Borussia Mönchengladbach – Fenerbahçe Istanbul 2:4 (1:2)

Die Krise von Borussia Mönchengladbach hat sich weiter verschärft. Gegen Fenerbahçe Istanbul unterlag der Bundesligist in der Europa League deutlich. Luuk de Jong (18. Minute) brachte Gladbach zwar in Führung. Die Treffer von Cristian (25./87.), Raul Meireles (40.) und Dirk Kuyt (71.) besiegelten aber nur fünf Tage nach dem 0:5 in Dortmund eine erneute Pleite. Auch das zweite Gladbach-Tor von Igor de Camargo (74.) nutzte nichts mehr. Vor 46.279 Zuschauern im ausverkauften Borussia-Park – darunter mehrere Tausend türkische Fans – fand die Fohlen-Elf keinen Rhythmus und wartet seit sieben Spielen auf einen Sieg.

Entgegen seiner Ankündigung rotierte Gladbach-Trainer Lucien Favre kräftig durch – gleich fünf Neue kamen im Vergleich zur bitteren Dortmund-Pleite ins Team. Größte Überraschung war der Einsatz von Thorben Marx, der seit mehr als einem halben Jahr wieder mal ran durfte. Im elften Pflichtspiel agierte die Borussia somit zum zehnten Mal mit einer anderen Anfangself.

Dabei war der Auftakt vielversprechend. De Jong nutzte eine Flanke von Havard Nordtveit mit dem Hinterkopf zu seinem ersten Europa-League-Tor für Gladbach. Die Erleichterung auf Platz und Rängen war förmlich spürbar. Sieben Minuten später war die gute Laune schon wieder dahin. Nach Cristians Freistoßtreffer verfielen die Borussen in der Defensive in alte Fehler.

Was Favre kurz vor der Pause zu sehen bekam, musste ihn extrem beunruhigen. Meireles trockener Schuss ins Tor erschütterte Gladbachs Moral. Haarsträubende individuelle technische Fehler waren die Folge. Besonders Torwart Marc-André ter Stegen war von der Rolle und schlug den Ball mehrfach ungewollt ins Aus.

Die Türken schienen den Trubel um die Demission ihres Starspielers Alex gut verdaut zu haben. Doch in der zweiten Halbzeit mussten sie nochmal zittern, denn die Borussia fing sich wieder. Arango (59.) und Igor de Camargo (63.) scheiterten zunächst knapp. Nach Kuyts Tor schien alles vorbei, zwei Minuten später war aber de Camargo zur Stelle. Das zweite Tor von Cristian kurz vor Schluss machte aber die letzte Hoffnung auf einen moralisch wichtigen Punktgewinn zunichte.

In der Gruppe C ist die Borussia mit nur einem Zähler unter dem Soll und muss im nächsten Spiel gegen Olympique Marseille am 25. Oktober unbedingt dreifach punkten, um Hoffnungen am Leben zu erhalten. In der Bundesliga wartet am Sonntag das Überraschungsteam von Eintracht Frankfurt. Fenerbahçe feierte im zehnten Pflichtspiel gegen eine deutsche Mannschaft den ersten Sieg überhaupt und hat nun vier Punkte auf dem Konto.

Borussia Mönchengladbach: ter Stegen – Nordtveit, Stranzl, Brouwers, Daems – Cigerci (62. de Camargo), Thorben Marx – Ring (46. Hrgota), Arango – G. Xhaka (87. Mlapa) – L. de Jong

Fenerbahçe Istanbul: Volkan – Gönül, Irtegün, Korkmaz, Kaldirim – Meireles, Mehmet Topal – Cristian – Kuyt (90.+4 Sel. Sahin), Caner Erkin – Sow (78. Krasic)

Schiedsrichter: Fernando Teixeira Vitienes (Spanien) –

Zuschauer: 46.279

Tore: 1:0 L. de Jong (18.), 1:1 Cristian (25.), 1:2 Meireles (40.), 1:3 Kuyt (71.), 2:3 de Camargo (74.), 2:4 Cristian (87.)

Gelbe Karten: Thorben Marx, L. de Jong - Gönül, Korkmaz, Caner Erkin