Worüber werden nach dem Spieltag alle reden?

Wieder einmal 9. November, reden wir genau 23 Jahre nach dem Mauersturz doch einmal über den Fußball im Osten. Seit nunmehr fast vier Jahren zeigt die Bundesligalandkarte im Osten des Landes fußballerische Einöde. In Liga Zwei tummeln sich zwar gleich vier Ostklubs, Energie Cottbus , Union Berlin, Erzgebirge Aue und Dynamo Dresden. Deren Aufstiegswahrscheinlichkeiten jedoch: gering bis lächerlich. Am Dienstagabend wurde daher auf einer Podiumsdiskussion nach Ursachen gesucht und in die Zukunft geschaut. Das Ergebnis war ernüchternd: die bekannten Fehler aus der Wendezeit, eine schwächelnde Wirtschaft, wenig Visionen. "Der Ostfußball liegt nicht am Boden, aber er röchelt", sagte Petrik Sander, mit Cottbus einst in der Bundesliga, mit Jena jetzt in der Vierten Liga. Der künftige DFL-Chef Andreas Rettig war höflich genug, von Fortschritten zu reden, die er sehe. Und hat gleich auch eine tolle Idee präsentiert. "Ich würde Uli Hoeneß als Ostbeauftragten einsetzen", sagte Rettig. "Der würde es dann richten."

Was machen die Frauen?

So gut sich die Männerteams schlagen – Turbine Potsdam, Titelträger 2005 und 2010, ist raus aus der Champions League . Im Achtelfinale! Das ist eine große Niederlage. Dem 1:2 beim FC Arsenal ließen die Potsdamerinnen im Rückspiel ein 3:4 gegen die Gunners folgen. "Ich habe nach der Partie unruhig geschlafen", sagte der Trainer Bernd Schröder am nächsten Tag. Immerhin erreichte der VfL Wolfsburg , Neuling in Europa , durch ein 1:1 beim norwegischen Meister Röa IL das Viertelfinale. Noch ein wichtiger Hinweis für die Freunde des Frauenfußballs: Am Freitagabend wird die Europameisterschaft in Schweden ausgelost, die im Juni 2013 stattfinden wird.

Was wird sonst noch wichtig?

Der Blick auf die Ballbesitzstatistiken. Am Mittwoch in der Champions League ereignete sich ja Historisches. Da zeigten die tapferen Schotten von Celtic Glasgow gegen den doch eigentlich unbesiegbaren FC Barcelona, dass es nicht nötig ist, beim Fußball auch den Ball am Fuß zu haben. Wahnwitzige 89 Prozent Ballbesitz wiesen die Statistiktafeln am Ende des Spiels für die Katalanen aus, ebenso ein Vielfaches an Ecken, Torschüssen, Pässen. Nur in der im Fußball noch immer entscheidenden Kategorie Tore stand: Celtic 2, Barcelona 1. Es war somit der unverdienteste ungewöhnlichste Sieg der Champions-League-Geschichte, der selbst hartgesottene Reibeisenrocker und Vokuhilaträger wie Rod Steward zu Tränen rührte. Die Sache mit den purzelnden Prozenten sind gute Nachrichten für die Teams aus Düsseldorf , Hoffenheim und Fürth . Sie sind mit Ballbesitzquoten von 39, 41 und 42 Prozent zwar noch Welten von den Ballnegierern aus Schottland entfernt, können aber dennoch künftig auf das ein oder andere clever verteidigte Pünktchen hoffen. Am häufigsten haben in der Liga übrigens die Bayern (64 Prozent) und Frankfurt (55) den Ball. Am Wochenende treffen beide im direkten Duell aufeinander, was uns nach dem Mathematiker unseres Vertrauens rufen lässt. Gibt es ein Spiel mit 119 Prozent Ballbesitz?

Welches war das Zitat der Woche?

"Es war nicht die Maske des Sebastian Kehl, die den Madrilenen Angst und Schrecken einflößte. Das eigentlich Furchterregende der Borussia trug das Gesicht der Unschuld."

(Die spanische Zeitung El Mundo unter Anspielung auf das Alter der Dortmunder Mittelfeldspieler Mario Götze, Marco Reus und Ilkay Gündogan)