Kevin Pezzoni während eines Spiels © Dennis Grombkowski/Getty Images/AFP

Nach seiner Trennung vom 1. FC Köln hat sich der von mutmaßlichen Hooligans bedrohte Kevin Pezzoni erstmals öffentlich zu Wort gemeldet. Er wirft dem Club mangelnde Unterstützung vor:

"Ich hatte gehofft, dass die Verantwortlichen sich hinter mich stellen und versuchen, mich zu schützen", sagte der 23 Jahre alte Verteidiger. "Eigentlich sollte ein Verein dazu in der Lage sein, seine Spieler vor den Fans zu schützen. Das war in diesem Fall nicht so."

Pezzoni widersprach der Darstellung des Fußball-Zweitligisten, wonach der Kontrakt auf seine Bitte hin aufgelöst worden sei.

"Ich wollte nie meinen Vertrag auflösen. Der Vorschlag wurde vom Verein an mich herangetragen", sagte er. Ihm sei es so vorgekommen, als ob nur "auf eine günstige Gelegenheit gewartet wurde, um mich loszuwerden". Der 1. FC Köln hatte hingegen am vergangenen Samstag auf seiner Homepage erklärt: "Mit der Vertragsauflösung haben wir seiner ausdrücklichen Bitte entsprochen."

Diskussion über Fehlverhalten von Fans

Pezzoni hat nach eigenen Angaben nur zugestimmt, weil er nicht in einem Verein bleiben wollte, der ihm in solch einer Situation die Trennung anbiete, anstatt für ihn zu kämpfen : "Meine Situation wäre ja nicht besser geworden. Wer weiß, ob nach dem nächsten schlechten Spiel die Typen plötzlich in meiner Wohnung gestanden hätten statt nur davor."

Der Abwehrspieler Pezzoni war von Kölner Fans wegen angeblich mangelnder Leistung kritisiert, massiv bedroht und schließlich sogar tätlich angegriffen worden. Daraufhin löste er den Vertrag mit seinem Verein. Danach setzte eine intensive Diskussion über Fehlverhalten von Fans im Fußball ein.