Champions LeagueBayern zittert sich in Lille zum Sieg

Nach der Siegesserie in der Bundesliga gewinnen die Münchener auch in der Champions League. In einem schwachen Spiel trifft Thomas Müller gegen Lille. von dpa

OSC Lille - Bayern München: 0:1 (0:1)

Der FC Bayern München ist in der Champions League auf Erfolgskurs. Der deutsche Fußball-Rekordchampion meisterte seine Aufgabe beim OSC Lille. Zur Halbzeit der Gruppenphase liegen die Bayern nun wieder im Soll und dank sechs Zählern mit Borissow und Valencia gleichauf.

Nach dem unerwarteten Dämpfer vor drei Wochen in Borissow forderte Jupp Heynckes von seinen derzeit in der Bundesliga konkurrenzlosen Bayern, nun auch "international eine Duftmarke zu setzen". Dafür hatte er seine Mannschaft im Vergleich zum jüngsten 5:0 bei Fortuna Düsseldorf auf einer Position umgestellt: Für Luiz Gustavo rückte der Neuzugang Javi Martinez ins defensive Mittelfeld.

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Mit dem Selbstvertrauen aus acht Siegen in acht Liga-Spielen übernahmen die Münchner von Beginn an die Initiative. Gegen die ersatzgeschwächten Franzosen wurde der Qualitätsunterschied zwischen dem Vorjahresfinalisten und den jungen Gastgebern schnell deutlich. Vor allem über Franck Ribéry trieben die Gäste den Ball nach vorne.

Der nur gut 100 Kilometer entfernt aufgewachsene Ribéry, der als Teenager einst in der Jugendabteilung des OSC Lille für zu klein befunden wurde, war von seinem Gegenspieler Djibril Sidibé fast nur mit Fouls zu stoppen. In der personell arg geschwächten Abwehrreihe war der 20-jährige Sidibé der unerfahrendste Akteur, er wäre in seinem zweiten Champions-League-Spiel nach zwei Fouls beinahe schon vor der Pause mit Gelb-Rot vom Platz geflogen.

Die Bayern fanden in der ersten Halbzeit auch ihr Elfmeterglück wieder: Lucas Digne vertändelte gegen Philipp Lahm zunächst den Ball und brachte den Bayern-Kapitän danach unbeholfen im Strafraum mit einem Schubser zu Fall. Thomas Müller traf danach im Grand Stade Métropole in der 20. Minute und konnte sich damit in dreifacher Hinsicht freuen: Erstens über die Führung, zweitens über seinen ersten Treffer in der Champions League seit dem Vorjahresfinale und drittens darüber, dass die Bayern wieder einen sicheren Elfmeterschützen zu haben scheinen. In den vergangenen Champions-League-Spielen hatten Arjen Robben (im Finale) und Mario Mandzukic (gegen Valencia) verschossen.

Robben fehlte nach wie vor wegen einer Oberschenkelblessur. Er sorgte dafür kurz vor dem Spiel für Aufsehen. In einem Interview mit dem TV-Sender NOS kokettierte der Nationalspieler mit dem Karriereende ("Manchmal ist es einfach schwer und dann denke ich: Lasst mich, ich hänge meine Fußballschuhe an den Nagel und höre auf."), Der Sportchef Matthias Sammer stellte aber klar: "Da ist überhaupt nichts dran, das ist Quatsch."

Ribéry blieb in dieser Saison ebenfalls von kleinen Verletzungen nicht verschont und musste auch in Lille angeschlagen durch etliche Fouls in der Pause in der Kabine bleiben. Ersten Diagnosen zufolge musste er wegen einer Muskelverhärtung passen.

Nach der ersten Halbzeit wurde die Partie ruppiger, spielerische Höhepunkte blieben weitgehend aus. Der OSC, der am 7. November zum Rückspiel nach München reist, fand besser ins Spiel und profitierte auch von der Unentschlossenheit der Bayern in der Offensive. Dass es vor dem Tor von Manuel Neuer gefährlich wurde, lag in der 78. Minute an einem Patzer von Dante, der dem gerade eingewechselten Ryan Mendez im Strafraum den Ball herschenkte. Doch der Fehler wurde nicht bestraft. Die Münchner hatten Glück und zitterten sich bis zum Abpfiff zum Sieg.

OSC Lille: Landreau - Sidibé, Béria, Chedjou, Digne - Balmont, Pedretti (90. Rozehnal), Martin - Roux (77. Mendes), de Melo, Kalou (56. Payet)

Bayern München : Neuer - Lahm, Boateng, Dante, Badstuber - Schweinsteiger, Javi Martínez - Müller (84. Alaba), Kroos (81. Luiz Gustavo), Ribéry (46. Shaqiri) - Mandzukic

Schiedsrichter: Atkinson (England)

Zuschauer: 45.259

Tor: 0:1 Müller (20./Foulelfmeter)

Gelbe Karten: Digne, Pedretti, Sidibé / Boateng, Javi Martínez, Mandzukic, Schweinsteiger, Shaqiri

Beste Spieler: Chedjou, Payet / Kroos, Lahm

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Leserkommentare
  1. auch in der BuLi mal gefordert werden, sonst wird das nichts in der CL!
    Gegen (über)harte Franzosen mit eklatanter Abschlussschwäche, war das in der Tat nur ein glanzloser Arbeitssieg!
    Am Anfang traten die Bayern sicher auf, kamen aber nicht wirklich ins Spiel, weil teils bei jedem Ballkontakt ein Foul kam. Wenn das *internationale Härte* war, dann muss man mal darüber nachdenken, ob in der BuLi zu viel abgepfiffen wird?
    Als sich Boateng dann entschloss, doch mal auch körperlich dagegen zu halten, bekam er bei seinem ersten Foul die gelbe Karte! Riberys Gegenspieler hatte da schon gefühlte 20 Fouls, teils taktisch, teils überhart begangen und kam mit einer gelben Karte mehr als glimpflich davon!
    Egal, die Bayern müssen sich wieder besser darauf einstellen, dass Gegner mit allem was sie haben, dagegenhalten werden.
    3 Punkte eingefahren und weiter gehts!
    Glück auf für Schalke und den BVB !

  2. liegen dem FC-Bayern nicht. Um es mit dem Metapher von Heoneß auszudrücken... 3. nach Abschluß der ersten Runde in der CL-Gruppe ist eines Rekordmeisters nicht würdig.

  3. http://www.transfermarkt....

    Also so 60-80% der beiden Artikel sind identisch:-).

  4. 4. [...]

    Entfernt wegen Doppelposting. Die Redaktion/kvk

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • cb81
    • 24. Oktober 2012 9:23 Uhr

    Und es steht ja auch in der Quellenangabe, dass zeit online, dpa und nf die Quellen sind.
    Da es ein reiner spielbericht ist, finde ich es nicht verwerflich. Erst wenn ein Kommentar oder eine Analyse oder interpretation von jemand anders übernommen wird, wird es bedenklich.

    • cb81
    • 24. Oktober 2012 9:23 Uhr

    Und es steht ja auch in der Quellenangabe, dass zeit online, dpa und nf die Quellen sind.
    Da es ein reiner spielbericht ist, finde ich es nicht verwerflich. Erst wenn ein Kommentar oder eine Analyse oder interpretation von jemand anders übernommen wird, wird es bedenklich.

    Antwort auf "[...]"
  5. Na und? Was soll das Gekläffe? Die Kassen beim FC B. laufen über. Weiter so.

    • Fackel
    • 24. Oktober 2012 11:46 Uhr

    Also bis auf 2 oder drei Minuten, wo eine Einwechselung von Lille ein bischen gewirbelt hat, habe ich kein Zittern bei den Bayern gesehen. Die hatten das Spiel eigentlich die gesamte Zeit im Griff und haben (fast) nichts zugelassen. PS: Kommentar stammt nicht von einem Bayern Fan.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, nf
  • Schlagworte Arjen Robben | Manuel Neuer | Philipp Lahm | Thomas Müller | Bundesliga | Fußball
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