Fußball-WMBrasilien entlässt Trainer Menezes

Mano Menezes ist nicht mehr Nationaltrainer Brasiliens. Eineinhalb Jahre vor Beginn der WM im eigenen Land ist mit ihm der gesamte Trainerstab entlassen worden. von dpa

Trainer Mano Menezes

Trainer Mano Menezes  |  © Juan Mabromata/AFP/Getty Images

Brasilien hat sich eineinhalb Jahre vor der Fußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land von Nationaltrainer Mano Menezes getrennt. Der ganze Trainerstab sei entlassen worden, teilte der Fußballverband CBF nach einem Spitzentreffen mit Präsident José Maria Marin in São Paulo mit. Der 50-jährige Menezes konnte die Verbandsführung nicht überzeugen, dass die Seleção unter seiner Führung Chancen hat, 2014 den Titel Nummer sechs zu holen.

Menezes hatte sich noch am Donnerstag lobend und zufrieden über die Leistung der Seleção nach dem Sieg Brasiliens über Argentinien im binationalen "Superclasico"-Turnier geäußert. Für ihn dürfte die Entscheidung überraschend gekommen sein.

Menezes hatte sein Amt im August 2010 nach dem Viertelfinal-Aus Brasiliens bei der WM in Südafrika als Nachfolger von Carlos Dunga angetreten. Die Entlassung geht vor allem auf CBF-Chef Marin zurück. "Der Präsident will eine neue (Spiel-)Methode und das muss respektiert werden", sagte der zuständige Direktor für die Seleção, Andrés Sanchez. Sanchez war klar gegen die Entscheidung.

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Drei Favoriten für Nachfolge

Wer die Nationalelf als Coach in gut einem halben Jahr in den Confederations Cup und 2014 in die WM führt, wird im Januar entschieden. Im Gespräch sind unter anderem Tite (Corinthians São Paulo), Muricy Ramalho (Santos FC) und der derzeit vereinslose Ex-Nationaltrainer und WM-Sieger von 2002 Luiz Felipe "Felipão" Scolari.

Vor der Entscheidung des CBF sah die Bilanz von Menezes nicht schlecht aus. Mit ihm als Trainer absolvierte die Nationalmannschaft insgesamt 40 Spiele. Es gab 27 Siege, sechs Unentschieden, sieben Niederlagen. Die Seleção schoss dabei 84 Tore und kassierte 30 Gegentreffer, wie die Sportzeitschrift Lance! berichtete. Doch als Brasilien im Sommer in London das Olympia-Gold verpasste , wurde die Kritik an dem Trainer lauter.

Die Seleção spiele unter Menezes keinen attraktiven Fußball, "weil ihm (Menezes) die Fähigkeit, die Intelligenz, der Anstand fehlen", sagte der ehemalige Stürmer Romário. "Leute, heute ist ein historischer Tag, an dem Brasilien Feuerwerke zünden und ein Fest machen sollte", schrieb Romário über Twitter .


 

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Leserkommentare
    • AndreD
    • 24. November 2012 5:59 Uhr

    ganz bestimmt!

  1. "Der Präsident will eine neue (Spiel-)Methode und das muss respektiert werden"

    ach so... nicht der Trainer bestimmt den Spielstil, oder gar die vorhandenen Spieler..
    der Herr Präsident...

  2. Der Weg um Spiele mit größerer Wahrscheinlichkeit zu gewinnen liegt darin Risiken zu minimieren, also ein Spielsystem zu etablieren, das gegnerische Chancen minimiert, also defensive Absicherungen einbaut.

    Der Weg um attraktiv zu spielen besetht vor allem auch darin, Risiken einzugehen.

    Dies wirkt sich natürlich auch auf die Auswahl der Spieler aus. Nehme ich eher defensiv und taktisch gut geschulte Spieler, oder doch eher künstlerische Freigeister?

    Dieser Konflikt erfordert meist einen gewissen Kompromiss hinsichtlich Spielsystem und Spielerauswahl.

    Die brasilianische Öffentlichkeit und auhc die Verbandsspitze wollen jedoch beides: Den sicheren Erfolg und da gibt s nur den sechsten WM-Titel) und das schöne Spiel.

    Das gleicht ein wenig der Quadratur des Kreises!

    Der künftige Trainer ist also nicht zu beneiden, vor allem weil mir das Reservoir an Ausnahmetalenten doch nicht so groß zu sein scheint.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, nf
  • Schlagworte Mano Menezes | Brasilien | Carlos Dunga | Feuerwerk | Nationalelf | Nationalmannschaft
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