Bundesliga-RückschauDer FC Bayern ist schneller als der Weihnachtsmann

Die Münchner gewinnen herbstmeisterlich glücklich. Viele Fans werden schweigend missverstanden, und dem FCR Duisburg fehlen Spielerinnen. Die Bundesliga-Rückschau von  und

Thomas Müller, Anatoliy Tymoshchuk und Rafinha freuen sich über ein Tor und die Herbstmeisterschaft.

Thomas Müller, Anatoliy Tymoshchuk und Rafinha freuen sich über ein Tor und die Herbstmeisterschaft.  |  © T. Kienzle/AFP/Getty Images

Wer spielte wie gegen wen?

SC Freiburg – Bayern München 0:2
Werder Bremen – Bayer Leverkusen 1:4
Borussia Mönchengladbach – VfL Wolfsburg 2:0
VfB Stuttgart – FC Augsburg 2:1
1. FC Nürnberg – Hoffenheim 4:2

Eintracht Frankfurt – Mainz 05 1:3
Borussia Dortmund – Fortuna Düsseldorf 1:1
Hannover 96 – SpVgg Greuther Fürth 2:0
Hamburger SV – FC Schalke 04 3:1

Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?

Gladbach gegen Wolfsburg. Nur wegen dieses einen Moments. Die elfte Spielminute lief. Alle Zuschauer im Stadion schwiegen. Von der Mittellinie kam der Ball in hohem Bogen geflogen, er segelte 48 Meter über das halbe Spielfeld. Juan Fernando Arango Sáenz schaute. Juan Fernando Arango Sáenz holte aus. Und dann schoss der Mann mit dem schönen langen Namen direkt aus etwa 16 Metern mit dem linken Fuß ins Toreck. Mindestens das Tor des Monats. Die Fans im Stadion fegte es von den Sitzen. Der Trainer der Wolfsburger schüttelte fassungslos den Kopf. Und mancher Zuschauer zu Hause auf der Couch dachte: Den möchte man sich zum Sommerfest in den Garten einladen. Seine Tore sind schöner als jede Zirkusvorstellung. Dabei fühlt sich Gladbachs Mittelfeldspieler in deutschen Gärten zumindest nicht seit Kindertagen zu Hause. Arango wuchs in Venezuela auf. Dort wählten sie ihn zum besten Fußballer aller Zeiten. Und weil er mit seinem linken Fuß ab und an solche Tore wie Naturerscheinungen schießt, trägt er in seiner Heimat den Spitznamen Hurrikan der Karibik. Aber in Venezuela sind sie eh verrückt, was Fußball und Arango angeht .

Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?

Dortmund gegen Düsseldorf . Hat der BVB Bundesliga verlernt? Vor einer Woche gebrauchte er Ajax zum Putzen , diesen Dienstag gestattete der Deutsche Meister der Fortuna aus Düsseldorf ein 1:1 im Westfalenstadion. Die Borussia erinnert an einen Mathematiker, der heute Kreise quadriert und morgen beim Einmaleins scheitert. Wenn man sich die Spieler, bei denen es sich laut Jürgen Klopp in Wahrheit um "Mentalitätsmonster" handelt, nach dem Abpfiff so anhörte, ließ sich nicht ganz ausschließen, dass der BVB bei den Aufgaben des Monster-Alltags nicht an seine Grenzen geht. Auch wenn Klopp sagte: "Wir müssen nicht so tun, als wäre eine Katastrophe passiert." Am Samstag laufen die Meister ihren mutmaßlichen Nachfolgern über den Weg. Um die Bayern in der Tabelle zu sehen, reicht den Dortmundern derzeit nicht mal ein Fernrohr, da muss schon ein Teleskop her.

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Wer stand im Blickpunkt?

Die Fans. Sonst ist ihnen Gesang gegeben. Bis zum Abwinken leiern spielen sie Stadion-Charts und Oldies rauf und runter, was auch immer auf dem Platz passiert. Diesmal verweigerten die Anhänger 12 Minuten und 12 Sekunden lang den Support. Aus Protest gegen die Sicherheitsmaßnahmen, die die DFL am 12.12. durchdrücken will. Eigenartig klang das. Im Hamburger Volkspark hörte man ein tausendstimmiges Gemurmel, als würde sich ein Orchester einstimmen. Den HSV-Fans fiel das Schweigen schwer, so oft wie in den ersten zwölf Minuten schoss ihre Elf sonst nicht im ganzen Spiel gefährlich aufs Tor. Nach Ablauf ihrer selbst gewählten Frist setzten beide Fan-Gruppen laut ein. Allerdings mit getrennten Gesängen und Texten, was schade war, denn geplant war die Aktion als eine gemeinschaftliche aller Fans. In Hannover und Mönchengladbach konnten es die Fans gar nicht so lange halten. Als die Heimteams bereits vor Ende der 12 Minuten in Führung gingen, kam es zum vorzeitigen Erguss. Welche Wirkung die zeitweise Stummheit erzielte, ist fraglich. Thorsten Fink sagte in Hamburg: "Ich wusste davon gar nichts." Er habe erst gedacht, die Fans protestieren gegen die Leistung seiner Jungs in Düsseldorf vom vorigen Freitag.  

Leserkommentare
  1. 1. Videos

    Sky stellt im Übrigen seit dieser Saison Videos zum aktuellen Spieltag ein. Statt diesen Nonsense-Videos könnte man hier also durch aus sehenswertes verlinken, z.B. genanntes Tor:
    http://www.youtube.com/watch?v=e3pFuAkl9HA

    • bond24
    • 29. November 2012 11:19 Uhr

    ok im letzten Jahr waren sie das auch und dann ?

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    ...und dann startete der BvB die punkteeffizienteste Serie aller Mannschaften, die jemals in 50 Jahren Bundesliga spielten. Das passiert bestimmt dieses jahr ebenfalls. Freuen sie sich drauf!

  2. ...und dann startete der BvB die punkteeffizienteste Serie aller Mannschaften, die jemals in 50 Jahren Bundesliga spielten. Das passiert bestimmt dieses jahr ebenfalls. Freuen sie sich drauf!

    Antwort auf "Herbstmeister"
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    Im Vergangenen Jahr lag der BVB zur Herbstmeisterschaft drei Punkte hinter Bayern München und später acht Punkte vorne. Das macht elf. Jetzt liegen sie elf Punkte hinter Bayern und haben eine vergleichsweise schlechte Tordifferenz. Zudem ist Leverkusen schon einen Punkt besser.
    Dann müsste sich der BVB aus schlechterer Position stärker als je zuvor steigern und die anderen Kandidaten eher schwächeln. Darauf setzen würde ich an Ihrer Stelle nur, wenn sie Samstag gewinnen.

  3. Genauso schaut's aus, @admiral nelson! Dieses ewige Genöle der Medien über den FCB ist genauso ermüdend, wie deren Hyperventilieren bei Siegen der ach so hippen Dortmunder.

    Wie sollte Bayern am Samstag gegen die Galaktischen von Borsussia Obergeil eigentlich eine Chance haben können? Wo sich doch die geilste Mannschaft haben, den geilsten Trainer, die geilsten Fans, aus dem geilsten Stadion anreisen usw. usw..... Absolut chancenlos, die Bayern, undenkbar!

    Auch der verbohrteste Bayern-Hasser und Dortmund-Modefan sollte eigentlich zumindest in der Lage sein, die Tabelle lesen zu können. Na ja, rein rechnerisch kann's ja die Dortmunder Boygroup mit den großen Kopfhörern noch schaffen. Nur sollten sie langsam mal damit anfangen. Da ihr Saisonsziel aber ohnehin nie die Meisterschaft war (angeblich), paßt doch eigentlich alles.

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    Wo ist dann also das Problem? Sie erkennen ja selbst, dass sich die Mannschaften überhaupt nicht in das ganze Gerummel einmischen. Der BVB zieht, wie schon in den letzten Spielzeiten, sein Ding durch und auch der FCB hat es irgendwie geschafft, in den letzten Wochen nur spielerisch auf sich aufmerksam zu machen. Passt doch. :)

  4. Im Vergangenen Jahr lag der BVB zur Herbstmeisterschaft drei Punkte hinter Bayern München und später acht Punkte vorne. Das macht elf. Jetzt liegen sie elf Punkte hinter Bayern und haben eine vergleichsweise schlechte Tordifferenz. Zudem ist Leverkusen schon einen Punkt besser.
    Dann müsste sich der BVB aus schlechterer Position stärker als je zuvor steigern und die anderen Kandidaten eher schwächeln. Darauf setzen würde ich an Ihrer Stelle nur, wenn sie Samstag gewinnen.

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    Dann haben sie ja noch Zeit auf < 11Punkte Rückstand zu kommen. Schon am Samstag.

  5. Wo ist dann also das Problem? Sie erkennen ja selbst, dass sich die Mannschaften überhaupt nicht in das ganze Gerummel einmischen. Der BVB zieht, wie schon in den letzten Spielzeiten, sein Ding durch und auch der FCB hat es irgendwie geschafft, in den letzten Wochen nur spielerisch auf sich aufmerksam zu machen. Passt doch. :)

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    Der Fussball den ich sah war nicht im entferntesten so wie die Tabelle es ausgibt.

    Ein geschenkter Elfer gegen Frankfurt. Nicht am Spiel teilnehmende Gegner zB Schalke 4t Liga Niveau und der FCB musste nur 20 Minuten etwas sachte aufdrehen und gewinnt durch Glückstore. Gegen Freiburg muss man eine rote Karte provozieren, gegen Hannover spielt man ohne das Hannover eine Regeneration hatte. Wobei Freiburg eine Chance gehabt hätte.

    Hat der FCB es nötig so zu gewinnen und die oben genannten Fakten so zu verschleiern das man deren eigene "Leistung" dafür verantwortlich sieht.

    So lernt man nicht aus Fehlern und schaut ein weiteres Mal am Ende der Saison in die Röhre.

    Ich bin kein BayernFreund aber auch kein Hasser. Ich möchte nur eine ehrlichere Beobachtung und Einschätzung. ;)

  6. Dann haben sie ja noch Zeit auf < 11Punkte Rückstand zu kommen. Schon am Samstag.

    Antwort auf "Ja ja, ja aber"
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    Da habe ich tatsächlich einen unangemessenen Vergleich zwischen 14. Spieltag und 17. in der vergangenen Saison gebracht. Wenn ich aber bedenke, dass der BVB am 14. Spieltag einen Punkt vor den Verfolgern lag und jetzt als Verfolger 11 Punkte dahinter und das bei schlechter Tordifferenz, könnte ich auch von 13 Punkten insgesamt reden, was dann auch nicht viel besser ist. Man könnte auch sagen, dass die sagenumwobene Aufholjagd vom 14. Spieltag aus gesehen nur sieben Punkte betrug.

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