FußballDer brasilianische Fußballboom
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Sieben Firmen zahlen für Neymar

Der Fußballboom ist dabei ein Produkt des generellen Wirtschaftsbooms, den das Land etwa seit der Jahrtausendwende erlebt. Seitdem sind rund 50 Millionen Brasilianer in die Mittel- oder Oberklasse aufgestiegen. Und das neue Geld geben Brasilianer mit Vorliebe für Fußball-Tickets und die Hemden ihrer Helden aus.

Daher können die brasilianischen Vereine mittlerweile durchaus mit europäischen Clubs mithalten, wenn es um Transfer- und Gehaltsummen geht. So kam es zuletzt zu einer Art Massen-Re-Immigration brasilianischer Spieler in ihre Heimat. In den vergangenen zwei Jahren sind an die 200 Spieler von Europa nach Brasilien gewechselt. Prominenteste Beispiele sind die Altstars Ronaldinho (von AC Mailand zu Flamengo und dann Atlético Mineiro) und Deco (FC Chelsea zu Fluminense). Doch auch viele Spieler im besten Fußballalter, die in Europa um ihren Stammplatz fürchteten, sind zurückgekehrt. Um die Torjägerkrone der Liga streiten sich derzeit der 2011 vom FC Sevilla zum FC São Paulo gekommene Luís Fabiano (31) und Fred (29), der schon vor drei Jahren von Olympique Lyon zu Fluminense kam.

Noch wichtiger aber ist, dass die großen Talente, die Brasilien immer wieder produziert, gar nicht erst nach Europa gehen. Oder erst für sehr viel Geld, wie Oscar, für den Chelsea 32 Millionen Euro an Internacional Porto Alegre zahlte, oder Lucas Moura, für den Paris Saint Germain 40 Millionen Euro an den FC São Paulo überweisen musste. Geblieben sind Leandro Damião (Internacional) und natürlich Neymar (FC Santos). Das 20-Jährige Leichtgewicht mit dem drolligen Irokesenschnitt, das Brasilien nicht nur den WM-Titel 2014, sondern auch die Lust am schönen Spiel zurückgeben soll, wurde, glaubt man allen Medienberichten, schon von jedem spanischen und englischen Großvereinen verpflichtet.

Nationales Anliegen

Doch sein Club und er selbst betonen immer wieder, dass er mindestens bis 2014 bleiben wird. "Santos ist in meinem Herzen. Ich bin die Art Mensch, der bei seiner Familie und seinen Freunden bleiben möchte", sagte Neymar stets zu diesem Thema. Eine Rolle dürfte dabei sicher auch sein Gehaltscheck spielen. Rund sechs Millionen Euro kassiert er im Jahr, hat das Finanzmagazin Forbes errechnet. Die stemmt Santos nicht allein. Ihn in Brasilien zu behalten, wurde zum nationalen Anliegen, für das der Vereinspräsident Luis Alvara Riberio sogar die Staatspräsidentin Dilma Rousseff um Hilfe bat. Insgesamt sieben Firmen beteiligten sich an den Gehaltskosten. Die spanische Bank Santander schaltete nach der Vertragsunterzeichnung eine doppelseitige Zeitungsanzeige, um ihren Stolz auszudrücken, an dem Deal mitgewirkt zu haben.

Es ist davon auszugehen, dass die Liga weiter wachsen wird. Mit dem Konföderationen-Cup 2013, der Fußball-WM 2014 und den Olympischen Spielen 2016 finden in den kommenden Jahren gleich drei große Sportereignisse in Brasilien statt. Die Stadien, oft noch im katastrophalen Zustand, werden entweder neu gebaut oder runderneuert, was mehr und wohl auch besser verdienende Zuschauer anziehen wird. Und vielleicht auch den ein oder anderen europäischen Spieler.

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Leserkommentare
    • niquita
    • 07. November 2012 17:18 Uhr

    Netter Artikel, ABER Seedorfs Frau ist Brasilianerin, er spricht fließend portugiesisch und ihr Wunsch war es, dass er am Ende seiner Karriere sich in Brasilien zur Ruhe setzt. Ist es jetzt immer noch unfassbar für die Brasilianer, dass ein Europäer in Brasilien kickt? Achso, welcher Europäer denn noch?

    2 Leserempfehlungen
    • lxththf
    • 08. November 2012 16:16 Uhr

    als Katar etc.

    • lxththf
    • 08. November 2012 16:28 Uhr

    die Schwierigkeit, eine sinnvolle, vereinte Liga zusammenzuführen hing aber vor allem auch einfach an der Größe des Landes (8,5Mio km2), den weiten Entfernungen, der fehlenden Infrastruktur, den Reisekosten und den soziokulturellen Problemen zusammen. Man stelle sich vor, die EU wäre ein Land und man müsste eine gemeinsame Liga organisieren (bitte nicht mit CL argumentieren).

    2 Leserempfehlungen
    • dudu45
    • 08. November 2012 18:02 Uhr
    4. na ja

    Es gibt Gerüchte, dass Santos Lothar Matthäus als Spieler reaktivieren will und ihm 2,5 Millionen im Jahr geboten hat.

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  • Schlagworte Clarence Seedorf | Brasilien | FC Chelsea | FC Sevilla | Ronaldinho | Europa
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