Ein Spiel des dritten Bundesliga-Spieltags hat vor allem wegen seiner letzten Momente für Aufmerksamkeit und einige Diskussionen gesorgt: Sprichwörtlich in letzter Sekunde erzielte Szabolcs Huszti für Hannover 96 den entscheidenden Treffer gegen Werder Bremen per Fallrückzieher (3:2) – und sah anschließend die gelb-rote Karte.

Was war geschehen? Im Jubel hatte sich der Doppeltorschütze erst sein Trikot ausgezogen, dann kletterte er in der Fankurve eine Absperrung hinauf, um sich von den Fans feiern zu lassen. Bereits das ausgezogene Trikot wertete Schiedsrichter Deniz Aytekin als Verstoß gegen die Regeln und Grund für Gelb. Als Huszti dann auf dem Zaun weiter jubelte, stellte Aytekin ihn vom Platz.

Der Schiedsrichter rechtfertigte die Entscheidung. "Das tut einem selbst fast schon ein wenig weh. Mir blieb aber gar nichts anderes übrig. Als Exekutive muss ich das durchziehen", so Aytekin nach Spielschluss.  Auch Hannovers Trainer Mirko Slomka erkannte den Platzverweis an: "Die Entscheidung war absolut regelkonform“, sagte er.

Die Regeln des Deutschen Fußball-Bundes legen das Ausmaß für Torjubel genau fest: "Zwar ist es einem Spieler erlaubt, seiner Freude nach einem Treffer Ausdruck zu verleihen, doch darf der Torjubel nicht übertrieben werden." Fans und Experten beschäftigte anschließend unter anderem die Frage: War das Ausziehen des Trikots und das Klettern auf den Zaun nicht ein Handlungsablauf , hätte also eine gelbe Karte genügt?

Huszti muss in der nächsten Bundesliga-Partie aussetzen. Das trifft seinen Verein Hannover 96 schwer, denn der Ungar hatte in den vergangenen Partien schon mit vier Vorlagen beim 4:0 gegen den VfL Wolfsburg gezeigt, wie wertvoll er für die Mannschaft ist.

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