BasketballVon Uli Hoeneß profitiert eine ganze Sportart

Mit seinem Basketballprojekt sorgt der große FC Bayern für einen Aufschwung der ganzen Liga. Nur der sportliche Erfolg blieb bei den Münchnern bislang aus. von Manuel Solde

Der Bayern-Manager Uli Hoeneß beim Spiel seiner Basketballer am Mittwoch

Der Bayern-Manager Uli Hoeneß beim Spiel seiner Basketballer am Mittwoch  |  © Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Uli Hoeneß hatte anstrengende Stunden hinter sich. Am Dienstagabend blamierten sich seine Fußballer in der Champions League gegen den weißrussischen Meister BATE Borissow und mussten die erste Niederlage der Spielzeit hinnehmen. Dann zankten sich auch noch Trainer und Sportchef. Etwas abschalten bei seinen Basketballern, das war der Plan des Bayern-Präsidenten. Doch das ging schief. Die ernüchternd-klare 61:80-Niederlage gleich zum Bundesliga-Auftakt gegen Oldenburg wird Hoeneß' Blutdruck nur noch mehr steigen lassen haben. Die Basketballer wollten eigentlich um die Meisterschaft mitspielen.

Zwei Jahre ist es her, dass Hoeneß sich entschloss, aus den in der zweiten Liga dahindümpelnden Basketballern seines Vereins eine Spitzenmannschaft zu formen. Er öffnete die Geldschatulle, kaufte Nationalspieler und ausländische Stars, den Job an der Seitenlinie übernahm Dirk Bauermann, Bundestrainer und der bekannteste Basketballcoach des Landes. Der direkte Aufstieg in die Basketball-Bundesliga (BBL) war ein Selbstläufer, die deutsche Basketball-Elite konnte sich auf einen Wandel gefasst machen.

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Mittlerweile stellt der FC Bayern den mit Abstand höchsten Etat der Liga. Mit den vermuteten rund neun Millionen Euro können weder der Ligaprimus aus Bamberg, noch der finanzstarke ehemalige Serienmeister aus Berlin mithalten. Wirtschaftlich setzten die Bayern neue Maßstäbe. Von seiner Strahlkraft profitiert der gesamte deutsche Basketballsport.

Kabel 1 zeigt vor allem Spiele des FC Bayern

Die Marke Bayern München polarisiert hierzulande wie keine zweite. Nur allzu gerne übernahmen die Anhänger der Konkurrenz das aus dem Fußball so bekannte Feindbild und füllten die Hallen, wenn es gegen "die Bayern" ging. In der Folge stiegen die Zuschauerzahlen der Basketball-Bundesliga innerhalb eines Jahres um neun Prozent. Fast 1,5 Millionen Menschen sahen den Profis in den Arenen beim Körbewerfen zu, so viele wie noch nie. Die Münchner belegten dabei ligaweit mit durchschnittlich 6.177 Zuschauern auf Anhieb den dritten Platz, hinter Alba Berlin (10.920 Zuschauer) und den Baskets aus Bamberg (6.797 Zuschauer).

Mit dem großen Namen kamen auch die Medienvertreter: Der sonst nur stiefmütterlich behandelte deutsche Basketball fand sich plötzlich in den großen überregionalen Tageszeitungen wieder. Im Fernsehen werden mittlerweile deutlich mehr Partien der Basketball-Bundesliga übertragen. Für die aktuelle Spielzeit sendet neben dem Spartensender Sport1 (mindestens 40 Live-Spiele) auch Kabel 1 bis zu zehn Begegnungen, vor allem Spiele des FC Bayern.

Der Aufschwung bringt auch sportliche Qualität mit sich. Während die lange überlegenen Ligen in Südeuropa wegen der Finanzkrise mit Problemen kämpfen, konnten die deutschen Vereine Spieler ins Land locken, die noch vor ein paar Jahren bei der Erwähnung "BBL" gelacht hätten. Für Bamberg spielt der langjährige slowenische NBA-Profi Bostjan Nachbar. Der FC Bayern sicherte sich die Dienste des israelischen Nationalelf-Kapitäns Yotam Halperin.

Leserkommentare
  1. Hätte er sich nicht einen Sport aussuchen können, der weniger langweilig ist? NBA Basketball geht ja noch, aber der europäische ist doch dezent langweilig im Vergleich zu Handball oder Eishockey.

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    weil hirnloses Draufgehaue schon mit Fußball abgedeckt ist. Damit würde man keine neue Fans erschließen.

    Mit Basketball ist jetzt auch noch die anspruchsvolle Seite des Sports beim FCB abgedeckt.

    • Statist
    • 04. Oktober 2012 16:41 Uhr

    also bitte....

    die größten Nachteile an der NBA ist die Vermarktung und die Sende-Unzeit. Schon allein deshalb würde ich jeden Versuch unterstützen, in Europa ein Ligasystem aufzustellen, dass man sich im Endeffekt irgendwann anschauen kann. Wie stellen Sie sich das denn vor, von jetzt auf gleich was aus dem Boden zu stampfen?

    da kommt in mir nur Unverständnis auf.

    Ich jedenfalls liebe den Sport, und wäre nicht böse, auch mal etwas mehr davon in den Medien zu finden, und darüber hinaus zu sehen, wie sich eine Profiliga entwickelt. Fußball hingegen ist für mich ganz schön langweilig.

  2. weil hirnloses Draufgehaue schon mit Fußball abgedeckt ist. Damit würde man keine neue Fans erschließen.

    Mit Basketball ist jetzt auch noch die anspruchsvolle Seite des Sports beim FCB abgedeckt.

    Antwort auf "Ohje ohweh"
  3. "Er öffnete die Geldschatulle, kaufte Nationalspieler und ausländische Stars,..."
    Sonst nennt man sowas Retortenklub und die Wertung ist zumeist wenig positiv.

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    Wahrscheinlich hofft Hoeness die Liga ähnlich zu "dominieren" wie die DFL, aber das wird nichts.
    Basketball ist ein ganz anderer Sport.

    Es gab die dominanten Teams, Leverkusen, dann Berlin
    Heute ist das alles relativ ausgegleichen.

    Selbst in der NBA gibt es nicht mehr die "beherrschenden Teams".

    Zwar sind Lakers stark, aber den Meister Titel aboniert haben sie nicht.

    • Statist
    • 04. Oktober 2012 16:41 Uhr

    also bitte....

    die größten Nachteile an der NBA ist die Vermarktung und die Sende-Unzeit. Schon allein deshalb würde ich jeden Versuch unterstützen, in Europa ein Ligasystem aufzustellen, dass man sich im Endeffekt irgendwann anschauen kann. Wie stellen Sie sich das denn vor, von jetzt auf gleich was aus dem Boden zu stampfen?

    da kommt in mir nur Unverständnis auf.

    Ich jedenfalls liebe den Sport, und wäre nicht böse, auch mal etwas mehr davon in den Medien zu finden, und darüber hinaus zu sehen, wie sich eine Profiliga entwickelt. Fußball hingegen ist für mich ganz schön langweilig.

    Antwort auf "Ohje ohweh"
  4. 5. Nun...

    Die NBA ist Retorte.

    Auf andere Weise wird auch die "BBL" nie funktionieren.

    Bayern München Basketball geht den richtigen Weg. Und darauf freue ich mich als Nicht-Basketball-Fan sehr. Und Uli Hoeneß weiß immer was er macht.
    Man betrachte den unfassbaren Erfolge des Fußballclubs Bayern München.

    Viel Erfolg weiterhin! Es wird dem deutschen Basketball und dem deutschen Sport in allen Bereichen gut tun!

  5. ich sehe das anders. in der zeit als hoeneß das management übernahm gab es in dem verein schon gewachsene strukturen und er profitierte von einigen außergewöhnlichen kickern wir beckenb. u. müller und sich selbst. dann hat er gezielt die anderen buli clubs geschwächt indem er regelmäßig die besten rausgekauft hat. das muß man nicht mögen, es hat aber erfolg gebracht.
    im basketball ist es anders. hier ist nicht gewachsen. in deutschland kicken die kinder und werfen keine körbe. also direkt stufe 2, wie damals wird alles gekauft was nicht bei drei auf den bäumen ist. dazu kommt das hoeneß überhaupt keine ahnung von dem sport hat.Aber ein riesen ego, also: im fußball lief es so, also beim basketball auch.
    schäme mich ein wenig, muß aber zugeben, das ich diese entwicklung mit etwas schadenfreude beobachte.

  6. Wahrscheinlich hofft Hoeness die Liga ähnlich zu "dominieren" wie die DFL, aber das wird nichts.
    Basketball ist ein ganz anderer Sport.

    Es gab die dominanten Teams, Leverkusen, dann Berlin
    Heute ist das alles relativ ausgegleichen.

    Selbst in der NBA gibt es nicht mehr die "beherrschenden Teams".

    Zwar sind Lakers stark, aber den Meister Titel aboniert haben sie nicht.

    Antwort auf "Interessant"

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