Wer spielt wann gegen wen?

FSV Mainz 05 – 1. FC Nürnberg (Freitag, 20.30 Uhr)
FC Augsburg – Borussia Dortmund
SC Freiburg – Hamburger SV
FC Schalke 04 – Werder Bremen
Bayern München – Eintracht Frankfurt
Fortuna Düsseldorf – TSG Hoffenheim (alle Samstag, 15.30)
VfL Wolfsburg – Bayer Leverkusen (Sonntag, 15.30)
VfB Stuttgart – Hannover 96
SpVgg. Greuther Fürth – Borussia Mönchengladbach (beide Sonntag, 17.30)

Welches Spiel dürfen Sie auf keinen Fall verpassen?

München gegen Frankfurt. Diese Bayern muss man lieben, die meisten Gegner spielen sie heuer mit lebendigem Angriffsfußball schwindelig. Und die Eintracht gibt nach wie vor den mutigsten Aufsteiger seit fünfzehn Jahren, auch wenn sie in jüngster Zeit ein paar Punkte liegen ließ. Besonders freuen darf man sich auf zwei besondere Typen. Für die Bayern ist das Thomas Müller. Nach einer schwächeren Saison ist er wieder der Alte, schießt aus unmöglichen Lagen Tore. Dabei kommen mal spektakuläre Dinger raus, wie in Hamburg. Manchmal schummelt er den Ball aber einfach nur rein, dann ist das Stochern des Müllers Lust. Auf Eleganz legt er keinen Wert, nur auf Ertrag. Frankfurts Müller heißt Meier. Auch er verwertet momentan Halbchancen reihenweise, ist der wertvollste Spieler von Armin Veh. Mit 1,97 Meter ist Alexander Meier sogar noch mehr Lulatsch als Müller. Schleicher sind sie beide. Getroffen haben Müller und Meier bisher je sieben Mal, ein hervorragender Wert für Mittelfeldspieler. Da zudem beide Teams die torhungrigsten der Liga sind, wird es wieder hoch hergehen in München.

Welches Spiel können Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Augsburg gegen Dortmund . Nichts gegen die Augsburger Bemühungen, die sind aller Ehren wert. Doch den Dortmundern schaut man besser nur unter der Woche zu, wenn sie Real und anderen europäischen Sternen das Licht ausknipsen. "Der Dienstag hat uns gezeigt, wie viel Spaß Fußball machen kann, wenn man alles investiert", sagte Jürgen Klopp, gut gelaunt wie lange nicht mehr, nach dem 2:2 in Madrid . José Mourinho und Alex Ferguson haben die Borussia zu einem der Favoriten auf die Champions League erklärt. Diesem Wettbewerb gilt die ganze Aufmerksamkeit des BVB, seitdem ihn Uli Hoeneß zur regionalen Marke erklärte. Die Bundesliga, die Pflicht des Wochenendes, kommt den Schwarz-Gelben zurzeit so provinziell vor wie Wetten, dass...? Tom Hanks. Sie wirken genervt von der schnöden Konkurrenz um Mainz und Heinz. Für Dortmund gilt: Was dienstags lebt und pocht, ist samstags Asch' und Staub.

Wer steht im Blickpunkt?

Klaus Allofs . Der Werder-Manager wird von VW-Motorengeräuschen gelockt, heißt es. Er dementiert zwar, aber nicht viele glauben ihm, auch weil er sich traut, die Fans zu rügen . Vom schönen Städtchen Bremen nach Wolfsburg an den Mittellandkanal, wie kann man nur? Doch muss man bedenken: Dort wachsen zwar nur Disteln, aber es entrinnt ihnen Rotwein (um mal poetisch zu beschreiben, dass genug Geld vorhanden ist, um drei Carlos Albertos zu kaufen). Wolfsburg wäre der ideale Ort für Allofs' Lebensleistungsrente, da ist man sich im Klaren, dass man einen Wolfsburg-Aufschlag zahlen muss. Schon kursieren Vermutungen, Allofs würde seine Bezüge verdoppeln können. In Bremen hingegen wird Allofs vom Sparkurs und von hanseatischem Kaufmannsethos eingeengt. Vor einem Jahr nahm er Gehaltseinbußen auf angeblich 1,3 Millionen Euro hin. Am Montag musste er zudem rund 14 Millionen Verlust für das zurückliegende Geschäftsjahr einräumen . Eine Frage schlösse sich bei einem Allofs-Wechsel an: Was hieße das für den Bremer Trainer? Schließlich ist Allofs Schaafes Bruder.

Wird Uli Hoeneß Fußballostbeauftragter?

Worüber werden nach dem Spieltag alle reden?

Wieder einmal 9. November, reden wir genau 23 Jahre nach dem Mauersturz doch einmal über den Fußball im Osten. Seit nunmehr fast vier Jahren zeigt die Bundesligalandkarte im Osten des Landes fußballerische Einöde. In Liga Zwei tummeln sich zwar gleich vier Ostklubs, Energie Cottbus , Union Berlin, Erzgebirge Aue und Dynamo Dresden. Deren Aufstiegswahrscheinlichkeiten jedoch: gering bis lächerlich. Am Dienstagabend wurde daher auf einer Podiumsdiskussion nach Ursachen gesucht und in die Zukunft geschaut. Das Ergebnis war ernüchternd: die bekannten Fehler aus der Wendezeit, eine schwächelnde Wirtschaft, wenig Visionen. "Der Ostfußball liegt nicht am Boden, aber er röchelt", sagte Petrik Sander, mit Cottbus einst in der Bundesliga, mit Jena jetzt in der Vierten Liga. Der künftige DFL-Chef Andreas Rettig war höflich genug, von Fortschritten zu reden, die er sehe. Und hat gleich auch eine tolle Idee präsentiert. "Ich würde Uli Hoeneß als Ostbeauftragten einsetzen", sagte Rettig. "Der würde es dann richten."

Was machen die Frauen?

So gut sich die Männerteams schlagen – Turbine Potsdam, Titelträger 2005 und 2010, ist raus aus der Champions League . Im Achtelfinale! Das ist eine große Niederlage. Dem 1:2 beim FC Arsenal ließen die Potsdamerinnen im Rückspiel ein 3:4 gegen die Gunners folgen. "Ich habe nach der Partie unruhig geschlafen", sagte der Trainer Bernd Schröder am nächsten Tag. Immerhin erreichte der VfL Wolfsburg , Neuling in Europa , durch ein 1:1 beim norwegischen Meister Röa IL das Viertelfinale. Noch ein wichtiger Hinweis für die Freunde des Frauenfußballs: Am Freitagabend wird die Europameisterschaft in Schweden ausgelost, die im Juni 2013 stattfinden wird.

Was wird sonst noch wichtig?

Der Blick auf die Ballbesitzstatistiken. Am Mittwoch in der Champions League ereignete sich ja Historisches. Da zeigten die tapferen Schotten von Celtic Glasgow gegen den doch eigentlich unbesiegbaren FC Barcelona, dass es nicht nötig ist, beim Fußball auch den Ball am Fuß zu haben. Wahnwitzige 89 Prozent Ballbesitz wiesen die Statistiktafeln am Ende des Spiels für die Katalanen aus, ebenso ein Vielfaches an Ecken, Torschüssen, Pässen. Nur in der im Fußball noch immer entscheidenden Kategorie Tore stand: Celtic 2, Barcelona 1. Es war somit der unverdienteste ungewöhnlichste Sieg der Champions-League-Geschichte, der selbst hartgesottene Reibeisenrocker und Vokuhilaträger wie Rod Steward zu Tränen rührte. Die Sache mit den purzelnden Prozenten sind gute Nachrichten für die Teams aus Düsseldorf , Hoffenheim und Fürth . Sie sind mit Ballbesitzquoten von 39, 41 und 42 Prozent zwar noch Welten von den Ballnegierern aus Schottland entfernt, können aber dennoch künftig auf das ein oder andere clever verteidigte Pünktchen hoffen. Am häufigsten haben in der Liga übrigens die Bayern (64 Prozent) und Frankfurt (55) den Ball. Am Wochenende treffen beide im direkten Duell aufeinander, was uns nach dem Mathematiker unseres Vertrauens rufen lässt. Gibt es ein Spiel mit 119 Prozent Ballbesitz?

Welches war das Zitat der Woche?

"Es war nicht die Maske des Sebastian Kehl, die den Madrilenen Angst und Schrecken einflößte. Das eigentlich Furchterregende der Borussia trug das Gesicht der Unschuld."

(Die spanische Zeitung El Mundo unter Anspielung auf das Alter der Dortmunder Mittelfeldspieler Mario Götze, Marco Reus und Ilkay Gündogan)