Champions LeagueDortmund und Schalke verpassen Siege in letzter Minute

Bittere Schlussphase für den BVB: In Manchester dominieren die Dortmunder den englischen Meister. Doch kurz vor Schluss kassieren sie – wie Schalke 04 – den Ausgleich. von dpa

Mario Balotelli während des Elfmeterschusses in der 90. Minute

Mario Balotelli während des Elfmeterschusses in der 90. Minute  |  © Stu Forster/Getty Images

Manchester City – Borussia Dortmund 1:1 (0:0)

Borussia Dortmund hat den ersten großen Coup in der Champions League denkbar knapp verpasst. Nach der Führung durch Marco Reus in der 61. Minute sah es für den BVB lange nach dem zweiten Sieg im zweiten Spiel der Gruppe D aus. Doch nach einem vermeintlichen Handspiel von Neven Subotic rettete der eingewechselte Mario Balotelli dem englischen Champion per Elfmeter noch das Remis (90.). So gehen die Dortmunder nun mit vier Punkten ins Duell mit Real Madrid.

Mit forschen Tönen hatten sich die Dortmunder auf den Weg nach Manchester gemacht. "Wir wollen etwas mitnehmen", hatte der Kapitän Sebastian Kehl gesagt. Er selbst fand sich zu Spielbeginn allerdings auf der Bank wieder, für Kehl gab der lange verletzte Sven Bender sein Saisondebüt in der Startelf. Auch Robert Lewandowski durfte vier Tage nach seiner Pause bei der 5:0-Gala gegen Borussia Mönchengladbach diesmal wieder von Beginn an ran.

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Die ersten Chancen aber hatte Manchester City, obwohl die Starstürmer Mario Balotelli und Carlos Tevez zunächst nur Ersatz waren. Nach 22 Sekunden rettete Roman Weidenfeller den BVB bei einem Schuss von Samir Nasri. Nach acht Minuten war der Schlussmann bei Sergio Agüeros Versuch zur Stelle, kurz darauf verzog Pablo Zabaleta aus 13 Metern. Jetzt wurde die Borussia stärker. Erstes Signal war Mario Götzes Schuss, den Citys Torwart Joe Hart noch an den Pfosten lenkte (12.).

Bei strömendem Regen entwickelte sich nun ein hochklassiger Schlagabtausch. Beide Mannschaften erspielten sich eine Reihe bester Chancen, vergaben diese jedoch zunächst fahrlässig. Wie schon beim 1:0 zum Auftakt gegen Ajax Amsterdam bewahrte Weidenfeller die Dortmunder mehrfach vor einem Rückstand. So parierte er zweimal gegen Agüero (27./34.). Bei David Silvas Riesenchance aus fünf Metern hatte der Keeper Glück, dass der Spanier drüber schoss (45.).

Aber auch die Gäste waren immer wieder gefährlich. Nach der enttäuschenden Vorsaison in der Königsklasse bewiesen die Dortmunder erstmals auch auswärts höchste internationale Reife. Götze, der zunächst frei an Hart scheiterte und dann die Latte traf (39.), hätte ebenso für die Führung sorgen können wie Ilkay Gündogan, der aus bester Position zu unplatziert abschloss (45.+1).

Auch nach der Pause setzten Götze und Hart ihr Privatduell fort, wieder verhinderte der englische Nationalkeeper mit einer tollen Parade einen Rückstand (54.). Dann brach Reus endlich den Bann. Nach einem Fehlpass des eingewechselten Jack Rodwell ließ sich der Torjäger nicht mehr aufhalten und überwand Hart aus zehn Metern. Drei Minuten später tauchte Reus erneut allein vor dem City-Tor auf, diesmal scheiterte er aber ebenso an Hart wie Gündogan bei seinem Schlenzer von der Strafraumgrenze (67.).

Die Gastgeber wirkten nun angeknockt, die Dortmunder aber verpassten die Vorentscheidung. Lewandowski schoss nach einem guten Pass von Gündogan völlig allein vor Hart aus sieben Metern neben das Tor. Die Antwort der Hausherren ließ auf sich warten. Deutschlands EM-Schreck Balotelli kam als Joker aufs Feld. Als das Spiel schon fast gelaufen war, rächte sich die schlechte Chancenverwertung des BVB doch noch. Subotic nahm die Hand zur Hilfe, Balotelli versenkte den Strafstoß.

Manchester City: Hart – Zabaleta, Kompany, Nastasic, Clichy (81. Balotelli) – Javi García (34. Rodwell), Touré – David Silva, Nasri (57. Kolarov) – Dzeko, Agüero

Borussia Dortmund: Weidenfeller – Piszczek, Subotic, Hummels (74. Felipe Santana), Schmelzer – Gündogan (82. Großkreutz), Bender – Blaszczykowski, Götze (88. Kehl), Reus – Lewandowski

Schiedsrichter: Kralovec (Tschechien)

Zuschauer: 43.657

Tore: 0:1 Reus (61.), 1:1 Balotelli (89./Handelfmeter)

Gelbe Karten: Kompany, Touré / Blaszczykowski, Reus

Beste Spieler: David Silva, Hart / Weidenfeller, Bender, Hummels

Leserkommentare
  1. Ich bin stolz auf Dortmund. Pfosten Latte Hart An der Grenze.

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    Wie die Bayern gestern.-)
    Dortmund hatte mehr Glück und ManCity mehr Chancen als die Weissrussen gestern...
    Der Punkt geht trotzdem in Ordnung!

    • JMDGF
    • 03. Oktober 2012 23:51 Uhr

    Subotic nahm die Hand zur Hilfe- da kann man nur lachen, da war keine Hand im Spiel-Subotic ist an seinem re.Oberarm getroffen wurden, da dem Spieler ein Handspiel zu unterstellen, [...]

    Gekürzt. Bitte immer recht höflich. Danke. Die Redaktion/sh

    2 Leserempfehlungen
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    er wurde am ellenbogen getroffen, bitte patriotenbrille ab. und da er mit dieser armhaltung einen vorteil erzielt hat, nämlich den raum für den ball zugestellt hat, ist das ein aktives handspiel.

    die hand darf nicht am spiel beteiligt sein, sonst freistoss. wäre es nicht so, würden sich verteidiger bei einem freistoss mit ausgestrecktem arm hinstellen. die hand bewegt sich j anicht aktiv zum ball, sondern der ball zur hand.
    schon mal so eine mauer gesehen.

    eben, die hand darf keinen raum zusätzlich zum körper einnehmen um den ball den weg zu versperren. dafür hat der spieler zu sorgen, so die regel und wie ist seine sache.

  2. Sie haben ein gutes Spiel abgeliefert. Waren ja von anfang an als Underdogs bemessen worden. Ab der 37. war MC kaum noch zu sehen, BvB umso stärker. Der Sieg wäre verdient gewesen.

    So entscheidet ein fragwürdiger Handelfer das Spiel. Klar ist es doof von Subotic nicht die Hände am Körper zu lassen.
    Aber irgendwie kann man ohne Einsatz der Arme auch schlecht schnelle Bewegungen vollführen. Und wie soll er die Hand wegbekommen, wenn er von 1 m Entfernung angeschossen wird?

    Solche Entscheidungen hat man zuletzt häufig gesehen, daher wäre doch eigentlich eine Änderung der Regel fällig oder eine Videoauswertung zu fraglichen Situationen.

    3 Leserempfehlungen
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    und, was würde eine Videoauswertung ergeben?

  3. "Und wie soll er die Hand wegbekommen, wenn er von 1 m Entfernung angeschossen wird?"

    Deshalb sagte Kahn richtig (sinngemäß): es geht nicht um die Intention, sondern nicht zuletzt auch um die Tatsache, ob der Schuss zu einer Spielsituation mit Torgefahr bzw. direkt zu einem Tor(schuss) geführt hätte.

    Oder um ihre Frage zu beantworten: man entgeht der Problematik, wenn man die Hand direkt am Körper lässt.

    Verärgert aufgrund des unglücklichen Elfmeters, aber trotzdem froh über den Punkt: ein BVB-Fan

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    ... das hat Kahn wie so viele Experten falsch beantwortet: Es geht nicht um die Frage, welche Wirkung das Handspiel hat, sondern nur, ob es sich um eine absichtliche Bewegung oder um eine unnatürliche Körperhaltung handelt.
    Darüber kann man in diesem Fall streiten.
    Man müsste allerdings nicht darüber streiten, wenn Dortmund wenigstens noch eine seiner Torchancen genutzt hätte. Sicher hat Dortmund klasse gespielt, aber das Versagen des Schiedsrichters im Fall des Handelfmeters (der zumindest diskutabel war) ist weitaus geringer als das der Dortmunder Offensive.

    In Regel steht:
    absichtliches Handspiel

    Der Ball bewegte sich mit ca. 70 km/h.
    Die Entfernung zum Oberarm betrug ca. 1 Meter.
    Ergibt eine Zeit von 0,05 sec, weit unterhalb jeglicher
    Reaktionszeit. Der Oberarm kann also gar nicht zum Ball gegangen sein.
    Das Gerede von Herr Kahn, dadurch hätte der Ball die Flugbahn geändert ist nach dem Regelwerk bedeutungslos.

    Vielleicht sollte das ZDF mal nach einem Fachmann Ausschau halten?

  4. Wer mir heute Abend gesagt hätte, daß Manchester einen Hand-Elfmeter brauchen würde, um ein Unentschieden in letzter Minute zu erreichen, dem hätte ich den Vogel gezeigt !
    das war mehr als nur ein Spiel auf Augenhöhe ...

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  5. War da nicht eine Diskussion, Dortmund hätte keinen Keeper?
    Ohne Weidenfeller hätte der BVB nach 20 Minuten schon 3-0 hinten liegen können!
    Wie die Bayern gestern auch, Dortmund braucht zuviele Chancen um ein Tor zu schiessen und wackelt hinten bedenklich.
    Gut dass ManC genausoviel liegen liess!
    Alles in allem ein gerechtes Unentschieden auf Gegners Platz.
    Der Schuss an den Arm von Subotic war Pech aber ein Elfer,
    da machste nix!
    OK so dortmund, weiter so .-)

  6. Wie die Bayern gestern.-)
    Dortmund hatte mehr Glück und ManCity mehr Chancen als die Weissrussen gestern...
    Der Punkt geht trotzdem in Ordnung!

    5 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Sehr gutes Spiel"
  7. 8. schade

    ist noch milde ausgedrückt
    bei den vielen chancen spricht man auch von unvermögen oder fehlender klasse auf internationalem parkett

    4 Leserempfehlungen

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