstehen, denn er redete lange und sagte auch: "Wir waren heute schläfrig, das war lange richtig Käse. Im Spiel muss die Laterne an sein, doch heute hat sie nur geglimmt." Der Ton war sportdirektorensouverän, in der Sache war es die Grundsatzrede eines strengen Mahners.

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Dabei hatten die Bayern auch ihr sechstes Bundesligaspiel nacheinander gewonnen. Der Gegner war immerhin eine Elf, die sich in dieser Saison deutlich gesteigert hat und an bessere Tage anzuknüpfen scheint. Ohnehin gilt das Auswärtsspiel in Bremen für die Bayern immer zu den schwersten Aufgaben.

Das Vorbild heißt Dortmund

In der Mannschaft war deshalb der Jubel groß, als Luiz Gustavo mit einem gefühlvollen Schlenzer die Bayern spät in Führung schoss und kurz darauf Mario Mandzukic nach einem Konter aus der Fußballfibel das Spiel entschied. Auch die vielen Bayernfans, die in Regionalzügen aus Kiel , Pinneberg und Oldenburg anreisten, waren in Feierlaune. Sammer jedoch zeigte sich unbeirrt kritisch. Gut hat's der, der über Siegesserien meckern kann.

Nun kennt man auch von Uli Hoeneß die Kunst der antizyklischen Rede. Doch in Bremen war zu erkennen, dass in München ein verschärfter Ton regiert. Auch der Trainer Jupp Heynckes gab an, Esprit und Tempo vermisst zu haben. Es ist die Lehre aus den vergangenen beiden Jahren, die Lehre aus den Dortmunder Meisterschaften. Aus bayerischer Sicht darf es auf keinen Fall einen Titelhattrick geben. Gerade der große Vorsprung birgt die Gefahr, dass sich Überheblichkeit einschleicht. Heute haben die Bayern sieben Punkte mehr als der BVB, vor etwa einem Jahr waren es acht. Damals wurde die Mannschaft nachlässig, es folgte die schwächste Saisonphase.

Einfluss hat der Meister aus Westfalen offenbar auch auf die Spielweise des Vizemeisters. Das gestand Bastian Schweinsteiger bemerkenswert offen der Süddeutschen Zeitung am Samstag. Der BVB sei "ein großer Antrieb" für die Mannschaft, sagte er. Die Bayern hätten sich von Dortmund abgeschaut, geschlossener und engagierter zu verteidigen. Das klang ungewohnt demütig.

Leserkommentare
  1. Das hat man sich im Verlauf der letzten Saison auch schon mal gefragt. Das Ende ist bekannt.

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    • fuba73
    • 03. Oktober 2012 1:42 Uhr

    Eigentlich ist hier jeglicher Kommentar überflüssig: Bayern hat schlecht gespielt. Und die arscharroganten "Experten" wetteifern und haschen um Anerkennung. Millionenbayern. Bonzen. Euch fehlt jeglicher Respekt. Als der BVB sang und klanglos unterging, wo ward ihr da? Ihr seid Asso-Pack, nichts weiter. Leckt eure Wunden und seht zu, dass ihr eure Klubs zweimal in zwei Jahren ins CL-Finale bringt. Ihr seht schon - Diskussion zwecklos, da zu belanglos. Schöne Zeit in der Dämmerung. Ihr versteht wahrscheinlich nicht einmal das!!!!

  2. Spannend wird es nur wenn die verlieren..dann hat eine Diskussion auch Charakter.

  3. Da kann die Bayer-führung ganz entspannt "kritisch und demütig" sein, wenn die Abteilung Attacke Jubel-Perser, wie Herr Fritsch übernehmen. Für eine wirklich qualifizierte Aussage ist es noch viel zu früh in der Saison. Aber man kann ja schonmal den Sieg herbeischreiben.

    Wie war das noch mal mit dem Anspruch auf Neutralität und Objektivität bei den Journalisten?

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    Redaktion

    Ich bekomme hier wechselweise unterstellt, Bayern-Fan und Dortmund-Gläubiger zu sein. Dazu noch HSV-Verächter, Bremen-Sympathisant, Bremen-Hasser ...

    Mir würde eine Entgegnung leichter fallen, wenn man sich für einen Vorwurf entschiede.

    weiss doch jeder, dass der journalist mitglied der dortmunder borussia ist.

    • Diplo
    • 30. September 2012 11:12 Uhr

    Wenn der Erfolg jetzt nicht wär, hätte man doch auch umsonst die ganzen Millionen investiert, wie viele waren es diesmal? Ich hab den Überblick und das Verständnis dafür verloren...

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    allein die 40 Millionen für ein Martinez..komisch, dass der gute Martinez nicht bei Barca oder Real gelandet ist...muss dann unfassbare Fähigkeiten nur für den FC Bayern besitzen..

  4. allein die 40 Millionen für ein Martinez..komisch, dass der gute Martinez nicht bei Barca oder Real gelandet ist...muss dann unfassbare Fähigkeiten nur für den FC Bayern besitzen..

  5. Redaktion

    Ich bekomme hier wechselweise unterstellt, Bayern-Fan und Dortmund-Gläubiger zu sein. Dazu noch HSV-Verächter, Bremen-Sympathisant, Bremen-Hasser ...

    Mir würde eine Entgegnung leichter fallen, wenn man sich für einen Vorwurf entschiede.

    • lyriost
    • 30. September 2012 11:37 Uhr

    "Einfluss hat der Meister aus Westfalen offenbar auch auf die Spielweise des Meisters." Welches Meisters, des früheren?

  6. 8. getue

    weiss doch jeder, dass der journalist mitglied der dortmunder borussia ist.

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