SportförderungInnenminister will Anti-Doping-Förderung kürzen

Mehr Geld für das Projekt "Rückentraining", Kürzungen für den Anti-Doping-Kampf: Innenminister Friedrich steht wegen der Etatplanung für die Sportförderung in der Kritik.

Innenminister Hans-Peter Friedrich

Innenminister Hans-Peter Friedrich  |  © Thomas Peter/Reuters

Die Kritik an Innenminister Hans-Peter Friedrich richtet sich gegen den Etat-Entwurf für das kommende Jahr, der im Moment diskutiert wird. 250 Millionen Euro will die Regierung 2013 für den Sport ausgeben. Das Innenministerium will als Hauptgeldgeber 129 Millionen Euro beisteuern – 2,5 Millionen weniger als im laufenden Jahr. Eine Million will das Ministerium der Nationalen Anti-Doping Agentur Nada streichen. Die Konsequenz wäre eine drastische Einschränkung bei der Zahl der Dopingkontrollen, gab die Nada an.

Der SPD-Politiker Peter Danckert, bis 2009 Vorsitzender des Bundestags-Sportausschusses, sagte im Deutschlandfunk: "Ich glaube, die Bundesregierung hat mit dem Haushaltsentwurf zum Thema Nada völlig falsche Akzente gesetzt." Wenn man sehe, dass gleichzeitig der Etat für das Bundesinstitut für Sportwissenschaft um 1,2 Million erhöht werden soll, dann sei dies eine falsche Weichenstellung.

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Das Bundesinstitut für Sportwissenschaft soll knapp 1,8 Millionen Euro mehr für das Projekt "Rückenschmerz" bekommen. Die Begründung hierfür ist bislang nicht bekannt. Für die fünfte Unesco-Sportkonferenz im Frühjahr, bei der der Innenminister Gastgeber sein wird, sollen 650.000 Euro bereit gestellt werden.

Die umstrittene Förderung von Sportsoldaten und der damit verbundene Sportetat des Verteidigungsministeriums soll ebenfalls mehr Geld bekommen: Für 2013 ist eine Erhöhung um 3 Millionen auf 65 Millionen geplant. 3,6 Millionen mehr – insgesamt 21,2 Millionen – stellt die Bundeswehr für den Bau von Sportstätten bereit.

Der Entwurf für den Etat 2013 sieht insgesamt etwa 31 Millionen für die Olympiastützpunkte und Bundesleistungszentren vor. 25 Millionen werden für die Jahresplanung der Verbände veranschlagt und 29 Millionen sind für das Leistungssportpersonal, also Trainer und Betreuer, vorgesehen.

In nicht-olympischen Jahren spart der Bund normalerweise an den Reisekosten für Athleten und Betreuer zum Ort der Spiele. Dennoch werden im kommenden Jahr bereits 1,5 Millionen für die Winterspiele 2014 mit eingerechnet, wohl weil mit erheblichen Kosten zu rechnen ist, wenn es zu den Winterspielen ins russische Sotschi geht.

Mehr Transparenz gefordert

Die zuständige Haushaltspolitikerin der Grünen Katja Dörner, kritisierte, dass die Kriterien, nach denen öffentliche Gelder im Sport verteilt werden, immer noch nicht nachzuvollziehen seien. "Es muss deutlich mehr Transparenz geschaffen werden über die Zielvereinbarungen, die zur finanziellen Ausstattung der einzelnen Verbände bestehen. Wir brauchen auch andere Kriterien für die Förderung der einzelnen Mitgliedsverbände. Das muss eben offen und in einem offenen Dialog erfolgen."

Nach den Olympischen Sommerspielen in London gab es in Deutschland Diskussionen über überhöhte Zielvereinbarungen, falsche Prioritätensetzung in der Sportförderung und mangelnde Transparenz bei der Vergabe von Fördermitteln. Der Innenminister kündigte damals an, er werde Konsequenzen ziehen.

Am 25. Oktober wird im Haushaltsausschuss des Bundestags über den Sportetat des Innenministeriums diskutiert.

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Leserkommentare
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