Champions League : Das Schwärmen über den BVB hat schon begonnen
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Das europäische Establishment horcht auf

Der BVB und Ajax, das sind zwei Klubs, deren Werdegang in den vergangenen Jahren vergleichbar ist: Mitte der 1990er Jahre ganz oben, danach eine lange Schwächephase, bevor mit jungen, talentierten und hungrigen Spielern der Weg zurück in die Spitze gelang. Wobei die Deutschen offenbar einen Schritt weiter sind. Während Ajax einen Sieg und ein Unentschieden – und mithin vier Punkte – zu verzeichnen hat, ist die Borussia mit zwei Siegen und zwei Remis nicht nur ungeschlagen, sondern ging aus dem direkten Duell mit Real Madrid auch noch als Sieger hervor.

Das europäische Establishment horcht auf und spricht voller Respekt über den BVB. So ordnete Reals Trainer José Mourinho die Dortmunder jüngst dem Favoritenkreis zu. Auch sein holländischer Kollege Frank de Boer stimmt in den Chor der Jubelarien ein. "Für mich können sie sehr weit kommen", sagt der Trainer von Ajax: "Dortmund hat eine Mannschaft, die genau weiß, wie sie spielen will, und das überall durchzieht – sogar auswärts bei Real Madrid. Trainer Jürgen Klopp macht da einen großartigen Job."

Da schwingt jede Menge Respekt mit. De Boer berichtet in einem Interview, er habe Klopp kennen- und schätzen gelernt. "Er ist ein feiner Mensch und ein sehr guter Trainer. Wir haben unsere Nummern ausgetauscht und schreiben uns ab und zu SMS." Da scheint eine deutsch-holländische Freundschaft zu wachsen.

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Kommentare

21 Kommentare Seite 1 von 3 Kommentieren

Realistisch gesehen

ist dies eine der besten Gruppen, im letzten Jahrzehnt, denn vier Meister in einer Gruppe vereint, dass ist es, was die CL eigentlich ausmachen sollte. Allein das Kribbeln nach der Auslosung, die Spannung bei den Spielen ist viel höher gewesen, als in den Jahren zuvor. Manchmal frage ich mich, ob man nicht zurückkehren sollte zum Modus, nur Teilnehmer zuzulassen, die tatsächlich Meister ihrer Ligen sind (+Vizemeister bei den großen Ligen(Italien, Spanien, England, Dtl.). Das würde die EuropaLeague ebenfalls enorm aufwerten und zu tollen Duellen führen (wenn zum Beispiel Chelsea in Hannover gastieren würde). Aber wenn theoretisch der 4. einer Liga in der Folgesaison ChampionsLeagueSieger werden kann (theoretisch hatte Gladbach die Chance) finde ich das sportlich nicht sonderlich gerecht.

Wer es erwartet hat?

Leute, die verstehen, wie Dortmund spielt. Wann macht Bayern seine besten Spiele? Gegen die richtig Großen, weil diese mitspielen und vielleicht auch selbst das Spiel machen. Bei Dortmund ist es ähnlich. Sie sind unglaublich konterstark, wenn sie jedoch gezwungen werden, dass Spiel wirklich zu machen gegen einen Gegner, der sich einigelt, dann können sie das Tempo nicht ausspielen, was sie eigentlich ausmacht. Für Tempo braucht man quasi einen gewissen Anlauf und dazu ist es notwendig, dass der Gegner in der Dortmunder Hälfte auftaucht. Darum haben (abgesehen von den Nörglern (die ganz gerne Rote Trikots tragen)) es schon einige kommen sehen, dass Dortmund eine gute Figur machen wird. Je spielstärker der Gegner, umso besser wird Dortmund spielen (auch die Bayern), weil dann die eigenen Stärken zum tragen kommen.

Das allein reicht aber nicht,

, oder haben Sie die beiden Vorjahre bereits vergessen? Damals spielte der BVB auch in der Liga auf, brachte aber international nicht viel zustande. Nun gut, ein Real spielt auch offensiver als die ganzen vermeintlich leichteren Gegner, aber optisch war man auch 2011 immer mindestens ebenbürtig - es fehlte nur die Abgeklärtheit. Die Mannschaft ist an den Erfahrungen der letzten Monate offensichtlich noch einmal gereift. Ich bin gespannt, was in diesem Jahr möglich ist.

PS: Über die guten Ergebnisse gegen Real war ich wirklich überrascht. City finde ich dagegen zur Zeit überbewertet, ein Blick in die Premiere League zeigt, dass die Mannschaft schon etwas länger in der Krise steckt. Kein Wunder also, dass dem englischen Meister das Ausscheiden droht.

Medienalzheimer

Vor ein paar Wochen hies es noch Klopp hätte alles falsch gemacht, dass Dortmund dieses Jahr nichts erreichen würde (den Meistertitel bereits abschreiben könnte) etc.

Aber insbesondere sehr viel Kritik an Klopp, der ja nichts für die vielen Ausfälle konnte und meiner Meinung nach das möglichst Beste aus dem Team rausgekitzelt hatte.

Jetzt ist Klopp auf einmal wieder der Mann!
Medienalzheimer?

Kritik an Klopp

Soweit ich mich erinnern kann, wurde Klopp nur für seine Systemumstellung in Schalke wirklich kritisiert und die ging vollkommen in Ordnung. Man hat doch hauptsächlich darüber berichtet, dass der BVB mit der Doppelbelastung zunächst nicht richtig klar kam, was aber auch stimmt und vom BVB selbst angesprochen wurde.

Unfair sind die Medien häufig im Zusammenhang mit den Bayern. Wo sonst spricht man nach zwei Unentschieden nach einem Saisonrekord von einer Krise? Allerdings muss man den Medien hier zu Gute halten, dass die Bayern-Bosse diese Krisen selbst herbeireden und durch überhöhte Ansprüche befeuern. Selbst schuld.

Ganz so einfach

war es dann doch nicht, denn Dortmund wurde auf Platz vier liegend ein mäßiger Saisonstart nachgesagt und die Belastung ist eine vierfache, BuLi, DFB-Pokal, CL, Nationalmannschaft (die wird gerne unterschlagen). Diese Belastung hat auch Bayern, aber man kann erwarten, dass wenn man sich für 60-70 Mio verstärkt, man das ganz gut abfedern kann.
Die Kritik an Klopp wurde mehrfach laut auf Grund seiner überproportionalen medialen Präsenz, dem angeblich schwachen Start in die BuLi (was ich persönlich anders sehe) und vor allem seinem recht angespannten Verhältnis zum 4. Offiziellen. Wenn man sich jedoch dann die Kritiker anschaut, so sind es in der Regel die Journalisten, welche täglich mit reißerischen Überschriften Auflage erzielen müssen ;)