Wer spielte wie gegen wen?

FC Augsburg – VfL Wolfsburg 0:0
Borussia Dortmund – Bayer Leverkusen 3:0
VfB Stuttgart – Fortuna Düsseldorf 0:0
Hannover 96 – Werder Bremen 3:2
FC Bayern München – FSV Mainz 05 3:1
Borussia Mönchengladbach – 1. FC Nürnberg 2:3
Greuther Fürth – FC Schalke 04 0:2
SC Freiburg – 1899 Hoffenheim 5:3
Eintracht Frankfurt – Hamburger SV 3:2

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Die Partie Freiburg gegen Hoffenheim ist auf den ersten Blick keine Ansetzung, für die man unbedingt einen Sonntagnachmittag opfern muss. Vor allem, wenn die Sonne so vom Himmel strahlt wie an diesem Sonntag im Breisgau. Doch die beiden Mannschaften aus dem wenig sonnenverwöhnten Tabellenkeller boten die mitreißendste Partie der bisherigen Spielzeit. Es ging hin und her, es gab acht Tore und genug Chancen für zwei weitere Bundesligaspiele. Das lag in erster Linie an den beiden Abwehrreihen, in deren Verteidigerei eine gewisse sommerliche Leichtigkeit auszumachen war. Vor allem Hoffenheims Tim Wiese tat sich hervor, als er innerhalb von fünfzehn Minuten zwei Eckbälle unterlief, die die Freiburger nur noch ins leere Tor stupsen mussten, wahrscheinlich hat der Solarium-Fan Probleme mit echter Sonne. Am Ende gewannen die Freiburger 5:3. Ihr Trainer Christian Streich hat, wie schon im Vorjahr, eine Mannschaft geschaffen, die ein höllisches Tempo anschlägt und sich in jeden Zweikampf wirft, als wäre es ihr letzter. Fast könnte man den Fußball im Breisgau "englisch" nennen. Wenn nur das Wetter dort nicht immer so gut wäre.

Welches Spiel konnten Sie mit guten Gewissen verpassen?

Heimspiele von Borussia Dortmund und dem FC Bayern München sind vorhersehbar. Die beiden Vereine verlieren einfach nicht mehr. Auch nicht an diesem Spieltag, die Bayern schickten ihren früheren Angstgegner aus Mainz mit 3:1 nach Hause und konnten es sich dabei sogar leisten, den 40-Millionen-Martinez wieder einmal den größten Teil des Spiel auf der Ersatzbank zu lassen. Die Dortmunder haben nach den wackeligen ersten beiden Spielen ihre Souveränität aus der Vorsaison wieder erlangt. Der Gegner aus Leverkusen hatte keine Chance. Zuletzt verlor der BVB vor mehr als einem Jahr ein Heimspiel, am 10. September 2011 gegen – kaum zu glauben – Hertha BSC. Auch der FC Bayern kann auf seine Heimserie stolz sein. Für ihn gab es die letzte Niederlage am 19. November 2011 gegen: Borussia Dortmund.

Wer stand im Blickpunkt?

Die neuen Kagawas. Sie heißen Hiroshi Kiyotake, Takashi Inui und Takashi Usami – zusammen erzielten die drei auffälligsten Japaner der Liga allein an diesem Wochenende drei Tore und bereiteten vier weitere vor, waren jeweils beste Spieler ihres Teams. Die Liga wird immer asiatischer. Seit Shinji Kagawa Borussia Dortmund zu zwei Meisterschaften schoss und mit seinem Wechsel zu Manchester United zudem ein hübsches Transferüberschüsschen erwirtschaftete, sind die Bundesligaverantwortlichen verrückt nach den Männern aus Fernost. Sie sind flink, technisch geschult, damit die idealen Spieler, um sich in den im modernen Fußball immer wichtiger, aber auch knapper werdenden Räumen zwischen den Angriffs-, Mittelfeld- und Abwehrlinien zu bewegen. Zudem gelten die Japaner als pflegeleichter als so mancher heimwehkranke, fröstelnde Brasilianer. Und sie sind nicht nur ein sportlicher Gewinn, sondern versprechen auch Zugang zum lukrativen asiatischen Fernseh- und Merchandisingmarkt. Nicht unwahrscheinlich, dass in Tokios Szenevierteln bald viele, viele Nürnberg-, Frankfurt- oder gar Hoffenheim-Trikots aufgetragen werden.