Tour de FranceArmstrongs Titel werden nicht neu vergeben

Jan Ullrich geht leer aus: Die Tour-de-France-Siege Lance Armstrongs verfallen. Der Ex-Radprofi muss zudem sämtliche Preisgelder zurückzahlen. von dapd

Die Lance Armstrong aberkannten sieben Gesamtsiege bei der Tour de France von 1999 bis 2005 erhält kein anderer Radsportler. Das entschied das Management-Komitee des Radsport-Weltverbandes UCI. Hätte die UCI anders entschieden, wären dem ebenfalls wegen Dopings gesperrten Jan Ullrich drei Toursiege gutgeschrieben worden. Auch Andreas Klöden hätte durch seinen zweiten Platz 2004 profitiert.

Die UCI hatte kürzlich die lebenslange Sperre für Armstrong und die Aberkennung aller sportlichen Erfolge seit dem 1. August 1998 wegen langjährigen Dopings bestätigt.

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Die UCI entschied ferner, dass Armstrong sämtliche Preisgelder zurückzahlen muss. Der Ex-Radprofi hatte allein bei der Tour de France rund drei Millionen Euro erhalten.

Außerdem reagiert der Verband auf die heftigen Vorwürfe gegen den Verband im Zusammenhang mit Armstrong und will nach eigenen Worten eine unabhängige Untersuchungskommission einsetzen.

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Leserkommentare
    • Azenion
    • 26. Oktober 2012 19:56 Uhr

    Man schaue sich die Siegerliste der letzten Jahre an, wie sie z.B. bei Wikipedia nachzulesen ist:

    http://upload.wikimedia.o...

    Es sind auch jenseits der klaffenden Lücke der Armstrongjahre noch soviele in anderem Zusammenhang enttarnte Doper oder Hochverdächtige in der Liste, die man gedanklich auch streichen müßte, daß die Tour de France nicht weniger als ihre jüngere Geschichte verloren hat.

    Was bedeutet ein Toursieg noch, wenn der Name des Siegers so einer Liste zwielichtiger Gestalten angefügt wird?

    Ich glaube, die Tour de France kann nie mehr das sein, was sie mal war. Vielleicht sollte man sie durch etwas Neues ersetzen.

    3 Leserempfehlungen
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    "Was bedeutet ein Toursieg noch, wenn der Name des Siegers so einer Liste zwielichtiger Gestalten angefügt wird?"
    ---

    List of shame?

  1. "Was bedeutet ein Toursieg noch, wenn der Name des Siegers so einer Liste zwielichtiger Gestalten angefügt wird?"
    ---

    List of shame?

  2. So wird ein Doper zum Idol dessen Siege niemanden anderen zuerkannt werden können,w eil er ja einzigartig war.

    Man hat Feigheit vor dem Problem gezeigt das man dann die sige Jan zusprechen müsste. So zeigt der Verband nur das es ihn noch immer um seine Helden geht und nicht um einen sauberen Sport bei den die Richtlinen mehr Zählen als die Sportler.

  3. Die Entscheudung bedeutet logischerweise, dass die UCI davon ausgeht dass ALLE teilgenommenen Fahrer jener Jahre gedopt waren! Ganz falsch dürften sie damit nicht liegen...

    4 Leserempfehlungen
  4. Eines vorweg: Ich interessiere mich nicht für Radsport. Für mich ist das eine bloße Schinderei, die dem Zuschauer keinerlei Spannungsmomente bietet.

    Dennoch bewegt mich die Debatte, weil sie von einer Doppelmoral geprägt ist, die ich fast nicht ertragen kann. Da tun sich einige Fragen auf, über die das Sportpublikum einmal nachdenken sollte, nämlich:

    1. Glauben Sie wirklich, dass es einen Profiradsportler gibt, der nicht gedopt ist?
    2. Würde Horst Müller von nebenan die Tour de France gewinnen, wenn er gedopt wäre, die anderen Fahrer aber auf Doping verzichteten?
    3. Schmälert Doping die Leistung eines Sportlers, wenn seine Konkurrenz ebenfalls dopt?

    Wenn die Radprofis ihren Sport retten möchten, sollten sie alle bekennen, was sie tun, um ihre Leistungen zu steigern.

    Wo es um Millionen geht, werden die Menschen immer zu illegitimen Mitteln greifen. Im Radsport schadet das vor allem den Sportlern. In der Politik leidet die ganze Gesellschaft darunter. Vielleicht sollten wir uns also weniger über Lance Armstrong empören, als über die Tatsache, dass der Bundestag gerade dabei ist, ein Gesetz zu verabschieden, in dem die Abgeordneten ihre Nebeneinkünfte angeben müssen UND DIE HÖCHSTE DARLEGUNGSSTUFE BETRÄGE ÜBER 250 000 EUR ERFASST. Da liegt der Hund wirklich im System begraben...

    Eine Leserempfehlung
  5. unabhängig davon,dass sehr wohl viele andere Profis sich des Dopingmissbrauchs schuldig gemacht haben, ist die Art und Weise ,wie Armstrong die Welt des Radsports in Misskredid gezogen hat!
    Seie scheinheilige Geschichte mit Krebsleiden und der medialen Aufblähung dessen hät keinen Vergleich mit anderen Dopingsündern aus!
    Das Vermögen des Armstrong ,welches durch den sekundären Betrug entstanden ist,wird Ihm leider nicht zu nehmen sein.

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    ......weil schon ein Großsponsor ihn wegen Betrugs verklagt und da geht es schon um einige Millionen. Andere werden folgen. Armstrongs Vermögen entstand aus den Sponsorengeldern, da sind die Preisgelder nur ein geringer Teil.

    Schmerzlich wird es auch die Mannschaft um ihn treffen.

    Ulle hat übrigens früh sagen lassen dass ihm die evtl. freiwerdenden Titel schnuppe seien und er diese nicht wolle.

    Und clever wie er ist, hat er beim Betrugsverfahren, das die Telekom gegen ihn veranlasst hatte, einen Strafbefehl der Bonner Staatsanwaltschaft über 300.000 € akzeptiert, womit er zwar vorbestraft aber aus der Sache ansonsten raus war und seine Miliionen behalten konnte.

    • dachsus
    • 27. Oktober 2012 8:57 Uhr

    ... haben die Funktionäre Lance Armstrong ein Denkmal gesetzt. Noch in 100 Jahren (oder solange es die Tour de France gibt) wird man seinen Namen kennen. Alle werden wissen, das die freie Stelle dort auf Platz 1 "IHM", dessen Name nicht genannt werden darf, gehörte.
    Streng nach dem Motto: "Es gibt keine schlechte Publicity!"
    Er kann sich schon einmal die Filmrechte sichern...

    Zweifelhafte Entscheidung - in meinene Augen.

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    • Kalle09
    • 27. Oktober 2012 10:24 Uhr

    Es ist auch ein Eingeständnis. Als Floyd Landis aufgeflogen ist, hat man den Titel noch neu vergeben, und sich mit einer Einzeltätergeschichte rausgeredet (war bei Landis ja auch nur zu einfach) aber der nachrückende Pereiro wurde dann nachträglich auch mit Doping in Verbindung gebracht. Als interessierter Radsportfan kann ich mich mittlerweile bei jedem Fahrer, der auf das Tour-de-France-Gesamtwertungspodium zwischen 1996 und 2006 gefahren ist, an einen Dopingvorwurf oder ein -eingeständnis erinnern. Bei jedem!

    Die Flucht nach vorn ist das einzige was der UCI bleibt - die zehn Jahre als verloren abschreiben, und sich dazu zu bekennen. Ich bin zwar fest davon überzeugt, dass die Doperei munter weitergeht, aber es gibt wenigstens Indizien, dass es nicht mehr so krass betrieben wird wie damals (siehe das Blog "Science of Sports" und deren Analysen der Leistungsentwicklung in den Bergetappen).

    Und Ulle ist besser dran ohne zusätzliche Tour-Siege. Den Shitstorm hätte die Welt noch nicht gesehen, den die deutsche Öffentlichkeit losgetreten hätte.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dapd, tok
  • Schlagworte Andreas Klöden | Doping | Euro
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