Bundesliga-VorschauVerlernen wir unter Löw das Elfmeterschießen?

Die Deutschen treffen nicht mehr vom Punkt. Frankfurt will seine ruhmreiche Flutlicht-Tradition fortsetzen. Ballack zieht es an den Strand. Die Bundesliga-Vorschau von 

Mats Hummels verschoss während des Champions-League-Spiels gegen Ajax Amsterdam einen Elfmeter.

Mats Hummels verschoss während des Champions-League-Spiels gegen Ajax Amsterdam einen Elfmeter.  |  © Lars Baron/Bongarts/Getty Images)

Wer spielt wann gegen wen?

1. FC Nürnberg – Eintracht Frankfurt (Freitag, 20.30 Uhr)
FC Schalke 04 – FC Bayern München (Samstag, 15.30 Uhr)
VfL Wolfsburg – SpVgg Greuther Fürth
FSV Mainz 05 – FC Augsburg
Hamburger SV – Borussia Dortmund
Fortuna Düsseldorf – SC Freiburg
Bayer 04 Leverkusen – Borussia Mönchengladbach (Sonntag, 15.30 Uhr)
Werder Bremen – VfB Stuttgart (Sonntag, 17:30 Uhr)
TSG Hoffenheim – Hannover 96

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

Nürnberg gegen Frankfurt. In den vergangenen Jahrzehnten mussten die Anhänger beider Klubs leidensfähig sein. Aus den früheren Spitzenteams und Rekordmeistern wurden Fahrstuhlmannschaften, die zwischen Liga Eins und Zwei pendeln. Vom Bundesligatitel sind sie seit vielen Jahren so weit entfernt wie Uli Hoeneß vom Amt des BVB-Ehrenpräsidenten . Wer hätte da erwartet, dass beide Teams in diesem Leben noch einmal um die Tabellenführung spielen? Und noch gegeneinander? Nun gut, es ist erst der 4. Spieltag, und der Sieger darf höchstwahrscheinlich nur eine Nacht an der Tabellenspitze verbringen. Dennoch sollten Sie diese Partie sehen, nicht zuletzt wegen der zwei Shooting-Stars der Liga: Die Japaner Takashi Inui und Hiroshi Kiyotake spielen im direkten Duell um den Shinji-Kagawa-Gedächtnispreis. Favorit dürfte aufgrund des Termins am Freitagabend die Eintracht sein, schließlich sind die Hessen der einzige Bundesligaklub, der den zu Unrecht vergessenen Flutlichtpokal gewann. Sie setzten sich 1957 im Finale gegen Schalke 04 durch – aufgrund des besseren Eckenverhältnisses.

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Hoffenheim gegen Hannover . Hoffenheimer Spiele versprechen derzeit nicht allzu viel Spannung, zeigte sich das Team an den ersten drei Spieltagen doch kaum konkurrenzfähig. Nach drei Niederlagen mit elf Gegentreffen steht Trainer Markus Babbel in der Kritik. Als Reaktion gab er seinen Posten als Manager an den früheren Schalker Andreas Müller ab. Pikant: Das Management von Müller, die Firma Rogon , berät bereits fünf Hoffenheimer Spieler, unter anderem Tim Wiese und Tobias Weis . Verständlich, dass einige Fans Bedenken anmelden. Zu groß werde ihrer Meinung nach der Einfluss von Rogon auf den Klub. Manch einer wittert gar einen Plot, angeblich spielen einige Hoffenheimer vorsätzlich schlecht, damit Markus Babbel durch den Rogon-Klienten Mario Basler abgelöst wird . Konkret warfen die Verschwörungstheoretiker dem Rogon-Schützling Tim Wiese vor, mit Absicht Flanken zu unterlaufen ( als wäre Tim Wiese für starke Strafraumbeherrschung bekannt ). Das ganze Tohuwabohu im Umfeld zeigt: Außerhalb ist es in Hoffenheim spannender als auf dem Platz.

Worüber werden nach dem Spieltag alle reden?

Rebellische Tendenzen unter den Fans. Auch wenn viele Fangruppen guten Grundes umstritten sind, freuen wir Teilzeitstadiongänger und TV-Zuschauer uns über die gute Stimmung. Am Wochenende werden einige Dortmunder Anhänger die Partie Hamburger SV gegen Borussia Dortmund boykottieren. Die Initiative "Kein Zwanni für 'nen Steher" möchte damit auf die zu hohen Ticketpreise in Hamburg hinweisen. Da die HSV-Fans vermutlich auch nicht viel zu lachen haben werden, stellt sich die Frage: Wird die Stimmung in Hamburg so gruselig wie bei den  Bayern unter der Woche? Hier protestierte die Südkurve während der Champions League gegen die neue Politik der Bayern, genau darauf zu achten , dass keine unbefugten Zuschauer in der Südkurve stehen. Es ist ohnehin nicht so, dass die Allianz Arena für berstende Stimmung bekannt wäre – am Mittwoch war aber sogar zu hören, was Manuel Neuer seinen Vorderleuten zurief . Auch die Fernsehzuschauer zeigten sich verwundert ob der fehlenden Gesänge. Über Twitter und Telefon beschwerten sie sich reihenweise bei den übertragenden TV-Sendern, diese sollen den Kommentator leiser drehen, man höre die Fans ja gar nicht.

Wer steht im Blickpunkt?

Der Elfmeterpunkt. Viermal versuchten die deutschen Europapokal-Teilnehmer unter der Woche ihr Glück vom Punkt, viermal scheiterten sie . Deutschland, einst das Land des Elfmeterglücks, ist auf dem Weg, seinen Ruf zu verspielen, nicht erst seit jener tragischen Finalnacht in München . Doch woher kommt die neue Unsicherheit vom Punkt? Liegt es an Jogi Löw, der immer wieder forderte, Deutschland müsse sich mehr am englischen Fußball orientieren, liegt es an seiner Abneigung gegen Standards? Liegt es an der Weigerung der Spieler, die Champions-League-Hymne zu singen? Steckt Rogon dahinter? An diesem Wochenende müssen die Klubs den deutschen Ruf wiederherstellen.

Was machen die Frauen?

Die Nationalmannschaft schoss am Mittwoch zehn Tore gegen die Türkei . Wenig überraschend bilanzierte die Nationaltrainerin Silvia Neid: "Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis." Am Wochenende setzt sich die Bundesliga-Saison fort, unter anderem mit dem Spitzenspiel Duisburg gegen Potsdam.

Was war sonst noch wichtig?

Die deutschen Stars der WM 2006 beenden nach und nach ihre Karrieren. Tim Borowski gab unter der Woche nach vielen Verletzungen bekannt, seine Fußballschuhe an den Nagel zu hängen . Ihm blieben die ganz großen Weihen des Weltfußballs verwehrt, auch wenn er zwischenzeitlich als der legitime Nachfolger Michael Ballacks gehandelt wurde. Apropos Ballack: Der Ex-Capitano war zwar zuletzt von der Bildfläche verschwunden, seine Karriere beendet hat er allerdings noch nicht. Aktuell ist er bei den Sydney Wanderers im Gespräch . Wir können uns Ballack als surfenden Fußballtouristen am berühmten Bondi Beach nur zu gut vorstellen. Zumal ihm dies zusätzliche Kredibilität als Werbeträger einer Reiseagentur verschaffen dürfte.

Was war das Zitat der Woche?

" Da bin ich vor vier Jahren gerade vom HSV zu Real Madrid gewechselt, also zum größten Fußballverein der Welt. Und das erste halbe Jahr in Madrid haben Sylvie und ich jeden Tag nur an Eppendorf gedacht. " (Rafael van der Vaart in einem Interview mit dem Hamburger Abendblatt über seine Rückkehr zum HSV)

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Leserkommentare
    • Chali
    • 21. September 2012 10:52 Uhr

    "Wir" schliesst ja mich mit ein, und mich interessiert das überhaupt nicht.

    • ekbül
    • 21. September 2012 10:54 Uhr
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    Redaktion

    Ich habe es prompt geändert.

  1. Redaktion

    Ich habe es prompt geändert.

  2. Hoffenheimer Spiele versprechen in letzter Zeit nicht allzu viel Spannung? Also die 3:5 Niederlage in Freiburg am letzten Spieltag war definitiv eines der spannendsten Spiele der noch jungen Saison, was allerdings eher an den Freiburgern gelegen haben dürfte.

  3. Deutscher Flutlicht-Pokal mit Entscheidung nach Anzahl der Ecken... immer wenn man denkt, man wüsste schon alles. :D

    • mussec
    • 21. September 2012 12:21 Uhr

    Jetzt ist er auch daran Schuld, dass die Spieler keine Elfer mehr treffen.
    Der brauch dringend ein Nivea Entspannungsbad!

    • wawerka
    • 21. September 2012 13:00 Uhr

    Wenn man als Werbetreibender ein klitzekleines bisschen auf die Glaubwürdigkeit des Testimonials in Verbindung mit dem beworbenen Produkt achtet, könnte die Diskrepanz hier kaum größer sein: Der millionenschwere Ex-Capitano, der für 129 Euro eine Billigheimer-Reise auf die Balearen bucht, aber hallo, na klar macht der das. ("Du, Simone, is' des da etwa Schimmel im Bad??")

    Dass die Werbeagentur sich dann auch noch den Kracher: "Mit Balle nach Malle" hat entgehen lassen, finde ich darüberhinaus besonders enttäuschend.

    • Pnin05
    • 21. September 2012 13:22 Uhr

    soso, die Deutschen treffen nicht mehr vom Punkt, schreiben Sie. Wieviele Deutsche haben nochmal diese Woche einen Elfer versemmelt? Einer? Einer von Vieren? Die drei anderen sind jeweils Nationalspieler ihrer Heimatländer. Aber natürlich muss da auch Joachim Löw die Schuld tragen.
    Ihre Neigung zu boulevardesken Überschriften haben Sie hier ja schon öfter gezeigt, aber denken Sie nicht auch, dass das diesmal ein bisserl weit und an der Sache vorbei geht?

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    Redaktion

    Danke für Ihre Kritik. Ich empfinde die Überschrift nicht als boulevardesk, es ist vielmehr ein Schnipsel, der im Artikel wieder aufgegriffen wird. Nichts läge mir ferner als Löw die Schuld an verschossenen Elfmetern zu geben, wobei im Text ja auch deutlich wird, dass es sich hier um Ironie handelt und dies keine fundierte Analyse ist.

    das die anderen auch nicht treffen, macht ja nationaspieler nicht besser, die ihn in die ecke murmeln wollen ;-)

    nur, das geht ja weiter, letztes direktes freistoßtor der nationalos, richtig, lange her, balack em gegen österreich.

    tor nach ecke?
    reden wir nicht drüber

    im klartext, unter löw sind standards untergegangen, soviel darf man mal festhalten.

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