Doping bei Paralympics: Schneller fahren mit gebrochenen Zehen
Mit der Professionalisierung der Paralympics steigt auch die Dopinggefahr. Kontrolliert wird nur wenig. Die haarsträubendsten Methoden sind ohnehin kaum nachweisbar.
© Adrian Dennis/AFP/Getty Images

Großbritanniens Rollstuhlathlet David Weir nach seinem Gold über die 5.000 Meter in der Klasse T54
Es ist kein gutes Zeichen, wenn der Präsident des Internationalen Paralympischen Komitees auf die Frage nach der Anzahl der Dopingkontrollen verlegen in den Saal blickt und seinen Pressesprecher Details erklären lässt. Es ist kein gutes Zeichen, wenn die Nationale Antidopingagentur (Nada) auf einer Pressekonferenz von einer Partnerschaft mit Apotheken schwärmt, aber auf Nachfragen zum Kontrollsystem im Behindertensport kaum konkrete Antworten hat. Es ist kein gutes Zeichen, dass sich fundierte Studien über Doping im paralympischen Sport an einer Hand abzählen lassen.
Rund 4.200 Athleten aus mehr als 160 Ländern nehmen an den vierzehnten Sommer-Paralympics in London teil, die Fernsehbilder sollen vier Milliarden Menschen erreichen. Das Internationale Paralympische Komitees (IPC) und der Deutsche Behindertensportverband (DBS) werten die Spiele als Meilenstein, ihr Leistungssport werde endlich ernst genommen. Doch zum Leistungssport gehören nicht nur Medaillen und Öffentlichkeit, sondern auch Manipulationen. Wächst mit der Professionalisierung auch die Versuchung? In London fällt besonders auf, dass ein Thema überhaupt nicht auffällt: der Kampf gegen Doping.
1.250 Kontrollen hatte das IPC vor den Spielen angekündigt, so viele wie bei keinen Spielen zuvor. Im Schnitt wird etwa jeder vierte Athlet einmal kontrolliert. Bei den Olympischen Spielen war die Quote mit 5.000 Kontrollen für 11.000 Athleten mehr als doppelt so hoch. Doch ohnehin zeigt sich: Eine hohe Kontrolldichte bedeutet nicht zwangsläufig eine hohe Überführungsrate. Zudem ist es sinnvoller, Sportler in Trainingsphasen zu kontrollieren, nicht im Wettkampf. Doch viele Athleten aus Asien, Afrika oder Südamerika werden in London zum ersten Mal überhaupt getestet.
Leistungssteigerung durch Elektroschocks
Doch auch wenn das IPC doppelt so viele Tests verordnet hätte: Nicht alle Manipulationsmethoden sind nachweisbar. Das gilt vor allem für den Behindertensport. Da wäre zum Beispiel das sogenannte Boosting, das absichtliche Zufügen von eigenen Verletzungen, um den Blutdruck und die Herzfrequenz zu steigern – und damit auch die körperliche Belastungsfähigkeit. Bei Sportlern mit einer Rückenmarksschädigung macht der Körper eine natürliche Steigerung nicht mehr mit.
Laut einer anonymen Umfrage des IPC bei den Paralympics 2008 in Peking gaben 17 Prozent der Befragten zu, Boosting schon versucht zu haben: Durch das Brechen der Zehen, Elektroschocks, das Einklemmen der Hoden oder durch Schrauben an den Rückenlehnen der Rollstühle. Die Deutsche Presse-Agentur zitiert eine Studie von 1994, wonach Rollstuhlfahrer durch Boosting auf einer Strecke von 7,5 Kilometern knapp zehn Prozent schneller waren. Seit 1994 ist Boosting offiziell verboten. Doch über die Methoden sollte weiter gesprochen werden, sagt Jürgen Kosel, Chefarzt des deutschen Paralympics-Teams. Ihm sei aber nicht bekannt, dass je ein Sportler aus Deutschland Boosting probiert hätte.
Dopingkontrollen bei Paralympics hat es erstmals 1984 gegeben, 21 Athleten sind bei den vergangenen drei Sommer-Paralympics des Dopings überführt worden, 18 von ihnen im Gewichtheben. Sie hatten meist anabole Steroide genutzt für einen schnellen Kraftzuwachs. Das teurere Blutdopingmittel Epo, das auch nur mit mehr Aufwand zu finden ist, wurde nicht entdeckt. Nach Olympischen Spielen werden Proben acht Jahre aufbewahrt, für später modernere Kontrollmethoden. Nach den Paralympics wurden ausgewählte Tests nur wenige Monate gesichert, aus Kostengründen. In London wird einer der drei Medaillengewinner pro Wettkampf getestet. Das Kontrollsystem ist gewachsen, aber mit dem Netzwerk im Nichtbehindertensport kann es noch lange nicht mithalten.






Nur weil sie als behindert gelten, ändert das ja nichts an ihrem Dasein als Mensch. Und der will sich bekanntlich immer einen eigenen Vorteil verschaffen.
Das jedoch das IPC so nachlässig Doping verfolgt zeigt nur, das es sich und seine Sportler nicht wirklich als vollwertig sieht und ernstnimmt.
"Nur weil sie als behindert gelten, ändert das ja nichts an ihrem Dasein als Mensch. Und der will sich bekanntlich immer einen eigenen Vorteil verschaffen."
Tatsächlich?
Hmm, ich glaube ich werde Mönch und gehe in ein Kloster weil mich Gott dann viel doller lieb hat als alle anderen Menschen auf der Welt...
Oder ich mache gemeinnützige Arbeit, weil dann alle anderen neidisch sind auf mein ehrwürdiges Ansehen.
Oder ich gehe zur freiwilligen Feuerwehr, weil mich alle dann für einen todesmutigen Helden halten.
Oder...
Die Palette ist groß.
Na wie wäre es: Sie können sich so viele Vorteile verschaffen wie sie wollen. Sie müssen nur zugreifen wollen.
"Nur weil sie als behindert gelten, ändert das ja nichts an ihrem Dasein als Mensch. Und der will sich bekanntlich immer einen eigenen Vorteil verschaffen."
Tatsächlich?
Hmm, ich glaube ich werde Mönch und gehe in ein Kloster weil mich Gott dann viel doller lieb hat als alle anderen Menschen auf der Welt...
Oder ich mache gemeinnützige Arbeit, weil dann alle anderen neidisch sind auf mein ehrwürdiges Ansehen.
Oder ich gehe zur freiwilligen Feuerwehr, weil mich alle dann für einen todesmutigen Helden halten.
Oder...
Die Palette ist groß.
Na wie wäre es: Sie können sich so viele Vorteile verschaffen wie sie wollen. Sie müssen nur zugreifen wollen.
Wer sich absichtlich handicapt, um schneller zu sein, sollte in Ruhe gelassen werden. Das ist nun die Sache eines jeden Einzelnen. Und auch mit Doping sollte man großzügig umgehen. Die Athleten sind genug "gestraft" durch ihre Behinderung.
Vor allem zeigtd er Artikel wie kompliziert die Medikamenteneinnahme zu sein scheint, weil die Medikamente und Folgen sichnciht klar abgrenzen lassen. Das ist ja schon bei Nichtbehinderten ein Problem. Siehe Asthmamittel.
Der Nicht-Behinderte, der neidisch ist, weil er ohne Doping kein Gold gewinnt und viel Geld verdient, kann sich ja z. B. die Beine abnehmen lassen und auf Stelzen laufen, wenn er meint, die Nichtbehinderten seien bevorzugt.
ist doch alles BETRUG , was sollen Die machen,die keine Hoden haben??
"Wer sich absichtlich handicapt, um schneller zu sein, sollte in Ruhe gelassen werden. Das ist nun die Sache eines jeden Einzelnen."
- Das Problem hierbei liegt darin, daß dadurch die Mietbewerber ebenfalls dazu gezwungen sind, derlei ebenfalls zu tun, um mithalten zu können.
Andererseits kann man natürlich argumentieren, daß Wettkampfsport sowieso Unsinn ist.
"Die Athleten sind genug "gestraft" durch ihre Behinderung."
Es geht hier doch nicht (nur) um Bevorzugung behinderter Sportler. Auch ein ehrlicher, amputierter Sportler sollte nicht aufgrund seiner Ehrlichkeit benachteiligt werden, während seine Gegner mit unlauteren Mitteln kämpfen. Sie können natürlich widerum argumentieren "selbst schuld, soll er sich doch auch die Hoden einklemmen"...
Ihr Text ist ziemlich onkelhaft.
Wäre ich körperlich behindert wäre ich sehr verdutzt würde für mich ein anderes Recht als für nichtbehinderte Menschen gelten. Es würde mir den Status eines gleichberechtigten Menschen entziehen.
ist doch alles BETRUG , was sollen Die machen,die keine Hoden haben??
"Wer sich absichtlich handicapt, um schneller zu sein, sollte in Ruhe gelassen werden. Das ist nun die Sache eines jeden Einzelnen."
- Das Problem hierbei liegt darin, daß dadurch die Mietbewerber ebenfalls dazu gezwungen sind, derlei ebenfalls zu tun, um mithalten zu können.
Andererseits kann man natürlich argumentieren, daß Wettkampfsport sowieso Unsinn ist.
"Die Athleten sind genug "gestraft" durch ihre Behinderung."
Es geht hier doch nicht (nur) um Bevorzugung behinderter Sportler. Auch ein ehrlicher, amputierter Sportler sollte nicht aufgrund seiner Ehrlichkeit benachteiligt werden, während seine Gegner mit unlauteren Mitteln kämpfen. Sie können natürlich widerum argumentieren "selbst schuld, soll er sich doch auch die Hoden einklemmen"...
Ihr Text ist ziemlich onkelhaft.
Wäre ich körperlich behindert wäre ich sehr verdutzt würde für mich ein anderes Recht als für nichtbehinderte Menschen gelten. Es würde mir den Status eines gleichberechtigten Menschen entziehen.
die "Behinderten" seien bevorzugt muss es natürlich heissen.
ist doch alles BETRUG , was sollen Die machen,die keine Hoden haben??
Frauen werden Sie nicht gemeint haben. Also bliebe ein Kategoriesierung nach Art des Dopings. Epos gegen Epos, Blutdoper gegen Blutdober und eben Quetscher gegen Quetscher.
Und dann die Ehrlichen gegen die Ehrlichen
Mehr fällt mir nicht ein, ohne die behinderten Sportler durch Witze zu verletzen.
You made my day
Frauen werden Sie nicht gemeint haben. Also bliebe ein Kategoriesierung nach Art des Dopings. Epos gegen Epos, Blutdoper gegen Blutdober und eben Quetscher gegen Quetscher.
Und dann die Ehrlichen gegen die Ehrlichen
Mehr fällt mir nicht ein, ohne die behinderten Sportler durch Witze zu verletzen.
You made my day
"Wer sich absichtlich handicapt, um schneller zu sein, sollte in Ruhe gelassen werden. Das ist nun die Sache eines jeden Einzelnen."
- Das Problem hierbei liegt darin, daß dadurch die Mietbewerber ebenfalls dazu gezwungen sind, derlei ebenfalls zu tun, um mithalten zu können.
Andererseits kann man natürlich argumentieren, daß Wettkampfsport sowieso Unsinn ist.
Mietbewerber=>Mitbewerber
Bei einem gewissen Grad an Perversiät versagt meine Rationalität. Im Grunde war mein Kommentar bezüglich dieser Art von Doping im Grunde zynisch.
Aber würde ich an die Selbstachtung, die Liebe zum eigenen Körper und an den Stolz auf die eigene Leistung plädieren, würde vermutlich schnell das Lied des nicht Betroffenseins, der fehlenden Förderung und der Situation der Behinderten allgemein erklingen.
Und im Grunde ist manches Medikamentendoping ja auch pervers. Denn es macht abhägig, man darf nur Bestimmtes essen, das Doping bestimmt den Tagesablauf. Die "Parallelwelt", die der Radfahrer Jaksche feststellte, ergibt sich m. E. bestimmt durchs Doping und nicht durch das Radprofi Sein an sich.
Mietbewerber=>Mitbewerber
Bei einem gewissen Grad an Perversiät versagt meine Rationalität. Im Grunde war mein Kommentar bezüglich dieser Art von Doping im Grunde zynisch.
Aber würde ich an die Selbstachtung, die Liebe zum eigenen Körper und an den Stolz auf die eigene Leistung plädieren, würde vermutlich schnell das Lied des nicht Betroffenseins, der fehlenden Förderung und der Situation der Behinderten allgemein erklingen.
Und im Grunde ist manches Medikamentendoping ja auch pervers. Denn es macht abhägig, man darf nur Bestimmtes essen, das Doping bestimmt den Tagesablauf. Die "Parallelwelt", die der Radfahrer Jaksche feststellte, ergibt sich m. E. bestimmt durchs Doping und nicht durch das Radprofi Sein an sich.
Mietbewerber=>Mitbewerber
"Die Athleten sind genug "gestraft" durch ihre Behinderung."
Es geht hier doch nicht (nur) um Bevorzugung behinderter Sportler. Auch ein ehrlicher, amputierter Sportler sollte nicht aufgrund seiner Ehrlichkeit benachteiligt werden, während seine Gegner mit unlauteren Mitteln kämpfen. Sie können natürlich widerum argumentieren "selbst schuld, soll er sich doch auch die Hoden einklemmen"...
Das Argument "Nicht Behinderte" bezog sich nur auf die Medikamente. Wäre alles klar abgegrenzt, feststell- und nachprüfbar, würde ich auch die Maßstäbe für Nicht Behinderte anlegen.
Das Argument "Nicht Behinderte" bezog sich nur auf die Medikamente. Wäre alles klar abgegrenzt, feststell- und nachprüfbar, würde ich auch die Maßstäbe für Nicht Behinderte anlegen.
"Schneller fahren mit eingeklemmten Hoden"
Die Olympia war ein Wettkampf der Phamakologen, die Paralympics ein Wettkampf der Hodenklemmenhersteller. Und was hatten die Frauen am Lager?
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